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Traumnovelle von Arthur Schnitzler, Inhalt und Analyse

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Gymnasium Muttenz (CH)

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Seminararbeit des Wintersemesters 2011 Kurs: Einführung in die Einführung in die Literaturverfil­mun­g Datum: 4.1.2012 Traumnovelle (Arthur Schnitzler- Stanley Kubrick) Ein Labyrith auf der Leinwand Beim Lesen der Literaturwerke übernimmt der Leser die Rolle als Regisseur, der Geschichten nach eigener Interpretation im Kopf aufführt, während die Filmindustrie Geschichten, die man sich aus eigenem Vorstellungsver­mög­en ausgedacht hat, auf die Leiwand überführt. Stanley Kubrick ist eines der erfolgreichsten­…
Die Traumnovelle von Arthur Schnitzler Heute möchte ich euch etwas über das Buch „Die Traumnovelle“ von Arthur Schnitzler erzählen. Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren. Nach der Matura an einem Gymnasium, die er mit Auszeichnung absolvierte, studierte er Medizin an der Universität Wien. Von 1885 – 1888 arbeitete er als Assistenz- und Sekundärarzt am AKH der Stadt Wien. In dieser Zeit betätigte er sich aber bereits als Schriftsteller. Sein literarisches Debüt gab er mit Liebeslied der Ballerine 1880 in der Zeitschrift…

Traumnovelle

Arthur Schnitzler

Novellenpräsentation



28.03.2019


Inhalt


Fridolin lebt mit seiner Frau Albertine und seiner kleinen Tochter in Wien. Eines Abends beichten beide Ehepartner von ihren unausgelebten sexuellen Wünschen mit Fremden aus den Ferien in Dänemark. Fridolin ist Arzt, ihr Gespräch wird von einem Notruf unterbrochen. Bei seiner Ankunft ist der Wiener Hofrat jedoch schon verstorben. Die Tochter des Hofrates, Marianne, gesteht Fridolin gegenüber ihre Liebe, trotz ihres baldigen Umzuges zu ihrem Verlobten Dr.

Roediger. Fridolin reagiert unbeteiligt und verlässt verwirrt das Haus des Hofrates. Während er ziellos durch die Wiener Strassen streift, wird er von einer Prostituierten, Mizzi, angesprochen. Sie überredet ihn, mit auf ihr Zimmer zu kommen, doch Fridolin möchte nur reden. Mizzi scheint enttäuscht, sodass Fridolin schliesslich doch auf ihre Avancen eingeht, wird daraufhin aber von ihr zurückgewiesen.

Er verlässt sie höflich.

Fridolin gelangt in ein Kaffeehaus, wo er einen ehemaligen Studienkollegen namens Nachtigall trifft. Nachtigall arbeitet als Pianist an mysteriösen Bällen, die Fridolins Interesse erwecken. Dafür braucht er eine Verkleidung, die er beim Kostümverleiher Gibiser findet. Sie überraschen die Tochter von Gibiser, die gerade zwei Männer unterhält. Mit einer Maske ausgestattet, erhält er mit dem Passwort «Dänemark» Eintritt zur Veranstaltung.

Fridolin fällt unter den anderen Mönchen und Nonnen deutlich auf, sodass eine Nonne ihn warnt zu gehen, bevor es zu spät sei. Er beharrt darauf, zu bleiben. Die Tänze fangen an, wobei die Frauen bis auf ihre verdeckten Gesichter nackt sind. Die Frau von vorhin rät ihm ein zweites Mal zu gehen, worauf Fridolin sie demaskieren will. Dies wird bemerkt und er wird nach dem Passwort des Hauses gefragt.

Da er es nicht kennt, wird er gezwungen, sich zu demaskieren. Als er es verweigert, opfert sich die unbekannte Tänzerin für ihn. Fridolin sieht nicht was passiert, sondern wird fortgebracht und aufgefordert, keine Nachforschungen über diese Nacht zu stellen.

Zuhause angekommen, sieht er wie seine Frau mit einem Albtraum zu kämpfen hat. Er weckt Albertine, die ihm von ihrem Traum berichtet, der ihre Hochzeitsreise darstellte. Albertine gab sich dem Dänen hin, während Fridolin gefoltert wurde. Seine Rettung sollte das dänische Mädchen sein, aber er lehnte diese Hingabe ab. Dies kostete ihm sein Leben, er sollte gekreuzigt werden.

Währenddessen empfand seine Frau keinerlei Mitleid und lachte ihn sogar aus.

Fridolin hört sich diesen Traum mit Empörung an. Die Ehe ist für ihn endgültig gescheitert, da er den Traum mit dem realen Leben gleichsetzt. Am nächsten Morgen geht Fridolin seinen Freund Nachtigall suchen, doch der wurde von zwei ominösen Männern abgeholt. Nach einigen Stunden Arbeit im Krankenhaus sucht er die Villa vom Vorabend. Dort wird er nur verwiesen, sich nicht weiter zu erkundigen.

Danach verabschiedet er sich von Marianne und will Mizzi Essen vorbeibringen, erfährt jedoch, dass sie im Spital ist. Durch die Zeitung bekommt Fridolin mit, dass eine gewisse Baronin D. Suizid begangen haben sollte. Er glaubt, es könnte die Tänzerin der letzten Nacht sein, also sucht er sie auf. Er sieht nur ihre Leiche im Leichenhaus und ist sich unsicher, ob s.....[read full text]

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So trifft der Arzt auch bei der Geheimgesellschaft auf den Kontrast Liebe und Tod. Die nackten Körper erfüllen die Stimmung mit Lust und Liebe, während der darauffolgende Tanz auf den Totentanz deutet. Auch der Tod der unbekannten Schönheit, die sich an jenem Ball der Geheimgesellschaft für ihn opfert, symbolisiert den Untergang der sinnlichen und traumhaften Nacht voller Erotik und Sehnsucht.

So wird Fridolin mehrere Male mit der Liebe, die ziemlich verträumt ist und seine Sehnsüchte weckt, aber auch mit dem Tod, der ihn zurück in die Realität holt und auf das unweigerliche Ende aller Lust verweist, konfrontiert.


Traum und Wirklichkeit

Wie der Titel dieser Erzählung schon aussagt, spielt der Gegensatz von Traum und Realität die zentrale Rolle. Die Wirklichkeit des Ehealltags von Fridolin und Albertine sieht sich konfrontiert mit den geheimsten Wünschen, die sich nach mehreren Jahren nun wieder ins Bewusstsein drängen. Die Wünsche von damals stellen die bürgerlich geregelte Ehe in Frage und sind der Auslöser für die sowohl getrennt voneinander verlaufenden als auch eng miteinander vernetzten Handlungsstränge.

Einerseits Fridolins traumartigen Erlebnisse, die aber in der Realität stattfinden. Andererseits die realen und traumartigen Erlebnisse von Albertine und ihr unverkennbar in der Realität verankernder Traum. Inspiriert von Siegmund Freud setzt Schnitzler Bewusstes und Unbewusstes in Szene und spielt so mit dem Eheglück von Fridolin und Albertine. Fridolin strebt bei seinen Abenderlebnissen nach Erfüllung seiner leidenschaftlich erwachten Wünsche, während Albertine ihre erotischen Sehnsüchte mit anderen Männern in ihren Träumen auslebt.

Der Übergang von Fridolins Abenderlebnissen zum Traumhaften wird beim Eintritt in die Geheimgesellschaft vollzogen. Traum und Wirklichkeit werden austauschbar. Die Parole „Dänemark“, die ihm den Eintritt gewährt, verknüpft das nächtliche Abenteuer mit seinem Gespräch mit Albertine vom Alltag. Im letzten Kapitel wir beides zusammengeführt. Fridolin berichtet seiner Frau von seinen nächtlichen Erlebnissen.

Durch die Ehrlichkeit der beiden Charaktere kann ein Neubeginn stattfinden und die Katastrophe eines gescheiterten Eheglücks wird verhindert. Durch die Aussage: „Und kein Traum ist völlig Traum.“ (S.92, Z.18), wird klar, dass der Traum als Realität des Unterbewussten gilt. Es offenbart das wirkliche Sein des Menschen. Traum und verdrängte Realität werden gleichgestellt.

Schnitzler erzählt die Bedrohung des Bewussten durch das Unterbewusste. Somit fordert er, sich der Selbsterkenntnis und der Erkundung der eigenen Psyche nicht zu verweigern um auf diese Weise die eigene .....

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Ein Beispiel, ist der Kommentar nachdem Fridolin von der geheimen Gesellschaft geschmissen wird. „Aber noch war nichts verloren. Morgen war auch ein Tag.“ (S.55, Z.32-33). Albertines Traum geben dem Leser einen Einblick in ihre unterdrückten Triebe. Im Traum wechselt die Erzählperspektive zum Traum-Ich, welches auch von ihrer realen Figur zu unterscheiden ist. Es verdeutlicht die Wirklichkeitsbrechung: „Du tatest mir weder leid, noch war ich in Sorge um dich, ich war nur froh, dass ich allein war, lief glückselig auf der Wiese umher und sang: es war die Melodie eines Tanzes, die wir auf der Redoute gehört haben.“ (S.60, Z.23-27).


Stil und Sprache

Von Anfang an auffallend sind die vielen Parenthesen, die gebraucht werden um eine genauere, ergänzende Erläuterung zu liefern: „In einem Winkel des Saales stand eine kleine Gruppe, drei Nonnen und zwei Mönche; von dort aus hatte man sich flüchtig zu ihm und gleich wieder, wie mit Absicht, abgewandt.“ (S.46, Z.34-37)

Schnitzler setzt gerne Allegorien ein, zur Verbildlichung eines abstrakten Konzeptes. Der Karneval steht für das Wiedererwachen des vitalen Frühlings und dessen Sinnlichkeit (S.7). Auch die Tageszeiten tragen eine Bedeutung. Der Abend ist mit dem Unbewusstsein verbunden, wobei der Konflikt in der Nacht eskaliert. Der Morgen bringt Licht in die Sache und die Überwindung gefolgt von der Ernüchterung findet statt.

Auch die Schauplätze stimmen mit Fridolins Gemüt überein. Die engen Gassen mit Prostituierten, das schlecht beleuchtete Haus des verstorbenen Hofrates und die Fahrt in die dunkle Schlucht wo sich die geheime Gesellschaft befindet, sind mit dem Kontrollverlust über sein Bewusstsein und die Triebwünsche verbunden. Der Leser kann durch diese Wiederholungen die äusseren Einflüsse und die Atmosphäre mit Fridolins jeweiligem Zustand einordnen.

Der Dialog wird gezielt eingesetzt, um den Konflikt anzuspitzen. Am Anfang entsteht das Problem beim Dialog zwischen dem Ehepaar. Bei jedem weiteren Dialog entwickeln sich jeweils Probleme, die nicht gelöst werden. Nur ganz am Schluss führt das Gespräch zwischen Fridolin und Albertine wieder zur Auflösung. „ „Nun sind wir wohl erwacht“, sagte sie -, „für .....

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Es wurde stark von seiner Eifersucht in der Beziehung mit der Theaterschauspielerin Marie Chlum ‘Mizi’ geprägt. Sie wurde mit seinem Kind schwanger, doch es kam zur Totgeburt und anschliessend zum Tod von Marie. Schnitzler litt zunehmend an Otosklerose, welches sein Gehör mit der Zeit immer weiter verschlechterte. In 1902 brachte Olga Gussmann den gemeinsamen Sohn Heinrich zur Welt, welches auch seinen ersten Roman Weg ins Freie inspirierte.

Arthur heiratete Olga und sie bekamen ihre Tochter Lilly in 1909. Schnitzler kommentierte den Beginn des ersten Weltkrieges mit „Der Weltkrieg. Der Weltruin.“ Antisemitischtische Konflikte führten zu weiteren verboten von Aufführungen. Als Jude beschrieb Arthur den Antisemitismus spöttisch als „den genialsten Einfall, den die menschliche Gemeinheit je gehabt hat“. Für Schnitzler standen die weiteren Revolutionsereignisse nicht im Vordergrund, da er mit dem Reisen und Schreiben viel beschäftigt war.

Nach 18 Jahren Ehe trennte sich das Ehepaar. Lilly beging mit 18 Jahren Selbstmord, welches Schnitzler sein Leben lang beschäftigte. Arthur Schnitzlers Herz wurde immer schwächer und er starb mit 69 Jahren an einen Gehirnschlag.

Schnitzlers Ruf als Schriftsteller

Schnitzlers „literarische Anerkennung“ verspürte er selbst ab 1891, nach einigen erfolgreichen Theateraufführungen. Zwei Jahre darauf führte einer seiner Inszenierungen zu einem Theaterskandal. Er bezeichnete die Uraufführung von Liebelei am Wiener Burgtheater in 1895 als „künstlerischen Durchbruch“. Lieutnant Gustl sorgte für Unruhe und Reigen wurde in einigen Ländern zensiert.

Er passte sich nicht den traditionellen Gedanken seiner Zeit an, sondern sprach überall soziale Tabus an. Zum Beispiel wurden die unehelichen Beziehungen in seinen Werken kritisiert.

Um 1910 wurde Schnitzler der meistgespielte Autor des deutschsprachigen Raumes. Schnitzler veröffentlichte keine kriegsbegeisterten Werke und konnte daher seine Vorkriegserfolge nicht toppen. Seine Werke waren von den Nazis auf den „Schwarzen Listen“ aufgeführt. Nach seinem Tod folgte in den 60er Jahren eine Schnitzler-„Renaissance“. In den 70er Jahren interessierte man sich für seine Kritik an die damaligen Geschlechterrollen, wogegen in den 80er Jahren der Antisemitismus in den Vordergrund rückte.

Zeitge.....

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Die Literatur der Dekadenz war nicht gesellschaftskritisch und unterschied sich somit deutlich vom Naturalismus.

Im Namen des Impressionismus kehrte man der Objektivität den Rücken zu und konzentrierte sich auf subjektive Wahrnehmungen und das Festhalten detaillierter Empfindungen und Stimmungen.

Auch der Symbolismus lehnte naturalistische Strömungen ab, indem er die Elemente der realen Welt in Bildzeichen und Symbole zerlegte und auf diese Weise traumhafte Bilder und verrätselte Metaphern erschuf.


Psychoanalyse und Traumdeutung

In Schnitzlers Werken wird das Augenmerk vor allem auf die psychischen Vorgänge seiner Figuren gelenkt. Gleichzeitig mit dem Einblick in das Innenleben der Figuren bekommt der Leser auch ein Bild von der Gesellschaft, die diese Gestalten und ihr Seelenleben prägt. Es geht Schnitzler meist nicht um die Darstellung krankhafter seelischer Zustände, sondern um die Vorgänge im Inneren gewöhnlicher, durchschnittlicher Menschen mit ihren gewöhnlichen Lebenslügen und einer Gesellschaft voll von ungeschriebenen Verboten und Vorschriften und sexuellen Tabus.

Wie Sigmund Freud1 in seinem Werk «Psychoanalyse» (S. Freud, 1900) bringt Arthur Schnitzler etwa zur gleichen Zeit jene Tabus (Sexualität, Tod) zur Sprache, die von der bürgerlichen Gesellschaft unterschlagen wurden. In der Traumnovelle verarbeitet Schnitzler sein Interesse und Wissen über die Psychoanalyse. Diese sieht er als wesentlich für seine Arbeit an, denn mit ihrer Hilfe kann er Menschen analysieren und sie in ihrer Beziehung zu anderen Menschen darstellen.

Dabei werden die Figuren meist in eine aussergewöhn.....

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So konnte er auch nicht daran zweifeln, daß Albertine nach diesem Fund mancherlei ahnte und vermutlich noch mehr und noch Schlimmeres, als sich tatsächlich ereignet hatte. Doch die Art, wie sie ihm das zu verstehen gab, ihr Einfall, die dunkle Larve neben sich auf das Polster hinzulegen, als hätte sie nun sein, des Gatten, ihr nun rätselhaft gewordenes Antlitz zu bedeuten, diese scherzhafte, fast übermütige Art, in der zugleich eine milde Warnung und die Bereitwilligkeit des Verzeihens ausgedrückt schien, gab Fridolin die sichere Hoffnung, daß sie, wohl in Erinnerung ihres eigenen Traums – was auch geschehen sein mochte, geneigt war, es nicht allzu schwer zu nehmen.

Fridolin aber, mit einem Male am Ende seiner Kräfte, ließ die Maske zu Boden gleiten, schluchzte, sich selbst ganz unerwartet, laut und schmerzlich auf, sank neben dem Bette nieder und weinte leise in die Kissen hinein.

Nach wenigen Sekunden fühlte er eine weiche Hand über seine Haare streichen. Da erhob er sein Haupt, und aus der Tiefe seines Herzens entrang sich's ihm: »Ich will dir alles erzählen.«

Sie hob zuerst, wie in leiser Abwehr die Hand; er faßte sie, behielt sie in der seinen, sah wie fragend und zugleich bittend zu ihr auf, sie nickte ihm zu und er begann.

Der Morgen dämmerte grau durch die Vorhänge, als Fridolin zu Ende war. Nicht ein einziges Mal hatte ihn Albertine mit einer neugierigen oder ungeduldigen Frage unterbrochen. Sie fühlte wohl, daß er ihr nichts verschweigen wollte und konnte. Ruhig lag sie da, die Arme im Nacken verschlungen, und schwieg noch lange, als Fridolin schon längst geendet hatte. Endlich – er lag an ihrer Seite hingestreckt – beugte er sich über sie, und in ihr regungsloses Antlitz mit den großen hellen Augen, in denen jetzt auch der Morgen aufzugehen schien, fragte er zweifelnd und hoffnungsvoll zugleich: »Was sollen wir tun, Albertine?«

Sie lächelte, und nach kurzem Zögern erwiderte sie: »Dem Schicksal dankbar sein, glaube ich, daß wir aus allen Abenteuern heil davongekommen sind – aus den wirklichen und aus den geträumten.«

»Weißt du das auch ganz gewiß?« fragte er.

»So gewiß, als ich ahne, daß die Wirklichkeit einer Nacht, ja daß nicht einmal die eines ganzen Menschenlebens zugleich auch seine inn.....

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