<
>
swopdoc logo
Download
a) trade for free
b) buy for 10.63 $
Document category

Specialised paper
Pedagogy

University, School

Universität Leipzig

Grade, Teacher, Year

1, Unbenannt, 2014

Author / Copyright
Text by Stefan W. ©
Format: PDF
Size: 0.29 Mb
Without copy protection
Rating [details]

Rating 5.0 of 5.0 (1)
Networking:
1/0|38.0[0.0]|2/7







More documents
Die Planenden können nicht über alle Parameter informiert sein und falsche (ineffiziente) Entscheidungen treffen. Nicht jeder Bedarf kann bei der Planung erkannt werden, Mangel oder Überschuss des Gutes sind die Folge. Dies würde im Vergleich zu einer Marktwirtschaft­, wo solche Probleme nach Hayeks Meinung nicht oder weniger auftreten, eine Verschwendung von Ressourcen und Arbeitskraft zur Folge haben. 6.2.2.1.2. Mangel an Flexibilität Es bestehe nur eine geringe Flexibilität, da „in einer solchen Wirtschaft Anweisungen…
Was ist Musik? wie wird sie in Gehirn und Ohr wahrgenommen? Inhaltsverzeich­nis 1.­ Einleitung 2 1.1. Hinführung zum Thema 2 1.2. Differenzierung des Themas 2 1.3. Zielsetzung der Arbeit 2 1.4. Überblick über den Aufbau der Arbeit 2 1.5. Schwierigkeiten bei der Bearbeitung der Aufgabe 3 2.­ Was ist Musik 4 2.1. Welche Bedeutung hat Musik auf sozialer Ebene 7 2.2. Welche Bedeutung hat Musik für den einzelnen Menschen 9 3.­ Vom Ohr zum Gehirn 10 3.1. Verarbeitung von Musik im Gehirn 12 3.2. Die Elektroenzephal­ogr­afie: Allgemeine…

Universität Leipzig - Philologische Fakultät


Hausarbeit

Die Kontroverse der Geschlechter im 18. Jahrhundert
oder Autorinnen mit starken Überzeugungen

Seminar: Ob die Weiber Menschen sind


Inhaltsverzeichnis

1.      Einleitung

2.      Ob Frauen Menschen sind?

         Die Stellung der Frau im 18. Jahrhundert in Deutschland        

3.      Philosophische Grundlagen zur Stellung der Frau zu dieser Zeit                      

4.      Frauen zwischen Vormundschaft, Anpassung und Selbstverwirklichung

5.      Die Einführung der  Allgemeinen Schulpflicht in Deutschland 1919, für wen?

6.      Die unterschiedlichen Bilder von Frauen des Adelsgeschlechts 

7.      Die gesellschaftliche Norm contra Eigenständigkeit der Frau

8.      Schreibende Frauen als Saloniéren mit neuen literarischen Profilen

9.      Sophie La Roche, eine deutsche Symbolfigur der schreibenden und reisenden

         Frauen in Deutschland ab dem 18. Jahrhundert

10.     Der Blickwinkel der Männerwelt auf reisende Frauen

11.     Reisende Frauen außerhalb Deutschlands

12      Schlussbetrachtung

           Literaturnachweise

         


1.    Einleitung

Schaut man in die Vergangenheit, so erweckt es den Eindruck, als würde die Gesellschaft keine bewanderten, scharfsinnigen, kreativen, lebensklugen, gelehrten und wie all diese positiven Attribute heißen mögen, hervorgebracht haben. Oberflächlich könnte man behaupten, Frauen haben sich nicht veranlasst gesehen, danach zu streben.

War dem denn so? Wo waren die Ansatzpunkte und die gesellschaftliche Hindernisse, dass Frauen überhaupt an die Öffentlichkeit treten konnten? Und, wenn sie die Schwierigkeiten überwunden hatten, womit hätten Frauen die Gesellschaft interessieren können? Diesen Fragen soll in folgenden Abschnitten nachgegangen werden. Ziel der Hausarbeit ist es, eine Perspektive zu schaffen, die nachvollziehen lässt, welchen Bedingungen die Frauen des 18. Jahrhunderts Herr zu werden bemüht waren.


2.     Ob Frauen Menschen sind?

        Die Stellung der Frau im 18. Jahrhundert in Deutschland

Jeder kennt wenigstens einen der großen Philosophen, Thales, Sokrates, Platon. Wer nennt Sappho, Aspasia von Milet, Hypathia, Hildegard von Bingen oder Mechthild von Magdeburg? Jeder weiß den Namen Christopher Columbus, James Cook oder Alexander von Humboldt  etwas zuzuordnen. Wo sortiert man die Namen Gertrude Bell und Mary Kingsley ein? Bei den Welterforschern? Ja, ist die richtige Antwort.

Schon jetzt und ganz sicher durch eine Reihe von Gegenüberstellungen x-beliebiger Bereiche aus Wissenschaft, Technik, Kunst und des sozialen Lebens, kann die Frage aufkommen: Warum wissen wir so wenig über die Errungenschaften durch Frauen? Warum sind es wenige, die bedeutsam hervortreten? Wollten sie nicht, weil sie andere Interessen hatten?

Hält man sich Platons (*428v.Chr., † 3478v.Chr.) Politeia vor Augen, so wird festgehalten, dass Männer und Frauen gleiche Aufgaben zu erfüllen haben. Damit dies gelingen kann, ist es erforderlich, dass sie eine gleiche geistige und körperliche Erziehung durchlaufen müssen. Die Frau müsse also dem Manne gleich, in den Krieg ziehen und ihre Kriegsausbildung dafür erhalten.

Ihr Einsatz im Krieg werde aber so berücksichtigt sein, dass dieser ihrer Schwäche entspräche.1 „(…) Im Staat daheim und im Kriege draußen müssen die Frauen zusammen mit den Männern jagen wie Hunde (…).“ Obgleich Platon keine frauenfeindliche Grundhaltung hatte, gibt er die Aufgaben für Frau und Mann bekannt. Er ordnet sie in einem Harmonie-Prinzip ein, welches Schwäche und Stärke ausbalanciert.

Frauen schreibt er die Fähigkeiten zu, Tätigkeiten im Herrscherstand ausüben zu können. Alle Möglichkeiten wären dafür einzuräumen, da es nach seinem Verständnis kein Vorhandensein männlicher und weiblicher Tugend gibt, sondern für alle Menschen die gleiche sei.Und doch lassen angesehene griechische Philosophen verlauten, die Frauen seien dem Manne untergeordnet, ärmer an Verstand und körperlicher Kraft.

Liest man Platons Werke in den Übersetzungen Ernst Daniel Schleiermachers (*1768, †1834), ist kaum verständlich, welche S.....[read full text]

Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

4.    Frauen zwischen Vormundschaft, Anpassung und Selbstverwirklichung


In solch einer Atmosphäre, bezogen auf die Deklassierung der Frau, hatte jene sich ihrem Schicksal zu fügen und sich zu arrangieren.

Den Menschen ist es ein Bedürfnis, die Welt in ihrer denkbaren Ferne zu erforschen, zu verstehen und zu beherrschen. Dabei ergaben sich Entdeckungen und Neuerungen, welche jenseits aller vormaligen Vorstellungen lagen. Erinnert sei an die einst unbekannten Kontinente und Kulturen. Den Entdeckungen im 17. und 18. Jahrhundert der Bereiche Wissenschaft und Technik und dem zu dieser Zeit aufkommenden Wirtschaftsliberalismus.

Überliefert ist, dass ausschließlich Männer solche Expeditionen und Forschungen starteten. Im Rahmen der Lehre und in Vorbereitung auf das geschäftliche und gesellschaftliche Leben, war es jungen Männern vergönnt, diese noch unbekannten Gebiete für Entdeckungen zu bereisen. Wie verhielt es sich mit jungen Frauen? Bezieht man sich auf Kant, so entspräche es, in Ansehung des gemeinschaftlichen Interesses des Hauswesens, einer Pflicht der Einheit und Gleichheit, sich als Frau um die allumfassende Hauswirtschaft zu kümmern.8

Frauen hatten die ihnen zugeteilten Pflichten zu erfüllen. Im Wesentlichen lagen sie darin, der Familientradition einen Fortbestand zu garantieren, sich um die Erziehung des Nachwuchses zu sorgen, die gesellschaftliche Repräsentanz des Hauses zu gewährleisten und ihrem Ehegatten einen Platz zu bieten, welcher ihm Erholung ermöglicht.  

Für heranwachsende Männer war es traditionsgemäß vorgesehen, sofern durch die Häuser


6   Kant, Immanuel: Die Metaphysik der Sitten. Frankfurt am Main 1993, AB110,

     Rechtslehre, §26.

7   Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten, Zweiter Teil, Erster Titel Von der

     Ehe, 4.Abschnitt, Von den Rechten und Pflichten der Eheleute, in Beziehung auf ihre

     Personen, §184, 01.06.1794.

8   Kant, Immanuel: Die Metaphysik der Sitten. Frankfurt am Main 1993, AB110,

     Rechtslehre, §26.


6

finanzierbar, dass sie eine allumfassende Schulausbildung erhalten. Das ausgesprochene Ziel war der höchstmögliche Schulabschluss, welcher die bestmögliche Qualifikation für das Berufs- und Gesellschaftsleben erforderte. Frauen hatten sich, wegen ihrer Vorbestimmung als künftige Ehefrau, mit der Hauswirtschaftslehre zu begnügen.

Natürlich ist zu erkennen gewesen, dass sich nicht jede heranwachsende Frau an ihrer Vorbestimmung gebunden fühlte. In den Häusern der Wohlhabenden und Gebildeten gab es Bibliotheken mit wissenschaftlichen Texten und diese waren den Frauen durchaus interessante Fundgruben. So auch für Johanna Schopenhauer (*1766, †1838).

In beeindruckender Weise schreibt sie als gebildete und schreibende Frau nieder, wie sie als Kind ihr Wissen  erlangen konnte und welche Begeisterung Bücher in ihr auslösten. "In einem alten Schranke meines Vaters fand ich eine ziemlich holperige Übersetzung von Rollins römischer Geschichte und unterlag, trotz meiner sehr moralischen Gesinnung, der Versuchung, dem Beispiele des spartanischen Knaben zu folgen und sie mi.....

Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Diese Mustertücher waren einem Zeugnis gleich und vorzulegen, wenn die künftige Schwiegermutter es verlangte. Die geistige Bildung hatte ihre Ansätze in den Gottesdiensten. Das Grundziel der Ausbildung für junge Mädchen war, sie im heiratsfähigen Alter als eine wohlerzogene, d.h. gefällige, geschickte und züchtige Gattin, zu entlassen. Intellektuellen Spielraum, den sich Johanna Schopenhauer als Kind nahm und sogar durch die Familie unterstützt wurde, gab es nicht für jeden.

Die Intellektuelle Ausbildung verblieb bei den Knaben und jungen Männern. Die Mädchen und jungen Frauen konnten die Wissenschaft und Technik bewundern, aber nicht mitentwickeln. Im auslaufenden 18. Jahrhundert lebten ca. 23 Millionen Menschen im Heilig Römischen Reich Deutscher Nationen und davon waren etwa 5 Millionen des Lesens und Schreibens mächtig. Es darf vermutet werden, dass von diesen fünf,

2 Millionen Frauen des Lesens und Schreibens befähigt waren. Ausschließlich entstammen sie dem Adel und wohlhabenden Bürgertum.11 Das einst von Gebildeten aufgestellte Ideal einer gelehrten Frau, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, verlor seine einstigen Verfechter. Jene erklärten ab der Mitte des 18. Jahrhunderts den Handlungsbereich der Frauen im Privaten für vollkommen ausreichend. Durchaus denkbar ist, dass Gelehrte zum eigenen Nutzen ihre


11  Neumann, Helga: Zwischen Emanzipation und Anpassung: Protagonistinnen des deutschen

      Zeitschriftenwesens im ausgehenden 18. Jahrhundert (1779-1795). Würzburg 1999. S.27.


8

potentiellen Gattinnen so auserwählten, dass ihr Scharfsinn und Intellekt als ein Mindestmaß ihnen selber zugeschrieben wurde und sie sich somit selbst aufgewertet haben. Wenngleich Frauen dazu befähigt waren Schreiben und Lesen zu können, fehlte ihnen dennoch die wissenschaftliche und technische Ausbildung.

Das Briefeschreiben offenbarte eine geeignete Möglichkeit sich zu äußern. Frauen schrieben ihre Gedanken zu Begebenheiten des Alltags in literarischer, philosophischer und moralischer Weise und über praktische Details des Lebens. Das war eine neue Art des Schreibens. Wenngleich Gelehrte billigten, dass Frauen Briefe schreiben, kann aber von jenen nicht unbedacht gewesen sein, dass ambitionierte und fähige weibliche Konkurrenz im Bücherschreiben, nicht akzeptiert wurde.

Briefeschreiben hatte den Nutzen, einen Kontakt zu Familienmitgliedern, Freunden und Vertretern der Gesellschaft, aufrecht zu halten. So waren die Briefe jene Möglichkeit, in welcher Ansichten, Befindlichkeiten und Denkweisen übertragen werden konnten. Somit war es den Gattinnen durch das Medium Brief möglich, beispielsweise ihrem Gatten ihre innige Zuneigung zu bestätigen, ihn herbeizusehnen, ihn gegenwärtig zu machen, ihn gesund zu wähnen, gerade dann, wenn Territorien vom Krieg heimgesucht waren.12



6.     Die unterschiedlichen Bilder von Fr.....

Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Ich sehe, daß sie den zarten Fuß nicht schonet, solchen, auf schmuzige Gründe zu setzen; noch die weiche Hand, damit zuweilen kleine Käse und Buttermilchschnitten zu machen. Ich sehe, daß sie sich in sauberes Leinen

kleidet, und damit in den Vorraths-Kammern, bald in Küche und Keller herumstreichet, und darinnen alle ihre Verrichtungen mit einem edlen Muth und anständigen Wesen verrichentet".13  

Demgegenüber stand das höfische Ideal, wie eine Frau zu sein hatte. Die Etikette, das Zur-Schau-Stellen der Besitztümer, geistreiche Konversationen, den Gestus, dies repräsentieren zu Können erforderte dementsprechende Kenntnisse. Nebst solchen Auflagen, gab es Intrigen, Rangstreitigkeiten, Affären, die zusätzliche Herausforderungen darstellten, weil es Emotionalitäten zu unterdrücken galt.

Es standen sich die praktischen Fähigkeiten der Landadligen und die psychisch-geistigen Fähigkeiten der Frau am Hof gegenüber. Von Frauen des Hofes war erwartet worden, dass sie über Geist und Bildung verfügten. Je besser sie ihr Handwerk beherrschten, desto höher war ihr Prestige am Hof. Solch eine Lebensform strebte das wohlhabende Bürgertum an, denn es stellte das Einflussvermögen und die finanzielle Situation zur Schau.

Insofern liegt auch begründet, warum junge Mädchen des niederen Adels (Landadel) und der wohlhabenden Familien des Bürgertums durch die Elternhäuser gezielt geschult wurden. Natürlich war die Beschulung der jungen Mädchen daran geknüpft, dass sie künftig eine geistreiche Konversation führen können. Damit sollten sie auch der geistreiche Gegenpol

der Gatten werden. Aber in keinem Fall war die Absicht einer Beschulung, dass sie


13  Leon, Johann Michael von: Der Adel. Ulm 1752. S.135-136.


10

zukünftig vor die Gesellschaft treten und ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Gedanken nach

außen offenbaren. Ihre Kenntnisse und das damit verbundene Prestige, waren für die eigenen vier Wände bestimmt und nicht für ein Zur-Schau-Stellen .....

Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Die umfangreichen  Konsequenzen sind vorstellbar, weil gleiche auch im 21. Jahrhundert allgegenwärtig sind. Die Hypothese, dass das Denken der Männer im 18. Jahrhundert sehr dicht an einer durch Männer des 21. Jahrhunderts praktizierten Tradition liegt, soll in dieser Hausarbeit nicht untersucht werden. Es erklärt nur sehr gut den Zwiespalt der bestand, als Johanna Schopenhauer ihrem Vater vortrug, sie wolle Malerin werden.

Ungeachtet dessen, dass es nicht dem Stand entsprach, ist der Aspekt zu sehen, inwieweit eine unverheiratete junge Frau mit eigener beruflicher Basis, geheiratet wurde.



14  Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten, Zweiter Teil, Erster Titel Von der Ehe, 4. Abschnitt,                                         

      Von den Rechten und Pflichten der Eheleute, in Bezug auf ihre Personen, §195, 01.06.1794.


11

8.     Schreibende Frauen als Saloniéren mit neuen literarischen Profilen


Im Zuge der Aufklärung wurden durch Theoretiker und Mediziner Attribute von Frauen und Männer festgelegt. Dabei erhält die Frau die Wesenseigenschaften passiv, emotional und duldend zu sein. Ihr Aufgabenbereich wäre daraus schlussfolgernd, den Haushalt zu bewirtschaften, sich der Kindererziehung zu widmen und ihre Fürsorge dem Gatten bereitzustellen.

Der Mann sei aktiv, rational und mit Durchsetzungsvermögen. Daraus resultieren seine Aufgabengebiete in Politik, Wissenschaft und allgemeinem Erwerbsleben. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war das bürgerliche Frauenbild von Moralischen Wochenschriften beeinflusst und zielte auf die Umsetzung eines Ideals, der "vernünftigen Frau", ab. Zur Jahrhundertmitte wechselte das Frauenbild.

Das folgende Idealbild einer Frau war: die Empfindsame, die Tugendhafte sowie die Passive zu sein. Ihre Bestimmung war die Unterordnung unter den Mann und ihre religiös begr.....

Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Die öffentliche Ächtung durch Männer und Frauen der Gesellschaft wäre ihnen gewiss gewesen. Viele Frauen der gehobenen Gesellschaft richteten private literarische Zirkel ein und etablierten sich als Salonièren. Sie fanden häufig dann statt, wenn die Gatten ihrerseits ihre Herrenabende organisierten. Damit war das Herrenprestige abgesichert, nämlich eine gebildete Frau zur Seite zu haben.  Gleichzeitig waren die Frauen beschäftigt und beeinflussten nicht die Herrengespräche.

Später wurden solche Abende zum gesellschaftlichen Ereignis und gleichermaßen durch Herren und Damen besucht.

 Mit einem großen Namen verbunden gab es Salons in Weimar von Johanna Schopenhauer und Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach (*1739, †1807), in Berlin seien genannt, von Marie von Kleist (*1761, †1831), Caroline von Humboldt (*1766, †1829),  in Leipzig von Christiana Mariana von Ziegler (*1695, †1760), Henriette Voigt (*1808, †1839), Lidy Steche (*1805, †1878), Henriette von Crayen (*1755, †1832) und in Ehrenbreitstein von Sophie von La Roche (*1730, †1807).


Nebst dem Brief als literarische Gattung, kam die Reiseliteratur hinzu. Im 18. Jahrhundert war Reisen ein Luxus und wurden vornehmlich dann durchgeführt, wenn ein gesellschaftlicher oder geschäftlicher Anlass gegeben war. Bei einem geschäftlichen Anlass reisten die Männer ohne Frauen. Bei bevorstehendem gesellschaftlichen Anlass hatten die Frauen ihre Zofen, Angestellten, männliche Verwandte und Bekannte als Gefolgschaft.  Wäre die Frau mit auf Reisen gewesen, war die Organisation von Haus und Kindern zu übertragen.

Da grundsätzlich jede Absicht und Handlung außerhalb des Pflichtbereiches der Frau von der Gunst ihres Mannes bestimmt wurde, in Erinnerung wird der §184 des Allgemeinen Landrechts für die Preußischen Staaten  gerufen, ist davon auszugehen, dass der Mann diesem organisatorischen Umstand selten zugestimmt hat.

Für Reisen in das Ausland war es notwendig, Fremdsprachen zu beherrschen. Fremde Länder und fremde Sitten bedeuten für die Frauen, dass sie plötzlich vollkommen neuen Situationen gegenüberstehen. Hinzu kommt, dass das Reisen eine abenteuerliche, beinahe riskante Unternehmung war. So beschreibt Johanna Schopenhauer rückblickend eine Reise von Berlin nach Potsdam mit den Worten: "Der Weg von Berlin nach Potsdam beträgt nur


13

vier Postmeilen, die kleine Reise, jetzt eine lustige Spazierfahrt von höchstens drittehalb Stunden, war damals aber ein Unternehmen, zu dessen Ausführung man sich im voraus mit Geduld waffnen musste. Im knietiefen Sand beinahe einen ganzen Tag lang durch einen traurigen Fichtenwald sich hinschleppen lassen zu müssen, um einen so kurzen Weg zurückzulegen, war in der Tat keine Kleinigkeit."16 Da es kein befestigtes und sicheres Wegenetz für Kutschen gab und lediglich urwüchsige Gegenden der Ausblick waren, konnte sich die Kultur des Reisens und die damit verbundene Form der literarischen Reiseberichte nur .....

This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Wie haben schreibende und reisende Frauen wie Sophie la Roche im 18 Jhd zur Emanzipation beigetragen? Ob die Weiber Menschen sind?
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Legal info - Data privacy - Contact - Terms-Authors - Terms-Customers -
Swap+your+documents