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Textlinguistische Analyse von Jugendzeitschrifte­n

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German studies

University, School

Karl-Franzens-Universität Graz - KFU

Grade, Teacher, Year

1, Weidacher, 2012

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Textlinguistische Analyse von Jugendzeitschriften


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Textanalyse

2.1 Kohäsionsmittel

2.2 Kohärenz

2.3 Textfunktion

2.4 Textstil

2.5 Text/Bild Komposition

2.6 Diskursbegriff

3 Zusammenfassung

4 Literaturverzeichnis

5 Anhang


1 Einleitung


Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Text „Jungs sind wie Schuhe“ von L. Nordholt, aus der Jugendzeitschrift „Bravo Girl!“ vom 7.11.2012 auf Seite 27.

Ich habe mich für diesen Text entschieden, weil Jugendmagazine ein kurzweiliger Zeitver­treib sind und es bei der Lektüre dieser oft zu Lachanfällen kommt. Ich möchte den Auslö­sern dieser Belustigung auf die Spur zu kommen. Dieser Text eignet sich meiner Meinung nach zur textlinguistischen Analyse, da er ständig diese Parallele zwischen Mensch und Ge­genstand zieht und dabei nicht wirklich viel (sinnvolle?) Information enthält.

Da eine Gesamtanalyse den Rahmen dieser Seminararbeit übersteigen würde, setze ich den Fokus auf die Textverknüpfung, die Textfunktion und den Stil beziehungsweise auf die Jugendsprache.


2 Textanalyse

Linke, Nussbaumer und Portmann (2001, 245) definieren einen Text als „eine komplex strukturierte, thematisch wie konzeptuell zusammenhängende sprachliche Einheit mit der ein[e] Sprecher[In] eine sprachliche Handlung mit erkennbaren kommunikativen Sinn voll­zieht“. Durch die Klassifikationskriterien, die einerseits textintern und andererseits textextern verlaufen, kann man die Textsorte bestimmen.

Das geschieht meistens intuitiv ist dennoch nicht immer eindeutig (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 2001, 248). In diesem Fall handelt es sich um einen Artikel in einer Jugendzeitschrift, der glossenartige  Züge enthält, da er satirisch wirkt.


2.1 Kohäsionsmittel

Die Beziehung zwischen einzelnen Sätzen eines Textes kann man häufig an sprachlichen beziehungsweise grammatikalischen Merkmalen erkennen. Es gibt unterschiedliche


Formen der Realisierung dieser strukturell-grammatischen Textbezüge (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 2001, 215).

In diesem Text findet man besonders häufig die Rekurrenz, also die Wiederholung der glei­chen Wortform. Beispiele hierfür sind „Schuh(e)“ und „Suche“. Wobei bei den „Schuhen“ meist keine Referenzidentität gegeben ist, weil es einerseits um Schuhe geht, die passen, und andererseits um solche, die unbequem sind.  Oft ist die Rekurrenz auch nur partiell, wie man an dem Beispiel „Schuhe“ und „Traumschuhe“ erkennen kann.

Ebenfalls findet man Substitutionen. „Exemplar“ und „Schuh“ werden synonym gebraucht, so wie auch „Jungs“ und „Typen“.

Auffällig ist der Einstieg mit den sogenannten „Pro-Formen“, denn hier heißt es: „Du träumst schon ewig von dem EINEN und weißt ganz genau, wie er aussehen soll?“ Dieses „EINEN“ und das „er“  lassen nicht genau erkennen, was der Text meint, die Jungs oder die Schuhe. In diesem Beispiel handelt es sich um einen kataphorischen Verweis, denn es wird etwas vorgegriffen.

Dieses Spiel mit der Parallelisierung zieht sich durch den Gebrauch von „Pro-Formen“ durch den weiteren Text. Außerdem wird das Merkmal, dass die „Pro-Form“ für beide Begriffe gelten könnte, durch die häufige Großschreibung .....[read full text]

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Das statische „frame“ ist im Fall des Textes „Jungs sind wie Schuhe“, die Lebenswelt einer klischee- und vorurteilbehafteten Pubertierenden, die den ganzen Tag nur an Schuhe und Jungs denkt, ein dynamisches „scripts“ hingegen ist das Stehen vor dem Schuhregal, weil hier ein gewisser Prozess, das Überlegen, welche Schuhe man anzieht, und das Anprobieren, erwartet wird.

Dennoch kann man diese Abgrenzung des gemeinsamen Sachbezugs nicht so einfach treffen, da die Grenzen der Textverknüpfung und der außersprachlichen Wissensbestände oft fließend sind (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 2001, 231).

Nahezu jeder Text beruht auf Wissen, das der/die ProduzentIn von den RezipientInnen erwartet. In dem Beispieltext wird vorausgesetzt, dass die LeserInnen wissen, dass die


Gesellschaft meine, dass Mädchen gerne Schuhe und oder einen Schwarm, oder am besten beides haben. Genauso, geht man davon aus, dass Teenager sich noch nicht in der Welt der  zwischenmenschlichen Beziehungen zurechtfinden und darum häufig Rat suchen. Diese „nicht sprachlich formulierten, aber durch den Text vorausgesetzten und meist problemlos mitverstandenen Wissensbestände“ (Linke/Nussbaumer/Portmann 2001, 262) nennt man auch Präsuppositionen.

Man findet Vernetzungsmuster aus allen drei Grundformen. Die Koordinierung durch „und“, die Chronologisierung am Schluss, als sich „plötzlich“ etwas ändert und der Traumjunge, -schuh doch noch gefunden wird, und die Konklusivität durch die kausalen Verknüpfungen und Begründungen.

Das Textthema ist laut Klaus Brinker (2005, 56), „die größtmögliche Kurzfassung eines Textinhalts“. Nussbaumer, Linke und Portmann (2001, 237) nennen das Thema „die Quintessenz des Textes“.

Das Thema ist die große Liebe und die Subthemen sind Schuhe beziehungsweise das Balzverhalten männlicher, stereotypischer Jugendlicher. Die Subthemen sind einander .....

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dert die Handlungsweise zu übernehmen beziehungsweise dieser Meinung zu sein.

Nach Brinkers Textfunktionen (vgl. Busch/Stenschke 2008, 237) besitzt der Text auf der einen Seite Informationsfunktion, weil er über die Parallelen zwischen Männern und Schu­hen informiert, und auf der anderen Seite Appellfunktion.

Ein Beispiel dafür ist „Viel lieber bewunderst du sie aus der Ferne, denn ihr seid doch viel zu unterschiedlich“. Hier wird impliziert, dass einerseits alle Mädchen so denken (müssen) und andererseits wird davon ausgegangen, dass dieses Handlungsmuster im besten Fall übernommen werden soll.

Es wird das Gefühl einer großen Distanz zwischen den Geschlechtern vermittelt, wodurch eine irreale Sichtweise auf gesellschaftliche Struktur entsteht.


2.4 Textstil

Linke, Nussbaumer und Portmann (vgl. 2001, 306f) bezeichnen den Stil eines Textes im Allgemeinen als die Tatsache, dass SprecherInnen beim Formulieren einer sprachlichen Handlung, in gesprochener oder geschriebener Form, die Möglichkeit haben aus bestimmten Varietäten auszuwählen.

Diese Auswahl kann bewusst oder unbewusst erfolgen, sie kann von der Intention des/der SprecherIn, der aktuellen Kommunikationssituation und anderen Faktoren abhängen.

Jugendsprache zeichnet sich besonders durch den Gebrauch von syntaktischen Eigenheiten und einer Sonderlexik aus. Allerdings muss bei der genauen Definition Jugendsprache weiter unterteilt werden, da diese nicht homogen ist und nicht ausschließlich von Jugendlichen verwendet wird (vgl. Reinprecht 2005, 7-9).

So werden die Texte in Zeitschriften für Teenager höchstwahrscheinlich auch von Erwachsenen verfasst, die sich diesen Wortschatz angeeignet haben, um die Jugendlichen durch die Abgrenzung von der „üblichen Sprache“ besser oder .....

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Eine Textkohärenz und die Logik eines Textes in einer Jugendzeitschrift ist für Erwachsene und vor allem ältere Menschen schwer erkennbar, da das Hintergrundwissen über gewisse Handlungsschemen oder das Verständnis von fachspezifischen Wörtern immer weiter auseinanderdriftet, beziehungsweise sich der Wortschatz durch neue Errungenschaften schnell verändert (vgl. Reinprecht 2005, 48).

Dennoch glaube ich, dass der Text, den ich ausgewählt habe, zwar für einen Erwachsenen, im Gegensatz zu einer Person aus der Zielgruppe, nicht viel Information bietet, sprachlich jedoch auch für Erwachsene verständlich ist.

„[Die Sprache] ist für Jugendliche nicht nur ein Mittel um die Wirklichkeit abzubilden, sondern auch ein Mittel, um Wirklichkeit zu konstruieren“ (Kainer 2003, 30).

Genau das passiert in dem Text. Es werden Verallgemeinerungen formuliert, um die Lebenswelt eines jungen Mädchens abzubilden und eventuell das Verhalten junger Leserinnen dadurch zu beeinflussen. Allerdings bleibt fraglich, wie sehr sich Teenager tatsächlich von einem Text dieser Art manipulieren lassen, da er für einen Erwachsenen eher unterhaltend und ironisch erscheint.

Die Rezeption hängt hier von der LeserIn ab, man darf nicht außer Acht lassen, dass es auch reflektierte Jugendliche gibt.



2.5 Text/Bild Komposition

Ich möchte an dieser Stelle kurz die Eigenschaften des Trägermediums beschreiben. Auf der Seite befindet sich im Hintergrund die Fotografie eines Schuhregals, worauf weiße Strichmännchen gemalt sind. Diese stehen vermutlich für den Zusammenhang zwischen Schuhen und dem männlichen Geschlecht. Die Metapher, dass „Jungs wie Schuhe sind“ wird durch die Ähnlichkeit von Bild und Text noch emotional unterstrichen.

Dieser Satz steht im Indikativ und gilt daher bereits als unumstößlich und wahr. Was er aber, wenn wir unser „Weltwissen“ einbeziehen, auf keinen Fall ist, denn dann ist er nur noch eine weit hergeholte Behauptung, die sich jedoch grafisch augenblicklich in .....

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2.6 Diskursbegriff

Warnke (2002, 130f) bezeichnet als Diskurs „die abstrakte Struktur von Texten, die über das Gleiche sprechen und dabei unter Umständen auch formale Übereinstimmungen aufweisen.“ Ein Text kann also Teil eines oder mehrerer Diskurse sein und Diskurse überschreiten einzelne Texte. Dennoch ist dieser Begriff nicht genau definiert. Texte existieren in Diskursen und Diskurse beruhen auf Texten. (vgl. Warnke 2002, 130f).

Das Textbeispiel ist Teil mehrerer Diskurse: Geschlechterrollen bei Jugendlichen, Mode

und wie sooft die Suche nach der großen Liebe. Es geht um das Klischee, dass irgendwann der „Traumboy“ kommt. Das Bild von Beziehungen wird sehr vereinfacht dargestellt. „Und er wird garantiert wie angegossen sitzen“. Man wird laut dem Text durch eine Beziehung aufgewertet, die Adjektive bei „neidische Girls“ und „uncoole Schlappen“ deuten auf den Diskurs um den sozialen Status hin.


3 Zusammenfassung

Es wurde herausgearbeitet, welche Funktionen ein Text in einer Jugendzeitschrift erfüllt. Vor allem aber wurde klar, wie ein solcher Text indirekt mit der Sprache arbeitet, um Beeinflussung und Meinungsbildung zu erzielen. Der Autor oder die Autorin hat es geschafft, die Zielgruppe direkt anzusprechen und wirkt sehr überzeugt von diesem Gleichnis.

Beim Lesen des Textes wird mit Emotionen gespielt, allerdings enthält er wenig bis gar kei­ne und schon gar keine wissenschaftlichen Informationen. Trotzdem kann man dieser These nach der Lektüre zustimmen, sofern man noch ein Teenager ist.

Im Allgemeinen versucht der Text durch diesen Vergleich von Männern und einem banalen Objekt wie Schuhen, das komplexe Beziehungsverhalten der gesamten Menschheit zu sim­plifizieren. Das ist unverantwortlich, weil die Jugend dadurch ein falsches Bild von der Gesellschaft und dem wahren Leben bekommt. Diese Hefte berichten über eine „perfekte Scheinwelt“ und erfüllen keinen Wahrheitsanspruch.


Das Textbeispiel weist genügend Kriterien auf, um als Text gehandhabt zu werden. Obwohl der Text zumindest seine unterhaltende Funktion erfüllt, bleibt dennoch auch nach der Analyse unklar, ob der Text auch tatsä.....

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Linke, Angelika/Nussbaumer, Markus/Portmann, Paul R. (2001): Studienbuch Linguistik. 4., unveränderte Aufl. Tübingen: Niemeyer (=Reihe Germanistische Linguistik 121).

Nöth, Winfried (2000): Handbuch der Semiotik. 2., vollständig neu bearb. und erw. Aufl. Stuttgart/Weimar: Metzler.

Reinprecht, Dagmar Maria (2005): Das Medienphänomen Jugendsprache. Ein kontrastiver Vergleich von Jugend- und Frauenzeitschriften. Diplomarbeit Graz.

Vater, Heinz (2001): Einführung in die Textlinguistik. Struktur und Verstehen von Texten. 3., überarbeitete Aufl. München: W. Fink.

Warnke, Ingo (2002): Adieu Text – Bienvenue Diskurs? Über Sinn und Zweck einer post­strukturalistischen Entgrenzung des Textbegriffs. In: Fix, Ulla [u.a] (Hrsg.): Brauchen wir einen neuen Textbegriff? Antworten auf eine Preisfrage. Frankfurt [u.a]: Lang (= Forum Angewandte Linguistik Band 40), S. 125-141.


5 Anhang



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