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Rechtschreibförder­ung von Schülern

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German studies

University, School

Universität Koblenz-Landau

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Rechtschreibförderung von Schülern

Gliederung

1. Einleitung 1

2. Grundlagen des Schriftspracherwerbs . 3

3. Wie Kinder Schriftsprache erlernen . 4

4. Schreibenlernen . 5

5. Rechtschreibförderung 7

5.1 Ursachen . 8

5.2 Empfehlungen . 10

6. Praxisbeispiele 11

7. Schlusswort . 13

8. Literaturverzeichnis . 14

9. Eigenständigkeitserklärung . 15

1. Einleitung

„Das Geheimnis der Menschwerdung und Sprachwerdung ist eins.“ (Martin Buber)

Die Fähigkeit des Verstehens und des Sprechens zu kommunikativen Zwecken ist eine der faszinierendsten und komplexesten Leistungen in der Entwicklung von Kindern. Die Sprachentwicklung ist in die Gesamtentwicklung und Sozialisation des Kindes integriert. Nach dem Sinnbild Wendlandts entwickeln sich sprachliche Fähigkeiten wie eine Pflanze, die zum Baum wird.

Der sogenannte Sprachbaum verdeutlicht, dass sich die Sprache des Kindes (die Baumkrone) mit ihren vier Bereichen Artikulation, Wortschatz, Grammatik und Kommunikation nur dann entwickeln kann, wenn eine Reihe grundlegender Fähigkeiten angemessen ausgebildet sind, wie zum Beispiel die Stimme, das Hören und die Feinmotorik. Außerdem muss bereits Sprechmotivation und Sprachverständnis beim Kind vorliegen (Stamm).

Der Baum entfaltet sich nur dann, wenn genügend Wärme und Licht vorhanden sind (Sonne: Akzeptanz und Liebe in der Familie) und das lebensnotwendige Wasser (die täglichen Gespräche mit dem Kind) genügend Nährstoffe (Sprachanregungen) enthält.

Quelle: Wendlandt, Wolfgang, „Sprachstörungen im Kindesalter“, Herausgeber: Luise Springer, Dietlinde Schrey-Dern,

Verlag: Georg Thieme Verlag, 5. vollständig überarbeitete Auflage

Nicht nur die Sprachentwicklung eines Kindes ist wichtig, auch der Erwerb der Schriftsprache spielt in der Entwicklung des Kindes eine große Rolle. Denn ein Mensch, der Schreiben und Lesen lernt, wird befähigt, am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen. So bestehen die Aufgaben im Anfangsunterricht des Faches Deutsch darin, die Schüler an die Schriftkultur heranzuführen.

Hierbei geht es darum, wie genau der Prozess des Schreibenlernens abläuft und welche Phasen das Kind durchlaufen muss, bis es Schreiben kann.

In dieser Hausarbeit geht es hauptsächlich um das Thema der Rechtschreibförderung. Des Weiteren werden der Schriftspracherwerb und auch das Erstschreiben aufgeführt. Ich werde versuchen die Grundlagen, Ursachen und Empfehlungen der Rechtschreibförderung zu thematisieren. Außerdem werden Unterrichtsbeispiele dazu dargelegt und am Ende meiner Arbeit diskutiert.

Ferner werde ich in meinem Schlusswort meine eigenen Erfahrungen, Ansichten und eventuelle Verbesserungen zum Thema Rechtschreibförderung darstellen.


1.      Grundlagen des Schriftspracherwerbs

„Schreiben lernt man langsamer als Lesen“ (unbekannt)

Unter dem Begriff Schriftspracherwerb ist der Erwerb von Lese- und Schreibfähigkeit zu verstehen. Die Bedeutung von Schrift erlangt ein Lerner erst dann, „wenn er sich dieses konventionelle Zeichensystem in einem aktiven, selbst gesteuerten Konstruktionsprozess aneignet.“ (Deneke, S. 13)

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Das Versagen im Lesen und Schreiben in den ersten beiden Schuljahren kann der entscheidende Faktor für späteren Analphabetismus bedeuten. (vgl. Deneke, S.1)

Heute werden Lesen und Schreiben vor allem mit dem Begriff der Bildung in Verbindung gebracht. Es ist das entscheidende Kriterium für den Stand einer Gesellschaft in der er sich befindet. Der Erwerb der Schriftsprache stellt demnach die Eintrittskarte zum kulturellen Leben dar, dessen elementarer Bestandteil sie ist.

Im heutigen Deutschunterricht wird die Fibel immer weniger benutzt. Der Trend zur Anlauttabelle steigt stetig und auch die Heranführung durch einzelne Buchstaben wird immer weniger. Heutzutage gibt es eine direkte Hinführung durch weiterführendes Lesen.

Von großer Bedeutung ist außerdem das Verhältnis von Lesen und Schreiben. Früher waren Lese- und Schreibunterricht getrennt, wohingegen heutzutage die beiden Kompetenzen integrativ wechselseitig aufeinander bezogen werden. (vgl. Heuß 1993, S. 12)


2.      Wie Kinder Schriftsprache erlernen

Jedes Kind sollte von selbst auf die Idee kommen, schreiben zu lernen. Jedoch sollten die Eltern und auch schon die Erzieher im Kindergarten den Kindern jederzeit zur Seite stehen, um eventuelle Fragen zu beantworten und sie nicht vertrösten mit Aussagen wie:

„Das lernst du später in der Schule.“ Außerdem sollte stets genügend Schreibmaterial für sie zur Verfügung stehen und ihre Schreibprodukte entsprechend gewürdigt werden.

„Die ersten Kritzeleien, denen das Kind eine Bedeutung beilegt, können als Ausdruck dafür gewertet werden, dass das Kind begriffen hat, Dinge lassen sich abbilden und Gedanken sichtbar wiedergeben.“ (Meiers 1998, S. 56)

Zusammenfassend kann man sagen, dass die speziellen Voraussetzungen kognitive Strategien der Informationsverarbeitung und Prozesse der bewussten Sprachwahrnehmung und Sprachanalyse sind. (vgl. Meiers 1998, S. 71)

Der Unterricht in den ersten Schuljahren soll die Lernenden dabei unterstützen, dass ihr Schreiben zunehmend der Norm angepasst wird.

Um Texte zu schreiben, muss der Schüler nicht unbedingt die Rechtschreibung beherrschen. Schon in der ersten Klasse können Schüler ihre eigenen Texte schreiben. Die Kreativität und der Wille Texte zu verfassen wird hoch bewertet. Hierbei ist jedoch die Rechtschreibung nicht die wichtigste Komponente.

Es weiß zum Beispiel, dass manche Buchstaben verdoppelt werden (felltmaus = Feldmaus oder demm = dem), dass manchmal ie geschrieben wird (sient = sind) oder ähnliches. Dies fördert eine beginnende Automatisierung richtigen Schreibens. (vgl. Dehn und Hüttis-Graf, S. 23f)


3.      Schreibenlernen

In den letzten Jahren wurde herausgefunden, dass das Erlernen der Rechtschreibung nicht ein mechanischer Prozess des Einprägens ist, sondern dass es sich um eine Denkentwicklung handelt.


Renate Valtin legte sieben Stufen der Rechtschreibentwicklung fest:

Vorstufe = die Kritzelstufe

Die Kinder ahmen das Schreiben nach, ohne zu wissen, dass das Schreiben der Erwachsenen eine kommunikative Bedeutung hat. In dieser Vorstufe ist eine Schreibstrategie im engeren Sinne noch nicht erkennbar. Den Kindern fehlen noch das Wortkonzept und das Phonembewusstsein. Oft wird diese Stufe auch die „Als-ob-Schreiben“ genannt.


Stufe 1 = Malen mit willkürlicher Buchstabenfolge

Buchstaben oder buchstabenähnliche Zeichen werden ohne Bezug zur Lautung geschrieben. Hierbei werden einzelne Buchstaben und/oder Wörter aus dem Gedächtnis notiert. Den Kindern fehlen immer noch das Wortkonzept und das Phonembewusstsein.


Stufe 2 = Vorphonetisches Niveau

In dieser Stufe werden erste Ansätze einer lautorientierten Schrift erkennbar. Der Schüler gibt nur einzelne Lautwerte wieder und lässt ganze Wörter aus. Zudem werden auch die Wörter nicht segmentiert.

Häufig wird in dieser Stufe nur der Anlaut verschriftet oder bei nicht sehr prägnantem Laut beginnend, wird häufig der zweite, deutlichere Laut verschriftet (z.B. MOMARAL = Mo und Mara lesen).


Stufe 3 = Halbphonetisches Niveau (>skelettartige Schreibungen<)

In der 3. Stufe können die Kinder die wichtigsten Lautelemente schreiben. Jede Silbe ist hier wenigstens durch einen Buchstaben markiert. Allerdings werden immer noch keine Lücken zwischen den Buchstaben gelassen (z.B. Hs = Hase).


Die Kinder können vollständige phonetische Abbildungen aller zu hörenden Laute aufschreiben. Meist sprechen sie die Wörter langsam vor und notieren was sie hören, nach dem Prinzip „Schreibe, wie du sprichst“ (z.B. Rola = Roller ; hoite = heute; mia = mir). Rechtschreibschwache Schüler befinden sich sehr lange auf dieser Stufe.


Stufe 5 = Phonetische Umschrift und erste Verwendung orthografischer Muster

Hier werden erste orthographische Regeln angewendet (Auslautverhärtung, Umlaute). In dieser Phase haben die Kinder orthographische Muster entdeckt und verlassen sich nicht mehr nur auf phonetische Strategien (z.B. –en, -er; Umlaut). Gelegentlich kommt es vor, dass falsche Generalisierungen vorkommen, wie zum Beispiel Oper statt Opa.


Stufe 6 = Orthografische Verschriftungen

In dieser Stufe sind die Kinder in der Lage fehlerfrei mit Hilfe eines Wörterbuches zu schreiben. Hierbei entfalten sich orthographische Kenntnisse. Man nennt die sechste Stufe auch die Dudenschreibweise. (vgl. Valtin, S. 18ff)


4.      Rechtschreibförderung

„Schon wieder so viele Fehler und das Schreiben geht viel zu langsam. Ich habe Angst morgen in der Schule ein Diktat zu schreiben“ (rechtschreibschwaches Kind)

Iris Füssenich, Dozentin von Alphabetisierungskursen sagt, dass das Schreiben von Texten in Stufen erworben wird. Sie bezieht sich dabei auf Baurmanns (1990) Modell zur Entwicklung von Schreibfähigkeit. Fehler bzw. Schwierigkeiten müssen einerseits als entwicklungsnotwenige Bedingung, andererseits müssen Fehler, die Beweise für Lernschwierigkeiten aufweisen davon abgegrenzt werden.


„Angst vor der Schriftsprache und damit verbundenes Vermeidungsverhalten,

Probleme beim Erwerb der Teilprozesse des Schreibens und Stagnation bei

der Erweiterung dieser Fähigkeiten sowie die Produktion von fast unverständlichen

Texten aufgrund reduzierter Fähigkeiten in Rechtschreibung und Grammatik.“

(vgl. Füssenich, S.263)


Dieses Vermeidungsverhalten äußert sich darin, dass Schüler Situationen meiden, bei denen schriftliche Anforderungen verlangt werden, und/oder dass sie gar nicht schreiben. So können sie ihre Schreibfähigkeiten nicht weiter entwickeln, nein sie verlieren sogar diese Fähigkeiten, die sie bereits erworben haben (vgl. Füssenich).

Die Angst vor dem Schreiben kann durch negative Erfahrungen in der Schule entstehen, die Versagensängste nach sich ziehen. Folglich wird das Schreiben von den Schülern negativ besetzt. Durch das Vermeidungsverhalten kann das Problem entstehen, dass die Schüler die kommunikative Funktion von Schrift nicht wahrnehmen und mit Schreibleistungen ausschließlich Bewertungen und Druck verbinden und somit ein angespanntes Verhältnis gegenüber dem Schreiben entsteht.

„Diese Mängel bei der Textbildung zeigen, dass sie die konzeptionellen und innersprachlichen Teilprozesse nicht sicher beherrschen“ (Füssenich).

Menschen, die Schwierigkeiten beim Schreiben haben, kennen und verstehen oftmals einige Begriffe nicht, so dass es „zu Einschränkungen und irreführenden schriftsprachlichen Formulierungen führen kann“ (Füssenich). Schreibanfänger verschriften häufig nicht alle Worte bzw. nicht alle Buchstaben eines Wortes.

Auch dies kann dazu führen, dass die Texte nur sehr schwer zu lesen sind. Außerdem fällt Schülern die Überarbeitung von eigenen oder auch fremden Texten schwer. Bei Korrekturen unterschiedliche sprachliche Bereiche zu berücksichtigen, wie Rechtschreibung, Grammatik oder Textstruktur, scheint eine große Schwierigkeit darzustellen. Bei ungeübten Schreibern lassen sich gravierende Schwierigkeiten im Bereich der Rechtschreibung und auch in der Grammatik erkennen.

Grammatische Probleme werden wie folgt beschrieben: „So führen sie Sätze nicht zu Ende, brechen Konstruktionen ab und haben Probleme mit grammatischen Kategorien wie Genus, Kongruenz und Tempus“ (Füssenich, 2003 S. 264).



„Sprache in Schrift und Wort ist die wichtigste Kulturtechnik, die Kinder erlernen müssen. Sprachverständnis, Sprachbeherrschung und der kreative Umgang mit Sprache sind entscheidende Momente ihres zukünftigen sozialen, kulturellen und beruflichen Lebens. Kein Wunder, dass es viele Menschen sprachlos macht, wenn ein pfiffiges Kind dies nicht lernen will!“ (

Kinder, deren schulische Leistungen nicht den allgemeinen Anforderungen entsprechen, sind nicht unbedingt faul oder weniger begabt. Sollten Eltern bemerken, dass sich gerade beim Erlernen des Lesens und Schreibens unerwartete Schwierigkeiten ergeben, ist es ratsam, mit dem Klassenlehrer oder dem entsprechenden Fachlehrer Rücksprache zu halten.

Der Lehrer erlebt das Kind im Klassenverband und kann besser beobachten, wie lange es sich z.B. konzentrieren kann. In den ersten zwei Schuljahren wird der Grundstein für die gesamte schulische Entwicklung des Kindes gelegt, deswegen sollten Eltern sich nicht scheuen, sich öfter nach den Fortschritten und Problemen Ihres Kindes zu erkundigen.

Die analytische Ganzwortmethode geht von ganzen Wörtern aus und führt durch Aufgliederung dieser Ganzheiten zur Erfassung der einzelnen Lautzeichen.

Meist zu Beginn der zweiten Klasse und später zeigen sich bei Legasthenikern oft Leseunlust, ein langsameres Lesetempo und ungenaues Lesen, was dem Kind oft als Flüchtigkeitsfehler vorgeworfen wird.

Zwangsläufig aber führen die leichteren und schwereren Leselernprobleme zu Rechtschreibschwierigkeiten.

Bei jüngeren Legasthenikern findet man häufig die Verwechslung ähnlich klingender Laute, wie oàu, eài, sàßàschàz. Diese Fehler gelten als Anzeichen einer Hörverarbeitungsschwäche. In anderen Fällen kommt gelegentlich das Vertauschen von Buchstaben wie b-d-g, a-o und das Vertauschen von Reihenfolgen (Korne statt Krone) vor. Diese Fehler deuten auf Unsicherheiten bei der Raumlage und beim Erfassen von Reihenfolgen hin.


Legasthenie
„Wörtlich übersetzt bedeutet Legasthenie Leseschwäche (Legere = Lesen; Asthenie = Schwäche). Über die Ursachen der Legasthenie streitet sich die Wissenschaft. Wo die Mediziner reduzierte Leistungsfähigkeit in bestimmten Bereichen des Gehirns vermuten, glauben Psychologen und Pädagogen schulische Lernstörungen zu erkennen.

Die Ursache für eine Rechtschreibschwäche von Schülern kann allerdings auch bei der Lehrkraft liegen. Problematisch ist, dass bei vielen Lehrkräften die Vorstellung vorherrscht, dass die Schüler erst gewisse Fähigkeiten in der Schriftsprache erworben haben müssen, bevor mit dem Schreiben eigener Texte begonnen werden kann.

„Wir wissen, dass für die anhaltende Motivation zum Schreiben und für nachhaltige

Aneignung des Werkzeugs Schrift nichts effektiver ist als dieser frühe Beginn.

Die Texte der Kinder wachsen in dem Maße, in dem wir ihnen Zeit und

Gelegenheit geben, ihre Textbildungsfähigkeit zu entwickeln.“ (Wespel 1997, S.8)


Aufsätze werden zum Beispiel nur geschrieben, damit die Lehrkräfte sie bewerten können. Dabei wird meist der erste Entwurf benotet, Zeit und Gelegenheit für die Überarbeitung werden selten eingeräumt. Problematisch ist, dass die Orientierung eines solchen Schreibunterrichts einseitig auf dem Ergebnis liegt.

Es wird nicht der Prozess eines Schreibvorgangs in den Mittelpunkt gestellt (vgl. Klein 2001, S.36). Der Alltagsbezug von Schreiben sowie die Aufnahme eigener Ideen und Gedanken von Schülern können in einem solchen Schreibunterricht nicht berücksichtigt werden.

Lernenden und der Lehrenden zu betrachten


5.2 Empfehlungen


Zur Rechtschreibförderung gibt es einige didaktisch-methodische Maßnahmen die erforderlich sind.

Die Motivation zum Schreibenlernen muss gefördert werden. Durch das Einbinden des Schreibenlernens in kommunikativ relevante Bezüge werden der Sinn und der Vorzug des Schreibens verdeutlicht.


Zunächst sollte ein begrenzter Grundwortschatz eingeführt werden, so kann systematisch und mit vielen Wiederholungen die Prinzipien der Analphabetenschrift und der Orthographie erarbeitet werden. Es ist wichtig Strategien und Arbeitstechniken zu vermitteln und einzuüben und falsche Strategien ("Schreib-wie-du-sprichtst") zu vermeiden.

Jedes Kind hat eigene Zugriffsweisen wie es an den Erwerb der Schriftsprache herangeht. Die Rechtschreibentwicklungsstufen von Renate Valtin helfen dem Lehrer zu erkennen in welcher Stufe sich das Kind befindet und welches dieser Kinder besondere Förderung benötigt. Wichtig ist es aber, dass alle Kinder einer konsequenten Förderung unterliegen und das Richtigschreiben regelmäßig geübt wird (vgl. Valtin und Naegle, S.132f).

Die Schüler üben neue Wörter indem sie diese abschreiben, üben, kontrollieren und korrigieren. Durch diese Standartsituationen sollen sie sich die Schreibweisen merken, kontrollieren, über die Schreibweise nachdenken und Wörter nachschlagen (vgl. Bartnitzky, S.64ff).


  1. Praxisbeispiele


Der Übungserfolg beim Rechtschreibtraining hängt nicht zuletzt von der Form der

Übung ab. Je vielfältiger und variationsreicher sie sind, desto größer ist der Lernerfolg. In

diesem Zusammenhang gibt es viele verschiedene Übungen und Übungsformen, die man bei der Rechtschreibförderung in Betracht ziehen kann.

Anhand einiger Beispiele möchte ich zeigen, welche Methoden es gibt, rechtschreibschwachen, aber auch anderen Schülern als Lehrkraft zur Seite zu stehen.


Die Förderstunde


Als Lehrer kann ich auch die Schüler individuell fördern, wenn es die Schule und die Zeit zulässt.

Man kann viel im Bereich des Lautbewusstseins arbeiten. Wem beispielsweise nicht bewusst ist, dass das „o“ in „Frau Holle“ ganz anders klingt als das „o“ in „holen“, dem muss die unterschiedliche Schreibung beider Worte ein Rätsel bleiben. Fehler wie „hollen“ oder „er hollte“, aber auch solche wie „die Hofnung“ oder „komen“ sind die Folge.

Beispiele sind "kahm" für "kam" oder "hatt" für "hat".  

Jeder kennt es wahrscheinlich von sich selbst, dass es nicht einfach ist, sich eine Angewohnheit wieder abzutrainieren. Allerdings kann versucht werden das über die gemeinsame Erfindung von lustigen Merksätzen („Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich“) zu einzelnen Fehlerwörtern zu erreichen, aber auch durch eigene Arbeitsblätter zu diesen Wörtern und die Empfehlung, solche häufigen Fehlerworte auch zu Hause in Form von Karteikarten oder als kurzes Wortdiktat zu trainieren.

Ganz besonders wichtig ist, die Kinder immer zu motivieren und zu ermutigen. Jeder Erfolg kann und sollte besonders anerkannt werden, denn so kann man dem Kind zeigen, dass es sich wirklich verbessern kann.


Das Würfelspiel


Schüler benötigen in allen sprachlichen und schriftsprachlichen Bereichen Verben. Ohne diese können sie keine ganzen Sätze anwenden. Daher sollen sie im Umgang mit Verben sicher sein und die richtigen Formen kennen. Die in diesem Spiel verwendeten Verben sind den Schülern bekannt und gängig, weil sie dem alltäglichen Sprachgebrauch entnommen sind.


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