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Term paper
Educational Science / Pedagogy

University, School

Universität Bielefeld

Grade, Teacher, Year

1,7, Melanie Urban, 2012

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Text by Regina T. ©
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Zur strukturierten Durchführung bietet sich folgendes Model22 an: 1. Gemeinsame Zielsetzung – Es wird gemeinschaftlic­h ein Klärungsbedarf bezüglich eines Themas festgestellt, dass alle Beteiligten in einer Form betrifft, dass sie aktiv werden wollen. 2. Planung des Vorgehens – Die Offenheit des Themas erfordert eine genaue Festlegung der Durchführung und der Aufgabenverteil­ung (Zeiten, Protokolle, Zwischenstandsb­eri­chte, etc.). 3. Durchführung – Meist erfordert der Umfang des Projekts eine Arbeitsteilung durch Gruppenarbeit. Eventuell entstehende Probleme müssen organisatorisch nachgebessert werden. 4. Verwendung des Ergebnisses/Pro­duk­ts – Das Ergebnis ist möglicherweise auch außerhalb der Projektgruppe von Bedeutung bzw. Interesse und wird einer Öffentlichkeit präsentiert (schulöffentlic­h oder anderweitig) 5. Beurteilung, Reflexion – Ergebnisse und die gemeinsame Zusammenarbeit werden reflektiert und Schlussfolgerun­gen gezogen. Da durch die Vorgaben des Lehrplans oft eine völlig freie Gestaltung des Themas nicht möglich ist, wurde in der Handlungsorient­ier­ung eine weitere Methode entwickelt: Die Bürgeraktion. Mit ihr soll trotz Themenvorgabe ein ganzheitliches, wirklichkeitsna­hes und demokratisches Arbeiten im Unterricht ermöglicht werden. Eine denkbare Schrittfolge für die Bürgeraktion wäre:23 1. Bedingungen
Thema der Unterrichtsreih­e: Cornelius kann Kunststücke – Ein Bilderbuch als Anlass zum Lesen, Schreiben und Erzählen Schwerpunktziel der Unterrichtsreih­e: Die Kinder erschließen das Bilderbuch „Cornelius“ und erweitern ihre individuellen literarischen Kompetenzen, indem sie durch die handlungs- und produktionsorie­nti­erte Auseinandersetz­ung mit der Geschichte eine kognitive, emotionale wie auch kreative Verbindung mit ihr eingehen.1 Thema der Unterrichtsstun­de: „Am Flussufer.“ – Wir schreiben das Ende der Geschichte Schwerpunktziel der Unterrichtsstun­de: Die Kinder erweitern ihre individuelle Schreibkompeten­z im Bereich des kreativen Schreibens, indem sie, in Anlehnung an das Bilderbuch „Cornelius“, ein eigenes Ende zur Geschichte schreiben.2 1. Aufbau der Unterrichtsreih­e Stunde: Assoziativer Einstieg in die Ganzschrift um die Hauptfigur kennen zu lernen, Motivation für das selbstständige Lesen zu entwickeln und Identifikations­mög­lichkeit­en aufzuzeigen. Ziel: Die Kinder sammeln Gedanken zum Thema „Das kann ich besonders gut.“, indem sie sich angeregt durch die Hauptfigur der Geschichte über ihre eigenen Stärken und Schwächen austauschen.3 2. Stunde: „Und dann.“ – Wir erzählen die Geschichte weiter Ziel: Die SuS üben das verständliche Erzählen eines oder mehrerer Ereignisse, indem sie den Fortgang der Geschichte mithilfe eines selbst gemalten Bildes
Vorlesen, Schmökern und Erzählen: Ein Konzept zur geschlechtergerechten Leseförderung

1Einleitung

Kinder und Jugendliche brauchen eine geschlechtergerechte Schule, damit sie sich als Individuen entfalten können und nicht als das typische Mädchen, der typische Junge gesehen werden“ (Heinzel, Henze und Klomfass 2007, S. 7).

Die teils sehr differenten Ergebnisse aus Schulleistungsstudien wie TIMSS, PISA und IGLU verdeutlichen, dass Schülerinnen und Schüler aus den bestehenden koedukativen Unterrichtsstrukturen nicht den gleichen Nutzen ziehen.

Während die Jungen in Mathematik bessere Ergebnisse erzielen, sind ihnen die Mädchen in sprachlichen Bereichen weitaus überlegen (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) 2006, S.1).

Dies zeigt, dass die Forderung nach dem Ausbau geschlechtergerechten Unterrichts immer noch aktuell ist.

Chancengleichheit für Jungen und Mädchen herzustellen, ist also nach wie vor eine wichtige Aufgabe der Schule“ (Koch-Priewe 2009, S. 151).


In der vorliegenden Hausarbeit befasse ich mich mit dem Thema der geschlechtergerechten Leseförderung.

Nach einem kurzen Überblick über die historische Entwicklung von der Monoedukation zu einer geschlechtergerechten Pädagogik, fokussiere ich meine Arbeit auf die unterschiedlichen Lesekompetenzen bzw.

Leseinteressen bei Jungen und Mädchen.

Ziel meiner Hausarbeit soll es nicht sein, die Ursachen für die Differenzen zwischen den Geschlechtern diesbezüglich zu erforschen, sondern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diesen im Schulalltag begegnet werden kann.

Anhand des Förderkonzeptes „Vorlesen, Schmökern und Erzählen“ erläutere ich eine mögliche Realisierung geschlechtssensibler Leseförderung im Kontext einer Lesegruppe im offenen Ganztag einer Grundschule.


2Von der Monoedukation zur geschlechtergerechten Koedukation

Der gemeinsame Unterricht von Jungen und Mädchen beschränkte sich nach dem Reichsschulkongress in 1920 zunächst auf die staatlichen Grundschulen.

An Gymnasien wurde erst rund 50 Jahre später die Koedukation eingeführt. Dieser Schritt war eine Antwort auf die Kritik an der fehlenden Chancengleichheit für Mädchen und sollte ihnen eine bessere Bildung, sowie das Abitur als Schulabschluss ermöglichen (vgl. Koch-Priewe 2009, S. 150).

Erziehungswissenschaftler bemängelten in den 1980er-Jahren jedoch, dass die Schülerinnen trotz allem immer noch schlechtere Bildungschancen im Vergleich zu ihren männlichen Schulkameraden hatten.

Die Kritik stützte sich auf empirische Studien an weiterführenden Schulen, die nachwiesen, dass naturwissenschaftliche Leistungskurse wesentlich seltener von Mädchen gewählt wurden und den Jungen nach Ende der Sekundarstufe 1 mehr Möglichkeiten zur Berufs- bzw. späteren Studienwahl offenstanden. Durch die Studien wurde ebenfalls bestätigt, dass Jungen viel mehr Sebstvertrauen in die eigene Leistung aufbauen konnten.

Zurückgeführt wurde dies auf fehlende pädagogische Konzepte, die den Mädch.....[read full text]

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Die Aufgabe geschlechtssensibler Förderung besteht daher nicht in erzwungener Emanzipation oder der Pauschalisierung von Jungen und Mädchen. „Vielmehr will sie die Unterschiede zwischen den Geschlechtern ernst nehmen, daran anknüpfen und sie ausnutzen: Für Leseförderung, die dem Geschmack und den Fähigkeiten von Jungs und Mädchen entspricht“ (Scheller 2010, S. 5).

Für eine gelingende Koedukation bedarf es einer flexiblen Differenzierung in Methodik und Didaktik, die alle Kinder individuell in den Blick nimmt und an ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten ansetzt.

Erst dieser individuelle Ansatz, der eine Sterotypisierung vermeidet, ermöglicht einen geschlechtergerechten Unterricht (vgl. Kaiser 2009, S. 45).


3.1Geschlechtergerechte Leseförderung

Auch im schnelllebigen Medienzeitalter bleibt Lesen eine der wichtigsten Schlüsselkompetezen überhaupt.

Lesefertigkeiten und –fähigkeiten sind eine Grundvorraussetzung für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Die heutige Informationsgesellschaft lebt von der Weitergabe und Verstehen von Wissen (vgl. Scheller 2010, S. 4).

Lesen bedeutet damit in unserer Gesellschaft verstehen; das Gegenstück bedeutet Verstanden-Werden. […] Und diese grundsätzlichen Fähigkeiten sind es, die Schülerinnen und Schüler im Sprachunterricht in der Grundschule erwerben sollen“ (Scheller 2010, S. 4).

Geschlechtssensible Leseförderung knüpft an den individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten der Schüler an und berücksichtigt die verschiedenen Bedüfnisse sowie Interessen beider Geschlechter, ohne dies.....

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Der Vorsprung der Mädchen beträgt bei allen Aspekten des Lesens und Textformaten etwa die Hälfte einer Standardabweichung (vgl.

Naumann et al. 2010, S. 55).

Doch auch wenn Geschlechterdifferenzen bzgl. der Leseleistung vorhanden sind, sind diese von Land zu Land unterschiedlich ausgeprägt.

Damit wird deutlich, dass es auch Möglichkeiten der pädagogischen Gestaltung und Veränderung von Geschlechterdifferenzen gibt“ (Kaiser 2009b, S. 66) und die geschlechtersensible individuelle Förderung im Unterricht weiterhin intensiviert werden muss.

Hierbei ist die Schaffung von Lesemotivation eine wichtige Aufgabe, da diese eine Grundvoraussetzung für den Aufbau von Lesekompetenz bildet.

Im Mittelpunkt steht die Erfahrung, dass Lesen auch zum alltäglichen Leben außerhalb der Schule dazugehört und als Vergnügen empfunden werden kann.

Durchschnittlich ist die Lesemotivation bei Jungen weitaus geringer ausgeprägt. Auch ihre Leseinteressen sind anders gelagert, als die der Mädchen.

Jungen sehen Lesen häufig nicht zum Vergnügen oder Zeitvertreib, sondern allein als Mittel zum Zweck, nämlich z.B. um eine Schulaufgabe zu lösen oder eine Information zu finden, an der sie selber Interesse haben“ (Scheller 2010, S. 4).

Mädchen dagegen lesen gerne Geschichten, mit denen sie sich i.....

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Hier stehen den Kindern über 500 Bücher in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden aus zahlreichen Themengebieten zur Verfügung. Eine einfache, übersichtliche Kennzeichnung ermöglicht die Orientierung im Buchbestand.

Die Literatur berücksichtigt sowohl Leseanfänger als auch fortgeschrittene, leistungsstarke Leser.

Eine umfangreiche Sammlung an Sachthemen findet sich hier ebenso, wie fiktionale Texte und einfache fremdsprachige Bücher.

Im Stundenplan jeder Klasse ist die Nutzung der Schulbücherei einmal wöchentlich fest im Stundenplan verankert und somit ein fester Bestandteil der schulischen Lesesozialisation.

Nach dem Ausfüllen einer Ausleihkarte dürfen die Bücher auch mit nach Hause genommen werden.

Kinder aus lesefernen Elternhäusern haben somit die Chance, einen persönlichen Zugang zur Literatur aufzubauen.

In der Lesegruppe dürfen die Kinder ebenfalls nach ihren Interessen Bücher ausleihen. Hierbei fällt auf, dass sie auch gerne Literatur auswählen, die sie lesetechnisch noch nicht selbstständig bewältigen können.

An dieser Stelle greift die Rolle des Vorlesens im Elternhaus, die zur Förderung der Lesemotivation unabdingbar ist. Die Kinder wählen die Bücher, für die sie sich wirklich interessieren. Es steht das Interesse am Buch im Mittelpunkt und nicht da.....

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Hauptsächlich werden die Computer im Rahmen der Lesegruppe für drei unterschiedliche Angebote eingesetzt:

Aus dem Deutschunterricht ist den Kindern bereits die Arbeit mit dem Programm „Lernwerkstatt“ vertraut.

Hierbei stellt die Lehrkraft zuvor vielfältige Leseübungen entsprechend der Leistung des einzelnen Schülers zusammen, aus denen die Kinder frei wählen dürfen. Das Programm beinhaltet Übungen vom Abhören der Anlaute bis hin zur Sinnerfassung auf Textebene. Da die Ergebnisse automatisch kontrolliert werden und es für jede richtig gelöste Aufgabe einen Punkt gibt, können die Schüler selbstständig arbeiten und später gemeinsam mit der Lehrkraft nachvollziehen, wie viele Übungen sie geschafft haben.

Desweiteren ist auf den Computern die passende Software zum entsprechenden Leselehrgang installiert.

Das Online-Portal „Antolin“ leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Leseidentität und zur Vernetzung von Lese- und Computerkompetenz.

Dieses Angebot richtet sich an Schüler der Grundschule sowie der Sekundarstufe 1 . Es regt zum Lesen von Ganzschriften und somit zum weiterführenden Lesen an.

Durch Quizfragen in differenzierten Schwierigkeitsgraden wird die eigenständige inhaltliche Auseinandersetzung mit selbstgewählte.....

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Hinzu kommt, dass viele Kinder, die von ihren Lehrern zu der Förderung angemeldet wurden, nur wenig Interesse an Büchern zeigen.

Sie haben teilweise bislang keinen persönlichen Bezug zu Literatur aufbauen können. Lesen und sich auf Bücher einzulassen bedeutet für diese Schüler Anstrengung, zu der sie motiviert werden müssen - zumal parallel andere attraktive Veranstaltungen im Rahmen der OGS angeboten werden, an denen sie viel lieber teilnehmen würden.

Die bisherige Forschung zeigt, dass alle Formen der Lesemotivation zentrale Merkmale des Leseverhaltens (z.B. die Häufigkeit des Lesens und die Ausdauer beim Lesen schwieriger Texte) beeinflussen und auf diese Weise die Lesekompetenz fördern“ (Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.) 2007, S. 20 ).

Hierbei wird zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Motivation unterschieden.

Leser, die am Inhalt des Textes interessiert sind oder diesen aus reinem Vergnügen lesen, sind intrinsisch motiviert.

Für extrinsisch motivierte Leser ist nicht das Thema oder die Tätigkeit an sich ausschlaggebend, sondern die positiven Konsequenzen, die sie aus ihrem Handeln erwarten (ders., S.19).

Um beiden Lesertypen gerecht zu werden, gestaltet jedes Kind seinen eigenen Lesepass, in den es für jede gelesene Seite .....

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