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French

University, School

Ludwig-Maximilians-Universität München - LMU

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Hr. Schneider

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Erziehung – Bildung - Sozialisation Lernskript Inhaltsverzeich­nis 1    Grundbegriffe: Bildung, Erziehung und Sozialisation. 1 2    Der Grundbegriff Erziehung. 3 3    Jean-Jacques Rousseau: Naturzustand und natürliche Erziehung. 4 4    Immanuel Kant: Erziehung über die Generationen -Disziplinierun­g, Kultivierung und Zivilisierung. 6 5    Der Grundbegriff Bildung. 6 6    Platon: Bildung als Transformation. 7 7    Wilhelm von Humboldt: Bildung als wahrer Zweck. 9 8    Theodor W. Adorno: Dialektik der Bildung. 10 9   â€¦
„Herbst auf der ganzen Linie“ von Erich Kästner Gedichtanalyse Im Folgenden wird das Gedicht „Herbst auf der ganzen Linie“ von Erich Kästner analysiert. Es wurde im Jahr 1931 geschrieben und ist daher Thematisch der „Neuen Sachlichkeit“ zuzuordnen. Das Gedicht handelt vom Fortschreiten der Zeit und den erkaltenden Emotionen. Der Deutungshypothe­se kann zu Grunde gelegt werden, dass das Gedicht die momentane Situation und die schiere Ausweglosigkeit aus dem ewigen Kreislauf auszubrechen widerspiegelt und ebenso auch die absolute…

Stéphane Mallarmé – Scheitern auf ganzer Linie?!


Scheitern im Œuvre Mallarmés

Ludwigs-Maximilians-Universität

Institut für Romanische Philologie

Proseminar: Einführung in die Lyrik der frühen Moderne: Baudelaire, Rimbaud, Mallarmé

Wintersemester 2007/2008

Dozent: Dr. Lars Schneider

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

2 Eine gekürzte Analyse der Gedichte . 2

2.1 Le Sonneur 2

2.2 Petit Air II . 5

3 Le Livre . 9

4 Zusammenfassung . 12

5 Schluss . 14

6 Bibliographie . 15

1                    Einleitung

Die Kenntnis über Mallarmé, sein Werk und seine ideellen Hinterlassenschaften gehören eher nicht zum Allgemeinwissen. Auch ich habe ihn, vor Belegung des Proseminars, nicht gekannt. Als ich Freunden erzählte, dass ich ein Referat über ein nicht-existentes Buch halten werde, erntete ich nur ungläubige Blicke.

Wie soll denn das bitte funktionieren – Literaturwissenschaft ohne Primärliteratur? Kann man wirklich berühmt sein für etwas, woran man gescheitert ist?

Stéphane Mallarmé ist ein Dichter, der es einem nicht leicht macht, seine Gedichte zu verstehen – und der auch nie wollte, dass jeder beliebige, des französischen mehr oder weniger mächtige Mensch, seine Gedichte (zumindest auf Anhieb) versteht.[1] Aber ein Buch, das er nicht geschrieben hat, und über das sich schlaue Mitmenschen seitenweise Gedanken gemacht haben, obwohl es ja – nach dem heutigen Stand der Forschung - gar nicht existiert hat, ist eine faszinierende Sache.

Aber die große Frage bleibt: kann man das Scheitern als Mallarmé’s großes Thema auffassen? Er hat der Nachwelt (wenn auch nicht alles freiwillig[2]) ein umfangreiches Werk hinterlassen - ist es da gerechtfertigt, einer Arbeit den Titel Mallarmé – Scheitern auf ganzer Linie zu geben?

Ob er letztendlich an seinem eigenen Anspruch gescheitert ist, vermag nur er selbst zu beurteilen, ich möchte mich in dieser Arbeit dennoch seinem Scheitern nähern. Das Thema des Scheiterns zieht sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Lebenswerk hindurch; dies wird an Hand eines seiner frühen und eines seiner späten Gedichte belegt werden.

Anschließend werde ich das in seinen Gedichten beschriebene Scheitern in Bezug zu seinem großen Projekt Le Livre setzen, welches auf seine Art das Scheitern als Grundthema beinhaltet.

Selbst wenn es möglicherweise zum Objekt des Scheiterns wurde, ist dieser Schluss nicht darauf aus, Mallarmé's Ruhm und den Wert seiner Werke zu schmälern, denn die „bedeutenden Kunstwerke sind wohl überhaupt die, welche nach einem Äußersten trachten, die darüber zerschellen und deren Bruchlinien zurückbleiben als Chiffren der unnennbaren obersten Wahrheit.[3]


2                    Eine gekürzte Analyse der Gedichte

Ich habe mich für eine nicht vollständige Analyse der Gedichte entschieden, da das Hauptaugenmerk nicht auf Pragmatik, Semantik und Syntax der Gedichte gelegt werden soll, sondern ich das Thema des Scheiterns herausarbeiten möchte. Daher werde ich mit seinem früheren Gedicht, Le Sonneur beginnen, und mich dann Petit Air II zuwenden.

Danach werde ich zunächst Le Livre vorstellen, um dann die Thematik des Scheiterns als roten Faden in Mallarmé's Lebenswerk zu beleuchten.

2.1              Le Sonneur

Dieses Gedicht ist dem Werk des frühen Mallarmé zuzurechnen. Erstveröffentlicht wurde es am 15.03.1862 in L'Artiste. Zum ursprünglichen Text sind zusätzlich zwei weitere Versionen bekannt.[4]

« Le Sonneur développe un des thèmes [ . chers au second romantisme], à savoir l'inaccessibilité de l'Idéal aux efforts du poète, dans le cadre d'une symbolique traditionnelle, à deux volets. »[5] Somit gilt das Gedicht als noch stark von Baudelaire beeinflusst.

Le Sonneur

1 Cependant que la cloche éveille sa voix claire
2 A l'air pur et limpide et profond du matin
3 Et passe sur l'enfant qui jette pour lui plaire
4 Un angélus parmi la lavande et le thym,

5 Le sonneur effleuré par l'oiseau qu'il éclaire,
6 Chevauchant tristement en geignant du latin
7Sur la pierre qui tend la corde séculaire,
8 N'entend descendre à lui .....[read full text]

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Doch dieses Ideal, welches für den Glöckner und somit auch für den Dichter nur in bribes (V.12) und als creuse (V.12) wahrnehmbar ist, stellt für beide das Ziel alles Strebens dar und so verzweifelt trifft das Glöckner-Dichter-Ich im letzten Terzett, nach einer Anrufung des Satan, die Aussage, dass es sich eines Tages, fatigué d'avoir en vain tiré (V.13), an seinem eigenen Glockenstrang erhängen wird.

Die eingeführten Isotopien werden zum einen im Laufe des Gedichts ersetzt, und zum anderen erfahren sie eine Steigerung ins Negative. Das erste Quartett ist durchdrungen von der Isotopie der Helligkeit (matin, claire V.2, pur V.1), der Kirche (und damit Gott) (angelus V.4, sonneur V.5), alles erinnert an das Paradies.

Schon das zweite Quartett hat die durchdringende Helligkeit verloren, aber die Isotopie des Lebens (enfant V.3, sonneur, oiseau V.5) hat Bestand. Auch die im ersten Quartett begonnene Isotopie des (reinen) Klanges (voix claire V.1, angélus V.4) ist noch vorhanden, auch wenn sie bereits abgeschwächt (tintement lointain V.8) wird.

In den Terzetten werden alle Isotopien durch ihre negativen Pendants ersetzt. Statt wie Hiob in seiner Verzweiflung Gott anzurufen, wendet sich der Glöckner an den Satan (V. 14), statt Lebensfreude wird der Todeswille (V.14, fatigué V.13) bekundet, statt Helligkeit herrscht nuit (V.9), und statt des Klanges herrscht eine Art Stille (V.12), der Dichter wird noch einmal in seine Gehörlosigkeit verbannt.

Die in den Quartetten aufgebaute Opposition zwischen der (momentan paradiesisch anmutenden) Welt und dem Glöckner bleibt erhalten und wird spezifiziert: der Dichter rückt an die Stelle des gehörlosen Glöckners.

Mallarmé nutzt außerdemeine nicht alltägliche Syntax: nuit désireuse (V.9) wird ohne Komplement genutzt; dies führt dazu, dass das Objekt der Begierde nicht genannt wird und sich beim Leser die Assoziation eines unendlichen Objekts ergibt – die Unendlichkeit, das Idéal wird somit zum erstrebten Objekt.

Vers 11 beinhaltet eine für den Leser schwer verständliche Zeile. Der Vogel aus dem zweiten Quartett erscheint hier durch eine Trope wieder. Aber er ist zu einem Symbol für die Sünde geworden. Im Proseminar haben wir besprochen, dass ébat (V.11) bei Mallarmé für den Flügelschlag, somit also sinnbildlich für den Vogel steht. Auch plumage (V.11) verstärkt diesen Eindruck.

Dann wird dieser Vogel mit froids péchés (V.11) verbunden. Im Plural notierte Sünden, die kalt, also ohne Gefühlsregung begangen wurden, werden ironischer Weise mit einem treuen (feál V.11) Vogelwortfeld verbunden: die Sprache wird absolut und der Leser verwirrt. Meiner Meinung nach wollte Mallarmé damit aussagen, dass das Idéal greifbar war, aber ihm, als Glöckner wie als Dichter wieder entwischt ist.[7]

In dem Gedicht dokumentiert Mallarmé zunächst das Versagen und das anschließende Verstummen des Glöckners und damit seiner selbst. Er scheitert an dem Gegensatz zwischen l'idéal und le réel.

2.2              Petit Air II

Petit Air II

1 Indomptablement a dû
2 Comme mon espoir s'y lance
3 Éclater là-haut perdu
4 Avec furie et silence,
 
5 Voix étrangère au bosquet
6 Ou par nul écho suivie
7 L'oiseau qu'on n'ouït jamais
8 Une autre fois en la vie.
 
9 Le hagard musicien,
10 Cela dans le doute expire
11 Si de mon sein pas du sien
12 A jailli le sanglot pire
 
13 Déchiré va-t-il entier
14 Rester sur quelque sentier![8]


Erstveröffentlicht wurde dieses elisabethanische Sonett 1893, als Mallarmé es Alphonse Daudet ins Poesie-Album schrieb. Es gibt drei Gedichte mit dem Titel Petit Air, doch ist dies das einzige, in dem die Leichtigkeit des Titels nicht zu seinem tragischen Inhalt passt. Selbst nach intensiver Einarbeitung in die Thematik des Gedichts behält es eine gewisse Unverständl.....

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Die Isotopien bleiben im Verlauf des Gedichts relativ konstant, die am Anfang vorherrschende Isotopie des Lebens wird zum Ende hin durch die Isotopie des Todes, des Scheiterns am Leben verdrängt.

Die genannten Isotopien lassen sich unter den Überbegriffen l'Idéal und le réel zusammenfassen; das Gedicht erzählt von dem Aufeinander treffen dieser beiden Gegensätze.

Schon das erste Wort des Textes hat eine herausragende Stellung. Durch eine Inversion ist das Adverb indomptablement (V.1) vor das Verb gestellt und erfährt damit eine Verstärkung. Der Leser stolpert über diese besondere grammatikalische Behandlung, die noch verstärkt wird durch die Verbform a dû (V.1) – irgendetwas unbezähmbares wird unausweichlich geschehen, das ganze erste Quartett beschreibt skizzenartig eine noch nicht benannte Aktion.

Ohne dass der Leser das Subjekt des Satzes kennt, vergleicht sich das lyrische Ich mit diesem. Irgendjemand fliegt so hoch hinaus comme mon éspoir s'y lance (V.2). Und obwohl man noch nicht weiß, mit wem hier der Vergleich angestellt wird, beschreibt dieses Quartett die Symbolik des Gedichtes: eine für den Leser unverständliche Hoffnung und Motivation hoch hinaus zu wollen und dessen Scheitern.

Erst im zweiten Quartett wird das Subjekt des Satzes eingeführt: der Vogel, der irgendwie anders ist als die anderen. Er ist nur ein einziges Mal zu hören und erhält noch nicht einmal eine Antwort von seinen Artgenossen – entweder weil er nicht verstanden oder weil er einfach ignoriert wird. Das lyrische Ich vergleicht sich mit einem Vogel, dessen Motivation zum Senkrechtstart nach oben unbekannt bleibt.

Der Start wird aber ohne Zweifel ausgeführt – bis zum bitteren Ende. Eine einzige Lautäußerung, qu'on n'ouit jamais une autre fois en la vie (V.7/8); der Vogel entzieht sich unseren Blick und plötzlich ist da nur noch Stille – hat sich der Vogel gen Himmel gestürzt um zu sterben?

Niemand weiß, warum der Vogel so gehandelt hat. Nun kann man an dieser Stelle auch die Schlussfolgerung ziehen, dass – da Vogel und lyrisches Ich die selbe Hoffnung und Motivation teilen – sie auch beide das Desaster, das Scheitern an ihren Idealen, als Los haben. Dies entspricht der Auffassung des Totemismus, dem Glauben an eine ideale und reale Verbindung mit einem Totemtier, dessen Tod den eigenen Tod ankündigt.[10]

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Der finale Zweizeiler behandelt das erhoffte Schicksal des hagard musicien (V.9). Das durch Inversion nach vorne gestellte erste Wort déchiré (V.13) deutet dem Leser dieses Ausrufs an, dass éclater (V.3) wortwörtlich im zerstörenden Sinn zu verstehen ist.

Wie déchiré und entier (V.13) gleichzeitig zusammen passen, ist schwierig zu sagen. Von dem Vogel soll gar nichts – nicht einmal die Erinnerung an seinen Gesang – bestehen bleiben.[13]

Im Gegensatz zu dem Vogel kann man sagen, dass « Mallarmé, dans ce cas, était assuré au moins de la survivance de l'oeuvre du mort dans les jardin allégoriques de la poésie ».[14]

Insgesamt stellt das Gedicht somit einen nicht lösbaren Widerspruch zwischen einer harmonischen (mit dem Totemtier) und einer agonalen Beziehung zu einem Naturwesen dar.[15]

Das Gedicht ist «  le symbole métaphysique le plus intense de cette cruauté de l'Idéal, que Mallarmé toute sa vie a tenté d'apprivoiser sans pouvoir jamais cesser de la sentir ».[16]  Es ist also ein Gedicht über das Scheitern.

3                    Le Livre


Die Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts hat die Kunst in eine gesellschaftliche Isolation gedrängt, indem sie die Universalität der dichterischen Erkenntnis in Frage stellte. Mallarmé versuchte, sie wiederherzustellen durch die universale, totale und bewusste Produktion und Konstruktion, er sieht die Dichtkunst als Weg zum verloren gegangenen Absoluten, dem Ideal. Seine Antwort: das „absolute Buch“.[17]

Doch was ist „Le Livre“? Betrachtet man den Wortgebrauch Mallarmés, so scheint es, dass er mit dem Begriff livre ein literarisches magnum opus meint, er sieht den Sinn der Welt in ihrer literarischen Aufarbeitung, in ihrer Erfassung durch das Buch: tout, au monde, existe, pour aboutir à un beau livre.[18]

Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass nicht Mallarmé selbst den Titel Le Livre geschaffen hat.[19] In dieser Zusammensetzung ist er auf Literaturwissenschaftler und Literaturkritiker zurückzuführen. Mallarmé selbst nutzt livre, oevre, seltener Livre aber so gut wie nie Le Livre. In seiner Autobiographie und in Quant au Livre nutzt er die Groß- und Kleinschreibung der Buchstaben als ein visuelles Mittel der Betonung, oft unterstreicht er Argumente damit.[20]

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In seiner Aufsatzsammlung Quand au Livre bezeichnet Mallarmé selbst sein Werk als instrument spirituel.[28] Die Lektüre des aus Zeichen, Zahlen und Bildmetaphern bestehenden Buches entspricht einem geistigen Würfeln und Kombinieren, denn es sollte ein Abriss des ästhetisch Machbaren und der möglichen Verfahren der modernen Literatur enthalten.

Wenn dieses Werk denn je geschrieben worden wäre, hätten mit Hilfe eines zufälligen Auswahlverfahrens die Buchblätter miteinander kombiniert werden sollen, um herauszufinden, ob aus dieser zufälligen Konstellation ein Sinn heraus gelesen werden kann.[29] Denn er suchte « à contempler un principe de toutes les oeuvres possibles [ .] à surmonter, par l’analyse et la construction combinées des formes, toutes les possibles de l’univers des idées, ou de celui des nombres et des grandeurs ».[30] 

Die Konzeption seines Buches ist die Antwort auf die von ihm empfundene unbegrenzte Leere in der ihn umgebenden Welt. Mallarmé verwirft die Idee von Substanz und permanenter Wahrheit und schließt jeden begrenzten, endgültigen Sinn aus, « en tous cas, la vérité de la littérature totale n’est pas une, elle est multiple ».[31]

Auch sieht Mallarmé sein zukünftiges Werk nicht beschränkt auf die Dichtung an sich oder gar auf sein eigenes Werk, er möchte das Projekt als Gesamtkunstwerk, als Zusammenspiel aller Künste, verstanden wissen.

Somit hat Mallarmé's Buch zwei Grundprinzipien: zum einen, dass es seinen Inhalt durch Kombination der einzelnen Blätter und durch die Assoziationskraft des Lesers hervorbringt: es ist eine Art Kollektivunternehmen. Der zweite Grundsatz ist, dass das literarische Produzieren absolut ist. Das Dichten an sich ist nicht das bloße Abbilden und Bewahren der Realität, sondern es gilt « la seule réalité c’est la littérature! »[32]

Aber wie kommen wir dazu, über ein erstmal gescheitertes – da nie realisiertes - Buchprojekt zu reden? Mallarmé selbst sagt:

«[…] mais l’initiative […] raccorde la notation fragmentée […] cela me possède et je réussirai peut-être; non pas à faire cet ouvrage dans son ensemble (il faudrait être je ne sais qui pour cela!) mais à en montrer un fragment d’exécuté, à en faire scintiller par une place l’authenticité glorieuse, en indiquant le reste tout entier auquel ne suffit pas une vie. »
[33]

Das absolute Buch muss also ein fragmentarischer Entwurf bleiben, seine Ausführung ist in der Realität unmöglich. Denn zum einen scheitert Mallarmé an seinem Anspruch einer idealen (göttlichen) Universalität – der Mensch Mallarmé muss an dieser Aufgabe scheitern. Zum anderen ist es unmöglich mit Hilfe der Literatur eine ideale Realität schaffen zu wollen.[34]

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Und aus diesem Zwiespalt heraus erwächst auch das Scheitern, « [ .] cette voix exaspérée où l'indomptable espérance éclate en néant ».[35]

Mallarmé hat sich somit zu Anfang und auch gegen Ende seines Lebens mit dem Thema des Scheiterns befasst. Und es hat ihn sein ganzes Leben lang nicht losgelassen:

Die Idee zu Le Livre stammt aus der frühen Schaffensperiode Mallarmés. Aber er hat sich Zeit seines Lebens damit beschäftigt, und immer wieder verschiedene Aussagen über den Umfang und die Realisierung getroffen. Sprach er noch 1876 von einem Buch in fünf Bänden, so sind es zwanzig Jahre später einfach nur mehrere Teile.[36]

Er selbst ist zu der Ansicht gekommen, dass « l’initiative […] raccorde la notation fragmentée […] cela me possède et je réussirai peut-être; non pas à faire cet ouvrage dans son ensemble (il faudrait être je ne sais qui pour cela!) mais à en montrer un fragment d’exécuté, à en faire scintiller par une place l’authenticité glorieuse, en indiquant le reste tout entier auquel ne suffit pas une vie ».
[37]
Er weiß, dass er an der Erstellung des perfekten Werks scheitern muss, doch scheitert er wirklich daran?

Schlägt man « échec » im Micro Robert en poche nach, erhält man zwei Definitionen: 1) « revers éprouvé par qqn qui voit ses calculs d´joués, ses espérances trompées », 2) « contr. succès »[38]. Scheitern bedeutet also das Fehlschlagen eines Vorhabens. Diese Thematik zieht sich – anhand der Beispiele bewiesen – durch Mallarmés künstlerisches Œuvre.

Er sieht den Dichter und auch sich selbst im Laufe des Lebens immer wieder mit dem Scheitern konfrontiert – das Fehlschlagen eines Vorhabens beschäftigt ihn sein ganzes Leben lang.

Aber das heißt nicht, dass er auch künstlerisch gescheitert ist. Er ist im Laufe der Zeit nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, weder er, noch seine Werke, noch sein nie geschriebenes Buch ist dem allgemeinem Vergessen anheim gefallen. Noch heute wird eifrig daran geforscht. Mallarmé hat der Welt ein Werk hinterlassen, dass wegweis.....

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