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German studies

University, School

Justus-Liebig-Universität Gießen - JLU Giessen

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Kleine Einführung Früher war Phonologie und Orthographie Teil der Grammatik, heute fallen diese Bereiche unter den Tisch. Der Fokus liegt zumeist auf der Syntax, der Lehre der Phrasen und Sätze! Sie gilt seit langem als Kern der Grammatik. Die Frage nach richtiger oder falscher Grammatik führt oftmals in die Sackgasse. Es gibt meist nicht nur eine richtige Möglichkeit. Dreh- und Angelpunkt in der deutschen Morphosyntax ist das Verb. Das Adjektiv hat nominale und verbale Eigenschaften (vor allem im Partizip!) Grammatik und Norm…
PS Mediävistische Textkompetenz Die Geschichte vom Mann und dem Waldschrat Proseminararbei­t Inhaltsverzeich­nis 1 Inhalt des Textes 1.1 Übertragung 1.2 Zusammenfassung 1.3 selbst gewählter Titel 2 Lautwandel und Orthographie 2.1 Lautliche und orthographische Veränderungen 2.2 weitere Beispiele für Lautwandel 2.3 Unterschiede anhand eines Beispieles 3 Wortarten 3.1 grammatische Bestimmungen 3.2 Adjektive 3.3 Verbanalysen 4 Verneinungen 4.1 mhd. Verneinung 4.2 weitere Beispiele für Verneinungen im Text 5 Aussprache…

Orthographie und Orthographieerwerb

Rechtschreibentwicklung

Inhalt

1.       Einleitung. 2

2.       Geschichte der deutschen Orthographie. 3

3.       Rechtschreibentwicklung bei Kindern. 6

3.1    Basisgrapheme und Orthographeme. 6

3.2    Orthographische Prinzipien. 7

3.3    Phasen der basalen Rechtschreibentwicklung nach Thomé. 8

3.4    Kognitive Prozesse beim Rechtschreiben nach Scheerer-Neumann. 10

4.       Ursachen der Rechtschreibschwierigkeiten. 13

5.       Fazit : Sinnhaftigkeit normierter orthographischer Regeln. 15

1.    Einleitung

Das Beherrschen der Schriftsprache spielt sowohl in unserer Gesellschaft als auch in der Schule eine große Rolle. Ohne Verständnis der Schrift kann es zu Schwierigkeiten kommen, die das Schulfach Deutsch bei Weitem übersteigen. Wer nicht flüssig lesen kann, hat Probleme Textaufgaben der Mathematik zu bearbeiten und Informationen aus Texten zu filtern.

Der Schriftspracherwerb stellt bekanntlich einen der langwierigsten Prozesse der kognitiven Entwicklung dar und ist mit den meisten Hindernissen verbunden. Die Sprachwissenschaftlerin Valtin beschrieb das Schreiben und dessen Komplexität bereits 1987 wie folgt:

„Schreiben wird als komplexe, sprachliche Tätigkeit gefaßt, die verschiedene Komponenten umfasst: die gedankliche Planung der Mitteilung, die Herstellung eines Textes, die graphomotorische Umsetzung sowie die Anwendung und Beherrschung schriftsprachlicher und orthographischer Normen.“ (Valtin 1987, 220)

Obwohl die Komplexität unserer Schriftsprache bekannt ist, scheint es Erwachsenen schwer zu fallen sich in die Rolle eines Schreibanfängers zu versetzten. Sätze wie „Hör genau hin!“ und „Schreibe, wie du es sprichst!“ hört man oft bei Übungsdiktaten. Aber kann unser Schriftsystem durch genaues Hinhören ergründet werden? Und lassen sich Rechtschreibfehler durch korrekte Artikulation von Worten vermeiden?

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es dem Verfasser eines Textes an Möglichkeiten der nonverbalen Kommunikation fehlt, wie z.B. der Mimik und Gestik. Der geschriebenen Sprache wird daher eine wesentlich größere Präzision abverlangt. Als Resultat ergibt sich also, verglichen mit der gesprochenen Sprache, ein in seinen Grundzügen wesentlich komplexeres Schriftsystem.

Diese Tatsache macht die Notwendigkeit für Regeln und Normen bezüglich der Schrift deutlich, die sie auf eine einheitliche und für alle gleichbedeutende Basis stellen sollen.

Für die deutsche Sprache finden sich eben solche Regeln im Duden wieder, der „[…]verläßliche Anleitungen zur richtigen Schreibung […] “( Riehme 1980, 263) gibt.

Wer aber legt Orthographieregeln fest und nach welchen Kriterien werden sie vereinbart?

Diese Arbeit soll sich mit den Schwierigkeiten beschäftigen, die sich beim Erlernen des Schreibens und der Orthographie ergeben. Hierzu werden, ausgehend von der Orthographiekonferenz 1901, die Veränderungen der orthographischen Regeln dargestellt. Um die darauf folgenden Modelle der Rechtschreibentwicklung bei Kindern nachvollziehen zu können, handelt diese Arbeit anschließend Basis- und Orthographeme ab und erläutert die orthographischen Prinzipien.

Bei der Untersuchung zur Rechtschreibentwicklung werden verschiedene Modelle zum Orthographieerwerb aufgezeigt und miteinander verglichen, wobei die Theorien Scheerer- Neumanns und Thomés besonders hervorgehoben werden sollen.

Auf Basis der orthographischen Regeln und der Modelle zur Rechtschreibentwicklung sollen die Ursachen von Rechtschreibschwierigkeiten bei Schreibanfängern näher untersucht werden.

Abschließend wird die Sinnhaftigkeit normierter Orthographischer Regeln hinsichtlich dennoch vorhandener Rechtschreibschwierigkeiten kritisch betrachtet.

2.    Geschichte der deutschen Orthographie

Erste schriftliche Zeugnisse der deutschen Sprachen sind bereits im 8.Jahrhundert entstanden. Die Grundlage der Verschriftlichung stützte sich damals auf das lateinische Alphabet, wobei nicht für alle deutschen Laute Schriftzeiche.....[read full text]

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Durch die II. Orthographische Konferenz wird das „ […] Ziel der Vereinheitlichung der deutschen Orthographie[…] erreicht, nicht jedoch das Ziel der Vereinfachung.“(Schneider 2001, 7).

Auch in Österreich und der Schweiz wird das Regelwerk, das als Ergebnis der II. Orthographische Konferenz im Druck erscheint („Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis. Neue Bearbeitung“(vgl. Schneider 2001)) für den Schulunterricht und den amtlichen Gebrauch, ab dem Jahr 1902, verbindlich vorgeschrieben.

Die Regierung schenkt weiteren Empfehlungen zur Vereinfachung der deutschen Sprache durch Lehrerverbände, Gewerkschaften und Reichs-/Bundesminister zunächst keine Beachtung. Und Vorschläge zur Vereinfachung der deutschen Orthographie, wie beispielsweise die „Mindestanforderungen“ die ein Sachverständigenausschuss beim deutschen Innenministerium 1921 einreicht, stoßen in der Öffentlichkeit ebenfalls auf Proteste.

Der Dudenverlag verlangt daraufhin, aufgrund von massiven Unterschieden der Rechtschreibregeln zwischen Duden und dem Bertelsmann-Wörterbuch, 1955 eine staatliche Stellungnahme der Kultusministerien. Die Kultusministerkonferenz fasst noch 1955 folgenden Beschluss:

„Die in der Rechtschreibreform von 1901 und den späteren Verfügungen festgelegten Schreibweisen und Regeln für die Rechtschreibung sind auch heute noch verbindlich für die deutsche Rechtschreibung. Bis zu einer etwaigen Neuregelung sind diese Regeln die Grundlage für den Unterricht in allen Schulen. In Zweifelsfällen sind die im Duden gebrauchten Schreibweisen und Regeln verbindlich.“(Schneider 2001, 11).

Im Dezember 1986 treffen sich die Vertreter der vier deutschsprachigen Staaten (BRD, DDR, Schweiz und Österreich) zu den „1. Wiener Gesprächen“, um „[…] die im Laufe der Zeit kompliziert gewordenen Regeln zu vereinfachen.“(Schneider 2001, 15).

Die „2. Wiener Gespräche“ der staatlichen Vertreter finden 1990 statt. Es wird beschlossen eine Reform der deutschen Rechtschreibung 1995 durchzuführen. Zuvor sollen Kommissionen der jeweiligen Länder „Neuregelungsvorschläge“ vorlegen, die in Deutschland mit der Gesellschaft für deutsche Sprache abgestimmt werden sollen.

Auf den „3. Wiener Gesprächen“, welche sich aus den nationalen Fachkommissionen zusammensetzte, wird der Neuregelungsvorschlag Deutschlands - mit einigen Änderungen - angenommen. Die Beschlüsse der „3.Wiener Gespräche“ sollen als neue Rechtschreibung Ende 1995 in Deutschland unterzeichnet und im Schuljahr 1996/1997 in den deutschen Schulen eingeführt werden.

Bis August 2001 jedoch sollen alte und neue Rechtschreibung parallel gelten. Die neue Rechtschreibung regelt unter anderem den Wegfall der Drei-Konsonanten-Regel, die Eindeutschung bestimmter Fremdwörter und die vermehrte Getrenntschreibung von Verbindungen mit Verb oder Adjektiv als zweiten Bestandteil.

1995 kommt es jedoch zu Protesten gegen die neue Rechtschreibung und Fraktionsvorsitzende der CDU fordern den Bundesinnenminister und die Kultusminister auf, das Inkrafttreten der Reform zu verhindern, da zuvor eine Zustimmung der Länderparlamente in Form eines Staatsvertrages nötig sei.

Als Antwort auf die Proteste kommt es 1995 zu einer weiteren Änderung der Orthographie in der 45 eingedeutschte Schreibvarianten (z.B. Packet, Zigarrette, Katastrofe,) gestrichen werden. Diesen Änderungen wird durch die offiziellen Vertreter Deutschlands, Österreichs und der Schweiz in der „Wiener Absichtserklärung“ zugestimmt und sie sollen .....

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Da sich die nachstehenden Entwicklungsmodelle des Schriftspracherwerbs ohne einige Begrifflichkeiten zu den Einheiten der deutschen Schrift nicht sinnvoll darstellen lassen, werden hier zunächst diese Begrifflichkeiten erläutert.

3.1  Basisgrapheme und Orthographeme

Die deutsche Buchstabenschrift umfasst ca. 41 Phoneme. Das Phonem ist die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der gesprochenen Sprache. „Die meisten dieser Phoneme können mit verschiedenen Graphemen geschrieben werden.“ (Thomé 2006, 370). Das Graphem ist die kleinste bedeuntungsunterscheidende Einheit der geschriebenen Sprache.

Das Basisgraphem ist die in einer Sprache am häufigsten auftretende Graphementsprechung eines Phonems. Für das Phonem /i:/ (langes i) stellt beispielsweise das Graphem <ie> das Basisgraphem dar, weil es gegenüber den anderen möglichen Graphemen (<ih>, <ieh> und <i>) in deutschen Texten viel häufiger Verwendung findet. (vgl. Thomé 2006).

Alle weiteren Grapheme, die anstelle des Basisgraphems geschrieben werden können, nennt man Orthographeme. Orthographeme treten für ein bestimmtes Phonem seltener auf als das Basisgraphem. Im Falle unseres Beispiels sind die Grapheme <ih>, <ieh> und <i> also Orthographeme für das Phonem /i:/.

Da Schreibanfänger die Sprache von der lautlichen (phonetischen) Seite aus analysieren, treten häufig Schwierigkeiten aufgrund dieser graphemi.....

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Ein weiteres maßgebliches Prinzip ist das sogenannte „morphologische Prinzip“, welches die Gleichschreibung stammverwandter Worte erklärt (vgl. Kirschhock 2004). Das Morphem stellt die kleinste bedeutungstragende Einheit einer Sprache dar, wobei die deutsche Sprache über ca. 5000 Grundmorphemen verfügt, aus welchen der Gesamtbestand aller deutschen Worte produziert werden kann.

Nach dem „morphologischen Prinzip“ werden Morpheme in verschiedenen Flexionsformen und in verschiedenen Wortbildungsgruppen immer gleich geschrieben, das Grundmorphem bleibt also immer konstant. Das „morphologische Prinzip“ kommt vor allem dem Leser entgegen, da durch es die Worte schneller erkannt und einer Bedeutung zugemessen werden können. Für den Schreibanfänger dagegen ist das „morphologische Prinzip“ von nur sehr geringem Nutzen, da es keine gleiche Schreibung bei gleich klingenden Lauten erlaubt.

„Diese beiden Prinzipien […] konstituieren wesentlich die deutsche Orthografie, wobei anzumerken ist, dass es daneben noch einige andere gibt, die eine Rolle spielen, z. B. das historische und das ästhetische Prinzip oder das Prinzip der Homonymie.“(Kirschhock 2004, 8).

Auf die von Kirschhock ergänzend genannten Prinzipien soll hier nicht eingegangen werden, da sie für die Rechtschreibentwicklung nur eine sekundäre Rolle spielen.

Bei den nachfolgenden Ausführungen zur Rechtschreibentwicklung muss beachtet werden, „[…] dass mit den Prinzipien der deutschen Rechtschreibung die Orthografie zwar nachvollzogen werden kann, deren Kenntnis und genaue Befolgung jedoch keine korrekten Schreibungen garantiert […]“ (Kirschhock 2004, 9).

3.3 Phasen der basalen Rechtschreibentwicklung nach Thomé

Prof. Dr. Thomé verwendet die Forschungsarbeiten Friths (1985,1986) als Grundlage für sein Entwicklungsmodell zur Rechtschreibentwicklung und unterteilt dieses in drei Phasen, die wiederrum in einige Stufen gegliedert werden. Vor dem Durchlaufen der ersten Phase sind bei Kindern bereits vorschriftliche Aktivitäten zu erkennen, die die graphische Ebene der Schrift imitieren.

Die Ergebnisse dieser Aktivitäten werden als „Kritzeltexte“ bezeichnet. „Kritzeltexte“ bilden eine Voraussetzung für den Beginn der basalen Rechtschreibentwicklung.

Die „Protoalphabetisch- phonetischen Phase“, die die erste Phase Thomés Modells darstellt, d.....

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Die zweite Phase nach Thomés Modell stellt die „Alphabetische Phase“ dar, und umfasst zwei Stufen. Kinder absolvieren diese Phase meist zur Zeit des ersten und zweiten Schuljahres. In dieser Phase können Kinder Wörter in kleinere Lauteinheiten zerlegen und sie korrekt schreiben. Das liegt daran, dass sie das „[…] wesentliche Prinzip aller Alphabetschriften […]“ verstanden haben, welches darin besteht […] kleine lautliche Einheiten – etwa Phoneme – mit je einem bestimmten Schriftzeichen zu schreiben.“(Thomé 2006, 373).

Dieses Prinzip fußt auf der besonderen Stellung der Basisgrapheme für bestimmte Phoneme (s. oben). Kinder verfügen in dieser Phase ausschließlich über einen Grundbestand an Phonemen.

Die erste Stufe dieser Phase wird als „Stufe der phonetisch-phonologischen Schreibungen“ bezeichnet. Schreibungen auf dieser Stufe geben die Lautungen nahezu komplett wieder, orientieren sich aber noch ausschließlich an der Phonetik. Als Ursache für zahlreiche Rechtschreibfehler auf dieser Stufe nennt Thomé folgenden Grund:

„Die lautliche Grundlage unserer Orthographie ist nicht die phonetische, sondern eine phonologische Lautform der Wörter. Diese kann in vielen Fällen den Wörtern nicht abgehört werden, sondern muss im Zuge des Orthographieerwerbs gelernt werden.“(Thomé 2006, 373).

Auf der „Stufe der phonologisch orientierten Schreibugen “ können Kinder mit Hilfe von Basisgraphemen einfache Worte produzieren. Charakteristisch für diese Stufe sind vermehrte Fehler bei Worten die Orthographeme enthalten, dennoch kommt es auf dieser Stufe eindeutig zu phonologisch begründeter Schreibung.

Die „Orthographische Phase“ stellt die letzte Phase des Entwicklungsmodells nach Thomé dar und ist ebenfalls in drei Stufen unterteilt. Die „Orthographische Phase“ bildet einen großen Teil des Schreiberwerbs, da sie alle Entwicklungen der Schreiblerner von einfachen Worten bis hin „[…] zur Bewältigung komplexer orthographischer Anforderungen.“(Thomé 2006, 374) umschreibt.

Kinder die sich in ihrer Entwicklung in dieser Phase befinden, können Abweichungen vom phonologischen Prinzip durch die Nutzung von Orthographemen ausgleichen. Außerdem beginnen sie eben diese Abweichungen vom phonologischen Prinzip auf ähnliche Worte zu übertragen. Neben erfolgreichen Verallgemeinerungen der orthographischen Regeln kommt es in dieser Phase aber häufig auch zu Übergeneralisierungen - also zu Generalisierungen der orthographischen Regeln „[…] über ihr eigentliches Bezugsfeld hinaus […]“(Thomé 2006, 374).

Auf der „Stufe der semi-arbiträren Übergeneralisierungen“ kommt es dann zur willkürlichen Anwendung von Orthographemen an falschen Positionen. Das lässt darauf schließen, dass der Lerner in dieser Phase zwar das Wissen von Basis- und Orthographemen besitzt, aber die Regeln zur korrekten Anwendung dieser noch .....

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Scheerer-Neumann definiert die Speichermechanismen wie folgt :

„Das eigentliche Rechtschreibwissen gliedert sich in zwei große Bereiche: In die implizite Kenntnis von Regeln und das innere orthographische Lexikon, einen wortspezifischen Speicher.“ (Scheerer-Neumann 1987, 194).

Informationen, die wir während des Schreiberwerbs anlegen und die wir für den Prozess des Schreibens benötigen, sind also einerseits auf unser Regelwissen zurückzuführen. Andererseits benötigen wir auch das „innere orthographische Lexikon“, damit der Prozess des Schreibens Einwand frei ablaufen kann.

Zum Bereich des Regelwissens zählt Scheerer-Neumann zunächst die „Phonem-Graphem-Korrespondenz“. Die Beziehung zwischen Phonem und Graphem ist, wie wir bereits gehört haben, in nur wenigen Fällen der deutschen Sprache eindeutig, nämlich immer dann, wenn das Basisgraphem Verwendung findet. Meist ist die Phonem-Graphem-Korrespondenz aber mehrdeutig, da das Phonem durch mehrere Grapheme wiedergegeben werden kann.

„Die Situation ist aber nicht ganz so chaotisch, wie sie auf den ersten Blick erscheint: In vielen Fällen ist eine der möglichen Korrespondenzen wahrscheinlicher als die anderen;“ (Scheerer-Neumann 1987, 195).

Als erfahrener Schreiber ist man über die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Korrespondenz zwar informiert, der Schreibanfänger aber muss diese Regeln noch erwerben.

Desweiteren werden die „orthographischen Regelmäßigkeiten“ zum Bereich des Regelwissens gezählt. Als „orthographische Regelmäßigkeiten“ beschreibt Scheerer-Neumann alle Regeln die „[…] sich allgemein auf strukturelle Regelmäßigkeiten der Schriftsprache beziehen.“ (Scheerer-Neumann 1987, 196). Damit sind Rechtschreibregeln gemeint, die man größtenteils in der Schule erwirbt, aber auch graphematische Regeln werden in dem Begriff der „orthographischen Regeln“ gefasst, beispielsweise, die Illegalität von <tz> am Wortanfang.

Auch die „Wortbildungsregeln“ fallen nach Scheerer-Neumann in den Bereich des „Regelwissens“. „Wortbildungsregeln“ regeln den Morphemaufbau unserer Sprache und gliedern Worte beispielsweise in Stam.....

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