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Interpretation
German studies

University, School

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Grade, Teacher, Year

1, 2011

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HAUSÜBUNG Unkorrigiert, daher noch fehlerhaft! 1.) Übersetzen Sie die Textstelle aus dem „Iwein­220­ des Hartmann von Aue! 1 Auf diese Weise schlich er sich fort 2 und konnte oft aufrichtig wie ein Mann 3 die Ehre durch Klugheit 4 gewinnen und bewahren. 5 Und es kam, dass er die Knappen vorfand. 6 Den Besten nahm er nun sofort, 7 dem er nichts verheimlichte. 8 Ganz im Stillen sagte er ihm, 9 dass er ihm sein Reitzeug 10 auf sein Pferd lege: 11 er wollte zum Feld reiten 12 und selbst dort außerhalb warten 13 bis er ihm seinen Harnisch…
Fragenkatalog Iwein Autor/Entstehun­gsz­eit/Ents­tehungsort­ - entstanden zwischen 1199 bis 1205 Überliegerung - 15 Handschriften - 17 Fragmente (13. bis 16 Jh.) Thema/Inhalt - Iwein verrittert sich; Konflikt zwischen Treuepflicht zur Minneherrin und ritterlichem Kampf als Herrenpflicht - Verliert wegen des gedankenlosen Terminversäumni­s die Liebe zu Laudine - Besteht viele Abenteuer, um zu sich selbst zu finden und die Liebe Laudines zurück zu gewinnen Historischer Iwein - Owain, Sohn Uryens, in keltischen Liedern…

PS Mediävistik: Iwein 14.11.2011

Dr. Schneider


Die von Hugo Kuhn begründete Doppelwegstruktur hat das Strukturverständnis des Artusro­mans revolutioniert und wurde zu einem allgemeinen Konsens, was den Aufbau der Artusepik be­trifft. Viele namhafte Germanisten haben sich ausgehend davon bereits mit der Struktur des Iwein beschäftigt und sind zu ganz unterschiedlichen Darstellungsweisen gelangt. Die folgende Arbeit versucht sich an der Symbiose aus Darstellung und Interpretation der Erzählstruktur von Hartmanns von Aue Iwein1.

Wie für die mittelalterliche Dichtung üblich beginnt auch die Erzählung des Iwein mit einem Prolog. Für eine genauere Betrachtung der Erzählstruktur ist dieser daher von keiner allzu großen Bedeutung. Die zu untersuchende Handlung gliedert sich nun in zwei Zyklen mit jeweils einer Ex­position. Dem ersten Zyklus, der bis zum Ende der Turnierreise reicht, geht die Kalogrenant-Erzäh­lung voraus.

Zwischen beiden Teilen steht Lunetes Anklage am Artushof. Der zweite Zyklus be­ginnt dann nach dem Verfall in den Wahnsinn und endet mit der Versöhnung. Es hat also den An­schein, als liege auch hier der sog. Doppelweg vor. Blicken wir nun auf den ersten Zyklus, der sich wie folgt darstellen lässt:


Kalogrenant Kampf Ascalon Substitution Ascalon mit Iwein Verteidigung Quelle Hochzeit Turnierreise


Auf Kalogrenants Erzählung hin reitet Iwein in das Brunnenreich aus, um auch gegen Asca­lon zu kämpfen, besiegt diesen und nimmt so dessen Stellung als Laudines Gatte und Beschützer des Brunnenreichs ein. Iwein tritt also im Spannungsfeld zweier Wertezentren auf: Der auf Ansehen fixierten Artuswelt und als Gegenpol das minne-dominierte Brunnenreich um Laudine.

Der Aufga­be als Beschützer wird er, als der Artushof an der Quelle erscheint, gerecht und man feiert Hochzeit. Über der Komposition des ersten Teils steht also der Anspruch, Iwein zu glorifizieren. Als Mitglied der Artusrunde schon ganz zu Beginn dargestellt, heben die folgenden Etappen in sukzessiver Rei­hung sein Ansehen. Der Sieg gegen Ascalon und dessen Verfolgung âne zuht (Iwein: 1056) legiti­miert seine Zugehörigkeit zu Artus, die erfolgreiche Verteidigung der Quelle zeigt, dass er seinen neuen Aufgaben gerecht wird und impliziert damit die Annahme, dass er auch als Ehemann seine Pflichten erfüllen wird.

Dass Gawein Mühe hat, ihn zu der Turnierreise zu überreden, verstärken diesen Eindruck. Im ersten Zyklus ist Iwein also ein von der êre Getriebener. Er zieht aus, um Kalo­grenants êre wiederherzustellen und seine zu mehren. Sukzessiv wird Iwein durch das glorifiziert, was später die eine Hälfte seiner Schuld sein soll. Die andere Hälfte stellt seine Unfähigkeit mit Ter­minen umzugehen dar.

Zwischen dem ersten und zweiten Handlungszyklus steht die Szene, in der Iwein am Artus­hof auf Lunete trifft. Iwein hat sich bei der Reise mit Gawein zwar prächtig bewährt, jedoch nicht darauf geachtet, die Jahresfrist von Laudine einzuhalten. Während Iwein von den Repräsentanten des arturischen Wertekanons für seine Verdienste in den Turnieren gelobt wird, erfährt er von Lune­te scharfe Kritik für des Versäumen der Frist (und damit auch implizit für das Entsprechen des Wer­tek.....[read full text]

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Am nächsten Morgen besiegt Iwein zunächst den Riesen Harpin und geht dann auch aus dem Gerichts­kampf für Lunete als Sieger hervor.

Der zweite Block von Aventiuren entspricht in seinem Aufbau dem ersten, lediglich unter anderem Vorzeichen. Auch er beginnt mit einem Versprechen. Iwein sagt der jüngeren Tochter des Grafen vom Schwarzen Dorn aus Mitgefühl und Gerechtigkeitssinn seine Hilfe zu und verspricht, für sie im Gerichtsstreit zu kämpfen. Auch dieser Aventiure ist eine weitere Aventiure eingebaut.

Bevor Iwein zu dem Gerichtsstreit antritt, kommt er zur Burg der schlimmen Abenteuer, wo drei­hundert Jungfern von zwei Riesen festgehalten werden. Wie schon in dem Block zuvor geht nun der rekursiven Auflösung der Aventiuren eine Erzählung voraus – die des leichtsinnigen Jünglings. Aus den gleichen Motiven wie zuvor kämpft Iwein gegen die Riesen, besiegt diese und tritt zum Ge­richtskampf am Artushof gegen Gawein an.

Es zeigt sich also, dass die den Aventiureblöcken vor­ausgehenden Abenteuer (Narison-Löwenrettung) die Leitmotive für diese abstecken. Der Abenteu­erblock Lunete-Harpin wird durch persönliche Verpflichtung bestritten, der Block jüngste Tochter vom Schwarzen Dorn-Geiselbefreiung steht unter dem Vorzeichen von Mitgefühl und Gerechtig­keitssinn. Abgeschlossen wird die Erzählung durch die Rückkehr ins Brunnenreich und die Versöh­nung von Laudine und Iwein.

Was Kuhn für den Erec festhält, nämlich dass Teil 1 seine Geschichten ineinander schachte­le, Teil 2 Reihen bilde4, gilt, vice versa auch für den Iwein. Auch auffällig sind die durchaus promi­nenten Motivverdopplungen über die Zyklen hinaus und innerhalb derer. Lunete beispielsweise ret­tet Iwein im ersten Zyklus durch den Zauberring, Iwein hingegen rettet Lunete im zweiten Zyklus du.....

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Daraufhin stal er sich dan (945). Iwein zieht also heimlich aus, um si­cherzustellen, dass er es ist, der das Quellenabenteuer besteht. Auf dieser Reise durchlebt er die gleichen Stationen wie sein Vetter Kalogrenant und kommt schließlich auch an der Quelle an. Kurz darauf sieht er sich Ascalon gegenüber und ihm wird klar, daz er sich weren (1005) muss, um laster unde leit (1007) zu entgehen.

Iwein erkennt also eine Notwendigkeit im Kampf mit Ascalon. Diese erscheint wenig später weiter zugespitzt. Do gedâht her Îwein, ob er in / niht erslüege od vienge, / daz ez im danne ergienge / als im her Keiî gehiez, / (1062-1065). Ist Iweins Motivation kurz zuvor zwar auch die bevorstehende Möglichkeit der Schande gewesen, wird dies jetzt, in einem ernsteren Zusammenhang, weiter konkretisiert.

Iwein hält sich vor Augen, dass er nur zwei Möglichkeiten hat, um seinen Sieg zu beweisen und somit Keies Spott zu entgehen. Die Angst davor macht somit aus weren (1005) wenig später erschlagen. Daraufhin jagt er Ascalon in seine Burg, in der Iwein dann durch zwei Fallgatter gefangen wird. Dort wird er von Lunete gefunden, bewirtet und mit ei­nem Unsichtbarkeitsring ausgestattet.

Wenig später erblickt er den aufgebahrten, toten Burgherren Ascalon. Gefolgt wird dieser von einer Frau, die die zweite Handlungsmotivation in dem Abschnitt einführt: Laudine, Ascalons Ehefrau, die sich haareraufend ihrer Trauer hingibt. Diese ist so über alle Maßen schön, daz er sîn selbes gar [vergaz] vergisst / und daz vil kûme [versaz] erduldet / sô sî sich [roufte] rauft unde [slouc] schlägt (1335-1337).

Iwein entbrennt sofort in minne zu ihr und kann sich kaum zurückhal­ten, ihr Tun zu beenden. Die minne ist es dann auch, die ihn zu einer List verleitet. Voller Betroffen­heit klagt er Lunete sein Leid, die Trauergemeinde nicht sehen zu können. Diese erfüllt ihm seine Bitte und öffnet ihm ein Fenster, von dem aus er die sich erneut geißelnde Laudine sehen kann. Dô daz her Îwein ersach, / dô lief er gegen der tür, / als er vil gerne vür / zuo ir wolde gâhen / und ir die hende vâhen (1478-1482).

Bei diesem Anblick verlässt ihn nun vollends die Beherrschung und er versucht, zu ihr zu eilen. Lunete ist es dann, die ihn gerade noch rechtzeitig davon abbringt und ihn daran erinnert, dass vor der Tür nur der Tod auf ihn wartet. Wenig später muss Lunete, um kein Misstrauen zu erregen, Iwein verlassen und sich der Trauergemeinde anschließen. Iwein, wieder al­leine, macht sich seine nôt b.....

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Außer sich und nicht im Stande klar zu denken, versucht er zweimal, zu Laudine zu eilen. Beim ersten Mal, kann er sich selbst noch müh­sam zurückhalten, beim zweiten Mal bedarf es der Hilfe der umsichtigen Lunete5, ihn vor dem Tode zu bewahren. Schnell erkennt Iwein, dass er in einer verfahrenen Situation feststeckt. Interessant hierbei ist, dass direkt nachdem klar wird, dass seine Gedanken von der kraft der minne (1520) be­drängt sind, er sich fragt, wofür all seine Mühe nützlich sei, wenn er seinen Sieg nicht beweisen könne.

Der Ehrgewinn und die Angst, dem arturischen Wertekanon nicht zu entsprechen, sind zu­nächst also noch Ursache von Iweins Motivation. Schon wenig später zeigt sich aber, dass die min­ne nun Überhand über die êre gewinnt. Seine Laudine nicht mehr sehen zu können bedeutet ihm mehr als alle Ehre der Welt (vgl. 1731-1736).


Wir haben nun also êre und minne als die causa Iweinschen Handelns ausgemacht. Erst die êre und dann auch die minne als Motive treten zunächst in einer Situation zu Tage, die dann noch­mals, in gesteigerter Intensität wiederholt wird (Motivverdopplung). Festzuhalten bleibt zudem, dass gerade die Dispositio, also dass die minne auf die êre folgt, als episches Vorzeichen für den späteren Verlauf des Stücks zu deuten sind.


Nun gilt es, einen Blick auf die Erzählhaltung des auktorialen Erzählers im Iwein zu werfen. Vier Mal erfahren wir auf der Ebene des Discours etwas über Iweins Handeln auf Ebene der Hi­stoire. Direkt zu Beginn, als uns vermittelt wird, dass Iwein sich dazu entschlossen hat, alleine zur Quelle zu reiten, bewertet der Erzähler Iweins Handeln. Iweins Handeln, also sein Wegstehlen von der Gruppe zum Ehrgewinn, wird affirmativ bewertet, denn für den Erzähler ist Iwein wie einer, der êre mit listen / kunde gewinnen und vristen (947f.) Die zweite Wertung erscheint in dem Bericht über den Kampf mit Ascalon. Hie huop sich ein strîten / das got mit êren möhte sehen, / und solt ein kampf vor im geschehen (1020-1022).

In dieser Szene bewertet der Erzähler die Art und Weise von Iweins Handeln sogar als gottwürdig und der Sieger des Kampfes sei ein so hövesch man (1040). Ziemlich genau vierhundert Verse hält sich der Erzähler nun mit Wertungen zurück. Iweins List kommentiert er dann mit den Worten: Die rede meinder niender sô: / wan ern gaebe drumbe niht ein strô,/ (1439f.). Der Erzähler vermittelt uns also, dass es sich bei Iweins Verhalten .....

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3Gemeint ist damit Gawein.

4Kuhn, Hugo: Dichtung und Welt im Mittelalter. Stuttgart 1959, S. 138.

5 Man kommt nicht umhin, Lunete hier als Antagonistin zu Keie zu nennen. Sie ist es, die demo.....

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