Summary

Phonologie und Orthografie

2.949 Words / ~12 pages
<
>
swopdoc logo
Download
a) trade for free
b) buy for 5.30 $
Document category

Summary
German studies

University, School

Karl-Franzens-Universität Graz - KFU

Grade, Teacher, Year

Pauritsch

Author / Copyright
Text by Geneviève L. ©
Format: PDF
Size: 0.16 Mb
Without copy protection
Rating [details]

Rating 3.0 of 5.0 (1)
Live Chat
Chat Room
Networking:
1/0|12.0[0.0]|0/3







More documents
Bilaterales Modell des sprachlichen Zeichens von Ferdinand de Saussure Sprachl. Zeichen laut Saussure aus Ausdrucksseite (signifiant) und Inhaltsseite (signifie) à sprachl Zeichen immer bilateral Ausdrucksseite im Falle der sprachlichen Zeichen zumeist arbiträr (willkürlich) und unmotiviert à Konzept, welches Zeichen vermittelt beeinflusst Form des Zeichens nicht Semiotische Dreiecke à siehe Zeichen II und III 3 Zeichentypen nach Peirce: · Index oder Symptom à wenn Zeichen Folge eines Geschehens darstellt (Rauch –…
Kleine Einführung Früher war Phonologie und Orthographie Teil der Grammatik, heute fallen diese Bereiche unter den Tisch. Der Fokus liegt zumeist auf der Syntax, der Lehre der Phrasen und Sätze! Sie gilt seit langem als Kern der Grammatik. Die Frage nach richtiger oder falscher Grammatik führt oftmals in die Sackgasse. Es gibt meist nicht nur eine richtige Möglichkeit. Dreh- und Angelpunkt in der deutschen Morphosyntax ist das Verb. Das Adjektiv hat nominale und verbale Eigenschaften (vor allem im Partizip!) Grammatik und Norm…

Phonologie und Orthographie

PHONETIK (Lehre von Sprachlauten)


traditionelle Dreiteilung:

  • artikulatorische Phonetik (Produktion von Sprachlauten)

  • akustische Phonetik (Übertragung, Schall)

  • auditive Phonetik (Aufnahme und Verarbeitung)


im Zentrum immer Ausdrucksseite im Sinne Saussures → materielle Aspekte

Gegenstand der Phonetik ist nur die gesprochene Sprache

→ griech. phone ~ Laut, Stimme, Klang


Erzeugung von Sprachlauten

drei Bereiche unterteilt

  • Luftströmungsmechanismen (welcher Luftstrom für Laute? Etc. → Deutsch: pulmonal egressiv)

  • Phonationsmechanismen (Mechanismen im Kehlkopf, Stellung der Glottis)

    • sanft geschlossene Glottis, regelmäßige Schwingung d. Stimmlippen → stimmhafte Laute

    • Stimmlippen inaktiv, Glottis geöffnet → stimmlose Laute

  • Artikulationsmechanismen (Stellung und Bewegung der „Sprechorgane“ im Ansatzrohr)


Glottis-Stellungen

  • Hauchstellung → Hauchlaut, glottaler Frikativ

  • Stellung bei Tiefenatmung → für Sprachlaute nicht relevant

  • Stellung bei Ruheatmung → wichtig bei Produktion von stimmlosen Lauten [s], [f], [p]

  • Phonationsstellung → stimmhafte Laute [z], [v], [b], [a], [o] etc.

  • Verschlussstellung → Knacklaut, fester/harter Vokaleinsatz [Ɂ]


Wichtige Artikulationsstellen (passive Artikulatoren)

  • bilabial → Unterlippe zu Oberlippe [b], [p], [m]

  • labiodental → Unterlippe zu oberen Zähnen [f], [v]

  • dental → Zungenspitze (Apex) / vordere Zungenteil (Lamina) an obere Zahnreihe [t], [d], [n]

  • alveolar → Lamina an Alveolen geführt [t], [d], [n]

  • retroflex → Apex zurückgebogen & gegen Palatum gehoben; nicht im Standarddeutsch

  • palato-alveolar → Lamina bewegt sich auf bereich zw. Alveolen und Palatum zu [ ʃ ], [ʒ]

  • palatal → Lamina oder Dorsum (mittlerer) Richtung Palatum gehoben [ich-Laut] [j], [ɲ]

  • velar → hinterer Zungenrücken Richtung Velum gehoben [x], [g],

  • uvular → hinterer Zungenrücken Richtung Uvula od. umgekehrt [ʁ], [ʀ]

  • glottal → Verschluss oder Enge zw. Stimmlippen [h], [Ɂ]


Artikulationsmodi oder -arten

  • Vokale (Öffnungslaute) → Öffnung so groß, dass kein Reibegeräusch, lediglich modifiziert

  • Konsonanten → alle Laute, die nicht zu Vokalen gehören; Enge gebildet, Luft behindert

  • Orale Laute → Luftstrom durch Mund, da Velum gehoben (Nasenraum abgetrennt)

  • Nasale Laute → Zugang zu Nasenraum offen, Verschluss im Mundraum

  • Nasalierte Laute → Velum gesenkt, Luft durch Mund- und Nasenraum (Untergruppe d. Vokale)


Untergliederung der Vokale

  • Monophthonge → Vokale mit gleich bleibender Stellung d. Artikulationsorgane [a], [a:], [u] …

  • Diphthonge → Stellung d. Artikulationsorgane ändert sich während Laut [aɪ], [aʊ], [ɔɪ]


Untergliederung der Konsonanten

  • Plosive (totaler Verschluss im Ansatzrohr, Velum gehoben, dann Sprengung)

    • bilabial [p], [b]

    • dental/alveolar [t], [d]

    • velar [k], [g]

    • glottal [Ɂ]


  • Nasale (totaler oraler Verschluss, Velum gesenkt, Luft durch Nasenraum)

    • bilabial [m]

    • alveolar [n]

    • velar [Ƞ] ~ <ng> in <Bank> → [BaȠk]; n vor k


Download Phonologie und Orthografie
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Phonologie und Orthografie
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

PHONOLOGIE

Phonetik → materielle Aspekte der Sprache (konkrete Realisierungen etc.)

Phonologie → funktionelle Aspekte der Sprache (Bedeutung der Laute)


Grundzüge der strukturalistischen Phonologie

Phoneme → kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Sprache (langue)

→ abstrakte Einheiten (Muster) → realisiert immer phon. Varianten / Allophone

Allophon → Realisierung eines Phonems einer bestimmten Sprache


in Sprachsystem 2 Arten von Zusammenhängen

  • paradigmatische Relation

    • durch Austausch von Segmenten nach Oppositionen gesucht

    • Kommutations- / Substitutionstest an Minimalpaaren durchgeführt (nur 1 Phon unterschiedl)

      • führt nicht immer sofort zu Phonemen (manchmal nur scheinbar; R-Realisationen)

    • Phone [r],[ɾ], [ʀ], [ʁ] sind freie Allophone des Phonems /r/

    • wenn sich kein Bedeutungsunterschied ergibt → freie Allophone/fakultative Varianten e. Ph.

    • Aber nicht in allen Sprachen gleich → span. [r] und [ɾ] → Bedeutungsunterschied

    • Endgültige Klassifizierung als Phonem erst nach Zuordnung der freien Allophone

    • vor Klassifizierung weiterer Schritt

  • syntagmatische Relation

    • untersucht, an welcher Stelle d. Syntagm. (Silbe-Morph.-Wort) Allophon/Phonem vorkommt

      • =Distribution

    • Distributionsanalyse → weder ich- noch ach-Laut schafft es allein Phonem zu sein

    • Auftritt der beiden von Lautumgebung abhängig (einschließl. Diphthonge)

      • ich-Laut nur nach Vokalen „vorne“/ Konsonanten /l,r,n/ & Morphem- / Wortanlaut

      • ach-Laut [x] nur nach Vokalen „hinten“/“tief“

    • diese Laute können nicht in Opposition stehen → kombinatorische Varianten / Allophone

      • komplementär distribuiert

  • erst nach vollständiger Distributionsanalyse → Erstellung eines Phoneminventars e. Sprache


    Merkmalsanalyse oder Merkmalsphonologie

    Phoneme können nicht weiter in kleiner Einheiten zerlegt werden, aber in ihre Merkmale

    → Bündel distiktiver Merkmale (phonologisch relevante Eigenschaften)

    Grundannahme: nicht Phoneme, sondern nur bestimmte Merkmale distinktiv

    [fɪʃ] vs. [tɪʃ] → Ersatz von [frikativ, labiodental] durch [plosiv, alveolar]

    → Merkmale [konsonantisch, stimmlos, fortis] hier nicht distinktiv

    → gleiche Vorge.....

  • Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis
    This page(s) are not visible in the preview.
    Please click on download.
    Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis

    [pa], [ta], [ta:t] ergeben größte Kontrast


    Sonoritätshierarchie:

    Plosiv (Abstufung stl./sth.) → Frikative (Abst. stl./sth.) → Nasale → Liquide → Approximanten

    → Vokale (Abstufung hoch / obermittelhoch / untermittelhoch / tief)


    Aufbau:

    • Jede Silbe muss Silbenkern / Nukleus (V) enthalten, meist Vokal, aber auch Nasale, Vibranten, Lat.

    → wenn Konsonant Kern bildet = silbisch → [re:dn]

    • kann von Silbenschale umgeben sein (nicht notwendig) ©

      • vor Nukleus → Kopf / Anfangsrand

      • nach Nukleus → Koda / Endrand

      • Kern und Koda bilden zusammen den Reim


    Silbe ohne Kopf → nackt (<ab>)

    Silbe ohne Koda → offen (<da>)

    Silbe mit Kopf → bedeckt (<da>) → kombiniert!

    Silbe mit Koda → geschlossen (<Tat>)


    Silbengrenzen:

    wenn Konsonanten nicht eindeutig Silbe zugeordnet (gehören zu erster und zweiter)

    → ambisyllabisch / bilden Silbengelenk ([pf] in <Apfel>)

    Silbengrenze geht durch Konsonanten hindurch (aber nur bei monophonematischer Wertung)

    → [t] in [mɪtə] <Mitte> → Silbengrenze liegt im [t] (nur ein Laut / Phonem) → ambisyllabisch


    Gegensatz .....

    Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis
    This page(s) are not visible in the preview.
    Please click on download.
    Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis

    Terminale Intonation:

    • final fallend: / / oder / / → Satzmodus Aussage ~ < . >

    • final steil falend: / | / → Satzmodus Aufforderung ~ < ! >

    Interrogative Intonation:

    • final steigend: / / oder / / → Satzmodus Frage ~ < ? >

    Progrediente Intonation:

    • final gleichbleibend: / → / → Äußerung noch nicht abgeschlossen und noch weitergeführt


    Akzent

    dient grundsätzlich zur Hervorhebung von Silben → Gliederung in rhythmische Einheiten

    → vgl. Kindersprache; aus /Elefant/ wird /fant/

    phonetische Basis des Akzents:

    • größere Lautstärke (Intensität)

    • Tonhöhenveränderung (meist höhere, selten tiefere Grundfrequenz, auch steigend/fallend)

    • größere Lautdauer (vor allem des Kerns)

    → nicht in allen Sprachen gleich, daher unterschieden in:

    • Intensitätsakzent oder dynamischer Akzent (gr. Lautstärke/Intensität) → Vorstufe Deutsch

    • Melod./Musikal.r/Tonal. Akzent (Veränderung Tonhöhe) → Norweg., Schwed., Serb., Bosn.

    • Temporaler Akzent (längere Dauer des Silbenkerns)

    Wortakzent → Silbe eines Wortes hervorgehoben

    Phrasenakzent → Silbe einer Äußerung hervorgehoben

    Satzakzent → Silbe eines Satzes hervorgehoben

    → Phrasen-/Satzakzent kann nur auf Silbe liegen, die potenziell auch Wortakzent hat!!!


    Unterscheidung in Haupt- und Nebenakzent (Haupt ['] und Neben [,] a.....

    Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis
    This page(s) are not visible in the preview.
    Please click on download.
    Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis

    → Verben mit nicht trennbaren Präfix: Er umfuhr das Hindernis


    Ausnahmen: Präfix beton aber nicht trennbar: /'mɪsfɛrʃte:ən/


    Das Phonemsystem der deutschen Standardsprache


    Vokale



    Vorne

    Zentral

    hinten



    Ungerundet

    Gerundet


    Gerundet

    Hoch

    Hoch

    geschlossen

    /i:/

    /y:/


    /u:/

    halbhoch

    offen

    /ɪ/

    /ʏ/


    /ʊ/

    Obermittelhoch

    mittel

    geschlossen

    /e:/

    /o:/


    /o:/





    /ə/


    untermittelhoch


    offen

    /ɛ/ /ɛ:/

    /oe/


    /ɔ/

    tief

    Tief




    /a/ /a:/







    Diphthonge

    /aɪ/ /aʊ/ /ɔɪ/

    → noch nicht optimal, weil nicht redundanzfrei (Zungenhöhe – Öffnungsgrad – korreliert mehrfach

    mit Quantität

    <Miete> vs <Mitte> → ['mi:tə] ≠ ['mɪtə]

    <Hüte> vs. <Hütte> → ['hy:tə] ≠ ['hʏtə]

    <spuken> vs. <spucken> → ['ʃpu:kən] vs. ['ʃpʊkən]

    hohe Vokalphoneme /i:/, /y:/ und /u/ sind immer auch lang, entsprechende halbhohe immer kurz

    → unterscheiden sich immer durch selbe Kombination von 2 Merkmalen (daher wohl 1 redundant)

    selbiges bei /o:/ und /oe/ und /o:/ vs. /ɔ/


    aber andererseits auch Fälle, wo die beiden Merkmale nicht gekoppelt sind:

    <Staat> vs. <Stadt> → /ʃta:t/ ≠ / ʃtat/

    <äßen> vs. <essen> → /'ɛ:sən/ ≠ /'ɛsən/


    phonologische Systeme sollen keine Redundanzen enthalten → Zahl von Merkmalen gering halten

    → verschiedene Lösungen


    Lösung 1

    • distinktiv ist Zungenhöhe in Kombination mit Gespanntheit, Quantität nicht relevant

    • aber eigentlich nur Merkmal [lang] durch [gespannt/ungespannt] ersetzt

    • Unterdeter.....

    Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis
    This page(s) are not visible in the preview.
    Please click on download.
    Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis

    für monophonematische Wertung:

    • Artikulation in einheitl. Bewegungsablaug

    • bilden immer gemeinsam Silbenkern, Ausgangsvokal hat mehr Schallfülle (weil fallend)

    • zweiter Teil des Diphthong ist phonetisch nicht genau bestimmbar (z.B. zwischen [ɪ] und [e]

    bei monophonematisch Wertung muss man allerdings durch entsprechende dist. Merkmale beschr.

    → lassen sich aber nicht in Matrix d. Monophonematischen Vokalphoneme einordnen!

    Zielvokal ungerundet, Ausgangsvokal zentral → /aɪ/

    Zielvokal gerundet, Ausgangsvokal zentral → /aʊ/

    Zielvokal ungerundet, Ausgangsvokal hinten → /ɔɪ/ (eu)

    → nur zentrale Phoneme berücksichtigt, nicht periphere wie in <ui!> ect oder von Entlehnungen



    Phonologische Prozesse

    Konzept kommt aus der Generativen Phonologie (anderer Status als in strukturalistischen Theorie)

    → Beschreibung der phonetischen Realisierungen der Phoneme soweit regelhaft und Usus

    → korrekte Markierung // für Phoneme und [] für Allophone/phonetische Realisierungen


    1. /ə/-Elision oder -Tilgung/-Reduktion

    unbetonter Vokal /ə/ in dt. Standardsprache normalerweise in Fällen wie folgenden elidiert/getilgt

    /'apfəl/ → [apfl] /'re:dən/ → ['re:dn] /'laxən/ → ['laxn]

    /'laʊfən/ → ['la.....

    This page(s) are not visible in the preview.
    Please click on download.
    Download Phonologie und Orthografie
    Click on download to get complete and readable text
    • This is a free of charge document sharing network
    Upload a document and get this one for free
    • No registration necessary, gratis

    Legal info - Data privacy - Contact - Terms-Authors - Terms-Customers -
    Swap+your+documents