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Traum und Traumdeutung nach Sigmund Freud: Die psychoanalytischen Betrachtungen Freuds zur Traumforschung im 19. Jahrhundert
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Psychology

University, School

Universität Potsdam

Grade, Teacher, Year

2009, Note: 1,3; Quellen hängen an

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Psychoanalyse nach Freud Grundannahmen – psychoanalytisc­hen Theorien è Grundlegende Begriffe sind das Unbewusste und das Vorbewusste. · nur ein geringer Teil der seelischen Vorgänge, die in uns ablaufen, ist bewusst · die meisten Vorgänge gehen unter die Oberfläche des Bewusstseins und spielen sich im Vorbewussten / Unbewussten ab. · Seelische Vorgänge, die man nicht/nicht mehr weiß à nicht bewusstseinsfäh­ig sind, aber Erleben & Verhalten maßgeblich beeinflussen à als unbewusst bezeichnet! Bsp.: Frau Mustermann hat als…
Schlaf und Traum Schlaf ist ein periodischer, natürlicher Bewusstseinsver­lus­t um Schlafstadien zu eruieren, werden Gehirnwellen und Muskelaktivität aufgenommen und die Augenbewegungen gemessen Alpha-Wellen repräsentieren den entspannten Wachzustand Delta-Wellen den Tiefschlaf Traumphase: REM-Schlaf Leichtschlafpha­sen­, Tiefschlafphase­n und REM-Schlafphase­n wechseln sich innerhalb eines Schlafzyklus kontinuierlich ab Schlaf entspannt den Organismus und ist wichtig für die psychische & organische…

Traum und Traumdeutung
nach Sigmund Freud

Sigmund Freuds psychoanalytische Betrachtungen
zur Traumforschung im 19 Jahrhundert


1.      Einleitung. 2

2.      Definitionen des Begriffs Traum innerhalb der drei Hauptströmungen 3

3.      Die Traumforschung des 19. Jahrhunderts – vor Sigmund Freud. 5

4.      Freuds Ansichten zum Traum und zur Traumdeutung. 7

5.      Psychoanalytische Betrachtungen zum Traum und zur Traumdeutung nach Siegmund Freud  14

6.      Freuds Traumtheorie im Spiegel der Kritik. 17

7.      Schluss. 20

8.      Literaturverzeichnis. 21


1.   Einleitung

Träume üben auf uns eine Faszination aus. Sie sind ganz persönliche, überraschende, manchmal bizarre Erlebnisse, da wir nicht wissen, wann und ob wir träumen bzw. ob wir uns an den Traum erinnern können. Träume zeigen die ganze Bandbreite unserer Gefühle auf, Freude und Glück, aber auch Angst und Bedrohung. Die Beachtung des Traums und seine Deutung zieht sich durch alle Kulturen.

Sie kann ganz unterschiedlich sein und reicht von göttlichen Botschaften, über Wahrsagen, das jahrhundertlang verwendete Traumbuch des Artemidor von Daldis, Zukunftsprognosen durch fachmännische Traumdeuter bis hin zur therapeutischen Arbeit mit Träumen. Dass das Träumen zum Wesen des Menschen gehört, belegen nicht zuletzt auch die mannigfaltigen Traumberichte und Traumdeutungen in den Mythen und der Literatur aller Völker und Epochen.


Spätestens seit Freud hat sich auch die Wissenschaft der Träume angenommen, auch wenn bis heute nicht in Gänze geklärt werden konnte, wie wir sie erleben und warum es sie gibt. „Innerhalb der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Träumen  lassen sich drei große Strömungen unterscheiden; die Psychoanalyse, die Neurophysiologie und die psychologisch orientierte Traumforschung.“ (Schredl, 1999, S. 7).

Da eine umfassende Betrachtung des Traumes und der Traumdeutung in allen Hauptströmungen den Umfang dieser Arbeit sprengen würde, werden jene im 1. Kapitel nur kurz umrissen. Nach Ammon (1974) steht der Traum und die Beschäftigung mit ihm nach wie vor im Mittelpunkt psychoanalytischer Forschung und Therapie. Diese psychoanalytische Betrachtung des Traumes soll den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden.

Mertens (2003) behauptet, dass unser Verständnis von Traum und der  Traumdeutung stark durch Freud geprägt sei. Er hat als erster eine wissenschaftlich fundierte Traumdeutung aufstellt. Aus diesem Grund bilden Freuds Ansichten zum Traum und zur Traumdeutung den Hauptgehalt der Arbeit. Außerdem soll die Modifizierung und Erweiterung der Freud’schen Traumtheorie in Kapitel 5 verdeutlicht werden.


Diese Arbeit orientiert sich an der neuen Rechtschreibung (Stand 1. August 2007). Die Zitate sind im Original belassen.


2.   Definitionen des Begriffs Traum innerhalb der drei Hauptströmungen


Die oben angesprochenen drei wissenschaftlichen Hauptströmungen zur Traumforschung geben unterschiedliche Definitionen zum Traum, an denen die Grundannahmen der jeweiligen Richtung erkennbar werden.


Freud (1996, S. 502) betrachtet: „ . den Traum als einen sinnvollen, in den Zusammenhang des psychischen Geschehens einfügbaren Vorgang .“ Freuds ehemaliger Mitstreiter C.G. Jung (1991, S. 134) stellt fest: „Der Traum ist ein Stück unwillkürlicher psychischer Tätigkeit, die gerade soviel Bewußtheit hat, um im Wachzustand reproduzierbar zu sein.“ Insbesondere in Hinblick auf den Zweck und in der Deutung haben beide eine sehr konträre Auffassung. Psychoanalytiker nach Freud setzen sich weniger mit der Definition des Traums auseinander, denn dass er ein sinnvoller psychischer Vorgang sei, ist anerkannt worden, vielmehr wird über die Funktion und die Methoden der Deutung von Träumen diskutiert.


Die Neuropsychologie hat mit einer Entdeckung im Jahre 1953 von Eugene Aserinsky und Nathaniel Kleitmann Einzug in die Traumforschung gehalten. Sie stellten fest, dass es unterschiedliche Schlafstadien gibt, unter anderem die REM-Schlafphase. Als REM-Schlaf (REM, engl. Rapid Eye Movement) wird eine Schlafphase bezeichnet, die unter anderem durch schnelle Augenbewegung.....[read full text]

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Allerdings gibt es noch keine signifikanten Ergebnisse (vgl. Schredl, 1999, S, 107 ff.).


3.   Die Traumforschung des 19. Jahrhunderts – vor Sigmund Freud


Die „ .Traumwissenschaft des 19. Jahrhunderts und ihr Einfluß auf Freuds ‚Traumdeutung’ (1900) ist ein wenig betretenes Forschungsfeld.“ (Goldmann, 2003, S.7).  Sigmund Freud (1996, S. 19) stellt fest: „Das wissenschaftliche Verständnis des Traumes ist nämlich trotz mehrtausendjähriger Bemühungen sehr wenig weit gediehen.“  Doch erscheint es wichtig zu belegen, auf welcher Wissensgrundlage Freud seine „Traumdeutung“ (1900; 1996) aufstellte.

Einige wichtige Tendenzen und interessante Hinweise geben Stefan Goldmann (2003) und Sigmund Freud (1996) selbst, die hier kurz skizziert werden sollen.


Das Zeitalter der Aufklärung versucht zu objektivem Wissen zu gelangen, indem man alles Messbare und Beobachtbare zusammenträgt. Dass „die Mathematik für die Erforschung der menschlichen Seele nutzbar zumachen [sei].“ (Hall, 1914, S.194), verlangen Johann Friedrich Herbat und Moritz Wilhelm Drobisch in diesem Zusammenhang.

Um nicht dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit zu erliegen, beschäftigen sich im 19. Jahrhundert vor allem Mediziner und Physiologen mit der experimentellen Erforschung der Träume. Zu ihnen gehört der französische Wissenschaftler Alfred Maury. Seine Methode, sich in bestimmten Abständen von seinem Mitarbeiter wecken zu lassen und dann die Träume zu notieren, scheint grundlegend für die experimentelle Traumforschung zu sein, denn auch in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts, als man den Zusammenhang zwischen REM-Phase und Träumen untersucht, wird so gearbeitet und auch Strauch & Meier (2004) haben so ihre Ergebnisse zur Traumforschung zusammengestellt.

Goldmann (2003, S. 156 f.) diagnostiziert: „Maurys Träume sind für die Traumforschung des 19. Jahrhunderts das, was Freuds Träume für die Traumpsychologie des 20. Jahrhunderts geworden sind: Traummuster und Referenzträume, an denen Traumprozesse erörtert werden können.“


Wilhelm Wundt gründet in Leipzig 1879 das erste Laboratorium der experimentellen Psychologie. Viele seiner Schüler schreiben wichtige Beiträge zum Traumproblem, z.B. Radestock, Weygandt und Heerwagen. Er selbst verfasst ein Kapitel zum Thema Traum in seinem Werk „Grundzüge der physiologischen Psychologie“  von 1874. Hier bringt er zum Ausdruck, dass die Quelle des Traumes meist somatische Reize seien.

Eine besondere Rolle würden dabei „jene subjectiven [sic!] Gesichts- und Gehörsempfindungen [spielen], die uns aus dem wachen Zustande als Lichtchaos des dunklen Gesichtsfeldes, als Ohrenklingeln, als Ohrensausen u.s.w. bekannt sind .“ (Wundt, 1874, S.653; zit. nach  Goldmann, 2003, S. 86). Dies widerspricht der Ansicht von Karl Friedrich Burdach. Seine „Physiologie als Erfahrungswissenschaft“ von 1830 ist die älteste wissenschaftliche Literaturangabe, die Freud benutzt (vgl. Goldmann, 2003, S. 140). „ . nie wiederholt sich das Leben des Tages mit seinen Anstrengungen und Genüssen, seinen Freuden und Schmerzen, vielmehr geht der Traum darauf aus, .....

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Er betrachtet sie nur nicht als entscheidend bei der Traumbildung. Mertens (2003) spekuliert darüber, ob Freud eher zur neurophysiologischen Betrachtung des Traumes gelangt wäre, hätten ihm die Mittel von heute, das EEG und EOG beispielsweise, zur Verfügung gestanden. Er kommt jedoch zu dem Schluss, dass Freud sicherlich versucht hätte, einen Verbindung zwischen der Psychologie und der  Neurobiologie zu finden.

Dieses Vorgehen rät er auch allen heutigen Wissenschaftlern an, die sich nach seiner Meinung immer auf die eine oder andere Seite schlagen und die Ergebnisse der anderen Seite verschmähen.


„Der Traum ist im Grunde nichts anderes als eine besondere Form unseres Denkens, die durch die Bedingungen des Schlafzustandes ermöglicht wird.“ (Freud, 1996, S. 499). Das heißt, dass für Freud der Traum nicht das Unbewusste schlechthin ist, sondern vielmehr Gedanken aus dem Vorbewussten oder sogar Bewussten, die sich mit unbewussten Wünschen vermengen und durch die Traumarbeit (s.u.) entstellt werden. Freud spricht sich demnach auch gegen die Meinung Burdachs aus, dass der Traum keine Fortsetzung des Wachlebens sei (vgl. Kapitel 3). „Das Gegenteil ist wahr; was uns bei Tage in Anspruch genommen hat, beherrscht auch die Traumgedanken .“ (Freud, 1996, S. 186).


Der Traum ist nach Freud eine Synthese aus Sinnes- bzw. Leibreizen, des Tagesrestes und der persönlich geprägten Triebwünsche. Die Quellen des Traumes unterteilt er auch in Anlehnung an andere Wissenschaftler seiner Zeit in „1) Äußere (objektive) Sinneserregung. 2) Innere (subjektive) Sinneserregung. 3) Innerer (organischer) Leibreiz. 4) Rein psychische Reizquellen.“ (Freud, 1996, S. 39).

Zu den äußeren Sinnesreizen zählen Licht, Geräusche, Gerüche, Temperaturunterschiede, Druckempfindungen usw. Diese werden auch als solche erkannt, jedoch nicht immer in gleicher Weise in den Traum eingebunden. Erst wenn der Reiz „stark, deutlich, dauerhaft genug ist“ (Freud, 1996, S. 45), wird er richtig gedeutet und kann zum Weckreiz werden. Jedoch ist der Traum „ . nicht der Schlafstörer, [ .] sondern der Schlafhüter, der Beseitiger von Schlafstörungen.“ (Freud, 1993, S. 127). Das Träumen ist somit ein Vorgang, der d.....

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„a) Ein rezentes und psychisch bedeutsames Erlebnis, welches im Traum direkt 

     vertreten ist.

 b) Mehrere, rezente, bedeutsame Erlebnisse, die durch den Traum zu einer Einheit    

     vereinigt werden.

 c)  Ein oder mehrere rezente und bedeutsame Erlebnisse, die im Trauminhalt durch

      Erwähnung eines gleichzeitigen, aber indifferenten Erlebnisses vertreten werden.

 d) Ein inneres bedeutsames Erlebnis (Erinnerung, Gedankengang), welches dann

     im Traume regelmäßig durch die Erwähnung eines rezenten, aber indifferenten

     Eindruckes vertreten wird.“ (Freud,1996, S. 191).

Nach Freud bedient sich der Traum gerne des Nebensächlichen, wie in der Einteilung in c) und d). Durch die Traumdeutung werde aber das Wichtige, Erregende an dem scheinbar nebensächlichen Erlebnis herausgearbeitet.


Erzeuger jeder Traumgestaltung ist die Wunscherfüllung. „Der Traum ist die (verkleidete) Erfüllung eines (unterdrückten, verdrängten) Wunsches.“ (Freud, 1996, S. 173). Später räumte Freud ein, dass jeder Traum den Versuch einer Wunscherfüllung darstelle. Zwei Arten von Träumen werden unterschieden. Träume, in denen die Wunscherfüllung offen zu Tage tritt.

Diese Art erscheint häufig bei Kindern. Außerdem Träume, in denen die Wunscherfüllung unkenntlich bleibt. Diese kommen am häufigsten vor. Bei Erwachsenen reiche die erstgenannte Art von Träumen als Traumerreger nicht aus. Freud (1996, S. 543) geht davon aus, „daß  der bewußte Wunsch nur dann zum Traumerreger wird, wenn es ihm gelingt, einen gleichlautenden unbewußten  zu wecken, durch den er sich verstärkt.“ Freud (1996, S. 541 f.) unterscheidet vier Ursprungsarten der traumgenerierenden Wünsche.

Zum Ersten jene Wünsche, die am Tag entstanden sind und auf Grund von äußeren Umständen keine Erfüllung gefunden haben. Sie entspringen  also dem Bewussten und dem Vorbewussten. Zum Zweiten Wünsche, die am Tag entstanden sind, aber unterdrückt wurden. Sie werden also vom Vorbewussten ins Unbewusste gedrängt. Nach der oben genannten Einteilung der Arten von Träumen, stellen diese beiden Wunscharten nur se.....

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Die Traumarbeit unterteilt sich in Verdichtung, Verschiebung, Symbolisierung und szenischer Darstellung sowie die sekundäre Bearbeitung. Die Verdichtung wird in jedem manifesten Trauminhalt  deutlich, denn er „ist knapp, armselig, lakonisch im Vergleich zu dem Umfang und zur Reichhaltigkeit der [latenten] Traumgedanken.“ (Freud, 1996, S, 285).

Die Verdichtungsarbeit geschieht nicht nur durch einfache Auslassung einzelner latenter Traumgedanken, vielmehr ist jedes Element des Trauminhalts mehrdeutig. Außerdem werden verschiedene Personen, Orte und Gegenstände zu Sammelbildern und Mischpersonen verdichtet, indem die mittlere Gemeinsamkeit verschiedener Person oder Orte gewählt wird. Dabei können auch ganz entgegengesetzte Traumgedanken verbunden werden.

Meist erfolgt dies durch ein mehrdeutiges Wort, das beide Gedanken betrifft. „Die Analyse unsinniger Wortbildungen im Traume ist besonders geeignet, die Verdichtungsleistung der Traumarbeit aufzuzeigen.“ (Freud, 1996, S. 308). Wörter und Namen werden oft wie Dinge behandelt und durch die Verdichtung entstehen Wortneuschöpfungen.


Die Verschiebung sieht Freud (1996, S. 313) als das wichtigste Mittel der Traumentstellung an. Hier wird die Traumzensur deutlich, die den Wunsch, der dem latenten Traumgedanken zugrunde liegt, vor dem Bewusstsein abwehrt, in dem sie seine Entstellung durch die Traumarbeit erzwingt. Die Elemente des latenten Traumgedankens erscheinen in einer anderen Reihenfolge, ihre Intensität wird verändert, ihre Bedeutung wird anders gewichtet oder sie werden durch eine Anspielung ersetzt, bis alle Komponenten beseitigt sind, die das Maß an tolerierbaren Emotionen überschreitet.


Um die verschiedenen Relationen zwischen den verdichteten und verschobenen Traumgedanken darzustellen, stehen nach Freud (1996, S. 318 ff.) verschiedene Mittel zur Verfügung. Logische Zusammenhänge werden im Traum als Gleichzeitigkeit ausgedrückt, kausale hingegen als ein Nacheinander. Ein Entweder-Oder gibt es Traum nicht, es wird durch „und“ ersetzt.

Gegensätze oder Widersprüche  werden oft als Einheit dargestellt. Gemeinsamkeiten zeigen sich in Sammelbildern oder Mischpersonen. Dabei wird eine nebensächliche Gemeinsamkeit präsentiert, um die bedeutende (verschobene) Gemeinsamkeit vor der Zensur zu verhüllen. Durch die Umkehrung ins Gegenteil kann die Wunscherfüllung dargeboten werden, ohne unangenehme Emotionen zu wecken.

Das Träumen im Traum lässt den Wunsch sichtbar werden, dass etwas hä.....

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Somit ist die sekundäre Bearbeitung für die Ausprägung der Anschaulichkeit verantwortlich. Nach 1923 sah Freud die sekundäre Bearbeitung im Übrigen nicht mehr unbedingt als Bestandteil der Traumarbeit an. Nagera (1998, S. 311) sieht die  Gründe für diesen Ansichtswandel Freuds zum einen darin, dass nicht alle Träume einer sekundäre Bearbeitung unterliegen, wie zum Beispiel die Angstträume.

Zum anderen unterliege die Traumarbeit eben den Gesetzmäßigkeiten der Verdichtung, Verschiebung und Verdrängung und weniger den Gesetzmäßigkeiten der sekundären Bearbeitung. Freud selbst hat sich allerdings niemals zu den Gründen für diesen Ansichtswandel geäußert.


Insgesamt kann man festhalten, dass die Traumarbeit immer so bewerkstelligt wird, dass das, was bewusst wird, einen Kompromiss darstellt. Sowohl die unbewussten Wünsche werden durch die Darstellung einer Wunscherfüllung befriedigt als auch die Traumzensur, indem das Verdrängte verhüllt wird (vgl. Freud & Grubrich-Simitis, 2006, S. 107).


„Ich sage Ihnen nämlich, es ist doch . sehr wahrscheinlich, daß der Träumer es doch weiß, was sein Traum bedeutet, nur weiß er nicht, daß er es weiß, und glaubt darum, daß er es nicht weiß.“ (Freud, 1993, S. 96). Freud nennt die Leistung der Rückführung vom manifesten Trauminhalt in den latenten Traumgedanken die Analysearbeit, denn: „Das Traumelement ist ja nicht das Richtige, nur ein Ersatz für etwas anderes, für das Eigentliche, das ich nicht kenne und durch die Traumanalyse auffinden soll.“ (Freud, 1993, S. 105).

Da der latente Traumgedanke durch die unbewussten, persönlich ausgeprägten Triebwünsche hervorgebracht wird, betracht Freud die Traumdeutung als „Via regia zum Unbewussten“.


Freud (1993, S. 109) stellt 3 Regeln für die Traumdeutung auf: Erstens solle man sich nicht darum kümmern, was der Traum anscheinend bedeutet, sei er nun klar oder verworren. Zweitens solle man sich beim freien Assoziieren auf die einzelnen Elemente konzentrieren und nicht darauf achten, wie weit es vom .....

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