Zur Übersicht: Kabale und Liebe – Szenenanalysen, Interpretationen & Aufzugsdeutung
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Genre/category
Interpretation
Deutsch
Kabale Und Liebe Szenenanalyse
University, School
Scheffel-Gymnasium Lahr
Grade, Teacher, Year
2014
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Marianne W.
RedaktionTanja Eberl
Photo Tanja Eberl
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Content:
Diese Inter­pre­ta­tion bietet tiefe Einblicke in die Konflikte zwischen Adel und Bürgertum in Schil­lers Drama. Sie beleuchtet die unter­schied­li­chen Lebens­auf­fas­sungen von Ferdi­nand und seinem Vater, ihre Sprache und Hand­lun­gen. Der Leser erhält ein klares Verständnis der Charak­tere und ihrer Moti­va­tionen sowie der gesell­schaft­li­chen Zwänge der Zeit. Die Analyse hilft, die Komple­xität des Werkes zu erfassen und dessen
#Zur Vorschau#Friedrich_Schiller

#Kabale_und_Liebe

Thema: Schillers Kabale und Liebe Beispiel einer Dialoganalyse (I, 7)

In dem Drama „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller geht es um die Liebe zwischen der Bürgerlichen Luise und dem Adligen Ferdinand, die aufgrund ihrer Herkunft und der Standesschranken von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist.

Ferdinands Vater, der Präsident, hat zuvor im Gespräch mit seinem Sekretär Wurm entschieden, dass sein Sohn Lady Milford, die Favoritin des Fürsten, heiraten solle, um das Verhältnis der Familie zum Fürsten zu stärken. Dies will Präsident von Walter seinem Sohn im folgenden Gespräch, das gleichzeitig das erste Zusammentreffen zwischen Vater und Sohn im Drama darstellt, mitteilen.

Angefangen als zwangloses Gespräch, endet es im Streit, da der Präsident nicht akzeptieren will, dass Ferdinand sich ihm, dem Vater und damit Oberhaupt der Familie, und seinen Vorstellungen vehement widersetzt.

Vater und Sohn entstammen zwar beide dem Adel, jedoch wird sehr schnell deutlich, wie sehr sich ihre Vorstellungen von Glück und vom Leben selbst unterscheiden. Dies zeigt sich auch in ihrer Wahl sprachlicher Mittel. Während der Präsident Souveränität an den Tag legt und seine Sprache bewusst einsetzt, lässt Ferdinand sein Herz sprechen.


Für den Präsidenten ist das Leben ein Spiel, in dem man sich durch List und Intrigen zurecht finden muss. Nur der äußere Eindruck zählt, was dahintersteckt, ist egal: „Du fliehst deine Zirkel – Pfui!“ (S. 23, Z. 1f.). Seiner Meinung nach ist das Wichtigste von allem, sich mit den Anhängern des eigenen Standes gut zu stellen, da diese im Endeffekt für Aufstieg oder Fall verantwortlich sind.

Um dies zu erreichen, muss man sich innerhalb dieser Kreise sehen lassen, selbst wenn es einem widerstrebt. Dies entspricht seiner Vorstellung von „Glück“, die er als die einzig mögliche ansieht und aus diesem Grund auch seinem Sohn vermitteln möchte. Dieser könne dieses Glück nur erreichen, wenn er dies dem Vater überlasse und auf dessen Ratschläge höre. (Vgl.

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Schillers Kabale und Liebe. Beispiel einer Dialoganalyse (Akt I, Szene: Eine herrliche Aussicht dehnt sich vor dir p:1
Schillers Kabale und Liebe. Beispiel einer Dialoganalyse (Akt I, Szene: Thema: Schillers Kabale und Liebe Beispiel einer Dialoganalyse (I, 7) p:2
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Dieser materialistisch-rationalistischen Auffassung des Vaters begegnet Ferdinand mit seinen Begriffen von Größe und Glück, die denen des Vaters deutlich entgegengesetzt sind. Die Glückseligkeit des Präsidenten, als Stellvertreter der Herrschenden, bedeute in der Regel Verderben für die Beherrschten, auf deren Kosten adeliges „Glück“ durchgesetzt werde.

Nicht nur diese Skrupellosigkeit lehnt Ferdinand ab, sondern er verachtet regelrecht die bei Hofe üblichen Umgangsformen wie Speichelleckerei und Kriechertum (Vgl. S. 24, Z. 3f.). Ferdinands Ideal vom Glück dagegen orientiert sich an der Selbstgenügsamkeit seines Herzens, in dem alle seine Wünsche begraben seien (Vgl.

S. 24, Z. 17ff.). Damit verlässt er die, bei seinem Hinweis auf die gesellschaftlichen Folgen politischer Gewalt gewählte, argumentative Ebene und spricht nun ganz offen von seinen ganz persönlichen Gefühlen und Empfindungen. Der Präsident reagiert mit überlegener Ironie, mit der er die Gefühle des Sohnes, seine Bindung an das eigene Herz als moralische Vorlesung lächerlich zu machen versucht (Vgl.

S. 24, Z. 28ff.) und rückt schließlich, als er erkennt, dass er Ferdinands Widerstand nicht brechen kann, mit seinem Heiratsplan mit Lady Milford heraus. In Form eines Befehls gibt er dem uneinsichtigen Sohn zu verstehen, dass er ihn zu seinem Glück zwingen werde: „Du wirst dich ohne Aufschub bequemen [zur Lady Milford] zu gehen, und ihr zu sagen, dass du ihr Bräutigam bist.“ (S. 25, Z. 2ff.). Dass der Präsident selbst um die Favoritin des Fürs.....

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