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Communication / Media

University, School

Universität Basel

Grade, Teacher, Year

5.5 / Prof. Dr. Neuman-Braun / 2015

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[9] Vgl. Bonacker, Thorsten, Lohmann, Hans-Martin (Hgs.), Campus Einführungen; Villa, Irena-Paula, Judith Butler, Campus Verlag, 2003, S. 18. [10] Vgl. Bonacker, Thorsten, Lohmann, Hans-Martin (Hgs.), Campus Einführungen;Vi­ll­a, Irena-Paula, Judith Butler, Campus Verlag, 2003, S. 20. [11] Vgl. Ebenda, S.22. [12] Vgl. Benhabib, Seyla; Butler, Judith; Cornell, Drucilla; Fraser, Nancy: Der Streit um Differenz; In: Seyla Benhabib, Feminismus und Postmodern. Ein prekäres Bündnis, 1991, S.9. [13] Benhabib, Seyla (1995)…
Aktuelle Debatte zum Thema Sinti&Roma, Medien, Namensdebatte Zigeunersoße Aktuelles aus den Medien Die Minderheit der Sinti und Roma ist auch aktuell in den Medien vertreten. Neben einigen politischen Aspekten (siehe Punkt: Politische und Rechtliche Aspekte) sind derzeit auch weitere Schlagzeilen zu finden. Die Debatte um die Zigeunersoße und die Situation im Flüchtlingscamp am Oranienplatz in Berlin, sind zwei der primären Themen. Des Weiteren gibt es seit Anfang Januar einen neuen Beauftragten der Bundesregierung für…

Social Freezing

Darstellung einer Debatte

Inhalt

1. Einleitung. 2

2. Gegenstand und Methode. 4

3. Darstellung der Debatte. 7

3.1 Weibliche Fruchtbarkeit und Medizin. 7

3.2 Firmenkultur 9

3.3 Gesellschaftliche Strukturen und Tendenzen. 10

4. Was fehlt in der Debatte?. 13

4.1 Gesellschaftliche Perspektiven. 13

4.2 Perspektiven der Unternehmen. 16

4.3 Rechtliche Grundlagen, Medizin und Ethik. 16

5. Fazit 17

Literatur 19


1. Einleitung

Eine Medienmitteilung vom Oktober 2014 der beiden Technologiekonzerne Apple und Facebook entfachten in Deutschland eine hitzige Debatte. Die beiden Unternehmen liessen verlauten, dass sie Kosten im Rahmen von 20‘000 Dollar für das Einfrieren weiblicher Eizellen übernehmen. Die Debatte unter dem Stichwort „Social Freezing“ verhandelt (wiederholt) die biologische Uhr der Frau.

Der Begriff bezeichnet das Einfrieren von weiblichen Gameten (Kryokonservierung der Eizellen) aus sozialen Motiven, wie zum Beispiel Karrierechancen oder ein fehlender Partner und nicht infolge von medizinischen Gegebenheiten. Diese fehlende medizinische Rechtfertigung wirft auf den ersten Blick ethische Fragen auf. Wie fest soll und darf der Mensch über Leben und Tod bestimmen und dabei den biologischen Rhythmus an gesellschaftliche Forderungen anpassen? Bis zu welchem Alter ist Elternschaft vertretbar? (Bochart 2014) Dürfen Ärzte Eingriffe an Patientinnen vornehmen die gesund sind? (Kempf 2014) Endgültig lassen sich diese Fragen nicht beantworten.

Jede Gesellschaft muss sie immer wieder aufs Neue stellen und verhandeln, sind sie doch stark abhängig vom kulturellen Kontext und dem jeweiligen Zeitgeist einer Gesellschaft. In einem kurzen Beitrag von Thomas Öchsner (2014) kommt der Augsburger Weihbischof Anton Losinger zu Wort. Er ist Mitglied der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz und sitzt im Deutschen Ethikrat.

Nach ihm, sollte eine humane Gesellschaft Frauen ermöglichen Kinder gemäss ihrem biologischen Rhythmus zu gebären. Massnahmen, die in diesen natürlichen Verlauf eingreifen, erhöhen den Druck auf die Frauen seitens des Arbeitsmarktes und der Medizin mit dem Ziel die wirtschaftlichen Gewinne zu maximieren. Von diesem Druck auf die Frauen ist in der Debatte um „Social Freezing“ viel zu lesen.

Facebook und Apple, beides Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley in Kalifornien, sind die Auslöser der Diskussion gewesen. Diese kulturelle und wirtschaftliche Rahmung scheint in den Argumenten der Journalisten stark auf. Zentral sind zudem gesellschaftliche Aspekte wie Geschlechtergerechtigkeit und das Gefühl Familie und Beruf liesse sich nicht vereinbaren.

Wegweisend sind zudem die medizinischen Grundlagen der Kryokonservierung von Eizellen. Wird die Prozedur der hormonellen Vorbehandlung und die Eizellenentnahme beschrieben, verknüpft mit medizinischen Argumenten wie der geringen medizinischen Erfahrung und den fehlenden wissenschaftlichen Studien, so wird vor allem klar, dass es sich bei diesem medizinischen Verfahren um eine neuere medizinische Technik handelt.

Die vier wesentlichen Bereiche Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Medizin weisen zahlreiche Verschränkungen. Der Druck auf Frauen ist ein häufiges Argument gegen „Social Freezing“. Es wird vor allem gefragt woher dieser Druck kommt. Die Antworten werden in diesen vier Bereichen gesucht. Ob Frauen überhaupt eine psychische Implikation wahrnehmen und wenn ja, in welchen Handlungsmotiven sich diese äussert, wird nicht vertieft diskutiert.

Es scheint, als wären die Motive bekannt. Immer werden die erhofften Karrierechancen oder der fehlende Partner oder beides zusammen genannt. Heutige Lebensentwürfe (junger) europäischer Frauen sind aber individuell. Die Ausbildungsphase dauert länger, der Berufseinstieg erfolgt über Praktika und Projektarbeiten und dies in einem Umfeld ge.....[read full text]

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Eine Gesellschaft definiert sich über gemeinsame Normen und Werte, auf welche sich soziale Akteure mittels Kommunikation beziehen (vgl. Habermas 1995). Sie können Länder und Kontinente übergreifend sein, wenn zum Beispiel von der europäischen oder westlichen Gesellschaft gesprochen wird. Zugleich können sich innerhalb einer Gesellschaft Teilsysteme bilden, die sich durch räumliche Nähe auszeichnen.

Mit dem Web 2.0 entstehen digitale, gesellschaftliche Teilsysteme, die in der sozialen Netzwerkanalyse mit Faktoren wie Netzwerkdichte und Multiplexität[5] beschrieben und differenziert werden. Eine Kultur ist gesellschaftsspezifisch. Sie bezeichnet grundsätzlich das vom Menschen Geschaffene im Gegensatz zur Natur. Die nachfolgenden fünf Bereiche, Wirtschaft, Medizin, Psychologie, Recht und Ethik sind Teil einer menschlichen Kultur und einer Gesellschaft.

Die Argumente weisen einen hohen Verschränkungsgrad auf und beziehen sich oft auf mehrere Kontexte. Die nachfolgende Tabelle bietet einen Überblick der Artikel und eine Zuordnung der Argumente zu den einzelnen Thematiken. Der nächste Abschnitt befasst sich mit einer Deskription dieser Argumente und ihrer Überlappung. Die Tabelle zeigt ausserdem, dass die Artikel überwiegend von Frauen geschrieben wurden.

Die beiden mit einem Stern (*) gekennzeichneten Artikel befürworten „Social Freezing“.


DIE ZEIT / ZEINT ONLINE



Datum

Autor

Ressort

Titel

Schwerpunkt


15.10.2014

Steffi Dobmeier

Gesellschaft

Apple und Facebook. Gefroren um zu bleiben

· Wirtschaft


20.10.2014

Tina Groll

Karriere

Der eingefrorene Lebensentwurf

· Gesellschaft

· Entlastung / Druck


22.10.2014

Steffi Dobmeier

Wirtschaft

Kinderwunsch. Junge Deutschen zeigen sich offen für Social Freezing

· Gesellschaft


23.10.2014

Elisabeth Niejahr

Wirtschaft

Meine Eierstöcke, mein Baby und Ich

· Gesellschaft

· kulturelle Prägung


23.10.2014

Kolja Rudzio

Wirtschaft

Dürfen Firmen Familien planen? Ein Kind von Apple

· Gesellschaft

· kulturelle Prägung

· Wirtschaft

Süddeutsche Zeitung


15.10.2014

Vorsamer

Karriere

Einfrieren von Eizellen. Gefrierschrank macht noch keine Gleichberechtigung

· Gesellschaft


16.10.2014

Thomas Öchsner

Frontseite

Karriere zuerst, Kinder später

· Wirtschaft

· Ethik


16.10.2014

Alexandra Borchardt

Thema des Tages

Im Tal der auf Eis gelegten Gefühle

· Wirtschaft

· Recht

· Medizin

· Ethik


16.10.2014

Christina Berndt

Thema des Tages

Forever Young

· Medizin

· Entlastung / Druck


16.10.2014

Hannah Wilhelm*

Meinung

In den schwierigsten Jahren

· Gesellschaft

· Wirtschaft


28.10.2014

Kathrin Braun

Thema des Tages

Im Gefrierschrank

· Gesellschaft

· Wirtschaft

Frankfurter Allgemeine Zeitung (ohne Frankfurter Allgemeine Sonntag)


15.10.2014

Christian Geyer

Feuillton

Gefrorene Zeit. Der kaltgestellte Kinderwunsch. Finanzspritze gefällig?

· Gesellschaft

· Medizin


16.10.2014

Roland Lindner

Wirtschaft

Wenn der Arbeitgeber das Einfrieren der Eizellen zahlt

· Gesellschaft

· Wirtschaft


18.10.2014

Berthold Kohler

Politik

Fraktur. Social Freezing

· Gesellschaftskritik

· Kulturkritik


18.10.2014

Andreas Bernard

Feuillton

Social Freezing. Seid fruchtbar, aber später!

· Gesellschaft

· Wirtschaft

· Medizin

· Entlastung / Druck


18.10.2014

Sarah Kempf

Rhein-Mailn

Eizellen einfrieren. Wenn die biologische Uhr lauter tickt

· Gesellschaft

· Medizin

· Ethik


24.10.2014

Corinna Budras*

Beruf & Chance

Gratis-Einfrieren von Eizellen. In Empörung vereint

· Wirtschaft

· kulturelle Prägung

· Medizin


27.10.2014

Uta Rasche

Feuillton

TV-Kritik: Günther Jauch. Schockgefrostet

· Gesellschaft

Tabelle 1: Übersicht der Artikel


3. Darstellung der Debatte

3.1 Weibliche Fruchtbarkeit und Medizin

Die Frau hat ihren eigenen biologischen Rhythmus. Ab der Pubertät bis in die Wechseljahre bereitet sich ihr Körper jeden Monat auf eine eventuelle Schwangerschaft vor. Schon früh wurde versucht dieser Zyklus mittels Verhütungsmethoden zu unterbinden beziehungsweise zu manipulieren[6]. Jedoch erst seit dem 20. Jahrhundert existieren Verhütungsmethoden, die eine hohe Verlässlichkeit aufweisen.

Die Antibabypille oder kurz die Pille ist eine von vielen verlässlichen Verhütungsmethoden. In der Schweiz wird sie gemäss dem Mikrozensus Familie aus dem Jahr 1995 (BFS 2015) am häufigsten genutzt, nämlich von 65% der Frauen zwischen 20 und 25 Jahren.

Die Pille ist ein massiver Eingriff in den weiblichen Fruchtbarkeitsrhythmus, und weil dieser nicht mehr stattfindet, verlieren viele Frauen zunehmend das Gefühl für ihren biologischen Rhythmus (Kempf 2014). Der Wunsch nach Kindern kommt dann meist zu einem Zeitpunkt, wo es bereits zu spät ist, auf natürlichem Weg schwanger zu werden.

Eine weitere Gegebenheit der weiblichen Fruchtbarkeit: Ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit oft rapide ab (ebd.). Zudem kann eine Langzeiteinnahme der Pille zu Unfruchtbarkeit führen (Borchardt 2014). Mit dem Einfrieren von Eizellen kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden (ebd.). Aus medizinischer Sicht müssten aber Frauen ihre Eizellen bereits mit Mitte zwanzig einfrieren.

Heute suchen viele erst Mitte dreissig oder älter eine Fruchtbarkeitsklinik auf, und das ist oft zu spät (Berndt 2014). Viele dieser Kliniken sind sich zudem der erhöhten medizinischen Probleme bewusst, die sich für Frauen ab 45 Jahren bei einer Schwangerschaft ergeben. Ganz allgemein gehören dazu Risikoschwangerschaften, untergewichtige Babys und Fehlgeburten.

Gemäss Berndt (ebd.) haben sich deshalb viele dieser Kliniken entschieden, Frauen über 45 oder 50 Jahren nicht mehr zu befruchten.

Ursprünglich wurden nur Eizellen von Patientinnen eingefroren, bei denen eine medizinische Indikation vorlag. Diese Vorsorge erfolgt zum Beispiel vor einer Chemotherapie. Zum einen muss deshalb gefragt werden, welche Stellung die Ethik der Ärzte dazu nimmt. Thomas Hahn vom Kinderwunschzentrum Wiesbaden anerkennt, dass „Social Freezing“ ein Spannungsfeld für Ärzte bedeutet, da es ein Eingriff in die Unversehrth.....

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Beide fordern zudem eine starke Identifikation mit dem Unternehmen und bei Facebook gilt Transparenz als hohes Gut. Widerspiegelt wird das in der Timeline von Facebook, in der das gesamte Leben eines Nutzers aufgezeichnet und dargestellt ist. Demnach sind „Social Media“ und „Social Freezing“ zwei Facetten des Privaten in der Öffentlichkeit (Bernard 2014).

Ein weiterer Aspekt ist, dass die beiden Unternehmen durch ihre wirtschaftliche Grösse die Macht haben neue Standards zu setzen, und da sie global agieren, ist es eher eine Frage der Zeit bis „Social Freezing“ den Mitarbeiterinnen ausserhalb der USA zur Verfügung steht. Nur die Tatsache, dass „Social Freezing“ möglich ist und die Unternehmen die Kosten übernehmen, beeinflusst die Verhaltensweise von Frauen und kann neue Normen erschaffen (Rudzio 2014).

Die Wirtschaft wirkt nicht nur prägend auf gesellschaftlich-kulturelle Kontexte, sondern wird auch von diesen geprägt. In der USA wird „Social Freezing“ in erster Linie als Instrument betrachtet, das es ermöglicht die Kinder im beruflichen Zenit zu haben, während in Deutschland der Diskurs eher in die Richtung geht, dass es den Unternehmen ermöglicht von den besten Jahren der Arbeitnehmerinnen zu profitieren (ebd.). Neben diesen kulturellen Sichtweisen weist auch das Gesundheitssystem der USA eine spezifisch US-Amerikanische Formung auf.

In den USA ist das Gesundheitssystem privatwirtschaftlich organisiert. Der Bürger ist verantwortlich, wie er versichert ist. Im Wettbewerb um die besten MitarbeiterInnen ist es üblich attraktive Rahmenbedingungen, wie beispielsweise lukrative Gesundheitsversicherungen als Ergänzungsleistungen zum Arbeitslohn anzubieten (Budras 2014). „Social Freezing“ ist eine Erweiterung dieser Leistungen.

Apple und Facebook verfügen über viele familienfreundliche Angebote, wie Babyprämie, lange Mutter- und Vaterschaftsurlaube, sowie firmeninterne Kinderbetreuungsstätten (Rudzio 2014; Lindner 2014). Von diesen Leistungen profitieren Mütter beziehungsweise Familien mit Kindern. Wilhelm (2014) und Budras (2014) sehen darin ein Argument gegen den Druck, der vom „Social Freezing“ ausgehen soll.

Bochardt (2014) hingegen macht darauf aufmerksam, dass weniger der weibliche Fruchtbarkeitsrhythmus oder der Kinderwunsch der Karriere einen Abbruch tun, als die stereotype Mitarbeiterpolitik und der Jugendkult von Techfirmen des Silicon Valley. Auf den Gehaltslisten der Technikunternehmen finden sich daher meist weniger dunkelhäutige Mitarbeitende oder solche mit lateinamerikanischen Wurzeln, als Frauen.

Hier wäre es interessant zu wissen, wie Unternehmen mit der Information umgehen, dass eine ihrer Mitarbeiterinnen die Eizellen einfrieren liess. Verfügen die ManagerInnen, die eine Beförderung bestimmen über diese Information (ebd.)? Die Unsicherheit in Bezug auf die rechtliche Rahmung von Seiten der Unternehmen ist gross. Unklar ist auch, ob die Kosten für das Einfrieren der Eizellen von der Frau übernommen werden müssen, wenn sie kurz nach dem Eingriff schwang.....

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Es kann Firmen davon abhalten Massnahmen, wie flexible Arbeitszeiten oder mehr Teilzeitstellen zu fördern (Borchardt 2014). Stattdessen wird ein gesellschaftliches Problem biologisiert und versucht mit medizinischer Technik zu lösen (Braun 2014, Öchsner 2014; Vorsamer 2014). Die Differenz eröffnet sich zwischen der gesellschaftlich akzeptierten Ordnung und der weiblichen Biologie.

In den Köpfen vieler Menschen passt die Vorstellung nicht zusammen, dass Frauen Familie und Karriere vereinen. Die gesellschaftliche Erwartungshaltung an Frauen ist, dass sie hundert Prozent sowohl in Karriere als auch Familie investieren. Bei Männern ist es nicht weiter tragisch, wenn sie fünfzehn Stunden am Tag arbeiten und ihre Kinder nur am Wochenende sehen.

Frauen werden als Rabenmütter bezeichnet, auch wenn sie gleichzeitig enormen beruflichen Erfolg vorweisen können (Vorsamer 2014). Dass die gesellschaftlichen Strukturen sich wandeln sollen um bessere Rahmenbedingungen für berufstätige und karrierewillige Frauen und Männer zu schaffen, darüber herrscht in der Debatte ein breiter Konsens. Was ist aber mit jenen jungen Frauen, die sich aktuell mit diesen schwierigen Entscheidungen konfrontiert sehen? Für sie kann „Social Freezing“ eine Lösung sein, indem es sie befähigt ihre Biologie unter Kontrolle zu halten und ihre Selbstbestimmung zu steigern (Wilhelm 2014).

Niejahr (2014) hingegen sieht die Problematik nicht so sehr bei der Selbstbestimmung und fragt, ob wir nicht in einer Nostalgiefalle sitzen. Ihrer Meinung nach versuchen heutige Frauen eine Mutterrolle zu adaptieren, wie sie es bei ihren eigenen Müttern und Grossmüttern gesehen haben. Die Rolle der Frau aber hat sich zwischenzeitlich stark geändert, dementsprechend gross ist die Kluft zwischen dem Wunschbild einer perfekten Mutter und den alltäglichen Realitäten.

Neben diesen beiden Thematiken werden in der Debatte gesellschaftliche Trends aufgegriffen. Der Trend zu einer alles umfassenden Vorsorge ist bereits im Kapitel 3.1 angesprochen. Die Verschiebung von medizinischer hin zu sozialer Indikation verweist auf ein grosses Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft und drückt sich in einem steigenden Vorsorgebedürfnis aus (Bernard 2014; Rasche 2014).

Ein weiterer Trend, der von Facebook aktiv gefördert wird (vgl. Kapitel 3.2; Bernard 2014), ist eine Verschiebung von beruflicher und privater Sphäre. Das berufliche Leben ist der Öffentlichkeit angegliedert, die Familie dem privaten Bereich. Diese Trennlinie ist unscharf geworden und die Grenzen fliessender. Die Geschäftsmails werden gecheckt während dem Familienausflug.

Die Arbeitskleidung ist locker und orientiert sich an der Freizeitmode. Das sind nur zwei Beispiele. „Social Freezing“ kann ein Instrument der Unternehmen sein, das Privatleben der Mitarbeiterinnen zu kontrollieren. Wenn die Kosten für das Einfrieren der Eizellen von Unternehmen gezahlt werden, so greifen sie in die Planung eines äusserst intimen Bereichs der Privatsph.....

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Die sozialen Folgen einer späteren Mutterschaft sind erheblich, werden in der Debatte aber nicht diskutiert. Es findet sich einzig die Erwähnung, dass grauhaarige Mütter gesellschaftlich nicht akzeptiert sind (Berndt 2014). Wenn die Mütter schon grauhaarig sind, wie alt sind die Grosseltern und sind sie noch in einer psychischen und physischen Verfassung, in der sie sich um quirlige Kinder kümmern können? Ist eine Frau bei der Geburt ihres ersten Kindes 40 Jahre alt, so sind die Grosseltern heute um die 70 Jahre alt.

Der Generationenzyklus wird sich zukünftig noch weiter ausdehnen, bleibt der Trend der späten Mutterschaft bestehen. Gleichzeitig werden die Menschen und somit die Grosseltern immer älter. Wie gut aber ihre körperliche und mentale Verfassung sein wird, ist schwierig zu beurteilen. Gesichert ist jedoch, dass aktuell die Grosseltern (und weitere Verwandte) einen grossen Teil der Betreuungsarbeit übernehmen.

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (2008, S. 17) berichtet, dass innerfamiliäre Betreuung deutlich am häufigsten in Anspruch genommen wird. Der zunehmende Generationenabstand kann daher zu einer weiteren Verschärfung im Bereich der Kinderbetreuung führen. Doch nicht nur in dieser Dimension wirft das Fragen auf. Mutter und Vater werden um die 40 Jahre älter sein als ihr Kind.

Da nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit ab, obwohl das aufgrund eines vorherrschenden jugendlichen Ideals vielfach nicht wahrgenommen wird. Ein 25jähriger Körper kann viel eher Schlafmangel kompensieren, sei es weil das Kind krank ist oder durch das mehrmalige nächtliche Stillen. Das Leben mit einem Kind ist so nur in einem beschränkten Umfang planbar. Frauen und Männer, die spät Eltern werden, hatten vorher meist ein gut durchgeplantes Leben und feste Abläufe.

Dahingegen ist das Leben in jungen Jahren weniger strukturiert und flexibler. Eine weitere Gefahr ist, dass die Lebenswelten der Kinder und Eltern auseinander triften, damit geht eine stärkere Diversifizierung von Werten und Normen einher. Es ist beispielsweise eine alltägliche Erfahrung, dass sich junge Menschen über ältere beschweren und vice versum. Der zunehmende Altersunterschied kann auf diese Weise den Konflikt zwischen den Generationen verstärken.

Zudem ist zu bedenken, was es für die Sozialisierung des Kindes bedeutet, wenn es ohne Geschwister aufwächst und ein (über-) behütetes Wunschkind ist.

Groll (2014) erwähnt das unterschiedliche Karriereverständnis von Mann und Frau, aber ein Leser könnte sich hier zusätzliche Informationen wünschen. Wo sind die Differenzen im Karriereverständnis und was bedeutet beruflicher Erfolg für einen Mann, was bedeutet er für eine Frau. In diesem Kontext wäre zudem interessant, ob die Vereinbarkeit nur ein Problem ist bei Frauen, die beruflichen Erfolg anstreben oder es allgemein schwierig ist, Beruf un.....

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Frauen zu erlauben ihre Eizellen ebenfalls einzufrieren oder zu spenden gesteht ihnen innerhalb der Reproduktionsmedizin die gleichen Rechte zu
(Dondrop et al. 2012, S. 1234)

Bis auf die empirische Umfrage der ZEIT (Dobmeier 2014b)thematisiert keiner der Artikel die Sichtweise der Väter auf „Social Freezing“. In dieser Umfrage wurde festgestellt, dass Männer „Social Freezing“ positiver gegenüberstehen, als Frauen. Das ist kein überraschender Befund, sie sind es bereits gewöhnt ihre Samenzellen einzufrieren.

Zu Wort kommen Männer einzig in der Funktion als medizinische Experten. Mit dieser Vereinseitigung des Diskurses geschieht eine Abschiebung der Verantwortung auf Frauen. Es ist essentiell, dass die Geschlechter gleichermassen das Wort ergreifen und wenn sie es nicht tun, so doch um ihre Meinung gebeten werden.

4.2 Perspektiven der Unternehmen

In der Debatte war eine grosse Empörung spürbar, weil Unternehmen sich erlaubten in einen intimen Bereich des Privatlebens einzugreifen. Doch es war keine Forderung hörbar nach einem Wechsel der Unternehmensphilosophie in Bezug auf Frauen (KMU Portal 2015). Der weibliche Fortpflanzungsrhythmus ist gegeben und das sollte von den Firmen anerkannt werden.

Es braucht ein klares Bekenntnis der Firmen zu Kinder und weiblicher Fertilität. Kinder zu erziehen ist Teil der gesellschaftlichen Verantwortung und hier müssen Unternehmen vermehrt ihren Teil beitragen (EKFF 2008, S. 27). Der Staat sollte stärker Anreize setzen, damit die Wirtschaft einbezogen wird in die gesamtgesellschaftliche Verantwortung. In dieser Hinsicht ist in Betracht zu ziehen, ob die familienfreundlichen Angebote der amerikanischen Techfirmen nicht ein Vorbild sein sollten für europäische Unternehmen.

Vielleicht hätte es die Debatte auch bereichert, wenn eine globale Perspektive eröffnet worden wäre. Wie regeln Firmen ihre Beziehung zu Frauen und Kinder in Asien? Oder eine spezifischer Sichtweise, die die Beziehung der deutschen Unternehmen zu Familie und Kinder hinterfragt hätte.

4.3 Rechtliche Grundlagen, Medizin und Ethik

Nur marginal werden rechtliche Standards diskutiert. So erfährt der Leser am Rande, dass Eizellenspende verboten ist. Doch bestehen überhaupt rechtliche Regelungen für „Social Freezing“ oder gibt es zumindest Richtlinien, nach denen sich Ärzte richten können, wenn eine Frau aus nicht medizinischer Indikation ihre Eizellen einfrieren will? Diese Fragen lä.....

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