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Literaturgeschicht­e

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German studies

University, School

Universität Koblenz-Landau

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WEGE DER LITERATURGESCHI­CHT­E Mitschrift Einheit 5. März 2009 WebCT Einheit 12. März 2009 Was ist Literaturgeschi­cht­e? Periodisierung Epochenschwelle­n Literaturgeschi­cht­e bedeutet: Gegenstandsbere­ich­ selbst, d.h. die Gesamtheit der „Literatu­r- Ergebnisse̶­0; im Laufe der Zeit, die mit dem Entstehen, Veröffentlichen und Wahrnehmen von Texten zu tun haben, sowie die involvierten Personen. Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, Literaturgeschi­cht­e als wichtige Teildisziplin‭¦
Inhaltsverzeich­nis 1 Was ist Literaturgeschi­cht­e?. 1 2 Zentrale Begriffe der Literaturgeschi­cht­e. 2 3 Geschichte der Literaturgeschi­cht­e. 5 4 Kanon und Wertung. 8 5 Literaturgeschi­cht­liches Grundwissen. 12 1 Was ist Literaturgeschi­cht­e? Das Wort Geschichte hat im Deutschen eine ambivalente Bedeutung. Es bezeichnet einerseits die Ereignisse selbst (lat. res gestae, eigtl. die Taten), andererseits den Bericht von den Ereignissen (lat. historia rerum gestarum, eigtl. die Erfahrung von den Taten).…

Literaturgeschichtliche Zusammenhänge (Literaturliste)


Barock (1600-1720):

Hans Jakob Christoph v. Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch (1668)


Politische und kulturelle Situation:

-          Grundkräfte:

o    höfischer Absolutismus

o    Gegenreformation

o    Tradition der Antike

-          30-jähriger Krieg

-          Kleinstaatlichkeit

-          Entstehung eines Buchmarktes


Literatur im Barock:

-          Auftrageber Fürstenhäuser und die Kirche

-          Normative Regelpoetik: Poetik ist lehr- und lernbar, strenge Sonettform und Alexandriner

-          Nachahmung antiker Muster

-          Ständeklausel, Fallhöhe (Tragödie, Komödie)

-          Vergänglichkeit und Sinnlosigkeit des Irdischen Daseins (Vanitas), Sehnsucht nach besserem Leben im Jenseits

-          Gegensätze: höchstes Glück – größtes Leid, Todessehnsucht – Lebenshunger


Literarische Gattungen:

-          Drama: Ständeklausel

-          Epik: Schelmenroman:

o    Erzählung vom einfachen Volk

o    Zeitkritischer Romen, dessen Held unbekannter, niederer Herkunft der Gesellschaft mit Naivität und Gerissenheit den Spiegel vorhält

o    Christlich erbauende Wirkung

-          Liebeslyrik: drei Ebenen:

o    Hoch: Preisung einer unerreichbaren Schönheit mit elegischer, trauriger Grundstimmung

o    Mittel: sinnlich, erotische Liebe mit scherzhaftem Grundton

o    Niedrig: pervers, sexuelle Vorgänge in drastischen Ton


Grimmelshausen: Simplicissimus

-          Satirische Ich-Erzählung (Identifizierung mit dem Leser) eines Bauernsohnes, dem in seiner beschränkten Weltsicht die gesellschaftlichen Konventionen absurd vorkommen

-          Keine grundlegende charakterliche Entwicklung

-          Inhalt:

o    Simplicius wächst fernab jeder Bildung auf einem Bauernhof im Spessart auf, der von Soldaten überfallen wird (Folter, Vergewaltigung, Mord, Brandschatzung)

o    Er kennt nicht mal seinen eigene Namen, nennt Vater und Mutter „Knan“ und „Meuder“ (Dialekt)

o    S. kann flüchten und wird im Wald von einem Eremiten (seinem leiblichen Vater) christlich erzogen

o    Der Eremit stirbt, S. muss nun allein in der Welt zurecht kommen und erlebt unzählige Abenteuer in Nah und Fern

§  Page beim Governeur in Hannau

§  Narr

§  Soldat, Jäger

§  Schauspieler in Paris

§  Bettler, Quacksalber

§  Pilger

§  Eremit

o    S. gelangt mehrfach an Ruhm und Reichtum, verliert diesen aber auch immer wieder (Unbeständigkeit) und begeht zahllose Untaten

o    Im Zentrum des Romans befindet sich S. scheinbar auf dem Höhepunkt seines Daseins, ist sich selbst aber so fremd geworden, dass er aus der Scheinwelt flüchtet

o    Ulrich Herzbruder (Sohn des Hofmeistern in Magdeburg) hilft ihm mehrfach aus brennzlichen Situationen, bis dieser stirbt und S. wieder allein ist

o    Am Ende lebt er wie sein Vater als Eremit nach dessen Lehren: Selbsterkenntnis, Welterkenntnis und Beständigkeit (geschlossene Form)

-          Interpretationen:

o    Ständiger Rollen- und Ortswechsel: Heterogenität der Figur = Unbeständigkeit (das einzig Beständige ist die ewige Veränderlichkeit)

§  Menschliche, tierische, narrische, künstlerische oder göttliche Ebene

o    Ständiger Wechsel erlauben unterschiedliche Sichtweisen auf die Gesellschaft

o    Zwei Welten:

§  Alltagswelt mit allen erdenklichen Lastern

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Literaturgeschichte
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§  Weltabgewandte Welt mit gottgefälligem Leben

o    Stilmittel: Metapher, Allegorien, Verschlüsselungen, Redende Namen, Exempelketten, Laster- und Sündenkataloge, Tiersymbolik

o    Satirische, realistische Erzählweise = als Narr ist es ihm gestattet die Hanauer Gesellschaft zu kritisieren


Sturm und Drang (1767-1785)

Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers (1774)


Politische und kulturelle Situation:

-          Jugendbewegung, Protestbewegung

-          Aufgeklärter Absolutismus

-          Territoriale Zersplitterung: Zerrissenheit des Landes = Hemmnis für Emanzipationsbewegung des Bürgertums


Literatur im Sturm & Drang:

-          „Genie“-Begriff:

o    Dichter empfanden sich als Genie, enthoben sich so den realen gesellschaftlichen Zuständen, um aus übergeordnetem Standpunkt Kritik an der Gesellschaft zu üben

-          Im Mittelpunkt steht das Individuum

-          Motive:

o    Potest gegen Absolutismus, höfischen Adel und enges freudloses, bürgerliches Berufsleben

o    Originalgenie: autonome übermenschliche Figur, die nur sich selbst verantwortlich ist und Ausweg aus der absolutistischen Enge schafft


Literarische Gattungen

-          Drama:

o    Freiheit des Individuums

o    Sprengung der Regeln

§  Abkehr vom 3- oder 5 aktigen Aufbau

§  Lockere Szenenfolge

§  Schneller Orts- und Personalwechsel

o    Sprache:

§  Expressive Wortwahl, Kraftausdrücke

§  Volkstümliche Wendungen

§  Wortneuschöpfungen

§  Sprache als Spiegel des Ichs, nicht des Verstandes

o    Themen:

§  Kindsmord

§  Geschlechtermoral

§  Soziale Unterschiede

§  Genie, das an sozialen Widrigkeiten scheitert

-          Lyrik:

o    Erlebnislyrik: freier Lauf für Gefühlsregungen (Klopstock)

o    Freier Rhythmus, Reimschema, Strophenbau (Originalität der Dichtung)

o    Einheit von Liebe, Seele, Natur und Religiösität


Goethe: Die Leiden des jungen Werther

-          Inhalt:

o    W. verlässt nach Unstimmigkeiten mit der Mutter das Elternhaus, Reise nach Wahlheim

o    Verliebt sich auf einem Tanzball in Lotte, Tochter des Dorfamtmannes, die Albert (auf Dienstreise) versprochen ist

o    Schwärmerische Zuneigung führt zu immer häufigeren Besuchen

o    Trotz Alberts Toleranz kommt es zu Schwierigkeiten, W. reist ab

o    W. sucht Ablenkung in beruflicher Tätigkeit, kann sich den Zwängen des Arbeiterlebens aber nicht unterwerfen

o    Rückkehr zu Lotte, die inzwischen verheiratet ist

o    Lotte hat ihn nicht vergessen, rät ihm aber von weiteren Besuchen ab

o    In gesellschaftlicher Isolation und unerfüllter, grenzenloser Liebe zieht er den Entschluss, sich das Leben zu nehmen

-          Erläuterungen:

o    Scheinbar dokumentierende Form des Briefromans, Einleitung eines fiktiven Herausgebers

o    Leser hat den Eindruck an einer wahren Geschichte, mit echten Figuren teilzunehmen, Mitwisser zu sein (chiffrierte Namen und Fußnoten)

o    Sprache folgt keinen Regeln mehr, man erlebt unmittelbar mit


Weimarer Klassik (1786-1805):

Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris (1800)

Friedrich Schiller: Maria Stuart (1800)


-          „klassisch“ = vorbildlich, mustergültig

-          1786: Aufbruch zu Goethes Italienreise; 1805: Schillers Tod


Politische und kulturelle Situation:

-          aufgeklärter Absolutismus

-          zunächst Begeisterung für die Leitideen der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

-          bald Kritik und Ablehnung wegen wachsendem Chaos und Terror

-          Grundidee: Erziehbarkeit des Menschen zum Guten = Neues, humanes Ideal eines ruhigen, aufgeklärten, in sich ruhenden Menschen

-          Totalität und Harmonie: Ausbildung aller menschlichen Fertigkeiten: Gefühl, Verstand, künstlerisches Empfinden, wissenschaftliches Denken

-          Antike = zeitloses Schönheitsideal (Einfachheit, Schlichtheit, Klarheit)

-          Vielfältiger Einfluss auf die Literatur:

o    Gefühlskultur der Empfindsamkeit

o    Radikaler Subjektivismus des Sturm und Drang

o    Vernunftorientierung der Aufklärung

o    Philosophische Schriften des Idealismus

o    Kunsttheoretische und kunstgeschichtliche Studien Winckelmanns

-          Kant: „Kritik an der reinen Vernunft“, Kritik an der praktischen Vernunft“, „Kritik der Urteilskraft“

o    Absolute Erkenntnisfähigkeit ist dem Individuum nicht gegeben

o    Lehre vom Schönen und Erhabenen als Mittelpunkt der Kunst


Literatur der Klassik:

-          Goethe – Schiller:

o    neue Denkweise: Differenziertere Betrachtung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Probleme

o    Goethes Italienreise:

§  Neue Kunstauffassung

§  Entfaltung einer ganzheitlichen Persönlichkeit

§  Berechtigung der gesellschaftlichen Ordnung ohne Unterdrückung des Individuums

§  Dicht keine Genie mehr, sondern Erzieher

§  Themen: Humanität, Willensfreiheit, Schuld und Läuterung

§  Form: strenge Regelhaftigkeit, Hochsprache, Ideale der Antike

o    Goethe: Natur als Ideal

o    Schiller: Entfernung von der Natur durch Kultur

Literarische Gattungen:

-          Stoffe mit allgemeiner, grundsätzlicher Bedeutung

-          Themen:

o    Versöhnung des Individuums mit Staat und Gesellschaft

o    Idee der Freiheit

o    Humanismus

-          Drama:

o    Klarer 5-aktiger Aufbau (erregender Moment, steigende Handlung, Höhepunkt, fallende Handlung, Katastrophe)

o    Stilisierte Hochsprache

o    Ideale Figuren

o    Ideendrama: Iphigenie

o    Geschichtsdrama: Maria Stuart

-          Roman: Lebenslauf eines Helden (Hyperion), dessen Entwicklung vom sich selbst absolut setzendem Individuum zum Mitglied der Gesellschaft


Schiller: Maria Stuart

-          Inhalt:

o    M. flüchtet nach schottischen Aufstand nach England zu Königin Elisabeth I

o    E. wirft M. Verschwörung und Mordplanung an ihr vor, M. wird für schuldig erklärt

o    Mortimer will M. befreien und hoffe auf Hilfe Lord Leicester, M. ehemaligem Verlobten, der zu E. übergelaufen ist

o    E. soll M. begnadigen

o    Arrangierte Begegnung zwischen M. und E. führt zum Eklat: M. fleht um Begnadigung, E. verhöhnt sie, M. beschimpft E.

o    M. vollzieht innere Wandlung, nimmt ihren Tod als Sühne für die Litschuld an der Ermordung ihres Gatten


Goethe: Iphigenie auf Tauris

-          Inhalt:

o    Iphigenie dient dem Barbarenkönig Thoas als Priesterin und hat ihn dazu bewegt auf landesübliche Menschenopfer zu verzichten

o    Sie weist jedoch seinen Heiratsantrag zurück, er droht damit die Opferung wieder einzuführen

o    Orest, ihr Bruder, wird von Rachgeistern verfolgt, die in einem Heilschlaf und das Gebet seiner Schwester geheilt werden

o    Iphigenie muss sich entscheiden, ob sie mit Orest und Pylades das Bild der der Göttin Daina rauben will und nach Griechenland zurück zu kehren oder ob sie Thoas die Wahrheit sagen soll und ihm und den Göttern vertrauen soll

o    I. verrät ihm den Plan und gibt sich mit Orest und allen Begleitern in seine Hand

o    Großzügig, aber schweren Herzens, lässt er I. und ihre Verwandten nach Griechenland ziehen

o    Die Deutung des Orakels war falsch, I. war mit dem Bild der Göttin gemeint und alles wendet sich zum Guten

-          Erläuterungen:

o    Gespräch statt Gewaltanwendung

o    Thoas bildet eine neue Herrschaftsform

Romantik (1795-1840):

Friedrich Hölderlin: Hyperion oder der Eremit aus Griechenland (1797-99)


-          Romantik stellt keine Ideale und Bildungsprogramme auf

-          Schuf Gegenwelten als Zufluchtsorte aus der Realität

-          Nützlichkeitsdenken und Industrialisierung wurden radikal abgelehnt

-          Der Alltag des Bürgertums erscheint wenig geheimnisvoll, grau

-          Entfaltung mythischer Welt der Religion, Reich der Fantasie

-          Begeisterung für die Schönheit und Wildheit der Natur

-          Neuerworbene Möglichkeiten, Dinge und Gefühle auszudrücken, für die es bisher kein Ausdrucksmittel gab

-          Versöhnung von Mensch, dem Göttlichen und Natur, Überwindung von Grenzen

-          Allumfassende Poesie ist selbst Teil der idealen Welt


Hölderlin: Hyperion

-          Inhalt:

o    H. wächst im Frieden der Natur im Süden Griechenlands mit Erzieher Adamans, der ihn schon früh für die antiken Ideale Griechenlands begeistert, auf

o    In seiner Jugend zieht er in die Stadt Smyrna, um seinen Geist weiterzubilden

o    Sie verbringen eine glückliche Zeit, bis es zum Zerwürfnis wegen unterschiedlicher Ansichten zur Rettung Griechenlands kommt, Alabanda geht

o    H. verfällt wieder dem Schwermut, bis er die schöne Diotima kennen und lieben lernt

o    Sie verkörpert alle Ideale, die Schönheit der Natur für ihn

o    H. findet kein Gleichgewicht zu dem Übermaß seiner Gefühle, ist innerlich zerrissen

o    Diotima beauftragt ihn, in die Welt zu ziehen, um seine Seele zu retten, den Geist zu bilden und als „Erzieher des Volkes“ wiederzukommen

o    H. zieht aber mit Alabanda in Begeisterung für einen theokratischen Staat in den Krieg

o    H. scheitert, Krieg geht verloren, Alabanda dem Tod entgegen und Diotima stirbt aus Trauer

o    Nach rastlosem Reisen durch die Welt, findet H. schließlich seinen Frieden in der trostspendenden Natur, dem einzig Göttlichen, der allumfassenden Ordnung


Naturalismus (1875-1900):

Arno Holz, Johannes Schlaf: Familie Selicke (1890)

Thomas Mann: Die Buddenbrooks (1901)


-          genaue Wiedergabe der sinnlich erfahrbaren Wirklichkeit und der Natur


-          Umbuch im Deutschen Reich 1888/90: Erster Weltkrieg unter Kaiser Wilhelm II

-          Zunächst Begeisterung bei Soldaten und Volk, später Erschrecken über Materialschlachten, schließlich Kapitulation

-          Weg frei für parlamentarische Regierungsform

-          Erkenntnisse der Naturwissenschaften, Ablehnung jeder Transzendenz

-          Negation der Willensfreiheit jedes Einzelnen, da Mensch durch Herkunft, Umgebung und Zeitumstände festgelegt ist (Milieustudie)

-          Verbesserung der Lebensumstände liegt nicht in der Verantwortung des Einzelnen, sondern bei gesellschaftlichen und politischen Kräften


Literatur des Naturalismus:

-          Kunst soll Natur nicht abbilden, sondern ersetzen, also Natur erschaffen (Kunst = Natur + X, X = Autor)

-          Dichter = unsichtbarer Beobachter der Wirklichkeit

-          Neue Darstellungsmittel:

o    Sekundenstil = Deckungsgleichheit von erzählter Zeit und Erzählzeit

o    Regieanweisungen = Sprechpausen, Stottern, Versprecher werden sichtbar, Raumgestaltung

o    Themen:

§  Probleme unterer Schichten (Alkoholismus, Großstadt, Kriminalität, Zerrüttung der Familie)

§  Forderung nach Bildung und verbesserten Arbeits- und Lebensumständen


Literarische Gattung:

-          Drama:

o    Beste Darstellung für Regieanweisungen, Dialoge und psychologische Eigenheiten


Holz, Schlaf: Familie Selicke

-          Inhalt:

o    Heiligabend und Morgen danach bei Familie Selicke im Wohnzimmer

o    Mutter wartet mit vier Kindern vergeblich auf den alkoholkranken, gewalttätigen Vater

o    Linchen, die jüngste Tochter, ist an Tuberkulose erkrankt

o    Aufgeladene, deprimierende Stimmung

o    Stimmung bricht, als Theologiestudent und Untermieter Wendt erscheint, der eine Anstellung als Landpastor erhalten hat

o    Wendt hält um die Hand der ältesten Tochter Toni an, will mit ihr die Stadt verlassen

o    Toni lehnt zunächst mit Rücksicht auf ihre familiären Pflichten ab, stimmt dann aber zögerlich zu

o    Linchen stirbt plötzlich in der Nacht

o    Der betrunkene Vater kommt nach Hause und spricht im Rauch Mord- und Selbstmorddrohungen aus

o    Als er vom Tod Linchen erfährt, zieht er sich zurück und lässt niemanden an sich ran

o    Toni beendet angesichts der Katastrophe die Beziehung zu Wendt

o    Es findet keine substanzielle Veränderung in der Familie statt

o    Musterbeispiel des konsequenten Naturalismus, eindrucksvolle Milieustudie

o    Breite Gefühlsskala, nuancierte Ausleuchtung der Charaktere

o    Wenig Handlung, es geht mit der Familie nicht voran

o    Kontrastwirkung: Tod an Heilig Abend – konstruiert, dürfen Naturalisten das? Literatur kann Wirklichkeit nicht absolut wiedergeben


Mann: Buddenbrooks

-          Inhalt:

o    Urgroßvater Johann Buddenbrook ist durch Getreidegroßhandel zu großem Reichtum gekommen

o    Die nachfolgenden Generationen verhindern dauerhafte Sicherung des Firmenkapitals, der wirtschaftliche Niedergang der Familie ist unaufhaltsam

o    Jean erbt das Unternehmen, die Firmenlage verschlechtert sich etwas

o    Thomas tritt nächstes Erbe an und ist zunächst erfolgreich als Geschäftsmann und Senator

o    Finanziellen Schwierigkeiten häufen sich, Thomas Ansehen in der Öffentlichkeit sinkt, mit 49 Jahren ist er ein körperliches und seelisches Wrack und stirbt an einem Schlaganfall

o    Toni hofft auf eine gute Partie, um Familie zu fördern, heiratet jedoch Männer, die es vor allem auf ihre Mitgift abgesehen haben: Grünlich will seine Firma sanieren, Permander, um sich zur Ruhe zu setzen

o    Seine Leidenschaft ist die Musik, doch er lebt ohne jede Zukunftsperspektive, mit 16 rafft ihn der Typhus dahin


-          Thematik:

o    Äußere Niedergang wird als Folge einer innerlichen, charakterlichen Veränderung gesehen

o    Zunehmende Selbstreflexion und Sensibilität bedrohen den modernen Menschen

o    Johann (ohne Skrupel), Jean (Frömmigkeit steht Geschäft teilweise im weg), Thomas (muss sich Erfolg mühsam abringen, da er seinem inneren Wesen nicht mehr entspricht), Christian (Lebensunfähig, Beruf als Kaufmann nicht mit Gewissen vereinbar), Hanno (übersensibles Gewissen macht ihn vollends lebensunfähig), Toni kann sich gegen Entwicklung wehren, verbleibt aber in ihren Schranken, hört nicht auf ihr Innerstes


Literatur in der NS-Zeit / Exilliteratur (1933-1945)

Bertolt Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder (1941)


-          politische Zustimmungsliteratur, Propagandaliteratur

o    historische, idyllische, Siedler-, Kriegs- oder Frauenromane

-          Zwecke:

o    Überlegenheit der arischen Rasse demonstrieren

o    Volksgemeinschaft vorgaukeln

o    Klischeehafte Hasstriaden auf Gegner

o    Traditionelle Rolle der Frau

-          etablierte Autoren gingen ins Exil (Brecht Ostdeutschland) oder wählten den Freitod

-          keine Entwicklung, literarischer Kahlschlag


Episches Theater:

-          Distanz zum Stoff, um Zuschauer zum Hinterfragen und Nachdenken anzuregen

-          „Verfremdungseffekte“ machen das Schauspiel erkennbar

-          Verfremdung:

o    Künstlich angelegte Figuren

o    Musik und Sprechgesang

o    Vorbemerkungen zu jeder Szene verraten den Inhalt, so dass es zu keiner emotionalen Wirkung kommt

o    Nicht was, sondern wie es geschieht soll beachtet werden

-          Problem: mehrmaliges Umschreiben, da Zuschauer Stück fehlerhaft interpretierten, ungewohnt, neue Denkweise


Brecht: Mutter Courage

-          Inhalt:

o    Anna Fierling, Mutter Courage, zieht mit einem Planwagen und ihren 3 Kindern dem 30-jährigen Krieg hinterher um Handel zu betreiben

o    Werber halten sie an, die ihren ältesten Sohn Eilif abwerben wollen: M.C. verteidigt ihren Sohn, wird aber überlistet und Eilif tritt gegen ihren Willen den Dienst an


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