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Wie geht Kinder und Jugendliteratur mit Angst um?

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German studies

University, School

PH Ludwigsburg

Grade, Teacher, Year

2012, Note 2

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Der Umgang mit Vergewaltigung in Kinder- und Jugendliteratur anhand des Beispiels „Kurzer Rock“ von Christina Wahldén Inhaltsverzeich­nis 1. Einleitung 2. Das Literaturbeispi­el „Kurzer Rock“ von Christina Wahlden 3. Umgang mit Vergewaltigung in dem Buch 4. Zum Umgang mit den Lesererfahrunge­n 5. Schlussbemerkun­g 1. Einleitung in das Thema Meine Seminarfacharbe­it beschäftigt sich im Folgenden mit dem Thema „Der Umgang mit Vergewaltigung in Kinder- und Jugendliteratur­“­. Vergewaltigung ist ein schwieriges und oftmals…

011 Inhaltsverzeichnis 2

Wie geht Kinder- und Jugendliteratur mit dem Thema Angst um?
Erläutert am Beispiel der Angst vor dem Tod und dessen Darstellung in der neueren Kinderliteratur

Wissenschaftliche Hausarbeit zum Seminar

Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche

Inhaltsverzeichnis


1Einleitung

Kinder und Jugendliche sind mit einer Vielzahl von Ängsten konfrontiert, wobei die größte Angst sicherlich diejenige vor Verlust und Tod ist. Heutzutage ist jedoch die Tendenz zu beobachten, dass Ängste geradezu aus dem Leben ausgegrenzt werden.1 Laut Hinderer und Kroth sind viele Erwachsene der Ansicht, „dass sie [die Kinder] noch zu klein oder vielleicht auch zu „unschuldig“ sind und dass sie von solchen schweren Themen [Themen, die Ängste hervorrufen] verschont bleiben sollen – frei nach dem Motto: „Das Leben ist später noch hart genug““.2

Dennoch kann kein Erwachsener verhindern, dass Kinder und Jugendliche sich mit Ängsten verschiedener Art auseinandersetzen. In der Tat sind Ängste lebensnotwendige Reaktionen, denn sie dienen als Schutzmechanismus.3 Aufgabe der Erwachsenen und somit auch des Schulunterrichts sollte es deshalb sein, die Kinder und Jugendlichen bei ihrer Konfrontation mit Ängsten konstruktiv zu unterstützen.

Denn Tatsache ist, dass sich die kindlichen Ängste vor dem Tod nur wenig von dem der Erwachsenen unterscheiden.4 Damit Kinder aber konstruktiv mit der Angst vor Tod und Verlust umgehen lernen, ist es notwendig, dass ihnen Erwachsene zur Seite stehen, die ihre Fragen offen, kindgerecht und unbeschönigt beantworten. Dies sollte auch von pädagogischen Lehrkräften im Rahmen des Grundschulunterrichts geleistet werden.

Deshalb soll es in dieser Arbeit um die Frage gehen, wie insbesondere die neuere Kinderliteratur mit der Angst vor dem Tod umgeht und wie diese Literatur innerhalb des Schulunterrichts didaktisch eingesetzt werden kann. Diese Frage soll deshalb exemplarisch am Beispiel der Angst vor dem Tod und dem Verlust erläutert werden.

Denn Kinder machen sich bereits früh ernsthafte Gedanken um den Tod und versuchen, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. In der Tat werden Kinder und Jugendliche heutzutage schon früh, durch die Medien und die Gesellschaft, mit Themen wie Tod und Trauer konfrontiert.

Von der Seite der Erwachsenen her werden Kinder meist unterschätzt, wenn sie der Ansicht sind, dass sie den Tod noch nicht verstehen können und daher eine eher unkonkrete Angst vor dem Tod haben. Tatsächlich jedoch trauern Kinder ähnlich wie Erwachsene. Jedoch ist es den Kindern leichter möglich, sich dem „normalen“ Leben wieder zuzuwenden.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht deshalb die Analyse der Kinderbücher „Abschied von Rune“ von Wenche Øyen und Marit Kaldhol5 sowie das Buch „Hat Opa einen Anzug an?“ von Amelie Fried und Jacky Gleich.6 Diese Bücher erscheinen für eine Untersuchung des Themas „Umgang mit Angst vor dem Tod im neueren Kinderbuch“ geeignet, zumal sie den Tod und die Trauer kindgerecht und realitätsnah darstellen.

Des Weiteren eignen sich diese Bücher gut, um Kindern im Grundschulalter mit diesen Themen vertraut zu machen.

2Das kindliche Erleben von Angst am Beispiel von Tod und Verlust

Die Vorstellung von Tod und Verlust schürt eine Vielzahl von Ängsten. Dies ist damit verbunden, dass insbesondere der Tod auf unterschiedliche Art in Erscheinung treten kann. So gibt es beispielsweise den Alterstod, den Kindstod sowie den Tod durch Krankheit und plötzliche Todesursachen wie Unfälle. Aus diesem Grund erlebt jeder Mensch, natürlich auch abhängig von seinen Erfahrungen, Glaubensüberzeugungen, Vorstellungen und Umständen des Todes, die Angst vor dem Tod auf individuelle und subjektive Weise.


In diesem Sinne betont Georg Simmel auch, dass es gegenüber dem Tod zwei unterschiedliche Einstellungen gibt. Denn der Tod kann entweder als etwas von außen in das Leben eindringende in Erscheinung treten, d.h. als unerwartetes Ereignis. Oder er kann als ein Teil des Lebens verstanden werden. Denn der Tod markiert .....[read full text]

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Im Laufe des Trauerprozesses und der Verarbeitung der Verlustängste werden Kinder auch häufig von Schuldgefühlen heimgesucht. Denn es ist oftmals der Fall, dass sie sich einen Teil der Schuld am Tod eines Menschen geben.14 Kinder, die einen Verlust erfahren haben, reagieren darauf meist mit Ängstlichkeit. Dies geschieht vor allem, wenn ihre Gefühle und Ängste unausgesprochen bleiben und die Erwachsenen ihnen ausweichen.


3Darstellung der Angst vor dem Tod in der Kinderliteratur

3.1Darstellung des Todes

Es ist zu beobachten, dass sich in der Kinderliteratur der früheren Jahrhunderte bis heute eine vollkommen andere Umgangsweise mit dem Thema der Ängste und insbesondere der Verlustangst findet. In Bezug auf die Darstellung und den Umgang mit dem Tod kann man sagen, dass diese in der Kinderliteratur der früheren Jahrhunderte zumeist verfälscht dargestellt, indem die Todeswirklichkeit nicht realistisch aufgegriffen wurde.

Vielmehr erschien der Tod in Wahngeschichten. Denn er trat meist als Folge von ungehörigem Verhalten ein.15 Dies sollte eine erzieherische Wirkung ausüben und die Kinder dazu anhalten, sich wünschenswert zu verhalten. Tatsächlich leistet eine solche Darstellung der kindlichen Ängste und Unsicherheiten aber eher Vorschub.

Jedoch ist in diesem Kontext anzumerken, dass in Märchen, einem Literaturgenre, das von Kindern häufig gelesen wird, die Welt der Lebenden und Toten ungeschieden ist. Dies ist in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm beispielsweise der Fall. Da sich hier die Lebenden sowie die Toten in derselben Dimension bewegen, besitzt der Tod keinen Schrecken und somit wird hier die Angst vor dem Tod eher beschwichtigt.

Zumeist stellt der Tod im Märchen einen vorübergehenden Zustand dar, der somit nichts Endgültiges hat und deshalb nicht realitätsnah ist.16

In der Kinderliteratur ist die Angst vor dem Tod und damit verbunden der Umgang mit Trauer jedoch tendenziell wenig thematisiert worden und wurde auch erst in den 1970er Jahren kindgerecht und realistisch im Kinderbuch dargestellt.17 Ein Beispiel hierfür ist das von Elfie Donnely verfasste Kinderbuch zu diesem Thema mit dem Titel „Servus Opa, sagte ich leise“ (1977).

In dem darauf folgenden Jahrzehnt fand die Auseinandersetzung mit den Themen Verlustangst, Tod und Trauer verstärkten Eingang in die Kinderliteratur. Dies hat seitdem ein großes kinderliterarisches Interesse hervorgerufen.18 In diesem Zusammenhang ist vor allem das in dieser Arbeit zu behandelnde Kinderbuch „Abschied von Rune“ zu nennen.

3.2Das Kinderbuch als Mittel der Angstbewältigung

Da Kinderbücher dem jungen Menschen Informationen vermitteln und ihm Antworten auf Fragen geben können, vermögen sie dem mit Ängsten konfrontieren Kind durchaus zu helfen. Kinderbücher, und hierbei insbesondere Bilderbücher, können den kindlichen Umgang mit Ängsten vor Verlust und Tod positiv unterstützen und helfen auch den Erwachsenen, mit Kindern über Ängste zu reden.

Sie dienen nämlich als Gesprächsanlass und unterstützen das Kind, seine Gefühle un.....

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Das betroffene Kind kann auf diese Weise erfahren, dass es mit seiner Situation und auch mit den Ängsten, mit denen es konfrontiert wird, angenommen ist. Die Klasse kann das Gefühl der Trauer und den Umgang mit Verlustangst als etwas Soziales erfahren und Umgangsformen mit Trauernden kennen lernen. Bestimmte Trauerrituale erleichtern nicht nur dem trauernden Kind, sondern auch seinen Klassenkameraden den Umgang mit der unbekannten Situation.

So könnte dem betroffenen Kind die Möglichkeit gegeben werden, im morgendlichen Stuhlkreis von seinem schmerzlichen Verlust zu berichten. Zudem sollte den anderen Kindern die Möglichkeit eingeräumt werden, dem Kind Fragen stellen zu dürfen. Auf diese Weise können die Mitschüler Anteil an den Ängsten und der Trauer des Mitschülers zeigen.

Die Unterrichtsgespräche sollten den Kindern die Möglichkeit geben, mit Erwachsenen und Gleichaltrigen über Verlustängste und Fragen und Vorstellungen vom Tod zu sprechen und zu neuen Ansichten zu gelangen. Die Beiträge der Schüler während des Gesprächs zu würdigen, ist eine wichtige Aufgabe der Lehrperson. Den Kindern muss verdeutlicht werden, dass es keine falschen Fragen gibt und alle Gedanken, Gefühle und Vorstellungen wichtig sind.

Auch ein fächerübergreifender Unterricht oder die Gestaltung des Themas in der Form eines Projekts, bieten mögliche Alternativen zum gewohnten Unterrichtsablauf. Die Dimensionen Zeit und Raum können dabei vorteilhafter berücksichtigt werden, da eine Beschränkung auf den üblichen 45-Minuten Takt aufgehoben wird und die Möglichkeiten zur Raumgestaltung vergrößert werden.

5Umgang mit Angst in Kinderbüchern

5.1 „Abschied von Rune“ von Wenche Øyen und Marit Kaldhol

„Abschied von Rune“ thematisiert den Tod Runes durch Ertrinken und greift somit die Angst vor Verlust und Tod auf. Runes Tod wird hierbei auf realistische Weise geschildert, denn er ertrinkt beim Spielen in einem See. Sara erlebt das Ertrinken ihres Freundes nicht mit, da sie zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend ist. Dementsprechend wird der Vorgang des Ertrinkens auch nicht geschildert, zumal er den kindlichen Leser überfordern würde.

Der Leser wird aber mit Saras Reaktion, Ängsten und Gefühlen konfrontiert, als sie den leblosen Körper ihres Freundes entdeckt, der „zwischen den großen Steinen (…) liegt (…) mit dem Gesicht im Wasser“ (S. 9).20 Das dazugehörige Bild auf dieser Seite veranschaulicht das traumatische Geschehen. Sara reagiert geschockt, als Rune nicht auf ihr Rufen antwortet .....

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Obwohl Sara Rune in guter Erinnerung behält, ist es ihr nicht möglich, der Realität vollständig ins Auge zu sehen. Sie zeigt stattdessen die typische kindliche Trauerreaktion sich in eine Traumwelt zu flüchten, um den eigenen Ängsten und Unsicherheiten zu entkommen. Als sie beispielsweise die Trauerfeier nicht mehr aushält, „macht [sie] die Augen zu.

Sie stellt sich vor, sie könne fliegen, auf und ab in langen ruhigen Kreisen“ (S. 15). Sie empfindet dies als „schönes Gefühl“ und sieht um sich herum alles in hellblau (ebd.). Sara scheint sich mit dem Ritual der Trauerfeier und der Beerdigung von Rune verabschiedet zu haben. Dennoch ist ihre Trauer noch nicht versiegt. Dies zeigt sich sehr deutlich, als sie mit ihrer Mutter Runes Grab im darauf folgenden Frühling besucht und von ihrer Trauer überwältigt ausruft: „Ich will aber, dass Rune wiederkommt, Mama.

Ich hab solche Lust, mit ihm zu spielen!“ (S. 25).

Sara erhält einen Rückschlag, wird von ihren Gefühlen angesichts des Verlusts überwältigt und möchte die Realität nicht akzeptieren. Erneut wird Sara von ihrer Mutter getröstet, die ihr ausreichend Zeit gibt, sich auszuweinen. Die Mutter reagiert verständnisvoll, weist Sara aber gleichzeitig darauf hin, dass Rune nicht wiederkehrt.

Sie spricht im Gegensatz zum Vater das Wort „tot“ aus: „Rune ist tot und kann nie mehr zu uns kommen. So ist das, Sara“ (25f.). Saras Gefühlsausbruch und ihr Rückschlag verdeutlichen, dass ihr Trauerprozess nicht linear verläuft und somit auch unberechenbar ist. Damit entspricht es der typischen kindlichen Bewältigungsstrategie mit dem Tod und dem Umgang mit Angst.

Denn die kindliche Trauer tritt bei Sara ganz unerwartet wieder ein als sie Runes Grab nach mehreren Monaten besucht. Zunehmend beginnt Sara jedoch, die Erinnerung an Rune zu verinnerlichen und seinen Tod zu akzeptieren. Sie pflückt Blumen für Rune, streichelt den Grabstein und denkt zufrieden an ihn: „Und während sie nach Hause fahren, denkt Sara an Rune“ (S. 28).

Saras Trauerprozess ist durchaus realistisch geschildert und entspricht im Ganzen dem typischen kindlichen Trauerverhalten. Zunächst will sie den Tod ihres Freundes nicht wahrhaben, doch sie beginnt sich zunehmend emotional von ihm zu trennen, indem sie ihn in ihren Gedanken und in ihrer Erinnerung leben lässt. Ihr Gefühlsausbruch und der Rückschlag, den sie an Runes Grab erleidet, zeigen bereits, dass sie sich von Rune g.....

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So versteht Bruno zunächst die Worte nicht, was es mit „Opa ist von uns gegangen“ (S.1)22 auf sich hat. Er glaubt, dass der Großvater schläft und erhält keine Aufklärung von Seiten der Erwachsenen. Man könnte jedoch zunächst auch anmerken, dass der Junge sich seines Verlustes noch nicht bewusst ist, sondern diese Bewusstheit erst im Laufe des Trauerprozesses erfährt.

Bruno ist schließlich bei der Beerdigung seines Großvaters dabei und auch in diesem Zusammenhang wird er nicht von den Erwachsenen über die Bedeutung des Geschehens aufgeklärt. Dies wird beispielsweise sichtbar, als der kleine Bruno zu lachen anfängt, als einer der Sargträger in eine Pfütze tritt. Bruno erkennt den Ernst der Situation nicht und wird von den Erwachsenen nur kurz zur Ruhe ermahnt (S. 5).

Auf diese Weise deckt die Autorin Lücken im sozialen Wissen auf, die durch die Verdrängung des Todes aus dem Alltag entstanden sind. Mit anderen Worten kann man auch sagen, dass hier der Angst vor Tod und Verlust durch Verdrängung begegnet wird.

Der Text des Bilderbuches spielt vor allem mit den gesellschaftlichen Konventionen des Todes. Einerseits spielt es mit der ritualisierten Trauer und andererseits mit der klischeehaften Nebenrolle, die man Kindern dabei zuweist. Durch die düsteren Bilder von Jacky Gleich findet das Beiseiteschieben der Kinder besonderen Ausdruck.

In der körperlich übermächtigen Präsenz der erwachsenen Trauer erscheint der kleine Bruno als winzige rothaarige Figur. Auf diese Weise erscheint er deplatziert und bildet dennoch das eigentliche Zentrum der Handlung. Denn es geht primär um sein Begreifen, seine Ängste sowie um seine Trauer um den Großvater. Des Weiteren ist in dem Bilderbuch die Art und Weise zentral, wie er dessen Tod, emotional und rational, in sein kindliches Weltbild einordnet.

Erst durch seinen Kameraden Xaver, der für Bruno jedoch eine unsichere Quelle darstellt, da er ihn schon einmal angeschwindelt hat, erfährt Bruno, dass der Großvater nicht mehr aufwachen wird. Auf diese Weise verängstigt Xaver seinen Freund durch seine Aussage. Bruno ist daraufhin nämlich verunsichert und verwirrt, da er nicht weiß, ob der Xaver in diesem Fall Glauben schenken oder ihm m.....

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Dies wird auch daran sichtbar, dass die Trauer auch in seinem Umfeld abnimmt und das Leben weitergeht. Schließlich bekommt seine Tante Mizzi ein Kind und es wird angedeutet, dass sich damit der Kreis des Lebens geschlossen hat (S. 27). Denn die Familie erhält ein neues Familienmitglied für das von ihnen gegangene Mitglied. Auf diese Weise wird die Angst vor dem Tod und im Allgemeinen die Verlustangst beschwichtigt, denn es wird gezeigt, dass es stets einen „Ersatz“ oder zumindest einen Ausgleich für den Verlust gibt.


6Didaktisch-methodische Fragestellung

Da auch Kinder von existenziellen Themen wie der Angst vor dem Tod und der damit verbundenen Trauer berührt werden, ist es wichtig, dass diese frühzeitig im Schulunterricht Erwähnung finden und entsprechend behandelt werden. Auf diese Weise können die Kinder auf diese Aspekte des Lebens vorbereitet und ihnen die Angst vor diesen Themen weitgehend genommen werden.

Es ist denkbar, diese Themen aufgrund eines aktuellen Anlasses zu behandeln oder sie prophylaktisch ohne unmittelbaren Anlass in den Unterricht aufzunehmen. Diese Entscheidung ist primär von dem Wunsch der Schüler und der Lehrkraft abhängig. Sie sollte jedoch nicht ohne Wissen und Zustimmung der Eltern erfolgen.

Die Lehrperson kann die Kinder behutsam an die Themen Angst, Tod und Trauer heranführen und ihnen vermitteln, dass es hilfreich ist, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Ein geeignetes „Hilfsmittel“ ist ein Kinderbuch wie „Abschied von Rune“ oder „Hat Opa einen Anzug an?“. Diese Bücher eignen sich gut, da sie Ängste vor Tod und Trauer kindgerecht und realitätsnah beschreiben.

Zudem enthalten sie zugleich Identifikations- und Distanzangebote für den jungen Leser. Dennoch ist zu bedenken, dass Kinder diese Bücher eher nicht ohne die Begleitung eines Erwachsenen lesen sollten. Die Lehrkraft sollte dabei stets das Wohl der Kinder im Blick behalten.

Die hier behandelten Kinderbücher setzen keine Vorkenntnisse der Kinder zu den Themen Tod und Trauer voraus, sondern greifen ihre Ängste davor kindgerecht auf. Es ist aber dennoch wichtig, dass sich die Lehrperson über den jeweiligen Kenntnisstand der Schüler informiert und auch herausfindet, ob die Kinder selbst schon derartige Verluste bzw.

Verlustängste erlebt haben. Auf diese Weise können die Kinder, je nach ihrem Kenntnisstand und ihren Erfahrungen, das Buch auch kritisieren und betonen, welche Aspekte noch hätten behandelt oder zumindest ange.....

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