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Risiken und Chancen von deutschen Unternehmen im Rahmen der Expansion in EU-/EWR- und Drittstaaten
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Diploma thesis
Business Law

University, School

Hochschule Bremen

Grade, Teacher, Year

4,0, Prof. Dr. de Hesselle, Dr. Kollruss, 2011

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Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen

Hochschule Bremen


Internationaler Studiengang Steuer- und Wirtschaftsrecht

-Schwerpunkt Wirtschaftsrecht-


Diplomarbeit


zur Erlangung des Grades Diplom-Wirtschaftsjurist (FH)

Sommersemester 2011


Risiken und Chancen von deutschen Unternehmen im

Rahmen der Expansion in EU-/EWR- und Drittstaaten


eingereicht von: Cem


Matrikel Nr.: 235186


aus: 54

Bremen,

8. Semester


  1. Prüferin: Frau de

  2. Prüfer: Herr

Abgabedatum: 14.06.2011

Inhaltsverzeichnis


Inhaltsverzeichnis I

Abkürzungsverzeichnis III

Abbildungsverzeichnis V

Verzeichnis der Anlagen im Anhang VI

1 Einleitung 1

1.1 Problemstellung und Untersuchungsziele 1

1.2 Statistische Erhebungen 2

1.2.1 Feststellung 4

1.2.2 Ergebnisse der Auswertungen 4

2 Theoretische Grundlagen 8

2.1 Allgemeines 8

2.2 Begriff der Expansion und Expansionsgründe 8

2.3 Arten und Möglichkeiten der Expansion ins Ausland 10

3 Auslandsexpansion 12

3.1 EU-/EWR-Staaten 12

3.1.1 Großbritannien - limited 12

3.1.2 Memorandum of association 13

3.1.3 Articles of association 13

3.1.4 Gründung 13

3.2 Drittstaat 14

3.2.1 USA - incorporation 14

3.2.2 Besonderheiten 14

3.2.3 Gründung 15

4 EuGH-Rechtsprechung und Kollisionsrecht 16

4.1 Inspire Art 16

4.2 Überseering 18

4.3 Centros 19

4.4 Kollisionsrecht 20

5 Chancen im Rahmen der Expansion 23

5.1 Neue Planungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen durch das MoMiG 23

5.1.1 Verlagerung 25

5.1.2 Verlagerung der Geschäftsleitung ins Ausland 25

5.2 Die Europäische Aktiengesellschaft – SE 27

5.3 SPE – societas privata europaea 30

5.4 Expansionsmöglichkeiten in Drittstaaten 34

5.4.1 Expansionsmöglichkeiten 34

5.4.2 Expansionsmöglichkeiten durch Freundschafts- und Niederlassungsabkommen 34

5.4.2.1 Abkommen zwischen Deutschland und Japan 35

5.4.2.2 Deutsch-Amerikanischer Freundschaftsvertrag 36

6 Risiken im Rahmen der Expansion 39

6.1 Grundlegende gesellschaftsrechtliche Risiken nach EU-Recht 39

6.1.1 Vermögensverwischung 40

6.1.2 Unterkapitalisierung 40

6.1.3 Existenzvernichtender Eingriff 41

6.1.4 Ultra-vires-Lehre 41

6.2 Grundlegende beihilferechtliche Risiken nach EU-Recht 42

6.2.1 Obligatorischen Ausnahmen 43

6.2.2 Fakultative Ausnahmen 43

6.2.2.1 Genehmigungstatbestand - Art. 107 Abs. 3 a) AEUV 43

6.2.2.2 Genehmigungstatbestand - Art. 107 Abs. 3 c) AEUV 44

6.2.3 Durchführungsverbot für Neubeihilfen 45

6.2.4 Bewertung von Altbeihilfen 45

6.2.5 Rückforderung einer Beihilfe 45

6.3 Wettbewerbsregeln für Unternehmen im Binnenmarkt 46

6.3.1 Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung 46

6.3.2 Anteile am Markt 47

6.3.3 Marktformen 47

6.4 Kartellverbot 48

6.4.1 Art. 101 Abs. 1 AEUV 48

6.4.2 Rechtsfolge 48

6.4.3 Ausnahme des Kartellverbots 49

7 Synopsis 49

7.1 Zusammenfassung der Unternehmensergebnisse 49

7.2 Bewertung 50

7.3 Ausblick und weiterer Forschungsbedarf 51

Literaturverzeichnis VII

Anlagen im Anhang XIII

Eidesstattliche Erklärung XXXIV

Abkürzungsverzeichnis


AEUV Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union

Abl. EG Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften

Abs. Absatz

AG Aktiengesellschaft

AktG Aktiengesetz

Art. Artikel

BB Betriebs-Berater (Zeitschrift)

BGBl. Bundesgesetzblatt

bspw. beispielsweise

bv besloten vennootschap met beperkte aansprakelijkheid, niederländische Kapitalgesellschaft

bzw. beziehungsweise

corp. corporation

d.h. das heißt

DStR Deutsches Steuerrecht (Zeitschrift)

EG Europäische Gemeinschaft

EGBGB Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch

EGV Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft

EU Europäische Union

EuGH Europäischer Gerichtshof

Eurostat das Statistische Amt der EU

EuZW Europäische Zeitschrift für Wirtschaftsrecht (Zeitschrift)

EWG Europäische Wirtschaftsgemeinschaft

EWR Europäischer Wirtschaftsraum

EWR-Abk. Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum

FHSV Freundschafts-, Handels-, und Schifffahrtsvertrag

FKVO Fusionskontrollverordnung

gem. gemäß

GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung

inc. incorporation

insb. insbesondere

InsO Insolvenzordnung

i.V.m. in Verbindung mit

JuS Juristische Schulung (Zeitschrift)

KMU Kleine und mittlere Unternehmen

KOM Europäische Kommission

ltd. limited, Kapitalge.....[read full text]

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Des Weiteren erreichte das Kriterium Steueranreize mit 17% den sechsten Platz bei den Motiven für eine Verlagerung. Weitere Kriterien sind geringere Regulierung (15,1%) wie auch die Umsetzung eines neuen Geschäftsmodells (14,5%). Die Motive, Zugang zu neuem Fachwissen (13,7%) sowie Kunden oder Wettbewerbern folgen (8,8%) belegten die nachrangigeren Plätze.

Die in der folgenden Abbildung dargestellte Untersuchung ergibt, dass Gesellschaften ihre Verlagerungen sehr überlegt vornehmen und nur wenige Gesellschaften sich dieser Motive nicht bewusst sind.12


Abb. 1.1: Motive für Verlagerungen ins Ausland


(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Höh, Verlagerung wirtschaftlicher Aktivitäten – Ergebnisse der Piloterhebung, S. 9-10, letzter Aufruf 21.05.2011.)


Der Untersuchungsaspekt „Auswirkungen der Auslandsexpansionen“ ergibt folgendes: Insbesondere verbesserte sich die Wettbewerbsfähigkeit von 73% der Gesellschaften gefolgt von der Ersparnis der Lohnaufwendungen für 67% der Unternehmen. Die Auswirkungen Zugang zu neuen Märkten stellte mit 55% den dritten Platz, gefolgt von den anderen Kosten mit 50%. Dagegen ergab sich eine negative Auswirkung für 14% der expandierenden Gesellschaften bezüglich der Logistikkosten in anderen Staaten, für rund ein Viertel der Unternehmen war jedoch hier eine Ersparnis zu verzeichnen.

Eine geringe negative Quote ergab sich für die Auswirkung eigenes Know-how mit 7%. Allerdings belegten 22% der verlagernden Gesellschaften bezüglich dieses Aspektes ein gutes Ergebnis.

Die folgende Abbildung macht vor allem die positiven Auswirkungen der Auslandsverlagerungen deutlich13.


Abb. 1.2: Auswirkungen der Verlagerungen


(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Höh, Verlagerung wirtschaftlicher Aktivitäten – Ergebnisse der Piloterhebung, S. 19, letzter Aufruf 21.05.2011.)


Als weiterer Forschungsaspekt kommen die jeweiligen Verlagerungsgebiete in Betracht. Rund 38% der befragten Unternehmen gaben an, dass für sie eine Verlagerung in mehr als einen Staat ausgeführt bzw. geplant wurde. Dabei wurde herausgefunden, dass 38,6% der untersuchten Gesellschaften eine innerdeutsche Verlagerung vorgenommen haben oder diese durchführen wollten.

Durch die Untersuchung hat sich ferner ergeben, dass 59,3% der Gesellschaften in den neuen osteuropäischen EU-Staaten expandieren. An dritter Stelle kommt der chinesische Markt mit 33,7% der Unternehmen gefolgt von den EU-15 Staaten mit 27,6%. Als weiterer beliebter Drittstaat steht Indien mit 16,4% an sechster Stelle der beliebtesten Verlagerungsgebiete14.


Abb. 1.3: Verlagerungen von Unternehmensaktivitäten nach Zielregionen


(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Höh, Verlagerung wirtschaftlicher Aktivitäten – Ergebnisse der Piloterhebung, S. 15-16, letzter Aufruf 21.05.2011.)

In Deutschland bewirkten die Expansionen einen Abbau von Arbeitsplätzen. Durch Expansionen deutscher Unternehmen im Ausland wurden insgesamt so 188.600 Stellen im Inland abgebaut, jedoch wurden gleichzeitig rund 105.500 Stellen hierzulande aufgrund von Verlagerungen wieder geschaffen15.


2Theoretische Grundlagen

2.1Allgemeines

Die folgenden begünstigenden wie auch belastenden Vorschriften für Unternehmen in der EU gelten fast uneingeschränkt für Gesellschaften aus dem EWR, sodass Chancen und Risiken von deutschen Unternehmen auch in den Staaten Norwegen, Island sowie Lichtenstein wahrgenommen bzw. eingegangen werden können. Der Zweck des EWR besteht darin, einen homogenen europäischen Wirtschaftsraum zu bilden.

Deshalb werden die gemeinschaftlichen Normen und die des EWR-Abkommens, so weit es geht, einheitlich ausgelegt (Art. 105 EWR-Abk. und Art. 6 EWR-Abk.). So wird das Gesellschaftsrecht für die Mitgliedstaaten des EWR harmonisiert, was sich beispielsweise auf Kapitalgesellschaften unmittelbar auswirkt16.

Die Arbeit enthält ausschließlich die Normangaben des AEUV, sodass bei Verwendung älterer Quellen, die sich auf EGV-Artikel bezogen, diese nach der Übereinstimmungstabelle auf die entsprechenden AEUV-Bestimmungen angepasst wurden.


2.2Begriff der Expansion und Expansionsgründe

Der Begriff der Expansion ist in der Literatur nicht klar niedergelegt, jedoch kann sie als Erweiterung im Sinne einer Vergrößerung und als Internationalisierung einer Gesellschaft definiert werden17.

Das Ziel vieler Unternehmen, den Ausbau des Internationalen Geschäfts zu verwirklichen, gehört zu den wichtigsten Unternehmensstrategien. Sofern sich die Binnenkonjunktur problematisch zeigt, wollen viele Unternehmen der Krise ausweichen. Für deutsche Unternehmen ist daher die wirkungsvolle Ausschöpfung der bedeutsamen Auslandsmärkte von großer Bedeutung18.

Für die meisten Gesellschaften stellt das internationale Geschäft keine Neuerung dar. Betriebe, die einen hohen Bekanntheitsgrad haben, sind seit vielen Jahren international tätig. Insbesondere haben deutsche Textilunternehmen Exportquoten von mehr als 80%. Hieran lässt sich das große Interesse am Export erkennen. Zusammen mit Japan und den USA gehört Deutschland zu den entscheidenden Handelsnationen.

Diese Staaten erreichen zusammen ein Exportvolumen über 30% der Weltexporte. Somit gehört es für viele Unternehmen zum alltäglichen Geschäft, in den Auslandsmärkten tätig zu sein19.

Der Expansionsbegriff meint die Unternehmensentwicklung und die Wachstumsstrategie eines Betriebes. Hierunter versteht man, dass ein Unternehmen durch Ausweitung der Verkaufsflächen und Kauf anderer Handelsunternehmen sowohl im In- als auch im Ausland bestrebt ist, eine gezielte Umsatzausweitung zu erreichen20. Eine internationale Expansion umfasst die Wachstumsstrategie des Betriebes durch Erschließung der im Ausland befindlichen neuen Marktgebiete.

Es gehört zu den Zielen und Aufgaben des Managements, Strategien zu entwickeln, mit denen die bisherigen Erfolge eines Unternehmens erweitert werden können21 .


Um neue Geschäftsbereiche zu entwickeln, treffen viele Unternehmen die Entscheidung, ihre Geschäftstätigkeit auch im Ausland zu entfalten22. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, um eine Internationalisierung vorzunehmen wie beispielsweise die Beschaffungsorientierung zur Aufrechterhaltung von Vorräten und die Produktionsorientierung zur Kostenoptimierung. Als weiterer Grund für die Internationalisierung spricht der Versuch einer Absatzsteigerung mittels Durchsetzung von Wettbewerbsstrategien auf ausländischen Märkten.

Wenn ein Unternehmen eine Produktionsverlagerung ins Ausland durchführt, stellt dies bei Fehlen des dortigen Markteintritts keine Internationalisierung dar23.

Man hat durch Unternehmensbefragungen herausgefunden, dass insbesondere kleine Unternehmen zu ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit den Export aufgenommen haben, wobei diese Tätigkeit erst durch persönlichen Kontakt zustande gekommen ist. Der Ursprung der Aufnahme ihrer Auslandstätigkeit liegt oft in Urlaubsreisen der Geschäftsführer und deren Teilnahme an Auslandskongressen.

Ebenso kamen die ersten Auslandsgeschäfte durch Weiterleitung von Auslandsanfragen durch Branchenverbände zustande. Weitere Gründe die für eine Internationalisierung, die durch Befragung der Unternehmen herausgefunden wurde, waren die Sicherung der Marktanteile vor allem in der wachsenden EU und Erweiterung und Aufrechterhaltung des Ursprungsmarktes24. Ein anderer Aspekt besteht darin, dass das Unternehmen dazu veranlasst worden ist, seine Geschäfte ebenfalls auf ausländische Märkte auszudehnen, da seine Kunden oder Wettbewerber eine Internationalisier.....

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3Auslandsexpansion

3.1EU-/EWR-Staaten

3.1.1Großbritannien - limited

Ein Unternehmen in Deutschland, das eine Auslandsexpansion durchführen möchte hat die Möglichkeit sich für die limited in Großbritannien zu entscheiden38. In Großbritannien braucht man kein Mindestkapital einzuzahlen. Eine Einlage kann entweder als Bar- oder als Sacheinlage erfolgen (s.A., Gesellschaftsrechtsformen II).

Die UK-ltd. erlangt die Rechtsfähigkeit durch die Eintragung. Im Gegensatz zu Deutschland, wo ein Notar benötigt wird, damit die Eintragung im Handelsregister erfolgen kann, ist dies in Großbritannien nicht der Fall39. Es werden nur die Eintragungskosten von rund 50,00 Euro für das Handelsregister – Registrar of Companies - fällig. Die Gründungsdauer beträgt ca. zwei Wochen.

Es müssen bestimmte Dokumente eingereicht werden (siehe hierzu im Folgenden 3.1.2, 3.1.3). Im Vergleich dauert der Gründungsprozess in Deutschland für die GmbH ca. zwölf Wochen. Die UK-ltd. kann durch natürliche wie auch juristischen Personen gegründet werden und die Mindestanzahl von Gesellschaftern liegt bei einer Person40.

Das Unternehmen muss eine Satzung haben. Sie besteht aus den sog. articles of association sowie dem memorandum of association41.


3.1.2Memorandum of association

Diese Bescheinigung braucht jedes Unternehmen in Großbritannien. Es dient u.a. zur Darlegung von Besonderheiten und Bevollmächtigungen der Gesellschaft. Dieses Dokument enthält Angaben über den Gesellschaftszweck, den Namen der Gesellschaft und den Ort des Sitzes42.


3.1.3Articles of association

Das Dokument bestimmt interne Regelungen des Betriebes und die Gesellschafterbefugnisse. Hierzu gehören insbesondere Bestimmungen über Stimmrechte, Gesellschafterversammlungen und über den Transfer der Gesellschaftsanteile43.


3.1.4Gründung

Die genannten Dokumente müssen zudem die Adresse, den Namen, den Beruf, die Staatsangehörigkeit wie auch das Geburtsdatum der directors und der secretary enthalten, welche zwingend als Organ der Gesellschaft vorhanden sein müssen44. Weiteres Organ ist die Gesellschafterversammlung, die auch nur aus einem Gesellschafter bestehen kann45. Wie die GmbH ist auch die UK-ltd. nicht an der Börse zugelassen.


3.2Drittstaat

3.2.1USA - incorporation

Ein deutsches Unternehmen kann gemäß dem Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsabkommen eine Expansion in den USA durchführen und seine ganzen Niederlassungen innerhalb dieses Territoriums ausweiten (siehe Abschnitt 5.4.2.2). Insbesondere haben deutsche Unternehmen die Option in den Vereinigten Staaten von Amerika eine incorporation im dortigen Handelsregister, dem Chamber of Commerce, anzumelden46.

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Im Übrigen haben die Gründer des Unternehmens für die Verteilung der Aufgaben zu sorgen53.

Die shareholders, also die Aktionäre, können in der jährlichen Hauptversammlung die directors wählen. In Hauptversammelungen, die außerordentlich stattfinden, wird beispielsweise über Verschmelzungen entschieden, welche die Aktionäre ebenfalls beeinflussen können54.


4EuGH-Rechtsprechung und Kollisionsrecht

4.1Inspire Art

Die EuGH-Entscheidung Inspire Art55, welche am 30.09.2003 verkündet wurde, weist Ähnlichkeiten zu den EuGH-Entscheidungen Überseering (Abschnitt 4.2) und Centros (Abschnitt 4.3) auf. Aus deutscher Sicht bedeuteten die Urteile eine „Revolution“ im internationalen Gesellschaftsrecht56. Nach Inspire Art können nun Gesellschaften, die nach dem Recht eines Mitgliedstaates gegründet wurden, zulässige Briefkastengesellschaften in einem anderen Mitgliedstaat gründen und ihre unternehmerischen Tätigkeiten im jeweiligen Heimatstaat fortsetzen57.

Dem internationalen Privatrecht ist auch das internationale Gesellschaftsrecht zugeordnet. Hier geht es darum, welche Rechtsbestimmungen auf ein Unternehmen Anwendung finden. Aus ihnen ergibt sich das Gesellschaftsstatut auch lex societatis genannt58.

Bei der Entscheidung Inspire Art ging es um eine niederländische Angelegenheit59. Dabei stellte sich die Frage, ob das niederländische Gesetz über formal ausländische Gesellschaften (WFBV) EU-rechtskonform ist. Dieses Gesetz betrifft Kapitalgesellschaften, welche nicht in den Niederlanden gegründet wurden, sondern außerhalb dieses Territoriums, aber der gegründete Betrieb keine Verbindung zum jeweiligen Gründungsstaat innehat, sondern zu 100 Prozent oder fast ausschließlich in den Niederlanden tätig ist60.

Bei dem WFBV handelt es sich um eine einseitige Kollisionsvorschrift. Danach bestimmt das niederländische Recht, dass eine ausländische Briefkastengesellschaft in den Niederlanden zwar nach Gründungsrecht anerkannt wird, jedoch müssen neben den Vorschriften des Gründungsrechtsstaates auch die Normen des WFBV beachtet werden. Danach sind die Geschäftsführer der Scheinaus.....

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4.2Überseering

Durch das Urteil Überseering67, welches vom EuGH am 05.11.2002 verkündet wurde, wurde die Niederlassungsfreiheit weiter liberalisiert. Nun können Unternehmen innerhalb der Gemeinschaft ihren Verwaltungssitz verlagern, ohne dass der Aufnahmestaat dies verhindern kann68.

Beim Überseering-Sachverhalt ging es darum, dass eine niederländische BV, hier die Überseering BV (entspricht einer GmbH in Deutschland), eine Verlegung des Sitzes nach Deutschland vorgenommen hatte und dieser Gesellschaft dann die Rechtsfähigkeit abgesprochen wurde. Der EuGH war anderer Rechtsauffassung und erklärte diese Maßnahme mit dem Gemeinschaftsrecht für unvereinbar69.

Eine Parteifähigkeit wurde der Gesellschaft zugesichert und die Aberkennung der Rechtsfähigkeit der Gesellschaft ist in Deutschland und europaweit seit 2002 unzulässig70. Beim Überseering-Urteil ging es nicht um die Problematik des Wegzuges. Es handelte sich bei dieser Rechtsangelegenheit um das Problem des Zuzuges nach Deutschland71. Nach dem Wortlaut der Art. 49 und 54 AEUV (Niederlassungsfreiheit) kann eine Beschränkung der Rechtsfähigkeit im Zuzugfall in einen Gemeinschaftsstaat nicht als EU-rechtskonform angesehen werden72.

Fraglich ist, ob die Rechts- bzw. Parteiunfähigkeit gerechtfertigt sein könnte, um Gläubiger, Minderheiten, Arbeitnehmer und das Gemeinwohl zu schützen.

Der EuGH vertrat die Rechtsauffassung, dass diese Schutzgedanken keine ausreichende Argumentationsgrundlage bieten, um einer Gesellschaft, welche in einem EU-Staat gegründet wurde und ihren Verwaltungssitz in einen anderen Staat der EU verlegt, die Rechtsfähigkeit zu entziehen73.

Der EuGH hat in dem Urteil entschieden, dass die Überseering BV, welche in den Niederlanden tatsächlich gegründet wurde und ihren Satzungssitz in diesem Staat hat, gem. den Art. 49 sowie 54 AEUV die Befugnis hat, durch die Niederlassungsfreiheit in Deutschland nach niederländischem Recht zu agieren. Damit konnte Deutschland eine Entziehung der Rechtsfähigkeit der Gesellschaft nicht durchsetzen und musste die Gesellschaft anerkennen74.


4.3Centros

Das Urteil Centros75 hat im internationalen Gesellschaftsrecht eine große Bedeutung, da von diesem Zeitpunkt an die Verweigerung einer Eintragung einer ausländischen Zweigniederlassung in einem Gemeinschaftsstaat im Normalfall europarechtswidrig ist76.

Bei der Rechtssache Centros ging es darum, dass die Ehegatten Bryde als dänische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Dänemark als Gesellschafter der in Großbritannien gegründeten Centros ltd. wirtschaftlich tätig sind. Diese Gesellschaft ist in Wales und England eingetragen als ltd. Die Ehefrau ist für die Gesellschaft als Direktorin tätig77.

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Das Centros-Urteil ist auch aus deutscher Sicht für Zuzugsangelegenheiten bedeutend, sodass ausländische EU-/EWR Gesellschaften die Befugnis erlangen, in Deutschland ihre wirtschaftliche Tätigkeit auszuüben82.


4.4Kollisionsrecht

Beim internationalen Gesellschaftsrecht geht es darum, welches Recht eines Staates bezüglich der Gesellschaften, die in diesen Staaten ihren Sitz verlegt haben, zur Anwendung kommt. Das jeweilige in Betracht kommende Recht wird als Gesellschaftsstatut bezeichnet. Der deutsche Gesetzgeber hat die Bestimmung des Gesellschaftsstatutes nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt, sondern der Lehre und der Rechtsprechung überlassen83.

In diesem Zusammenhang stellt sich beispielsweise die Frage, ob eine deutsche GmbH überhaupt im Ausland agieren kann, ob dieses Unternehmen auch im Ausland eine beschränkte Haftung aufweist und im Ausland rechts- und parteifähig ist, d.h. aktiv klagen kann und die Möglichkeit hat, wirksam Verträge im Ausland abzuschließen.

Zur Lösung dieser Problematik gibt es zwei Theorien: die Sitztheorie und die Gründungstheorie. Eine dieser beiden Theorien findet in einem Staat Anwendung zur Klärung, wie mit solchen fremden Unternehmen im Hoheitsgebiet umzugehen ist84.

Nach der Gründungstheorie findet das Recht des Ortes Anwendung, an dem die Gründung des Unternehmens (erste handelsregisterliche Eintragung) erfolgte, unabhängig davon, wo das Unternehmen tätig ist85. Wenn man die Gründungstheorie anwenden würde, dann müsste die deutsche GmbH beispielsweise in Zypern anerkannt werden und könnte dort nicht nur als GmbH nach deutschem Recht handeln, sondern hätte die Möglichkeit, dorthin ihren Sitz als eine Zweigniederlassung zu verlegen und dieses Unternehmen dort nach deutschen Recht agieren zu lassen - im Gegensatz zur Sitztheorie86.

Die Gründungstheorie hat den Vorteil, dass das Gesellschaftsstatut relativ schnell und einfach ermittelt werden kann87. Im Falle einer Gründung einer Gesellschaft führen zukünftige Modifikationen z.B. bezüglich des Gesellschaftszwecks oder der Verlegung des Sitzes zu keiner Abänderung des Gesellschaftsstatutes88.

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