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Philosophy

University, School

Karl-Franzens-Universität Graz - KFU

Grade, Teacher, Year

3, Prof.Berger, 2016

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Text by Serge T. ©
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Seminararbeit


aus


Boethius, Trost der Philosophie


Thema: “Zum Verhältnis von Vorsehung, Schicksal und Willensfreiheit
in der Consolatio Philosophiae des
A. M. S. Boethius”


Inhaltsverzeichnis


Einleitung 2


Geschichtlicher Rückblick und Entstehung der philosophischen Tradition zur Frage der Willensfreiheit 4


Die unterschiedlichen Weisen der Vorsehung 10


Das Verhältnis von Vorsehung und Schicksal 11

5. Buch 14


Das Verhältnis von Willensfreiheit und göttlichem Vorauswissen 15

Die Willensfreiheit 16

Das Vorauswissen Gottes 18

Ewigkeit und Notwendigkeit 21


Schlussbemerkung 23


Bibliographie 25


Einleitung



Um das Jahr 524 n. Chr. schrieb der ehemalige römische Konsul, der unter der Herrschaft des ostgotischen Kaisers Theoderich im Kerker zu Pavia auf sein Todesurteil wartete, sein Hauptwerk, die Consolatio Philosophiae. Sie wurde wie kaum ein anderes Buch zur damaligen Zeit in zahlreiche Sprachen übersetzt und in vielfältigen Kulturen verbreitet. Daher zählt die Consolatio zu den großen Büchern der Weltliteratur.

Maßgeblich dafür scheinen sowohl die strengen philosophischen Abhandlungen der Problematiken, als auch die Märtyrerrolle, die dem Boethius zukommt, zu sein. Ein weiteres Kriterium ist im Inhalt des Buches zu finden, denn es ist unbestritten, dass es sich inhaltlich um eine Art Lebensberatung handelt, die den Menschen einen Weg zeigen soll, zu erhofftem Glück zu gelangen.

In die Rolle des Beraters schlüpft die Philosophie. Nur sie vermag dem verzweifelten Gefängnisinsassen einen sicheren Weg zum höchsten Glück zu weisen.

Der Aufbau des Buches scheint einer strengen Ordnung zu unterliegen. Es besteht aus fünf Büchern, wobei jedes Buch aus einer regelmäßigen Folge von Prosa und Gedicht besteht. Der Gedankengang, der sich in der Prosa findet, wird im Metrum fortgesetzt, sodass dieses eine Art Zusammenfassung oder Erörterung darstellt. Alle fünf Bücher mit Ausnahme des ersten Buches beginnen mit einem Prosastück und schließen mit einem Gedicht.

Die inhaltliche Form zeigt einen strengen logischen Aufbau, der sich im abschließenden fünften Buch dem Gipfel der Erkenntnis nähert. So bleibt die Spannung bis zum letzten Buch aufrecht.

Der Ausgangspunkt stellt die aktuelle Situation im Leben des Boethius dar. Er hat nach einem reichen Leben als Konsul mit einem Schlag alles Glück und Hoffnung verloren. Durch diesen Fall ist der Geist des Boethius verwirrt und versucht im Zwiegespräch mit der Philosophie seine Verwirrung zu lösen. Die Lösung, zu welcher ihn die Philosophie führen wird, ist auch eine Lösung für alle Menschen, die mit ihrem Schicksal zu hadern pflegen.

So besitzt die Frage nach dem Verhältnis von Willensfreiheit, Schicksal und göttlicher Vorsehung einzig und allein das Potenzial derart menschliche Verwirrungen zu lösen und göttliche Klarheit erstrahlen zu lassen.

Den Kern der Lösung der Problematik bildet die Fragestellung, wie es möglich ist, dass der Mensch sich frei entscheidet, wenn die göttliche Vorsehung den Verlauf der Dinge festlegt. Die Stellung die Boethius in der Consolatio dazu einnimmt ist keineswegs erstmalig in der Geschichte der philosophischen Fragestellungen zur Willensfreiheit. So zeichnet sich Boethius als ein besonderer Kenner der Schriften des Platon und des Aristoteles aus.

In Bezug auf seine Theorie der Willensfreiheit folgt er im wesentlichen seinen Vorgängern. Unter diesen sind die Neuplatoniker Proklos und Ammonios Hermeiou besonders erwähnenswert. Es ist unbestritten, dass Boethius seine Theorie in Anlehnung an die beiden Neuplatoniker entwickelt hat.

Es bleibt somit unumgänglich, sich mit einem Blick auf die Geschichte der Willensfreiheit, der Theorie des Boethius zu nähern.

Erst danach scheint mir der Einstieg in das vierte Buch der Consolatio Philosophiae für sinnvoll. Boethius beginnt an dieser Stelle die verschieden wirkenden Weisen der Vorsehung genauer darzustellen um daraus das Verhältnis zwischen göttlicher Vorsehung (providentia) und Schicksal (fatum) genauer bestimmen zu können. Erst im abschließenden fünften Buch wird das Verhältnis von göttlicher Vorsehung und Willensfreiheit des Menschen (arbitrii libertas) in Angriff genommen und ein gangbarer L.....[read full text]

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Für Platon hat die Seele die drei Vermögen Vernunft, Mut und Begierde. Neben dem kognitiven Vermögen fügt Platon ihnen eine spezifische voluntative Fähigkeit hinzu. Somit sind die voluntativen Fähigkeiten mit dem Vermögen verbunden. Zur Vernunft gehört der rationale Wunsch, zum Mut der Ehrgeiz und zur Begierde die niedrigsten Begierden von Körper und Seele. (vgl. Frede, Dorothea in Heiden, Schneider 2007, S. 25) Es ist zwar nicht eindeutig, aber es wird diskutiert und es bestehen Meinungen, die der Auffassung sind, dass der rationale Wunsch dem Willen entspräche.

Platon macht sich aber um den freien Willen des Individuums wenig Gedanken. Auch nicht wie dieser in Beziehung zur göttlichen Vorsehung stehen könnte. (vgl. Regen 2001, S. 10)

Der Begriff der Willensfreiheit wird von Platon nicht explizit erwähnt.


Aristoteles (384 – 322 v. Chr.)

Ähnlich verhält es sich bei Aristoteles. Der Begriff der Willensfreiheit kommt in seinen Schriften nicht direkt vor und sein Standpunkt bezüglich der Freiheit des Individuums wird kontrovers diskutiert. Zum einen wird Aristoteles ein reiner Indeterminismus angeheftet und zum anderen wird behauptet, Aristoteles vertrete einen kompatibilistischen Standpunkt, indem er eine moralische Verantwortung für Handlungen auch dann für möglich hält, wenn diese Handlungen kausal determiniert sind. (vgl. Jedan, Christoph in Heiden, Schneider 2007, S. 40)

Zum Unterschied von Platon fragt Aristoteles nach drei Problemaspekten, die sich in heutigen Willensfreiheitsdiskussion wiederfinden. Die Frage der Kausalität, die alle Vorgänge und Handlunge einer kausalen Determiniertheit unterwirft, sei der erste Aspekt, der logisch-sprachphilosophischen Aspekt der uns eine offene Zukunft ermöglicht, der zweite und der ethisch-rechtlichen Aspekt, der der Frage nachgeht, inwiefern Menschen Urheber ihrer Handlungen sind und für diese auch zur Verantwortung gezogen werden können, der dritte Aspekt. (vgl. Jedan, Christoph in Heiden, Schneider 2007, S. 39).


Stoa (300 v. Chr. – 200 n. Chr.)

Die Lehre der Stoa geht von einer lückenlosen und vollständigen Verknüpfung der Ursachen aller Geschehnisse aus und bezeichnet diese als series causarum. Diese Kausalkette von Ursache und Wirkung wird in der Stoa auch als Fatum bezeichnet. (vgl. Regen 2001, S. 12) Diesem starken Determinismus stellen Vertreter der Stoa, wie Chrysipp und Epiktet eine bestimmte Handlungsfreiheit des Menschen gegenüber, die sich allerdings in das göttliche Gesamtwerk einfügt.

Dies könnte im Sinne eines „weichen Determinismus“ verstanden werden. (vgl. Forschner, Maximilian in Heiden, Schneider 2007, S. 60ff) Für Chrysipp ist alles menschliche Handeln bestimmt durch einerseits vorausgehende und andererseits autonome bzw. hinreichende Ursachen. (vgl. Huber 1976, S.9) Die Vorausgehenden schaffen die Situation in der der Mensch agiert. Der Mensch kann sich in dieser Situation frei entscheiden, verbleibt aber im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten.

Das Fatum als series causarum bleibt erhalten, da die freie Entscheidung Teil der Kausalkette ist. Somit werden Fatum und Willensfreiheit miteinander vereinbart. (vgl. Regen 2001, S. 13)


Alexander von Aphrodisias (20.....

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Auf der Erkenntnisebene wird die Meinung Alexanders geteilt und anerkannt, dass Gott das Kontingente als solches erkennt. (vgl. Regen 2001, S. 22)

Das Verhältnis zwischen göttlicher Vorsehung und menschlicher Freiheit spielt sich auf zwei Ebenen ab. Auf der kausalen Ebene entgehen die Peripatetiker dem Determinismus, in dem die kausale Wirksamkeit auf den physischen Bereich beschränkt wird. Die Platoniker befreien sich aus der Kausalkette, in dem sie die freie Aktivität zur beherrschenden Ursache erheben. (vgl. Huber 1976, S. 19) Auf der zweiten Ebene, der erkenntnistheoretischen, sind beide Schulen der Ansicht, dass weder Mensch noch Gott über ein gesichertes Vorauswissen verfügen können. „Diese Überzeugung beruht auf dem Postulat, dass die Seinsmächtigkeit des Erkenntnisgegenstands das Mass möglicher Erkenntnis bestimmt.“ (Huber 1976, S. 19)


Augustinus (354 – 430 n. Chr.)

Aurelius Augustinus ist in seinem Werk „de libero arbitrio“ zur Einsicht gekommen, dass der Mensch notwendigerweise in Besitz eines freien Willens sein muss, da er sich eigenständig für Gutes oder Böses entscheiden kann. Die göttliche Vorsehung beschreibt er als ein Vorher-Wissen. Einem Vorher-Wissen muss das Vorher-Gewusste notwendig folgen. Das Vorher-Wissen entspricht einer Tat aber nicht ihrer Ursache. (vgl. Kahnert, Klaus in Heiden, Schneider 2007, S. 97) Gott erzwingt durch sein Vorher-Wissen nicht das Zukünftige.

Was jeder einzelne Mensch in Zukunft will, weiß er heute nicht, wohl aber Gott, der auch immer weiß, was mit den Gerechten und den Frevlern zu geschehen hat, der seine eigenen Willensentschlüsse also ebenfalls im Voraus kennt. Letzteres macht ihn aber dennoch nicht zum Sklaven der Notwendigkeit, da in Gott nichts geschieht. Er ist ewig (zeitlos), er hat die Ordnung der Welt nur ein einziges Mal beschlossen, und kann daher keine weiteren, d.h. in der Zeit verlaufenden, Willensentschlüsse haben.“ . (vgl. Kahnert, Klaus in Heiden, Schneider 2007, S. 97)

Augustinus arbeitete lang und oft widersprüchlich in dieser Schrift. Viele Jahre später überarbeitete Augustinus die „de libero arbitrio“ nochmal. Seine eindringlichen Überlegungen bewirkten eine langreichende Aufmerksamkeit in der philosophischen Diskussion z.....

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Ein weiterer Einflussfaktor ist der der christlichen Kirche. Hier ist laut Huber besonders die Tatsache, dass Boethius die Opposition von Vorsehung und Freiheit thematisiert, sehr charakteristisch für einen explizit christlichen Einfluss. (vgl. Huber 1976, S.24)

Für alle Denkern war die Tatsache unumstritten, dass ein freier Wille dem Menschen zugesprochen werden muss, damit man ihn für seine Taten zur Verantwortung ziehen kann. Sie sahen sich mit dem Problem konfrontiert, den freien Willen gegenüber der allumfassenden göttlichen Vorsehung zu beweisen, die der Freiheit natürlich mächtig gegenübersteht. Im Folgenden werden die Unterschiedlichkeiten der vorherrschenden Lösungswege aufgezeigt, um die von Boethius angestrebte Lösung näher bestimmen zu können.



Die unterschiedlichen Weisen der Vorsehung


Die Stoa und Chrysipp sehen die Vorsehung als series causarum, also als eine allumfassende Wirkursächlichkeit, die als vorausgehende Ursache die autonome Ursache, die als die Willensfreiheit gedacht wird, beinhaltet. Die Lösung für das Problem wird nicht auf einer Erkenntnisebene, sondern auf einer Seinsebene gesucht. (vgl. Regen 2001, S.13) Bei den Perepatetikern wirkt die Vorsehung als Ordnungskraft gedacht, in den irdischen Bereich hinein.

Sie berührt die Willensfreiheit aber nicht, da die Perpatetiker sie der Vorsehung entzogen ansehen. Huber ist der Meinung, dass die Stoa aufgrund der allumfassenden Wirkursächlichkeit den freien Willen aufgeben mussten und die Peripatetiker glaubten im Gegensatz dazu an den freien Willen und mussten dafür die Existenz der Vorsehung, die den Bereich der Freiheit umfasst, aufgeben.

Hier wird der Diskurs ebenfalls auf einer Seinsebene geführt. Die Neuplatoniker und mit ihnen Boethius versuchen beides zu bewahren. Bei Proklos und Ammonios kann das Verhältnis von göttliche Vorsehung und Willensfreiheit widerspruchsfrei gedacht werden. (vgl. Huber 1976, S. 21) Die Lösung des Problems vermuten die beiden aber nicht in der göttlichen Vorsehung und ihrer Art des Wirkens, sondern im freien Willen. (vgl. Huber 1976, S. 23) Somit bleibt das Bild der Vorsehung, welches notwendiges und sicheres Wissen erzeuge, aufrecht.

Wie kann aber beides gedacht werden? Dabei berufen sich sowohl Proklos als auch Ammonios auf eine andere Weise, wie Vorsehung zu denken ist. Das göttliche Erkennen ist dem menschlichen Erkennen überlegen. (vgl. Huber 1976, S. 26) Für Proklos ist Erkennen und Verursachen mit einer gewissen Analogie behaftet. Die Vorsehung hat in dem Maße Kenntnis von den Dingen, wie sie selbst Urs.....

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Die Philosophie erklärt daraufhin Boethius mit einem Lächeln, dass diese Untersuchung zu den allerschwersten zählt. (vgl. Boethius 1971, S. 136)

omnium quaesitu maximam vocas“ (Gothein 1949, S. 240)

Denn es verhält sich mit dem Zweifel, wie mit den Köpfen der Hydra. Kaum hat man einen Zweifel beseitigt, wachsen unzählige neue Zweifel nach. (vgl. Boethius 1971, S. 136) Eine Grenze des Zweifels gebe es nur mit Hilfe des Verstandes. Die Philosophie erwähnt hier zum ersten Mal Vorsehung, Schicksal und Willensfreiheit in einem Satz.

In hac enim de providentiae simplicitate, de fati serie, de repentinis casibus, de cognitione ac praedestinatione divina, de arbitrii libertate quaeri solet,“ (Gothein 1949, S. 240)

Die Einfachheit der Vorsehung ist hier als göttliche Einfachheit zu verstehen.

Die Reihenfolge oder Kette oder Serie des Schicksals hat einen Bezug zur stoischen series causarum. Der plötzliche Zufall erhält hier den ersten Hinweis auf eine zeitliche Dimension. Die göttliche Erkenntnis und die Vorbestimmung stellen die passive, bloß wissende und die aktive, ordnende Seite der göttlichen Vorsehung dar. (vgl. Gruber 1978, S. 354). Die Willensfreiheit ist laut Gruber den anderen Begriffen nicht nur nach- sondern auch gegenübergestellt. (vgl. Gruber 1978, S. 354)

Obwohl der Zeitraum für Boethius beschränkt ist („angusto limite temporis“), wird die Philosophie versuchen die Dinge offenzulegen, da dies Teil der Heilung für den „Prisoner“ ist. (vgl. Boethius 1971, S. 136)

Die Philosophie beginnt mit einer Definition der Vorsehung, die sich laut Gruber in drei wesentlichen Zügen zeigt. Sie ist zum Ersten die vielfache Art des Geschehens unter dem Aspekt der göttlichen Einsicht. Zum Zweiten ist sie die im höchsten Herrscher begründete göttliche Vernunft und zum Dritten ordnet sie alle Dinge in räumlicher und zeitlicher Bewegung. (vgl. Gruber 1978, S. 355) Betrachtet man die Vorsehung als die Reinheit der göttlichen Vernunft, wird sie auch als solche bezeichnet.

Betrachtet man sie aus dem ordnenden, bewegenden Aspekt heraus, wird sie Schicksal genannt. (vgl. .....

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Die einfachsten Bewegungen waren die der Fixsterne. Einfacher als sie ist nur das Prinzip aller Bewegungen, das unbewegte Bewegende (vgl Regen 2001, S.34) Das Bild der sich ausdehnenden Kreise wird in Analogie von Plotin entwickelt und weiter ausgeführt. Regen ist der Meinung, dass Boethius dieses Bild eindeutig von Plotin übernommen hat. (vgl. Regen 2001, S.34)

Die Philosophie schließt weiter, dass es den Menschen nicht möglich ist, diese Ordnung zu erkennen, und dies ist der Grund warum der Mensch dieses Wirken als ungeordnet und verworren hält. (vgl. Regen 2001, S.37)

Hier endet laut Regen der erste Teil der 6. Prosa, denn die Überlegungen zum Verhältnis zwischen providentia und fatum werden nicht weiter fortgeführt. Die Philosophie stellt sich vielmehr selbst die Frage, wie es denn sein kann, dass den Guten Schlechtes und den Bösen Gutes wiederfährt. (vgl. Boethius 1971, S.139) Der Kern dieser Fragestellung wird eigentlich umgangen, denn die Philosophie fragt anschließend nach der Urteilsfähigkeit des Menschen in Bezug auf das Erkennen von Gutem und Schlechtem.

Diese Ausführungen erinnern Regen an die stoischen Bemühungen, für ein noch so unerfreuliches Ereignis eine Begründung zu erhalten. (vgl. Regen 2001, S.38)

Im 6. Gedicht wird das Walten des Schöpfers in seinen natürlichen Ausformungen dargestellt und die Verbundenheit mit ihm zum Ausdruck gebracht.

Nach den langen und lehrreichen Ausführungen der Philosophie in der 6. Prosa kehrt Boethius in der 7. Prosa zu einer dem sokratischen Dialog ähnlichen Form zurück.

Die Philosophie behauptet, dass alles Geschick von Grund auf gut sei. (vgl. Boethius 1971, S.144) Zur Widerlegung der Zweifel des Boethius nimmt sie seinen eigenen Standpunkt ein, betrachtet und überprüft diesen und zeigt, dass er sich als falsch erweist. (vgl. Gruber 1978, S.370) Im abschließenden Teil der 7. Prosa weist die Philosophie darauf hin, dass alles Geschick, ob angenehm oder hart, verhängt wird, um die Guten zu üben oder zu belohnen, die Schlechten aber zu bessern oder zu bestrafen.

Mit fester Kraft besetzt die Mitte“. (vgl. Boethius 1971, S.146) In Anlehnung an das tugendhafte Streben zur Mitte bei Aristoteles.

Das 7. Gedicht beinhaltet Beispiele der Auseinandersetzung mit Gut und Böse und nennt dabei große Namen wie Agamemnon, Odysseus und Herakles. (vgl. Regen 2001, S.38) Die Beispiele sind aber teilweise unvollständig, sodass Gruber annimmt, es fehle eine letzte Überarbeitung dieser Lyrik. (v.....

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