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Max Ernst und die Kunst der Geisteskranken

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Art / Design / History of Art

University, School

Angell Freiburg

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Universität Duisburg-Essen Wintersemester 2010/11 Seminar: Einführung in die Gedichtanalyse Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Lyrik Hausarbeit im Grundstudium Inhaltsverzeich­nis 1. Einleitung      S. 2 2. Sprache der Nähe – Sprache der Distanz 2.1.Medialität und Konzeptionalitä­t S. 3-4 2.2.Kommunikati­ons­bedingun­gen S. 4-6 2.3.Versprachli­chu­ngsstrat­egien S. 6-7 2.4.Bedeutung für die Lyrik S. 7-8 3. Ernst Jandl  wien: heldenplatz  S. 8-13 4. Fazit  S. 14 5. Bibliographie    S. 15 6. Eigenständigkei­ts­erklärung­â€¦
Warum verwendet Hoffmann die Liebe als Mittel der Kunst? Die Dichotomie zwischen liebe und Kunst bei e.t.a. Hoffmann an drei ausgewählten werken. (der goldene topf- der sandmann- Elixiere des Teufels) Gliederung: Einleitung Liebe in der Romantik Ehe als bürgerliche Institution der Liebe Die zwei Arten der Liebe 3.1. Am Beispiel „Der goldene Topf“ 3.2. Am Beispiel „Der Sandmann“ 3.3.  Am Beispiel „Elixiere des Teufels“ Die Geliebte (Heilige vs. Hure) Fazit Literatur Einleitung: Die Liebe ist seit Beginn der Neuzeit ein immer wichtiger…

Max Ernst und die Kunst der Geisteskranken


Themen

1)                  Einführung

- Was seht ihr auf den Bildern?


- Welche Gemeinsamkeiten findet ihr?

- sitzten in der Luft. ( freischwebend)

- dieselbe Haltung und silhouettenhafte Starrheit

- Tier auf dem Schoß der Figur und der Löwenkopf in den Händen des ‚Oedipe’

- stark hervorgehobene Arme und Füße“

-Außerdem hat der Hintergrund bei beiden Bildern eine dunkelblaue Farbe.

.Max Ernst ließ sich 1931 bei diesem Zeitschriften-Titelbild von einem Werk des geisteskranken August Natterer anregen. August Natterer wurde 1907 wegen Wahnvorstellungen und Angstzuständen in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Gegen seinen Willen verblieb er bis zu seinem Tod in Anstalten.

In diese Zeit fällt eine große Produktivität als Maler, bei der er meist versuchte, seine Halluzinationen festzuhalten. Mehrfach wurde er vom Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn besucht. Durch dessen Werk Die Bildnerei der Geisteskranken wurde „Neter“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

2)                  Ideale des Surrealismus

Betrachtet man zum ersten Mal ein Gemälde eines Surrealisten, denkt man sich vielleicht, dass der Künstler einfach nur so irgendetwas unwirkliches, was eben nicht dem Realismus entspricht an die Leinwand malt und seinen Gedanken freien Lauf lässt. Doch auch im Surrealismus gibt es bestimmte Regeln, an die sich ein Künstler stets halten musste.

Kennt jemand welche? (Stichwort Sigmund Freud)

1) Denn oberstes Ziel war es, die „Ganzheit“ des Menschen wiederherzustellen, indem Vorahnungen, Fantasien und Träume stärker beachtet und mit der Wirklichkeit in Einklang gebracht wurden. In den Bildern vermischt sich daher oft Reales mit Irrealem.

2) Die surrealistischen Künstler gingen von der Psychoanalyse Sigmund Freud aus. Er wandte bei seinen Patienten die Hypnose an, um verdrängte, traumatische Kindheitserlebnisse wieder bewusst zu machen und dadurch psychische Störungen zu heilen.

Er betonte den Wert von Erinnerung und Erfahrungen und die Bedeutung von Träumen als Mittel, das Unterbewusstsein ans Licht zu bringen.

3) Die Maler versuchten nicht, die äußere Wirklichkeit darzustellen sondern machten das Unbewusste, Triebhafte und Irrationale zum Thema. Sie wollten das unbewusste Erleben festhalten und versuchten die Phantasie durch Rausch- und Traumzustände zu befreien.

Um den kontrollierenden Verstand auszuschalten und Visionen und surrealistische Vorstellungen hervorzurufen verwendeten sie künstlichen Schlaf, Hypnose und Halluzinationen. Spontane Einfälle und Visionen nach dem Genuss von Drogen, im Halbschlaf oder aufgrund von hypnotischen Methoden waren bislang die einzige Basis für ihre künstlerische Produktion.

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Bis zum Jahr 1921, in welchem Max Ernst eine Entdeckung machte, was nicht nur Max Ernsts’ Kunststil veränderte, sondern sogar den gesamten Surrealismus einen entscheidenden Denkanstoß gab, und somit regelrecht zu seiner Entstehung beitrug.


3)                  „Die Bibel der Surrealisten“

Im Jahr 1921 fällt Max Ernst zufällig der Prinzhorn Katalog in die Hände, Die Sammlung Prinzhorn an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg geht auf das Sammelprojekt des Kunsthistorikers und Arztes Hans Prinzhorn zurück.

In den Jahren 1919-21 trug er rund 4500 Werke von Anstaltsinsassen aus ganz Deutschland zusammen. Noch zur Zeit Prinzhorns gehörten Gewaltanwendung und Isolation zum Klinikalltag. Prinzhorn gilt als Wegbereiter einer neuen Therapieform: der Kunsttherapie. Sein Ansatz, den bildnerischen Werken von Anstaltsinsassen einen eigenen Wert beizumessen, war ein mutiger erster Schritt auf einem damals noch ganz unbekannten Terrain.

Ohne ihn sei der bildliche Surrealismus kaum denkbar, attestieren heute Kunsthistoriker

Max Ernst war von Hans Prinzhorns “Bildnerei der Geisteskranken” so fasziniert, dass er das Buch noch im Erscheinungsjahr mit nach Paris nahm, wo es bei seinen Künstlerkollegen für Furore sorgte und gleichsam zur (Bilder- )Bibel der Surrealisten wurde.

Selbst ihr Anführer André Breton, sah in den Werken der Geisteskranken endlich den ‚Missing link‛, der den klinischen Wahnsinn zur künstlerischen Inspirationsquelle erklärte, dem die ‚normalen‛ Surrealisten mit ihrem ‚normalen‛ Wahnsinn nun nacheifern sollten, auch wenn sie an die psychischen Grenzsituationen der Kranken nie heranreichen könnten.

Dort standen Bildelemente nebeneinander, die einander so fremd waren, dass gerade die Sinnlosigkeit dieses Nebeneinanders eine plötzliche Verschärfung der visionären Kräfte in mir verursachte, und eine halluzinierende Folge widersprüchlicher […] Bilder wachgerufen wurde […].“

Wie ihr anhand dieses Zitats sehen könnt, rief der Anblick jener Bilder sogar Haluzinationen bei ihm aus. Er sah in den Bildern DAS Ideal des Surrealismus, nämlich eine Kreativität diesseits der Einflüsterungen und Einwendungen der Vernunft.

Ø          Emma Hauck verfasste in der Psychiatrischen Klinik Heidelberg Briefe an ihren Ehemann, in denen sie die ständige Wiederholung der  Wortfolgen "Herzensschatzi komm" oder das alleinige Wort "komm, komm" niederschrieb.

Ø          August Natterer: Hexenkopf, Vorder- und Rückseite, um 1915,

Hatte Faible für Metamorphosen: Auf der «Hexenkopf-Landschaft» mutiert die Nachthaube der Hexe jenseits der Rüsche aus Bäumen zu einem Totenschädel. Das Blatt ist doppelseitig bemalt, um Transparenzeffekte zu ermöglichen.

Ø  "Die Skt. Wandanna-Kathedrale in
Band-Hain", 1910 Bleistift und Farbstift auf Zeitungspapier. Im 30 jährigen Klinikaufenthalt schuf er ein gigantisches Werk.Das Werk beginnt mit der imaginären Autobiographie des „Adolf Wölfli” in Prosa, Gedichten und illustrativen Zeichnungen (1908-1912).

Mit Ausweitung dieser Lebensgeschichte ins Mythische entwickelt sich daraus eine phantastische Erzählung von Reisen und Erlebnissen im Kosmos, die in der Errichtung einer eigenen “Welt-Schöpfung” gipfelt.

Sie skizziert ihr Essgeschirr, konturiert ihren Tisch aufs Blatt und füllt dann mit Akribie die verbleibende Fläche mit Worten. Diese Sprachblätter beeindrucken durch ihre ästhetische Spannung, die aus der Verschmelzung von Text und zeichnerischen Mitteln erwächst.

Gleich einem Gerüst fungieren die schlichten Dinge des häuslichen Lebens und dieser berührbare Alltag wird durchflutet von Worten, die nicht zu dämmen sind.

Ø    Die raumgreifenden Installationen von Maria Lieb aus dem Jahre 1894 entstanden aus zerrissenem Stoff, den sie in strukturierten Flächen als gleichmäßig verteilte Blüten, Kreisornamente und Schriftelemente auf dem Boden ihrer Zelle auslegte.

Ø    48mal zeichnete Wilhelm Müller den Blick aus seinem Anstaltszimmerfenster auf den Domjüch-See.

Immer wieder beschreibt er dabei Atmosphäre, Luft, Farben und Klima. Der Eintönigkeit und Zeitlosigkeit des Anstaltslebens setzt er die permanente Veränderung der Außenwelt entgegen. Malmittel und -gestus passt er dabei seinen unterschiedlichen Empfindungen an. So können seine Landschaftsdarstellungen als visuelles Tagesbuch verstanden werden.

Man steht mit ihm am Fenster und blickt hinaus auf die Seelandschaft, in die Unendlichkeit des Verweilens. Das Leben findet draußen statt.

4)                  Die Verfahrensweisen

Wir wissen ja, dass Max Ernst einige Zufallsverfahrenstechniken erfand und damit nicht nur neue Impulse für die Surrealisten schuf, sondern die gesamte Kunstszene beeinflusste. Dabei spielte eben jener Katalog über die Kunst der Geisteskranken eine entscheidene Rolle: Nicht die jeweiligen Motive des Katalogs, sondern vor allem die gestalterischen Verfahrensweisen dienten Max Ernst in seinem weiteren Schaffen als großes Vorbild.

Habe er jedoch den ersten Schritt überwunden, der ihn stets zur Subjektivität zwingt, könne dann seinen Verstand ausschalten und dem Surrealismus nachgehen. Genau diesen schwierigen Schritt konnten die Geisteskranken problemlos überwinden. Er musste es also irgendwie schaffen, seine Gefühle und Ausdrücke (möglichst) unzensiert und ohne Eingreifen des kritischen Ichs auf Anhieb wiederzugegeben.

Er musste demnach erst ein Verfahren erfinden, um dieses Ziel zu erreichen. Und genau dies tat er mittels seiner Zufallsverfahren:

Die Frottage: mit dieser Technik soll sich das Unbewusste möglichst unkontrolliert von der Rationalität ausdrücken, das wird dadurch möglich gemacht, da die Forminhalte erst im Herstellungsprozess assoziiert ins Bewusstsein kommen das Abbild der Abreiboberfläche kann dadurch einen ganz anderen Wert bzw. Sinn erlangen

Oszillation oder Dripping - Eine Büchse wird mit einem Loch versehen, an einer Schnur über der, auf dem Boden

3. Collage

4. Dekalkomanie (= Abklatschtechnik)

5. Empreinte − Eine Schnur oder Kordel wird in Farbe getaucht und auf der Leinwand abgedrückt. – Beispiele: Eine Liebesnacht (1927)

6. Fumage (Räuchern)

Mit seinen erfundenen Techniken erreicht Ernst, die Kräfte des Unterbewusstseins nützlich zu machen, die Malerei des Surrealismus zu legitimieren, den Automatismus zu fördern und gleichzeitig den Künstler zum Zuschauer des eigenen Werks werden zu lassen.

Sind Geisteskranke also Künstler?

Die Liste der Künstler mit psychischen Störungen ist lang und die Künstler erfreuen sich trotz, manchmal vielleicht auch grade wegen ihrer Erkrankung großer Beliebtheit. Überproportional viele Psychisch-Gestörte betätigen sich künstlerisch und doch bleiben sie weitgehend unbeachtet: "Outsider-Kunst" oder "Art Brut" werden sie in der Szene der Galerien und Vernissagen genannt.

Diese Diskussion könnte man jetzt noch stundenlang fortführen. Ich möchte in diesem Punkt einfach nur Max Ernsts Meinung hinsichtlich dieser Frage zu vermuten:

Wie ich ja zu Beginn erläutert habe, hatten die Surrealisten stets die oberste Priorität, seine Gefühle unzensiert und ohne Berücksichtigung anderer Meinungen oder der Ästhetik wegen auf die Leinwand zu bringen. Max Ernst selbst wandte sich stets gegen die Auffassung vom besonderen Talent eines Künstlers und sagte, es komme nur auf den Mut an, die Bilder aus dem Unterbewusstsein „hervorzuholen“.

Und genau diesen Mut drückten für ihn die Bilder der Geisteskranken aus. In dieser Hinsicht sind psychisch Kranke Menschen wohl die Künstler schlechthin, die es sogar schafften eine ganze Kunstszene zu erschaffen.



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