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Soziale Ungleichheit in der Bildung

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Educational Science / Pedagogy

University, School

Universität Landau

Grade, Teacher, Year

2, Müller, 2014

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Bildungsungleic­hhe­it Erläutern sie und diskutieren Sie verschiedene soziologische Erklärungsansät­ze zum Zusammenhang von Bildung und sozialer Ungleichheit. Drei Problemkontexte­: -soziale Ungleichheit quantitativ in der Bildungsbeteili­gun­g -soziale Ungleichheit qualitativ im Bildungsgescheh­en -soziale Ungleichheit im Übergang vom Bildungs- in das Berufssystem Die soziale Ungleichheit in der Bildungsbeteili­gun­g -Geschlecht und Konfession unterschiede nivelliert. -Stadt-Land-dis­par­itäten…
Soziale Ungleichheit Inhaltsverzeich­nis 1)Soziale Ungleichheit : Definition. 1 2)Dimensionen. 2 3)Modell 2 1)Soziale Ungleichheit : Definition Dies sind alles nur Zielvorstelllun­gen der Wirtschaft. Bestimmte Güter werden von der Gesellschaft als „wertvoll“ angesehen, sie sind mit der Zeit veränderbar. Beispiele sind ein hoher Bildungsabschlu­ss (heute), Wohlstand gemessen in Geld, Sicherheit (unkündbare Stellung), Gesundheit (gesunde Arbeitsbedingun­gen­), Individuelle Autonomie (Selbstbestimmu­ng und Verwirklichung)­…
Soziale Ungleichheit in der Bildung

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung………………………………………………………………………………………………………1

2. Begriffserklärung…………………………………………………………………………………………….2

2.1 Bildung………………………………………………………………….………………………….2

2.2 Bildungsungleichheiten…………………………………………….…………………………2

2.3 Soziale Ungleichheit…………………………………………………………… …………….3

2.4 Chancengleichheit…………………………………………… ……………………………… 3

3. Auswirkungen der sozialen Lage auf den Werdegang in der Schule……………….…… 4

3.1 Schichtspezifische Unterschiede der Erziehungsziele und –praktiken… ….4

3.2 Chancengleichheit in Bezug auf den Schulverlauf………………………….……….7

4. Fazit………………………………………………………………………………………………… .………….11

5. Literaturverzeichnis…………………………………………………………………………………………13

  1. Einleitung

Pierre Bourdieu, der französische Soziologe, prägte in den 70er - Jahren den treffenden Begriff des Bildungskapitals. Das Kapital der Bildung, spielt in der heutigen Gesellschaft eine zentrale Ressource für die individuellen Lebensbedingungen und -chancen. Die Voraussetzung eines guten Bildungsabschlusses kann Grundlage sein, das Leben eigenverantwortlich und mit mehr Möglichkeiten zu gestalten.

Die Bildungsexpansion in den 60ern und 70ern forderte Chancengleichheit, damit jedes Kind, egal welcher Schicht es angehört, gleiche Chancen beim Zugang zur Bildung hat.

Das Thema Bildung im Zusammenhang mit sozialer Herkunft geriet nach der Bildungsexpansion immer weiter aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit. Erst die Ergebnisse der PISA-Studien haben das Thema Bildung wieder verstärkt in das öffentliche Interesse und die Politik gerückt. Durch die PISA-Studien wurde nicht nur deutlich, dass deutsche Schüler im internationalen Vergleich stark zurückliegen, sondern auch, dass der Zusammenhang von Leistungskompetenz und sozialer Herkunft immer noch stark vorhanden ist.

Dadurch kam die Debatte um soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit im Bildungssystem wieder auf. Im Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes wird eine Vorgabe getroffen, niemand wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen zu benachteiligen oder zu bevorzugen1.

Wie kommt es also dazu, dass trotz Chancengleichheit diese im Bezug auf die soziale Herkunft im Bildungssystem nicht besteht? Dass Kinder aus unteren Schichten weniger häufig eine Gymnasialempfehlung?

Diesen Fragen möchte ich in dieser Ausarbeitung auf den Grund gehen. Zu Beginn der Ausarbeitung werden relevante Begriffe kurz erläutert. Im weiteren Verlauf wird der familiäre Hintergrund der Kinder, auf schichtspezifische Unterschiede in der familiären Sozialisation und deren Auswirkungen auf die gebildeten Leistungskompetenzen und Sprachstile betrachtet. Es folgt ein Blick auf den schulischen Werdegang und die herkunftsbedingten Chancen der jeweiligen Schichten.

Zum Schluss wird ein kurzes Fazit mit Ausblick gezogen.

2. Begriffserklärungen

2.1 Bildung

In der heutigen Gesellschaft gewinnt Bildung als „inkorporiertes kulturelles Kapital“2, wie es Bourdieus versteht, immer mehr an Bedeutung. Etwa ein Viertel der Lebenszeit wird heutzutage in Bildungseinrichtungen verbracht. Dies ist wichtig, da die moderne „postindustrielle Gesellschaften“ mehr Wissen für die komplexen politischen, gesellschaftlichen und technischen Zusammenhänge erfordern.

Bildung ist mittlerweile die wichtigste Grundlage für materiellen Wohlstand. Bildung als solches wird definiert als „Vermittlung von Werthaltungen, Einstellungen, Wissensbeständen und Fertigkeiten, die Menschen benötigen, um ihre sozialen Rollen als Erwachsene in einer Gesellschaft ausüben zu können“ (Andorka (2001), S. 340). Bildung kann also als selbstverantwortliches Kapital betrachtet werden, welches stark von der Umgebung abhängt, .....[read full text]

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Diese Orientierung an verschiedenen Zielvorstellungen und Ausrichtungen werden im Familienleben deutlich. So orientieren sich Rollenverteilung, Interaktionen und Kommunikationsweisen in mittleren und oberen Schicht oft an den Bedürfnissen der einzelnen Personen, in der unteren Schicht eher an der Erfüllung herkömmlicher Regeln. Hier ist zu beachten, dass diese Werthaltungen, Erziehungsziele und Familienstrukturen häufig von Anpassungsprozessen an vorteilhafte bzw. nachhaltige Lebensbedingungen, also Berufsstellung, Einkommenshöhe, Qualifikation herrühren.

Somit hängen diese im starken Zusammenhang mit der jeweiligen Arbeitsstelle und deren Erfahrungen dort ab. Selbstbestimmung erfahren viele Arbeiter, gerade in der unteren Schicht weniger häufig als Zugehörige der Dienstleistungsmittelschicht. Auch bei Bestrafungen sind Unterschiede im Zusammenhang mit Schichtzugehörigkeit und Arbeitsstelle deutlich erkennbar.

In nahezu allen Statuslagen gehen mit zunehmenden intellektuellen Anforderungen und Entscheidungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz eine Tendenz zu psychologischen und weg von sanktionierenden Erziehungstechniken einher.

Dieser Zusammenhang zwischen Leitlinien in der Erziehung, Rollenvorstellungen, Bestrafungen und dem Arbeitsleben wäre allerdings vereinfacht, da noch viel mehr Wirkungsebenen auf die Prägung von Sozialisationsprozessen einwirken. Jedoch lässt sich festhalten, dass „je mehr die Eigenständigkeit von Personen zum Ziel von Sozialisations- und Erziehungsprozessen wird, desto mehr sind die Sozialisierten selbst auch an ihrer Sozialisation beteiligt......

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Nachteile im schulischen Werdegang haben. Schichtspezifische Unterschiede in Sozialisations-, Sprach- und Mediennutzungsprozessen haben dann Bedeutung, wenn typische Persönlichkeitsunterschiede zwischen Kindern in verschiedenen Gruppen entstehen, die dann und gerade dadurch ungleiche Chancen in Schule, Beruf etc. mit sich bringen.

3.2 Chancengleichheit in Bezug auf den Schulverlauf

In den vorangegangenen Kapiteln wurde aufgezeigt, dass die Gleichberechtigung schon in den Voraussetzungen, den Herkunftsfamilien starke schichtspezifische Divergenzen aufweisen. In Bezug auf den konkreten Bildungsweg der Kinder aus verschiedenen Schichten und deren Chancengleichheit wird nun eingegangen. Die Voraussetzungen um „ordentlich“ am Unterricht teilzunehmen werden bereits in der Herkunftsfamilie angelegt.

Anders als im institutionellen Bildungskontext zielt die Familie auf die ganze Persönlichkeit ab. In der Schule ist dieser Unterschied zur familiären Bildung auf besonderer Weise zu entdecken, da hier am Leistungsprinzip objektivierbare, personenunabhängige Kriterien ins Zentrum von Bildungsprozessen rücken. In der Familie hingegen handelt es sich um informelles situationsabhängiges Lernen, welches durch wechselseitig vorgelebten Verhaltensweisen und Werten bestimmt wird (vgl. Brake 2012, S. 127).

So entsteht durch die außerschulische Vorbildung in der Herkunftsfamilie von vorn herein Unterschiede in der Sprachkultur, wie auch in der Lern- und Bildungsmotivation. (vgl. Becker 2008, S. 170-172)


Vorschulisc.....

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Die Wahl der Schulausbildung ist eine folgenschwere und unter hoher Unsicherheit zu treffende Entscheidung bei denen auch die Eltern im Familienkontext Mitspracherecht haben. Diese Entscheidung hat weitgehende Konsequenzen für die Lebens- und Statuschancen von Kindern (vgl. Kristen 1999, S. 11 in Becker 2008, S. 167). Eltern aus höheren Statuslagen sind sich dessen bewusster und schicken ihre Kinder häufiger auf höhere Schulen, als von Lehrerseite empfohlen wird.

Die Bildungsentscheidung ist damit abhängig vom Sozialstatus der Familie und deren Ressourcen (vgl. Becker 2008, S. 167-169).

So beginnen Kinder aus niedrigen sozioökonomischen Schichtim Durchschnitt nicht nur mit geringeren Ausgangskompetenzen, sondern werden zusätzlich dann benachteiligt, wenn sie trotz schlechteren Startbedingungen positive Leistungsentwicklungen zeigen. Leistungsunabhängige Kriterien sind immer noch ausschlaggebend in der Bewertung der SchülerInnen, auch wenn dies durch das vermeintlich objektive bewerten in der Schule ausgeschlossen sein sollte.

Selbst bei vergleichbaren Kompetenzen besteht immer noch ein Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und der Chance auf eine Gymnasialbildung. Spiegelbildlich zeigen sich diese Zugangschancen im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit für den Besuch einer Hauptschule. Nach einer genaueren Betrachtung der Hauptschule, wird deutlich, dass hier ein hoher Anteil von SchülerInnen zu finden ist, der ungünstige Voraussetzungen für eine erfolgreiche schulische Laufbahn, durch niedrige Lebensbedingungen in der Herkunftsfamilie, wie Arbeitslosigkeit der Eltern, Bildungsniveau oder Migrations.....

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Im internationalen Vergleich hat sich allerdings seit den 60er Jahren der Anteil von Studierenden aus Elternhäusern mit niedrigem sozioökonomischem Status im niedrigen Niveau eingependelt. Zudem verstärkt das bis vor wenigen Jahren sehr unstrukturiertem Studium in Deutschland mit nur geringer Anleitung und Unterstützung bei Lernschwierigkeiten und Leistungsrückständen den sozialen Ausleseeffekt der bereits das Schulsystem kennzeichnet.

Die Prägekraft der Hochschulumwelt – gemessen an der zeitlichen Länge des Studiums – für die Persönlichkeitsentwicklung, Lebensstil und sozialen Habitus ist immer noch hoch und kann damit für den sozialen Aufstieg von Bedeutung sein. (vgl. Hurrelmann 2002, S. 232 -234)

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass trotz der gestiegenen Bildungsbeteiligung in allen sozialen Schichten Kinder aus der unteren Sozialschicht, wegen dem ungünstigeren Sozialisationskontext im Elternhaus und daraus prägenden Persönlichkeitsmerkmalen wie Leistungsmotivation, Sprachstil u.v.m., für den späteren Erfolg im Bildungssystem benachteiligt sind.

So scheitern Kinder aus niedrigeren Statuslagen eher an den Selektionshürden des Bildungssystems, insbesondere beim Übergang auf das Gymnasium. Hier muss beachtet werden, dass nicht allein die schulische Beurteilung dabei von Bedeutung ist, sondern auch und im Besonderen die Leistungserwartung und Unterstützung der Herkunftsfamilie, in denen sich wiederum schichtspezifische Unterschiede im Umgang mit der Bildungsentscheidung erkennen lassen.

So melden Eltern aus höheren Statuslagen, trotz Empfehlung für einen niedrigeren Bildungsweg ihre Kinder auf einer höheren Schule an. Je niedriger der Sozialstatus der Familie, desto ärmer die kulturelle Ausstattung der Kinder und desto begrenzter ist deren Bildungserfolg (vgl. Boudon 1974, S. 29). Daher unterscheiden sich die einzelnen Sozialschichten von Beginn ihrer Bildungslaufbahn in ihrer Erfol.....

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Max, Weber, (1922): Wahlrecht und Demokratie in Deutschland S. 247-248 in: Max Weber: Gesammelte politischen Schriften. Tübingen: Mohr (Siebeck)

1 (Stand: 13.03.14)

2 Inkorporiertes kulturelles Kapital lässt sich als Form mit dem Begriff Bildung beschreiben. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie persönlich durch Lernen erworben werden muss. Es muss also persönliche Lebenszeit und Arbeit investiert werden, um diese Form von kulturellem Kapital zu erwerben. Die Familie und damit einhergehenden Erziehung fällt auch unter diesen Begriff.

Je nachdem kann das erworbene kulturelle Kapital aus der Familie Vor- oder Nachteile in der Schule bedeuten. Das inkorporierte Kapital wird zu einem Bestandteil der Person selbst, es wird zum Habitus und ist damit nicht mehr von der Person zu trennen, die es besitzt. Das bedeutet aber auch, dass man es nicht kurzfristig verschenken oder vererben kann und damit eine kurzfristige Weitergabe unmöglich wird (vgl. Bourdieu 1992, 55f).

3 In einer de.....

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