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Interpretation von Pflichtlektüren zum Abitur: Schülerwerke zu Faust I, Iphigenie auf Tauris, Die Leiden des jungen Werthers (Pflichlektüren, Band 3)
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Interpretation
German studies

University, School

Pädagogium Bonn - Otto-Kühne-Schule Päda/Paeda

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Dramenanalyse „Iphigenie auf Tauris“ Das Theaterstück „Terror-ihr Urteil“ stellte im großem Rahmen, dem des ZDFs der deutschen Öffentlichkeit eine Ethische Frage. Eine nach der Rechtsmäßigkeit des Abschießen eines Passagierflugze­ugs­, welches von Terroristen entführt auf ein volles Fussballstadion zusteuert. Als Interaktiver Fernsehfilm der den Gerichtsprozess bebildert lässt man per Abstimmung den Zuschauer als Schöffen auftreten und hält zwei mögliche Enden bereit: den Freispruch sowie die Verurteilung. Mit dem Fragen nach dem korrekten Handeln als treibende Thematik reiht sich dieser Film hinter viele andere Werke der deutschen Kulturlandschaf­t, man sollte demnach meinen die Öffentlichkeit ist im Umgang mit solchen Fragen versiert. Eines dieser anderen Werke ist Goethes Iphigenie auf Tauris, ein Werk aus der Weimarer Klassik, welches von dem Zweispalt zwischen Pflichterfüllun­g und Leidenschaft handelt. Die Antworten die Goethe auf Problematiken, die dem des Fernsehfilms nicht unähnlich sind, gibt sind demnach heute noch aktuell. Die Szene beginnt mit einem, nach einem Gespräch Iphigenies suchenden Pylades. Dieser verkündet dieser das ihr Bruder unerwartet von seiner Verfolgung durch die Furien geheilt sei und somit auch sein Gemüt. Iphigenie zeigt sich glücklich über die Nachricht der Genesung. Pylades erzählt dieser weiter von dem

Szenenanalyse: Iphigenie auf Tauris

Akt II, Szene 1 (V.680-761)


Ausschnitt aus Akt II, Szene 1 (V.680-761)

  1. Ordnen Sie die Textstelle in den Handlungszusammenhand ein (auch nach der Theorie des Dramas nach Gustav Freytag).
  2. Erarbeiten Sie am Text, wie Orest und Pylades jeweils ihre Abhängigkeit von den Göttern definieren und erläutern Sie den Satz "Du mehrst das Übel/und nimmst das Amt der Furien auf dich" (V. 756).
  3. Ergänzen Sie Iphigenies Position zwischen Determination und Freiheit bezogen auf ihre Handlungsoptionen bis einschließlich Akt III.

1) Einorden der Textstelle

Der vorliegende Ausschnitt aus dem 1. Auftritt des 2.Aufzugs aus Johann Wolfgang von Goethes Drama „Iphigenie auf Tauris“ (1786) welcher der Epoche der Weimarer Klassik zuzuordnen ist, stellt einen Dialog zwischen Orest und Pylades dar, in welche Pylades versucht Orest von seinem Fluchtplan zu überzeugen.

Die beiden waren kurz zuvor am Ende des 1. Aufzugs, der die Exposition darstellt, auf Tauris angekommen und sollen nun, wie es das Gesetz vorschreibt, der Göttin Diane geopfert werden. Im 1. Auftritt des 2. Aufzugs, der der steigenden Handlung zuzuordnen ist, möchte Orest in seinem Wahnsinn schon den bevorstehenden Tod akzeptieren, da er den Willen der Götter, für unausweichlich hält, wohingegen Pylades an ihre Rettung glaubt.

Darauf trifft Pylades im 2. Auftritt auf Iphigenie und appelliert an ihr Mitgefühl um sie dazu zu bewegen ihnen bei ihrer Flucht zu helfen, wobei er seine und Orest’s wahre Identität nicht preisgibt, was ebenfalls zur steigenden Handlung gehört.


2) Im Folgenden werde ich die unterschiedliche Einstellung Pylades’ und Orest’s zu den Göttern analysieren.

Der Ausschnitt beginnt damit, dass Pylades Orest daran erinnert, was die Götter durch ihn schon alles getan haben,  und er sich glücklich schätzen solle („Allein, o Jüngling, danke du den Göttern, dass sie so früh durch dich so viel getan“ V.699-700), was mittels einer Anapher („so […] so[…]) betont wird und auf eine optimistische Einstellung hindeutet.

Darauf entgegnet Orest jedoch, dass alle Taten, die die Götter durch ihn vollbracht hätten, nämlich den Mord an seiner Mutter, der durch den Tantalidenfluch unausweichlich war,  nur negativ seien. Er versinkt dabei in Selbstmitleid und Schuldgefühlen („Glaube, sie haben es auf Tantals Haus gerichtet, und ich der letzte, soll nicht schuldlos, soll nicht ehrenvoll vergehn“ V. 710-713), da er zu dieser Tat von den Göttern gezwungen wurde.

Auch diese beiden Verse werden durch eine Anapher hervorgehoben. Orest möchte sich in seiner pessimistischen Denkweise dem Schicksal ergeben und hat nur noch den Wunsch zu sterben („So hab ich wenigstens geruh’gen Tod“ V. 729), Pylades jedoch schwärmt ihm vor, dass die Götter sich vielleicht schon längst einen Plan zu ihrer Rettung  ausgedacht hätten („vielleicht reift in der Götter Rat schon lange das gro.....[read full text]

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