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Was ist Kunst

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Art / Design / History of Art

University, School

Leuphana Lüneburg

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2010, Behnke

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Erich Fromm – Ist Lieben eine Kunst? Erich Fromm ist als Psychoanalytike­r und Sozialpsycholog­e ebenso bekannt wie als Autor und bedeutender Humanist des 20.Jh. der vorliegende Text ist ein kurzer Auszug aus seinem klassischen Text „Die Kunst des Liebens“. Der Autor verdeutlicht die Irrtümer, die hinter der Einstellung, dass man nichts lernen müsse, um lieben zu können, stehen. Fromm beginnt seinen Text, indem er uns seine Meinung, dass Lieben eine Kunst und nicht nur einen angenehme Empfindung sei, zeigt.…

Leuphana Universität Lüneburg

Wintersemester 09/10

WAS IST KUNST?

Am Beispiel der Ausstellung Art/Artifact


Seminar: Einführung in das Studiengebiet Künste,

Kulturkommunikation und -organisation


Prüfer: Dr. Christoph Behnke

Abgabetermin 15. Februar 2010


Die Ausstellung Art/Artifact, welche 1988 im „Center for African Art“ in New York von Susan Vogel kuratiert wurde, legte es darauf an, die Frage „Was ist Kunst“ zu stellen und zu hinterfragen. Die Ausstellung zeigte afrikanische, primitive Alltagsgegenstände wie Werkzeuge, Waffen, Figuren und Kleidung, welche sonst nur in völkerkundlichen oder naturhistorischen Museen ausgestellt sind, in verschiedenen räumlichen Begebenheiten.

Die Intention hinter den unterschiedlichen Präsentationsformen der ausgestellten Gegenstände lag dabei, die Wirkung der Präsentationsform der Gegenstände und die sich verändernde Auffassung von Kunst zu zeigen.

Die Präsentationsform der ausgestellten Objekte wurde mit Hinblick auf die Fragestellung, der Definition von Kunst bewusst variiert. Es wurde ein „White Cube“ Raum benutzt, welcher die häufigste Präsentationsform in heutigen Kunstmuseen ist, und damit den Besuchern der Ausstellung bekannt war.

Bei dem „White Cube“ Raum handelt es sich um einen weißen Raum, in dem die Aufmerksamkeit des Betrachters allein auf die ausgestellten Stücke gelenkt werden soll. Bis auf diese gewissenhaft dargelegten Objekte, befinden sich keine anderen, überflüssigen Gegenstände in dem Ausstellungsraum.

Da diese Form von Präsentation dem Betrachter aus anderen Kunstmuseen bekannt ist, manipuliert sie seine Wahrnehmung indem sie suggeriert, dass es sich bei den Gegenständen um Kunst handelt. In naturhistorischen Räumen, entsteht dieses Gefühl, dass man Kunst betrachtet nicht, da die Gegenstände, im geschichtlichen Kontext gezeigt, eine Erklärende und Informierende Form annehmen.

Die Räume sind meistens künstlich historisch nachempfunden und die Objekte werden somit automatisch, frei vom westlich aufgedrängten Kunstverständnis, in ihrer geschichtlichen Funktion betrachtet. Auch in einem anderen Raum, dem „Curiosity Room“ wird diese westliche Auferlegung von Kunstmaßstäben hinterfragt.

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Der „Curiosity Room“ zeigt die Veränderung der Betrachtungsweise afrikanischer Gegenstände durch die Kolonialisierung im 19ten Jahrhundert. Der Raum ist wie ein Zimmer im großbürgerlichen Stil um 1900 eingerichtet, das in heroischer Manier, die afrikanischen Speere und Masken an der Wand und in Vitrinen präsentiert.

Diese Darstellungsform wird in einem weiteren Raum fortgeführt, wo die Ausstellungsstücke, wie in klassischen Kunstmuseen, mit Beschreibungen und Informationen ausgestellt sind. Dies unterstützt, wie eine Ausstellung von antiken Münzen, die Wahrnehmung der Gegenstände als Kunst, doch nicht als Kunst im Sinne der modernen Kunst, sondern eher als geschichtliches Kunsthandwerk.

Alle Räume stellten gleichwertige und ähnliche Objekte aus, doch die Kunstrezeption war je nach Raum unterschiedlich. Es muss sich also die Frage gestellt werden, ob die Präsentation von Kunst über das Kunstverständnis bestimmt und wie Kunst heutzutage definiert wird.

Auch Künstler des 21. Jahrhunderts, wie zum Beispiel Marcel Duchamps zeigten diese Entfremdung, Gebrauchsgegenstände als Kunstform, als so genannte „readymades“ wie eben Marcel Duchamps Schneeschaufel. Hierbei wurden normale Alltagsutensilien aus ihrer natürlichen Umgebung herausgenommen und dann in einem Ausstellungsraum eines Kunstmuseums zu Kunst gemacht.

Weil sich eben das Verständnis von Kunst sich in den letzten Jahrhunderten stark verändert hat, ist es heutzutage sehr schwierig zu definieren, was Kunst ist und was nicht. Früher viel das Definieren leichter, ein künstlerisches Werk galt als eines, welches von einem erfahrenen Meister der Kunst, aus großen Wissens- und Informationsquellen, mit professionellem und feinem Handwerk und Techniken und aus wertvollen Materialien geschaffen worden war.

Henri Matisse startete mit der Kunsttechnik, Bilder in Abstraktionen anzufertigen, eine neue Kunstform und die Kunstströmungen, wie die des Kubismus und Dadaismus folgten. Diese Bewegungen entfernten sich nicht nur von bekannten Motiven, sondern auch von der traditionellen Ästhetik der Kunst.

Dies war die Geburt der modernen Kunst und diese teilte die Meinungen der Gesellschaft. Auf der einen Seite Bewunderung und Begeisterung für diese Revolution, auf der anderen Seite, konnten traditionelle Geschmäcker nicht verstehen, wieso ein Werk von Jackson Pollock als Kunst bezeichnet wurde.

Um der heutigen Definition von Kunst näher zu kommen, muss man betrachten, dass die Kunst sowohl subjektiv als auch objektiv ist. Dies beschreibt auch Immanuel Kants in seiner Ästhetikphilosophie: Kant beschreibt ein subjektives Gefühl beim Betrachten eines Gegenstandes, der durch eine Ästhetik besticht und zweckmäßig ohne die direkte Assoziation zum Zweck, also interesselos, ist.

Doch kann man die Ausstellungsstücke von Art/Artifact nun als Kunst zu bezeichnen oder nicht? Diese Gegenstände sind meist mit großer Handfertigkeit hergestellt, und mit detailverliebter Verzierung ausgestattet.

Nach der Definition von Roger Frys, könnten die Ausstellungsstücke als Kunstwerke bezeichnet werden, da sie eine expressive Absicht beinhalten. Aber auch nach dieser Definition lässt sich Kunst nicht von Design unterscheiden, denn die Gebrauchsgegenstände von heute verfügen auch über eine expressive Absicht, welche über den Nutzen hinaus geht, und wir würden unsere Gebrauchsgegenstände, wie eine unnötig elegant geformte Kaffeemaschine, nicht als Kunst bezeichnen und die Vorstellung, dass diese Gegenstände in Ausstellungsräumen als Kunst präsentiert werden könnten, scheint abwegig.

Gebrauchsgegenstände dürfen nicht benutzt, nicht angefasst werden und die besondere Hervorhebung der Objekte, lässt den Betrachter die Nützlichkeit hinterfragen und eine Besonderheit vermuten.

Werden die afrikanischen Objekte nun aus ihrem Ursprung herausgerissen, bietet sich natürlich die Möglichkeit, die Arbeiten ohne ihren religiösen oder anderen, der westlichen Welt unbekannten, Hintergrund, zu bewerten, was die Gegenstände für den westlichen Betrachter oft unbekannt macht.

Doch dies birgt auch Probleme, denn die Vorgehensweise, Gegenstände aus ihrem Bedeutungskreis zu entfernen, sie dann nach anderen, westlichen Kriterien zu beurteilen und sie als Kunst zu definieren, ist umstritten. Auf diese Tatsache weist auch der Ausstellungsraum „Curiosity Room“ hin.

Wenn diese Exponate also als Kunst präsentiert werden, sind sie dann Kunst, wie Timothy Binkley behauptet, wenn er sagt, dass eine Arbeit Kunst ist, wenn sie also solche bezeichnet wird. Doch die Ausstellung Art/Artifact lässt in ihrem Titel offen, ob die Ausstellungsstücke als Kunst oder als geschichtliche Artefakte bezeichnet werden sollen.

Und so fehlt die sprachliche Bezeichnung, obwohl die Exponate unterschiedliche, je nach Ausstellungsart als Kunstwerk oder als primitiver Gebrauchsgegenstand bezeichnet werden.

Die Ausstellung Art/Artifact hat die Diskussion über die Definition von Kunst wieder angeregt. Durch die Verknüpfung von afrikanischen, naturhistorischen Gebrauchsgegenständen und die Präsentation, in Form einer modernen Kunstausstellung, stellt sich wieder die Frage, was denn Kunst sei.

Kunst ist aber auch objektiv, erarbeitet von professionellen Kunstkennern und Historikern, basierend auf bestimmten, objektiven Normen, Prinzipien und Bewertungen.

Die Ausstellung zeigt, dass das Kunstverständnis immer noch zu ungenau ist und dass es durch neue Formen der Kunstauffassung immer wieder ins Wanken gebracht werden kann. Es fordert die Besucher heraus ihr gefertigtes Wissen von Kunst zu überdenken und stellt durch die Beeinflussung der Rezeption und Wahrnehmung der Exponate die alten Kunstdefinitionen in Frage.



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