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Analyse: Die Minnegrotte in Tristan von Gottfried von Straßburg: Gründe für das Verlassen der Grotte
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German studies

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Universität Wien - Alma Mater Rudolphina

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Während diese Aussage für Tristan und Isolde die völlige Aufrichtigkeit und Reinheit ihrer Liebe meint, fehlinterpretie­rt Marke die Worte. Sie meinen für ihn, dass die Beiden keine Liebschaft miteinander haben. Im Folgenden beteuert Isolde weiterhin: V.14755 des sî got mîn urkünde und enmüeze ouch mîner sünde niemer anders komen abe, wan alse ich iuch gemeinet habe, mit welhem herzen unde wie. und gihe´s ze gote, daz ich nie ze keinem manne muot gewan und hiute und iemer alle man vor mînem herzen sint verspart niuwan der eine, dem dâ…
Gottfried von Straßburg Tristan 1. Die „Staufisc­he Klassik“ 2. Der „Tristan&­#82­20; Gottfrieds von Straßburg und das zentrale Motiv der minne 3. Die Bedeutung des Minnetrankes bei Gottfrieds von Straßburg „Tristan&­#82­20; 3.1 Beginn der Liebe vor dem Minnetrank 3.1.1 Mögliche Anzeichen von Liebe vor der Einnahme des Minnetranks 3.1.1.1 Entstehung von Liebe durch äußere Schönheit 3.1.1.2 Die Schönste dem Besten 3.1.1.3 Sprachliche Parallelen zu der Liebe zwischen Riwalin und Blanscheflur…

Universität Wien


Tristan- Gottfried von Straßburg

Bechreibung der Minnegrotte
Gründe für das Verlassen


Inhaltsverzeichnis  

Ø    Vorwort

Ø    Inhaltsbeschreibung

Ø    Beschreibung und Lage der Grotte

Ø    Zur Einteilung der Minnegrottenszene

Ø    Gottfrieds Allegorie der Minnegrotte

Ø    Zum Leben in der Minnegrotte

Ø    Die Minnegrotte in der Forschung   Die Allegorie der Allegorie

Ø    Exkurs I

Ø    Exkurs II

Ø    Allegorien der Tugend

Ø    Gründe für das Verlassen

Ø    Conclusio

Ø    Literaturverzeichnis


Vorwort


Der vorliegenden Arbeit über die Minnegrotte und die Gründe für das Verlassen im Tristan-Roman liegt das Seminar Gottfried von Strassburg; Tristan zu Grunde.

Die Minnegrottenepisode ist das Fragment Gottfrieds kennzeichnender Teil. In der Forschung wurde die Allegorie der Minnegrotte bis ins 20 Jahrhundert kaum behandelt. Erst Friedrich Ranke veröffentlicht 1925 ein bahnbrechendes Werk über die Allegorie der Minnegrotte in Gottfrieds von Strassburg Tristan.

Die Arbeit von Ranke eröffnete für die Forschung neue Wege, ist auch heute noch aktuell und war somit auch für mich eine zentrale Literaturgrundlage.

Beim Aufbau der vorliegenden Arbeit versuchte ich gezielt vorzugehen, die mehrmaligen Wiederholungen verschiedener Beschreibungen sind mit Absicht, da sie auch bei Gottfried so vorkommen.

Eine kurze Inhaltsangabe beschreibt die derzeitige Situation von Tristan und Isolde. Anschließend liste ich die Faktenbeschreibung von Gottfried auf, als nächstes gehe ich auf den formalen Aufbau der Schilderung ein. Dem lasse ich die Allegorie der Minnegrotte von Gottfried folgen, um mit Unterbrechung mit den autobiografischen Exkursen Gottfrieds, auf die Allegorie der Allegorie einzugehen.

Daran im Anschluss versuche ich die Bedeutung der Stoffe, auf die Gottfried solchen Wert legt, mit ihrer heutigen zu vergleichen. Der zweite Teil meiner Arbeit handelt von den Gründen für das Verlassen der Minnegrotte. Hier untersuchte ich genauer die Funktion des Hirsches und auch von Marke. 

Zur Zitierweise: Kurze Zitate sind durch Anführungszeichen gekennzeichnet, längere kursiv und eingerückt. Zitierte Passagen des Primärtextes sind nur mit den Versen angegeben. Sie beziehen sich auf die Reclam Taschenbuchausgabe des Jahres 2007.


Inhaltsbeschreibung:


Das Gottesurteil fordert von Tristan und Isolde eine Trennung auf Zeit. Nachdem sie diese Probe überstanden haben und Marke keine Zweifel mehr hegt leben alle zusammen in Eintracht am Hof. Tristan und Isolde schränken ihre Zusammenkünfte ein und können sich nur bei öffentlichen Veranstaltungen sehen.

Dort werfen sie sich schmachtende Blicke zu, die auch Marke registriert. Nach langem Hadern kann er sich der Wahrheit nicht mehr verschließen und stellt sich der Liebe zwischen Tristan und Isolde und verbannt die Beiden. Sie verlassen den Hof mit küelem herzeleide (16625), wenn auch nicht ohne die Hoffnung auf  Versöhnung.

Tristan schickt sein Gefolge nach Hause zu seinem Vater Rual. Nur Kurvenal behält er als Vertrauten bei sich. Dann entfernen sich Tristan, Isolde, Kurvenal und der Hund Hüdan vom Hof. Tristan hat noch zwanzig Mark von Isoldes Gold bei sich, außerdem noch sein Schwert, seine Jagd-Armbrunst und seine Harfe.

Sie reiten  zwei Tagesreisen durch Wald und Heide geradewegs der Wildnis zu. Sie erreichen eine Höhle, die Tristan einmal bei einem Jagdausflug entdeckte. 


Sus kêrten sî driu under in

allez gegen der wilde hin

über walt und über heide

vil nâch zwô tageweide. V. 16679 - 16682


Beschreibung und Lage der Grotte


Gottfried verwendet auf die Beschreibung der Minnegrotte etwa 1000 Verse. Er beschreibt sie als eine Grotte, die in heidnischen Zeiten von Riesen in den Berg geschlagen wurde. Die Tür in das Innere ist aus Erz. Es gibt weder Schlüssel noch Schloss. An der Innenseite der Tür befi.....[read full text]

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die tugende dien sîen iemer

gesteinet unde gewieret,

mit lobe alsô gezieret. V. 16946 – 16949


Die weiße und glatte Wand ist ein Zeichen für die Lauterkeit. Hier weißt Gottfried

explizit auf die Farbe weiß hin, die Reinheit bedeutet.


Diu want was wîz, eben unde sleht.

daz ist der durnehte reht. 16963, 16964


Das Grün des Bodens soll Beständigkeit verdeutlichen und  der Marmor demonstriert die Festigkeit. 


der marmelîne esterîch

der ist der staete gelîch

an der grüene und an der veste. 16969 – 16971


Das Kristall, aus welchem das Bett gefertigt ist, zeigt die Transparenz der Liebe, die durchsichtig und lauter ist.

Daz bette inmitten inne

der cristallînen minne,

[…]

diu minne sol ouch cristallîn,

durchsihtic und durchlûter sîn. 16977 – 16985


Der Beschreibung der Tür räumt Gottfried mehrere Verse ein und liefert gleichsam ihre allegorische Auslegung mit. Es gibt für die Tür zur Grotte keine Schlüssel und kein Schloss. Gottfried sagt, dass nur Liebende dieses Tor durchschreiten können. Würde ein valscher versuchen durch diese Türe in das Innere der Grotte zu gelangen, wäre es, mit List, mit Lüge oder mit Gewalt. Gottfried schreibt in diesen Versen


diu êrîne tür vor,

die nieman kan gewinnen,

ern gewinne sî mit minnen. 17006 – 17009


Die Tür ist aus Erz und versinnbildlicht  die tiefe Treue durch die man weder durch Schlauheit noch mit Gewalt eindringen kann.


Von innen halten zwei Riegel eine Fallklinke. Ein Riegel ist aus Zedernholz, welches in der Liebe die Bedeutung von Weisheit und Verstand hat. Der andere ist aus Elfenbein. Elfenbein steht für Keuschheit und Reinheit (17020 - 17027). Ein kleiner verborgener Stift aus Zinn führt in ein Schloss aus Gold.

Der Stift aus Zinn bedeutet die innbrünstige Hingebung, das unermüdliche Werben welches unerlässlich ist um die Erfüllung zu erfahren. Die Erfüllung wird mit dem Schloss aus Gold bezeichnet. (17033 - 17045)


swer aber mit rehter güete kann

ze minnen wesen gedanchaft,

den treit binamen dirre haft

von zine, dem swachen dinge,

ze guldîner linge

und ze lieber âventiur. 17052 – 17057


Durch drei Fenster scheint die Sonne. Jedes Fenster steht für eine Tugend, für güete (Güte), diemüete (Demut), zuht (vornehmes Betragen).  Der Sonnenschein ist die (göttliche) Ehre und erleuchtet die Grotte irdischen Glücks.[3] 


Die Abgeschiedenheit der Grotte und der beschwerliche Weg dahin sollen zeigen, dass die Liebe nicht überall zu finden ist. Nur der wahre Liebende kann den Weg finden und die Hindernisse die zum Ziel führen überwinden. Am Ziel können die Liebenden .....

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Das stand ihnen unentgeltlich zur Verfügung immer wieder frisch und neu. Das war die unbedingte Treue, die balsamisch süße Liebe, die Leib und Seele so innig beglückt, die Herz und Geist ernährt. Das war ihre beste Speise. Tatsächlich erwogen sie niemals andere Nahrung als diese, aus der das Herz sein Verlangen, das Auge seine Freude bezog und die auch dem Körper guttat.

Das genügte ihnen. Die Liebe, ihr ererbtes Geschäft, blieb bei jedem Schritt und bei jeder Zeit bei ihnen. Sie gab ihnen für alles die Mittel, die man zu einem herrlichen Leben brauchte. (des man ze wunschleben hat). 16817 – 16846



Gottfried verweist hier ausdrücklich darauf, dass die Liebenden keine irdischen Speisen brauchen. Ihre Liebe ist ihre Nahrung. Ihre Liebe erbten sie von ihren Eltern und war ihnen somit schicksalhaft vorgegeben.

Ihr Zeitvertreib ist die Jagd. Zu Sonnenaufgang, zur Stunde des Göttlichen,  machen Tristan und Isolde Spaziergänge im Morgentau, später sitzen sie an der Quelle und musizieren gemeinsam, oder erzählen sich Liebesmärchen, bzw. Sehnsuchtsmärchen, da sie der Verlust ihrer êre bedrückt und sie wissen, dass ihr paradiesischer Zustand nicht für immer andauern kann.

Das Singen und Harfenspiel der Liebenden symbolisiert mit allen anderen Elementen der schönen Umgebung der Minnegrotte die Hymnenharmonien der Engelschöre, die Freuden der Himmelsbürger, die Lieblichkeit des beschaulichen Lebens, die paradiesische Welt.[4]

Werner Betz äußert hier die kritische Meinung, dass sie hier für ihre höfische Ehre nicht viel gegeben hätten, höchstens eine Bohne. Er meint, nur für den oberflächlichen Hörer ist dieser Vers zunächst scheinbar positiv für den Hof formuliert. [5]



sine hae.....

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Bei der Recherche in einschlägiger alchimistischer Literatur stoß ich jedoch auf folgende Bedeutung für Gold, das Schloss in der Grotte.

In der Alchimie stellt Gold die Verbindung zwischen dem männlichen (Schwefel) und weiblichem (Quecksilber) Prinzip dar. Damit ist das Gold Symbol für ein erreichtes Ziel und für die Erlangung des Zentrums. Es kann das Symbol für das Herz, die Perfektion und die Ganzheitlichkeit sein.


Eine literarische Erklärung für den Aufbau der Minnegrotte:

Herbert Kolb vertritt die Meinung, dass die Interpretation der Minne im Zusammenhang mit der französischen Minne-Allegorie  zu sehen sei. Kolb will Gottfrieds Werk in die literarische Ebene zurückstellen, „aus der es als Gipfel der mittelalterlichen Tristandichtung und als ein Gipfel mittelalterlicher Erzählkunst überhaupt erst einmal hervorgewachsen ist.“[8]

Gottfried habe sich von der französischen Literatur beeinflussen lassen und Kolb findet dafür etliche Textbelege. Erstes Indiz, laut Kolb, ist die französische Bezeichnung, fossiure (17029), die Gottfried ihr gibt.  Dazu findet er als Äquivalent die maison d´amor und dieser Begriff sei übersetzt mit minnen hus.

In Handschriften des 13. Jahrhunderts werden Traumerzählungen stilisiert, die den Besuch von Amor oder Venus in einem Minneparadies schildern. Auch dort gibt es ein von der Außenwelt abgegrenzte palais oder castel.

Ich gehe nur auf zwei weitere „Beweise“ von Kolb ein.


Das kristallene Bett in der Minnegrotte wird in der französischen Literatur mehr ausgeschmückt. Hier ist der .....

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Im 12. Jahrhundert waren die theologischen Prägungen der Kirchengebäude wie folgt: Die vier Wände der Kirche bedeuteten die vier Evangelien. Sie halten den Bau der Kirche zusammen.

Das Sanktuarium, in dem sich der Klerus befindet steht für vita contemplativa[14], der Vorraum, der vom Volk genutzt wird, für vita activa. „Der Altar mit den Reliquien der Heiligen ist Christus in ecclesia, in cuius contemplatione requiescunt mentes beatorum, die Fenster […] sind die doctores, die Gemälde sind vitae et exempla sanctorum, das ewige Licht ist spiritus sancti gratia, qua ecclesia iugiter irraditur, die Türme sind die praelati, die Glocken eorum praedicationes[15].“[16]


Diese allegorisch-symbolische Ausdeutung ist auf die geistige Kirche beschränkt.

Für den Minnegrottenstoff von Gottfried ist sie daher weniger von Belang. Sie stattet zwar den gleichen Objekten eines Raumes eine Bedeutung zu, aber nicht die Gleiche wie Gottfried. Gottfried schließt sich der tropologisch-mystischen Ausdeutung an.

Hier ist das Gotteshaus ein Abbild der menschlichen Seele. Der Theologe Durandus und Hugo von Sanct Victor veröffentlichten hierzu Schriften.

Das Fundament der Kirche ist der Glaube. Das Dach bezeichnet die Liebe, das Tor ist der Gehorsam, der Fußboden zeigt die Demut, die vier Wände die vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Tapferkeit, Klugheit und Mäßigkeit. Die Fenster sind die Tugenden der Gastfreundschaft, Heiterkeit, Barmherzigkeit und Freigebigkeit.

Die Ähnlichkeiten mit der Beschreibung der Minnegrotte sind hier kaum zu übersehen. Gottfried war ein theologisch gebildeter Dichter daher kann darauf geschlossen werden, dass er diese Symbolik bewusst einsetzte. Gottfried gab der Minnegrotte damit den Stellenwert eines Gotteshauses. Er bezeichnet sie als kluse ein Wort aus dem religiösen Sprachgebrauch mit der Bedeutung Einsiedelei, Klause, Kirche und Kloster.

Mit der ausführlichen Schilderung der Nutzlosigkeit der irdischen Kost und dass Tristan und Isolde gemeinsam Lieder sangen hebt er die .....

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Das edele herze, das sich in die Minnegrotte begibt, ist vielleicht auch nach Gottfrieds Auffassung, der auserwählte, der vollkommene, der heilige Mensch. Das kristallene Bett versinnbildlicht eben diese Übernatur.[18]


Werner Betz mit einer „erotischen“ Erkärung

Werner Betz vertritt die Meinung, dass Gottfried gegen die höfischen Konventionen war und für eine erotische Emanzipation. In diesem Forschungsansatz ist die Minnegrotte durch die Anlehnung an den Bau eines Kirchengebäudes ein Sakralisierungsversuch der Liebesvereinigung. Die ganze Beschreibung gipfelt in einer Allegorie des Liebesaktes.

Die Bezeichnung der einzelnen Teile der Tür lässt sexuelle Zweideutigkeiten zu. valle 16987, heftelin 17031 und spinele 17034 sind für ihn Metaphern für Vagina, membrum virile und Penis. [19]


  Weitere Deutungsversuche:

Bei Gottfried verweist das Gebäude der Minnegrotte auf ein Paradies idealer Liebe hin, einen Ort schuldloser Sexualität und einem harmonischen Garten Eden.

Sie kann gleichgesetzt werden mit dem Inneren von Tristan und Isolde, mit dem „Herz-Raum“, in dem die Werte und Kräfte ihrer vollkommenen Liebe Platz finden.    

Die Allegorese fällt in zwei Teile. Zunächst wird das Grotteninnere beschrieben und mit den Werten in Beziehung gesetzt, die das Verhältnis der Liebenden untereinander (im Idealfall) bestimmen. Die einzelnen Werte Einfachheit, Klarheit und Beständigkeit, Kraft und Hochgestimmtheit sind Elemente des Liebesideals, welches Tristan und Isolde kennzeichnet.

Das Ideal, das Gottfried hier vertritt, basiert auf kompromissloser Bindungsbereitschaft  und absoluter Ehrlichkeit dem Partner gegenüber.  Dann kommt die Begrenzung der Grotte durch Tür, Fenster und die äußeren Grenzen. Der zweite Teil der Allegorese beschäftigt sich mit dem Zugang zur Liebe und ihr.....

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