Discussion / Argumentative Essay

Migration und Integration, Perspektiven der soziologischen Migrationsforschun­g

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Discussion
Sociology

University, School

Pädagogische Hochschule Ludwigsburg - PHgogik

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Ausarbeitung „Migration und Integration“

Seminar: WiSe1819: Perspektiven der soziologischen Migrationsforschung


In meiner Ausarbeitung möchte ich mich auf das Thema der Migration sowie Integration fokussieren.

Hierbei habe ich die Texte von Kirsten Hoesch (2016): Integrationstheorien sowie von Petrus Han (2016): Begriff der Migration und Grundbegriffe der Migrationssoziologie bearbeitet. Zunächst soll der Text von Petrus Han bearbeitet werden.

Petrus Han hat in diesem Text die Entwicklung der soziologischen Migrationstheorien sowie den Wandel der Migrationsformen seit dem Jahr 1945 analysiert.

Der Begriff Migration wird abgeleitet vom lateinischen „migrare“ und lautet soviel wie Wanderung, wandern oder wegziehen. Han stellt fest, dass es zu allen Zeiten in der Menschheitsgeschichte Migrationsbewegungen gegeben hat. Somit stellen Migrationsbewegungen einen festen Bestandteil der Kulturgeschichte der Menschheit dar. Allerdings haben sich diese Migrationsformen durch die Veränderungen der soziokulturellen und materiellen Lebensbedingungen der Menschen stetig gewandelt.

Eine der Leitfragen lautete, was Gründe darstellen, die für eine Migration sprechen. Die Gründe, die Menschen zur Migration bringt, können vielfältig sein. So gab es Migrationen in Sammler – und Jägerkulturen, sowie innerhalb der Nomaden- und Völkerwanderung. Bei Nomaden ist der Sonderfall vorhanden, dass diese über keinen festen Wohnsitz verfügen und somit stets in Bewegung sind.

Gründe können ökonomischer Natur sein, wenn Menschen aufgrund von Perspektivlosigkeit ihre Heimat verlassen, um in der Fremde ihr Glück zu versuchen. Neben diesen – trotz aller schweren Umständen im Hintergrund – freiwillig erfolgen, gibt es auch Migrationen, die aus einer akuten Notlage und Zwang erfolgen. Als Beispiele nennt Han den Sklavenhandel, der zwangsweise Menschen von Afrika nach Nordamerika verschleppte.

Meiner Meinung nach kommen noch Deportierte, die vor dem Hintergrund von Kriegen verschleppt werden sowie Kriegsflüchtlinge, die aufgrund von bewaffneten Konflikten ihre Heimat verlassen müssen.

Han nennt in seinem Text mehrere Formen der Migration, auf die ich nun vertieft eingehen möchte. Eine weit verbreitete Form der Migration stellt di.....[read full text]

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Ein weiterer wichtiger Begriff ist der Begriff der Kettenmigration.

Die Kettenmigration bezeichnet das Phänomen, dass bevor es zu einer größeren Migration kommt, sogenannte „Pioniermigranten“ als erste sich in das Zielgebiet niederlassen. Diese „Pioniermigranten“ ziehen dann andere Migranten hinter sich her, die aus ihrem Herkunftsgebiet stammen. Oftmals handelt es sich hierbei um das nähere soziale oder familiäre Umfeld, dass sich schrittweise ebenfalls zur Auswanderung erschließt.

Die Pioniermigranten bieten eine erste Anlaufstelle, um den Nachzüglern eine gewisse Sicherheit zu bieten. Dieses soziale Netz wird sukzessive ausgebaut, so dass der Migrationsstrom weiter anschwillt.

Unterschieden werden die unterschiedlichen Migrationsformen aus dem Grund, dass Migration immer einen sehr heterogenen und von vielen Faktoren abhängigen Prozess darstellt.

Die unterschiedlichen Migrationsformen können sich dem komplexen Phänomen der Migration somit annähern, auch wenn man im Einzelfall immer sehr genau hinschauen muss, da sich mehrere Bedingungen koppeln können.

Als letztes hat Han das Push – und Pull – Modell kritisiert. Das Push – und Pull – Modell stellt einen klassischen Erklärungsansatz der hochkomplexen und auf mehreren Beweggründen beruhenden der Migration dar.

Diese Beweggründe sind schwer zu definieren, so vermitteln die Push – und Pull Faktoren einen ersten Eindruck, auf was die Migration zurückzuführen ist. Unter Push – Faktoren, also Druckfaktoren, werden alle Faktoren der Herkunftsorte – bzw- gebiete der Migranten zusammengefasst, die diese zur Auswanderung zwingen. Dies können politische oder religiöse Ursachen sein, wirtschaftliche Krisen oder bewaffnete Konflikte und Naturkatastrophen darstellen.

Die Pull – Faktoren, also die Sogfaktoren, benennen alle Faktoren, die der Zielort für die Migranten attraktiv macht. Diese können politische Stabilität, eine gute Wirtschaft, religiöse Glaubensfreiheit sowie bessere Ausbildungs- und Verdie.....

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Somit gehe ich teilweise mit Hans Meinung konform, was die Kritik an den Push – und Pull – Faktoren anbelangt. Für den Umgang mit Migration in der Schule wäre es meiner Meinung nach sinnvoll, auch die hier genannten Schlüsselbegriffe zu thematisieren, da dies das Phänomen Migration sehr viel differenzierter darstellen lässt. Die Darstellung lediglich der Push – und Pullfaktoren ist zu abstrakt für die Schülerinnen und Schüler.

Zudem könnten durch z.B. Darstellung der Kettenmigration auch die Schülerinnen und Schüler animiert werden, die in ihrer Familie einen Migrationshintergrund aufweisen und sich somit intensiver in den Schulunterricht einbringen. Es wäre lohnenswert, diese Familienerzählungen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in den Schulunterricht zu integrieren, da somit die Gefahr, dass dieses wichtige Thema der Migration lediglich als abstrakt wahrgenommen wird, ein konkretes Beispiel erhält.

Dies wäre meines Erachtens sehr sinnvoll.

Als nächstes soll der Text von Kirsten Hoesch: Integrationstheorien näher erörtert werden, der 2018 im Sammelband: „Migration und Integration. Eine Einführung“ erschien.

Hoesch definiert dabei den Begriff der „Integration“ als einen Begriff, der sich ähnlich wie ein Chamäleon stetig verändert.

Wie „Integration“ verstanden und gedeutet wird, hängt stark von den beteiligten Personen ab. Im Kern behandelt die Integration die Thematik, dass sich eine Person funktional integrieren kann und dabei möglichst diskriminierungsfrei ihren Alltag bestimmen kann. Somit ist es ein Ziel des Migranten, im Zielort möglichst selbstbestimmt leben zu können und dabei von der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert zu werden.

Eine Integration kann sich allerdings in der Zie.....

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Einige Grundannahmen dieser Ansätze wurden allerdings kritisiert, da sie als zu einseitig, ethnozentrisch und sich zu stark auf die Perspektive der Aufnahmegesellschaft und der Mehrheitsmeinung zu fokussieren scheinen.

Seit den 1920er Jahren haben sich einige theoretische Stränge entwickelt, die im Folgenden näher ausgeführt werden sollen.

Hierbei stellt die Classic Assimilation Theory ( CAT), die Segmented Assimilation Theory (SAT) sowie die New Assimilation Theory (NAT) die wichtigsten dar. Die CAT wurde 1921 veröffentlicht und hatte ein Phasenmodell entwickelt, dass sich auf die fünf Phasen 1. Kontakt 2. Wettbewerb 3. Konflikt 4. Akkommodation und 5. Assimilation. Diese Phasenmodelle deuten somit an, dass die Assimilation kein plötzliches Ereignis ist, sondern in mehrere Phasen unterteilt ist, die sich schrittweise vollziehen und am Ende in der logischen Konsequenz mit der Assimilation enden.

Als Hintergrund waren die klassischen Einwanderer in den USA aus europäischen Staaten gemeint.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Migranten aber zusehends aus anderen Gebieten der Erde (z.B. Asien, Lateinamerika) von den USA angezogen, die sich auch in der zweiten Generation teilweise nicht assimilierten.

Ein anderer Teil assimilierte sich an die Unterschicht und marginalisierte sich somit sozioökonomisch auf Dauer. Diese Assimilation war soziologisch betrachtet somit eine nach unten. Die SAT hat somit im Gegensatz zum CAT ein offenes Ende des Assimilationsprozesses inkludiert, das sich in drei Varianten zeigen kann: 1. Anpassung an den mittelständischen Mainstream 2. „downard assimilation“ und Marginalisierung der Migranten 3. Selektive Akkulturation.

Die SAT wurde kritisiert, da sie ein statisches Modell vermittelt, da sie spezifische strukturelle und historische Rahmenbedingungen als dauerha.....

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Gleichzeitig spielen Strukturen und Orientierungen in der Aufnahmegesellschaft eine große Rolle, z.B. die Verfügbarkeit von Sprachkursen oder Bildungs- und Beratungsangeboten. Die Alternative, dass diese Hilfestellungen innerhalb der eigenen ethnischen Gruppe an solche Hilfen kommen können, lehnte er ab, da diese zu einer ethnischen Schichtung führt, die ohne jegliche Diskriminierung von außen stabil bleibt.

Diese ethnischen Schichtungen haben seiner Auffassung nach Ähnlichkeiten zu Feudal – oder Kastensystemen, die in einer modernen Gesellschaft einen Anachronismus darstellen. Die Assimilation ist ein Mittel, um dieser ethnischen Schichtung gegenüber zu stellen.

Der Assimilationsprozess gliedert sich dabei laut Esser in kulturelle, strukturelle, soziale und identifikatorische Assimilation, in dem unterschiedliche Maßnahmen wie der Spracherwerb, das Verständnis für die gesellschaftlichen Normen eines Landes, interethnische Mischehen und die Identifikation mit den Werten der neuen Gesellschaft miteinschließt.

Es zeigt sich hier deutlich, dass die Assimilation ein hochkomplexer Prozess ist, der sich durchaus anders entwickeln kann und es kein statischer Prozess ist.

Hierbei sind sowohl die Migranten als auch die Herkunftsländer gefordert, um ein für beide Seiten akzeptables Prozedere zu entwickeln, mit dem sich ein erfolgreicherer Abschluss der Migration bewerkstelligen lässt.

Meiner Meinung nach ist die Assimilation ein schwieriges Unterfangen.

Mir fehlte bei diesen dargestellten Analysen der von einigen Migrantengruppen ausgeübte soziale Druck, der auf die Personen, die ihr angehören, durchaus lähmend sein können. Vorwürfe, man würde sich der Mehrheitsgesellschaft unterwerfen und seine eigenen Wurzeln verleugnen, können sich destruktiv auf die Integration bzw. die Assimilation auswirken. Zudem wird die Rolle der Religion nicht angesprochen.

Es wäre interessant, wie die Assimilation in Ländern von statten geht, die über ein religiöses staatliches Leitbild verfügen wie z.B. Saudi – Arabien. Insofern wäre eine solche Untersuchung hilfreich, um einen in den globalen Kontext gestellten Beitrag zur A.....

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