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Essay
German studies

University, School

BRG Gymnasium Linz

Grade, Teacher, Year

3/Tschernik/2010

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Text by Remo H. ©
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[ Edition 254 Monday, 22. Dezember 1941 $ 1,40 LATEST NEWS Ein Stern gegen eine ganze „Rasse“Wie das Zeichen das Leben der Juden ruiniert. London - Die Verfolgung der Juden im Deutschen Reich nimmt seit der Machtergreifung Hitlers, im Januar 1933 immer mehr zu. Im September 1941 kam es nun zur öffentlichen Kennzeichnung der Juden durch eine Armbinde, auf der der Davidstern und das Wort „Jude“ gestickt ist. Jetzt ist es den Juden im Deutschen Reich verboten, sich ohne den Judenstern in der Öffentlichkeit zu zeigen. Sobald das sechste…

da Diamant
"Lasst´s mih amoi vabrenna," hat d´Muatta oiwei gsagt wann vom Sterbm gredt
worn is, "des wünsch ih mar. Ih wü in kana Hoizkistn auf d´Würm wartn."
Und irgendwann war´s wirklih so weit. Jeder muass halt amoi sterbm.
Natürlih war´n alle verzweiflt und habm fest trauert.
Da Pfarra hat ihre Leit tröst und ausgricht, was´s sogar eam bei der letztn
Ölung noh auftragn hat: "Verbrennt wü´s wern, die guate Seel, und ihrn
Wunsch soit man halt scho respektiern!"
Sie habm´s im Geiste dasteh gsehgn, d`Muatta, wia´s streng gfordert hat
"vabrennt wü ih wern".

Es hätt sih eh sogar nach ihrm Tod ah noh koana so
recht traut, dass er ihr dagegn redt.
Ah wann eana die Idee mi´m Vabrenna nix Richtigs vorkemma is. D´Muatta waar
die erste in der ganzn Vawandtschaft, die vabrennt wurd. Und was wern denn
da d`Leit sagn?
"Die Seele is wichtig und die lebt," hat da Pfarra, "der Rest is Staub und
vergänglich."
"Na ja," hat der Vater nach´m Familienrat beschlossn, "wann a toter Körper
eh nix wert is und sa sih´s gar so einbildt hat, soid´s ihrn Wülln habm.
Lass mar´s vabrenna."
"Aber dann schick ma ihr Aschn zumindest zu der Firma in Paris, die die
Aschn von Hinterbliebenen unter Druck so lang erhitzt, bis a Diamant draus
wird!" Hat die zweite Tochter gsagt.
"Aus der Aschn vo a Totn kann ma Diamantn machn?" Hat da Vater ungläubi
gfragt. "Is sowas möglih?"
"Ja, des gibt´s," sagt s´Diandl wieder und wieder, "schau eini ins Internet.
Und es kost ah net die Wöd."
Auf des aufi san´s alle uman Computer umi gsessn und habm sih auf der
Homepage von dem Edelkrematorium angschaut, wia des funktioniert und was des
kost.
Es war wirklih net ganz z´teuer.
Und weil der Vater überhaupt gfürcht hat, d´Leut kinntn moana, er vergunnt
seiner Frau koa anständigs Begräbnis und lasst´s aus Kostngründn vabrenna,
hat er beschlossn, dass aus der Muatta ihrer Aschn a Diamant gmacht wird.
"Wann´s mih a oft eher an  oan Granitbrockn in da Größ vo da Garasch
erinnert hat, " hat er sih denkt, "posthum wird aus ihr a Edelstoa."
Sie habm die Aschn oiso nach Paris gschickt und drei Monat drauf an winzign
Diamantn gkriagt.

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Lass dir an Anhänger draus machen. Dann
kannst d´Muatta selig trotz oim fir immer bei dir überm Herzn tragn," hat
die jüngere vo die Diandln gmoant.
"Noh so a große Ausgab," hat da Vater breamelt, "so vü Göd hab ih fir
d´Muatta in die letztn zehn Jahr ihrer Lebtag net braucht, wia was da iatzt
draufgeht.

Ih wü a koa Ketterl um mei Gurgl umi! So a Weiberleitklumpad mag
ih net!"
"Dann tat ich vorschlagn, mir lassn den Diamantn in an Ring fassn, Vater,
und ich kriag ´n z´Weihnachtn," hat die ältere Tochter vorgschlagn.
"Ja, bestimmt! Und bei der nächstn Gelegnheit verkaufst den Ring.

Bist eh
oiwei abbrennt," hat ihr Bruada gsagt, "nix da! Ih bi da älteste Bua und am
Gscheitern wird´s, ih lass mar a Krawattnnadl machn aus dem Diamantn."
Hin und her gstrittn is worn wegn dem Diamantn, der amoi d´Muatta gwen is,
und koana hat sih durchgsetzt.

Sie habm ja
gwusst, dass net kimmt. Irgendoana vo eana hat aus Gwohnheit die CD gspielt,
die d´Muatta jeds Jahr gspielt hat und wo de Weihnachtsliadln drauf san, de
sie oiwei so gern leise mitgsunga hat. Auf oamoi war´s jedn, wia wann
d´Muatta wieder da waar. An schneidadn Schmerz habm´s gspürt, weil´s so
abgeht.
Sie habm sih angschaut.
"Woaßt as noh?" Hat die Kleanane ihr große Schwester gfragt.
"Ja," hast´s gsagt und nasse Augn kriagt.
"Was soid bloß aus dem deppadn Diamantn wern?" Hat da Vater leidnschaftlih
gstöhnt.
"Spend man doh fir Licht ins Dunkel!"
"D´Muatta wird net gspendt!"
"Heit is die Heilige Nacht," hat die Kloane gsagt, "tan ma was Heiligs! Tan
ma des, was ma vo Anfang an toa soin hättn.

Dann habm´s a Gnadngebet fir d´Muatta bet
und den Diamantn, nachdem eam jeder noh an innign Kuss gebm hat, der Erdn
übergebm und des Loch zuagrabm.
Sie habm sih umarmt und gwoant dabei.
"Gesegnete Weihnachtn" hat da Vater zu jedn vo seine Kinder gsagt, direkt an
da Muatta ihrm Grab.
Und der Glanz und des Funkeln vo Liab in eanane Augn war schöner als jeder
Diamant.


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