3 Thomas Mann - Buddenbrooks: Verfall einer Familie - Interpretation
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German studies

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Buddenbrooks – Der Zerfall einer Familie Zehnter Teil, S. 610-693 Zeitraum: 1872-1875 Orte: Lübeck, Travemünde Personen: Thomas Buddenbrook, Hanno Buddenbrook, Gerda Buddenbrook, Tony Buddenbrook, Hugo Weinschenk Die Erschöpfung Thomas Buddenbrooks setzt sich weiter fort. Aufgrund dessen, betätigt er nur noch mittelmäßige Geschäfte und verringert damit das Familienvermöge­n. Er hofft noch immer auf Hanno als Nachfolger im Geschäft, obwohl dieser eher schwächlich und seinem Vater fremd bleibt. Auch in der Schule hat Hanno Schwierigkeiten mit den Söhnen Hagenström. Sie demütigen ihn und er wehrt sich nicht einmal. Thomas gewährt Hanno einen Einblick in die Welt des Handels, wobei Hanno eher desinteressiert und abwesend wirkt. Gleichzeitig durchschaut Hanno das Schauspiel seines Vaters und bemerkt seinen eigentlichen Zustand. Den Sommer 1872 verbringt die Familie in Travemünde, wo Hannos gesundheitliche­r Zustand immer schlimmer wird. 1873 kommt Hugo Weinschenk aus dem Gefängnis frei. Jedoch kann dieser sich nicht wieder in den Kreis der Familie einleben und geht schließlich unter dem Vorwand, eine Stelle in England anzunehmen. Indes wird in der Stadt nur noch über die angebliche Affäre von Gerda Buddenbrook gesprochen. Sie habe den Senator wohl mit Leutnant von Throta betrogen.Das schlimmste für Thomas ist die Unwissenheit, was eine Zeit des schlimmen Leidens
Analyse Buddenbrooks: Streitgespräch von Christian & Thomas In der vorgegebenen Textstelle im zweiten Kapitel des neunten Teils (S.572-582) von Thomas Manns „Buddenbrooks“ geht es um ein Streitgespräch zwischen Thomas und Christian während der Aufteilung des Erbes der verstorbenen Konsulin Elisabeth Buddenbrook. Als Tony und Thomas damit beginnen wollen, das Erbe aufzuteilen bemerken sie, dass Christian nicht anwesend ist. Dieser kommt nur wenige Minuten später ins Zimmer und beklagt sich, dass er nicht gerufen worden sei. Doch Thomas begegnet ihn nur mit Gleichgültigkei­t. Während der Verteilung des Erbes hat Christian das Gefühl, er komme zu kurz und möchte u.a. das Besteck für sich beanspruchen. Doch Thomas lehnt dies ab, da Christian ohnehin keine Verwendung dafür hat. Christian gesteht nun Aline Puvogel heiraten zu wollen. Thomas teilt ihm jedoch ebenso wie zuvor die Konsulin, seine ablehnende Haltung dagegen mit. Daraufhin entbrennt ein großer Streit zwischen den beiden Brüdern in deren Verlauf, vor allem Christian Thomas viele Dinge an den Kopf wirft, die ihm schon lange auf dem Herzen liegen. Thomas und Christian haben sich schon seitdem sie erwachsen geworden sind immer weniger verstanden. Besonders Thomas scheint kein Gefallen an Christian zu finden und redet ihn nur noch mit „mein Lieber“ (S.573 Z.4) oder „mein Freund“ an.(S.573 Z.12). Damit wird dem Leser vor allem die Distanz, die

Thomas Mann

„Buddenbrooks. Verfall einer Familie“


Grundlagen der Literaturwissenschaft I:

Proseminar Einführung in die Literaturwissenschaft

Modul 2.1

SS 2008

Leitung: Dr. Anja Ohmer


Germanistik

Biographie Thomas Mann

Thomas Mann wird am 6. Juni 1875 als Sohn des Speditionskaufmanns Heinrich Mann und dessen Frau Julia Mann (geb. Bruhns) in Lübeck ge­boren. Schon während seiner Schulzeit übt sich Thomas Mann im Schrei­ben und verfasst Aufsätze und Prosaskizzen. 1901 veröffentlicht Thomas Mann sein größtes Prosawerk, die „Buddenbrooks“, welches aber erst nach einiger Zeit die verdiente Aufmerksamkeit bekommt.

Im Jahr 1905 heiratet Thomas Mann Katja Pringsheim und veröffentlicht 1912 die Er­zählung „Der Tod in Venedig“.

1922 tritt Thomas Mann mit der Rede „Von deutscher Republik“ zum ers­ten Mal als politisch kritisch auf. 1929 erhält er den Nobelpreis für seinen Roman „Die Buddenbrooks“. In den darauf folgenden Jahren äußert sich Thomas Mann kritisch gegenüber dem NS-Regime und verlässt 1933 das Land. 1938 emigriert er nach Princeton um dort eine Gastprofessorstelle anzutreten und nimmt im Jahr 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1952 wird Thomas Mann des Kommunismus angeklagt, verlässt dar­aufhin die USA um in Kirchberg, bei Zürich, sesshaft zu werden, wo er am 12. August 1955 stirbt.

Die Buddenbrooks – Inhalt

Der Roman „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ handelt von dem langsamen, sich über mehrere Generationen hinziehenden, wirtschaftlichen und gesundheitli­chen Verfall der sehr wohlhabenden, in Lübeck lebenden, Händlerfamilie namens Buddenbrook. Die anfangs straffe Führung durch das Familien­oberhaupt Johann Buddenbrook d. Ä. nimmt durch seine Nachfahren ste­tig ab und wird durch die Konkurrenz zur Händlerfamilie Hagenström im­mer weiter geschwächt bis mit dem Tod von Hanno, dem Urenkel von Jo­hann d. Ä., die Firma letztendlich aufgelöst wird, da es keinen männlichen Nachkommen mehr gibt, der die Firma weiterführen könnte.

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Mit dem gesundheitlichen Verfall geht als zweites noch deutlicheres Motiv der wirtschaftliche Verfall einher. Für die Buddenbrooks ist der wirt­schaftliche Verfall noch schlimmer als die auftretenden Krankheiten oder sogar der Tod. „…‛Bankerott‛…das war etwas Gräßlicheres als der Tod, das war Tumult, Zusammenbruch, Ruin, Schmach, Schande, Verzweiflung und Elend…“[2] Jedoch ist es keinem der Buddenbrooks möglich, das geerbte Vermögen zu vermehren oder wenigstens auf gleichem Level zu halten, was „[…] die Auflösung der Familieneinheit ebenso wie das nach­lassende kaufmännische Geschick […]“[3] widerspiegelt.

So wird der Ge­winn von Generation zu Generation verkleinert, da niemand mehr an das Handelsgeschick von Johann d. Ä. herankommt und dessen Erbe immer weiter dezimiert wird. Parallel zu diesem Verfall vollzieht sich aber auch eine Sensibilisierung, welche an der zunehmenden Religiosität und am gesteigerten Interesse an Theater, Kunst und Musik erkennbar ist. „Die Pole in diesem Prozess sind der lebenstüchtige, unmusikalische Johann Buddenbrook [d. Ä.] und dessen Urenkel, der weltscheue, für Wagner schwärmende Hanno.“[4] Johann d. Ä. ist nur auf seine Firma fixiert und hat keine anderen Interessen als den wirtschaftlichen Gewinn. Über sein In­nenleben erfährt der Leser auch kaum etwas.

Bei Hanno der schon mit 16 Jahren stirbt, ist die Firma weit in den Hintergrund gerückt, er liebt die Mu­sik und ist für alles andere wenig zu begeistern. Thomas Mann gibt bei ihm auch sehr viel mehr von seinem Innenleben preis, sodass man seine Beweggründe und sein Handeln versteht und mit dem Jungen sympathi­siert, was auch daran liegt, dass Thomas Mann sich selbst in großen Tei­len mit ihm identifiziert. „Dekadenz erscheint hier nicht als Gegensatz zum großen Leben wie bei Nietzsche, sondern als Gegensatz zur Bürgerlich­keit.“[5] Ein weiterer Aspekt des Romans ist die Rückwärtsgewandtheit, wel­che „[…] Merkmal des Geschichtsdenkens des frühen Thomas Mann […]“[6] ist.

Die Buddenbrooks und auch die sie umgebende Gesellschaft blicken gern zurück zu den goldenen Zeiten:


Konsul Buddenbrook, meine Herren…ha! welch ein Mann! Ich habe an der Seite seines Vaters gestanden, als er Anno achtundvierzig mit einem Worte die Wut des entfesselten Pöbels zähmte…Gäbe es eine Gerechtigkeit auf Erden, so hätte schon sein Vater, schon der Vater seines Vaters dem Senate angehören müs­sen…[7]

Hier wird deutlich, dass an Johann d. Ä. niemand seiner Nachfolger he­rankommt oder ihm das Wasser reichen könnte. Weder Jean, noch Tho­mas oder Christian sind dazu in der Lage und schwelgen deshalb auch nur in Erinnerungen an ihren großen Vorfahren, der durch Tatkraft, Ge­schick aber auch Skrupellosigkeit die Firma und das große Vermögen aufgebaut hat.

Auch die, sich lösenden, Familienbande, welche an Got­thold, aber auch am Streit zwischen Thomas und Christian deutlich er­kennbar sind, stehen im Gegensatz zur früheren Eintracht .....

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Die Reaktionen auf die „Buddenbrooks“ sind damals sehr gemischt. Die Lübecker Bürgerschaft erkennt sich selbst im Roman, obwohl tatsächlich nie die Rede von der Stadt Lübeck ist. Man sieht im Roman kein Kunstwerk mehr, sondern vielmehr ein „Vexierbild“[11], welches zwar mit Verschlüsselung arbeitet, jedoch klar das Ziel hat die Lübecker Bürger zu verspotten.

So wurde auch versucht Thomas Manns Romanfiguren auf angeblich reale Lübecker Vorbilder zu übertragen um den Spott und die Verhöhnung zu beweisen.

Die Literaturkritik fällt dank Thomas Manns vieler Freunde und Bekannten nicht so schlecht aus wie die Lübecker Reaktionen. In den ersten drei Jah­ren erschienen nicht mehr als 37 Rezensionen, „[…] die in gar keinem Verhältnis zu den gleich darauffolgenden Werken Thomas Manns und dem gleichzeitigen Echo der Werke Heinrich Manns steht.“[12] Kurt Martens und Richard Schaukal sind beide sehr angetan von Thomas Manns dar­stellendem Stil und seiner Technik.

Andererseits bemängelt Arthur Eloe­sers, dass der Roman zu viel vom Stoff abhängt und die Zeitstruktur zu lang gedehnt wird. Sehr positiv hingegen fällt die Rezension von Rainer Maria Rilke aus, welcher voll von Lob für die Buddenbrooks ist. Ab dem Jahr 1933 jedoch weicht dieser Höhepunkt der Verfolgung Thomas Manns durch das nationalsozialistische Regime, welches viele seiner politischen Schriften auf den Index setzt und bei der Bücherverbrennung auf den Scheiterhaufen wirft.

Die literarische Nachwirkung des Romans ist bis heute noch nicht systematisch erforscht und „[…] zeugt dadurch von der solchem Vorhaben immanenten Problematik.“[13] Anzeichen vom Einfluss der Buddenbrooks hat der moderne Familien- oder Generationsroman, welcher wie bei den Buddenbrooks mehrere Generationen ein und dersel­ben Familie verfolgt.

Ein Beispiel dafür wäre John Galsworthys „Forsyte-Saga“, welche „[…] trotz des englischen Milieus und verschärfter Kritik am Besitzdenken erstaunliche Parallelen in der Gesellschaft, in der szeni­schen Struktur, in der Kombination von Geschäft und Kultur sowie in Ein­zelmotiven wie Liebesverzicht und Hausbau […]“[14] .....

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[9] Von Wilpert, Gero: Die Rezeptionsgeschichte. In: Buddenbrooks Handbuch. Hrsg. von Ken Moulden und Gero von Wilpert. Stuttgart : Alfred Kröner Verlag 1988. S. 319-347. S.320.

[10] Von Wilpert, G.: Die Rezeptionsgeschichte. S. 320.

[11] Von Wilpert, G.: Die Rezeptionsgeschichte. S. 321.

[12] Von Wilpert, G.: Die Rezeptionsgeschichte. S. 325.

[13] Von Wilpert, G.: Die Rezeptionsgeschichte. S. 337.

[14] Von Wilpert, G.: Die Rezeptionsgeschichte. S. 338.

[15] Wilpert, G.: Die Rezeptionsgeschichte. S. 339.

Literaturverzeichnis


Mann, Thomas: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. 14. Auflage. Frankfurt am Main und Hamburg: Fischer Bücherei KG 1970.


Buddenbrooks Handbuch. Hrsg. von Ken Moulden und Gero von Wilpert. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag 1988.


Thomas Mann. Dichter über ihre Dichtungen. Hrsg. von Rudolf Hirsch und Werner Vordtriede. Passau: Ernst Heimeran Verlag 1975.


(Stand: 10.06.2008)


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