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German studies

University, School

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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2010, Elisabeth Schmidt

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Vorlesung: Literatur des Mittelalters: „Erdichtete Skulpturen“

Lehramt an Grundschulen (neu) HF Deutsch und Grundschuldidaktik (Ma/Ku/En)

Wintersemester 2010/2011

1.Sitzung 26.10.10 Einführung:

In der Literatur des Mittelalters werden häufig Bauwerke und Skulpturen beschrieben, die es in Wahrheit nicht gegeben hat und nicht geben kann. Diese Literatur wendet sich an die menschliche Fantasie, da die Bauten detailreich beschrieben werden und sehr bildhaft dargestellt werden. Um herauszufinden, ob eine Schrift wirklich ein reales Gebäude beschreibt, kann man sich meist auf Geschichtsschreiber und Nachbildungen aus der damaligen Zeit berufen.

Ein Beispiel ist eine Nachbildung der Siegesgöttin Nike, die die Echtheit eines Reisetagebuchs bestätigt. Jedoch gab es auch autoritäre Quellen, welche hin und wieder etwas zu der Realität hinzuerfanden, zum Beispiel beschreib Goethe auf seiner Italienreise ein Bild einer Sintflut beschreibt, diese Beschreibung jedoch außerordentlich übertrieben ist und eher Goethes emotionalen Zustand beschreibt als das Bild.

In der Mittelalterlichen Dichtung werden die Bauwerke meist so beschrieben, als seien sie durch Zauberei entstanden, was zum einen als Achtung vor der architektonischen Leistung verstanden wird, aber auch als Angst vor der Zauberei, die ja gotteslästerisch wäre, denn die Baumeister berufen sich somit selbst zu Schöpfern.

2. Sitzung 2.11.10

Thema 1 Allmachtsfantasien

1 Der Weltenbau des Cosdras in der „Legenda Aurea“ und in der Kaiserchronik

Der Perserkönig Cosdras stahl nach einer spätantiken Legende das Kreuz Christi und wollte sich zum Gottkönig über sein Volk aufschwingen. ZU diesem Zweck ließ er einen Turm aus Gold und Silber bauen, an dessen Spitze er die Sonne und den Mond setzte, so wie es in der Schöpfungsgeschichte Gott getan hatte. Durch verschiedene Mechanismen bewerkstelligte er außerdem, dass es so aussah, als ob das Wasser vom Himmel fiele und die Himmelskörper sich drehen würden.

Cosdras Sohn verteidigte den Turm und das gestohlene Kreuz gegen Eraclius, unterlag jedoch am Ende. So wird es in der Kaiserchronik beschrieben.

2. Die Spiegelsäule aus dem sogenannten Presbyterbrief

Priesterkönig Johannes aus dem fernen Osten, der an den byzantinischen König schreibt, beschreibt in seinem Brief einen Spiegel, zu dem man über hundert Stufen hinaufgehen müsste. Über dem Spiegel befindet sich ein Sockel mit 2 Säulen, auf denen wiederum vier Säulen stehen. Pro Etage verdoppelt sich die Anzahl der Säulen bis zu 64 Säulen.

Dieser Brief war gefälscht, es existierte kein Priester Johannes, der Brief wurde zusammen geschrieben aus verschiedenen Sagen und Legenden. Der erste, der die Geschichte berichtete, war Otto von Freising.

3. Sitzung 9.11.10

3. Die Spiegelsäule im „jüngeren Titurel

Titurel ist der erste Gralkönig im Parzival, einem Epos von Wolfram. Er enthält die Altersklage des Titurel, die Entstehung der Familie und die Liebesgeschichte eines Paars.

Die Maske Wolframs: bis kurz vorm Schluss spricht Albrecht von sich als Wolfram von Eschenbach, durch die Lautverschiebung änderte sich viel mit der Sprache und der Nation, das MA wurde vergessen und in der Renaissance wurde der Titurel wiederentdeckt und darum dachte man, dass Wolfram ihn wirklich geschrieben hätte

In den Geschichten geht es unter anderem um einen Gral. Der Gral muss von einer Jungfrau getragen werden, der Gral schwebt in der Luft, er braucht aber einen Tempel um ihn festzusetzen. Am Ende des Parzival erlöst Parzival den Gralkönig von seinem Leid, indem er eine Frage beantwortet und wird Herrscher über den Gral.

Der Halbbruder von Parzival verliebt sich in die Gralträgerin und nimmt sie mit nach Indien, sie zeugen einen Sohn, und das soll dann der Priester Johannes sein (s.o.)

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Literatur des Mittelalters: Erdichtete Skulpturen
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Der Priester Johann ist nach Albrecht unermesslich reich und sein Land ist reich und ohne Sorgen (übernommen aus dem Presbyterbrief) und von Wunderwerken geschmückt, und es gibt auch eine Spiegelsäule. Diese wird durch prunkvolle, überladene und übertriebene Metaphern beschrieben, allerdings etwas anders als im Presbyterbrief.

Sie ist vor den Toren des Palastes und hat 120 Stufen aus Alabaster, Kristall und anderen Edelsteinen. der Spiegel ruht auf einer einzigen Säule, er wird breiter nach oben, er sieht aus wie ein Deckel auf einem Kelch. Dies soll den heiligen Gral darstellen. Diese Außerkraftsetzung der Physik faszinierte die Leute ungemein. Die Spiegelsäule des Priesters Johannes ein Auszug aus einem über 6000 Strophen langem Gedicht, bei dem sogar eine Melodie überliefert ist, es gibt nur Klingende Kadenzen und innere Reime, was ihn angenehm zu lesen macht, es ist aber schwer zu übersetzen und zu verstehen.

Ab Strophe 6236: Spiegelsäule wird beschrieben, vor dem Tor ist ein Hof, der so lang ist, dass ein Pferd Anlauf nehmen könnte, um einen Ritter vom Pferd zu stoßen. Sie hat Stufen aus Kristall und Edelsteinen, ein glatter ebenmäßiger Boden, der mit Gold ausgegossen ist, dass man sich darin spiegeln kann, es sieht aus, als wäre er mit Sonnenlicht übergossen worden.

In der Mitte der Treppe steht die Säule, auf der ein Spiegel steht, um sie führen 125 Stufen zu ihm. Die Stufen sind aus Porphyr, aus Edelsteinen, Saphiren, je höher man kommt, desto schöner wird es. Um die Säule ist ein Ziborium (eine Überdachung). Auf der Spiegelhaltenden Säule stehen zwei Säulen auf einem Sockel, auf denen stehen vier Säulen, auf denen wieder ein Sockel ist… das geht so weiter bis zu 64 Säulen, dann kommt wieder ein Ziborium, dann kommen wieder 32 Säulen, 16, 8, und so Weiter, und Obendrauf steht noch mal eine Säule.

Je höher man kommt, desto prachtvoller wird es. Der Sinn des Spiegels ist, dass er Falschheit und Verrat melden kann, man sieht wer immer sich in den Provinzen gegen den König richtet, und der bleibt so lange stehen, bis derjenige sich durch Buße und Reue unschuldig gemacht hat. Dann glätten sich seine Makel. Den Spiegel bewachen 3000 Männer, damit niemand den Spiegel zerstören kann, da das viele wollen um wieder schlecht zu sein.

Totalität des Byzantiner Brief nimmt im jungen Titurel sogar noch zu.

4. Sitzung 16.11.10

4. Das Mausoleum. Heinrich von Veldeke, Eneasroman: Das Grabmal der Camilla

Situierung des Textes im literarhistorischen Kontext:

Quelle: Höfischer Roman: Der höfische Roman kommt aus Frankreich aus der Volksdichtung. Geschichtlich wurde viel gebaut und ihnen ging es gut, daher konnten sie sich gut unterhalten zu lassen und wissen vermittelt zu bekommen, darum sind die antiken Romane entstanden. Stoffe sind griechische und lateinische Geschichten aus der Antike.

(Eneasroman). Eneas ist der Sohn der Venus und eines Prinzen aus Troja Anchises. nach der Zerstörung Trojas floh er. Eneas muss die Meere durchpflügen und in Italien den Grundstein für die Stadt Rom legen. Einige Götter helfen ihm, andere wollen ihm schaden. Er landet nach einem Sturm in Karthago bei der Königin Dido, mit der er eine Leidenschaftliche Beziehung hat.

Als Eneas geht, begeht die Königin Selbstmord. In Italien kommt er zum König Latinus, der eine schöne Tochter (Laurinia) hat, die aber schon verlobt ist. Auf seinen Reisen begegnet er auch Camilla.

Camilla (die Königin der Amazonen) will keinen Mann, will aber keine Frau sein und vermeidet alles, was fraulich ist. Am Tag ist sie ein König, weil sie keine Zofe hat, in der Nacht ist sie eine Königin, weil sie keinen Ritter im Bett hat. Sie ist wunderschön, zieht sich gut an, kämpft gerne. Sie hat eine Schwäche für Edelsteine und tötet einen Priester, der einen schönen Helm hat, und während sie ihm den Helm abnimmt, erschießt sie ein Bogenschütze von weitem.

Alle trauern um sie im Heer, und ihre Liebe zum Glanz spiegelt sich in ihrem Grabmal wieder.

5. Sitzung 23.11.10

Das Grabmal der Camilla ist übermäßig groß, hat eine unmögliche Statik und ging als Wunder in die Erzählungen ein, denn genaue Maße sind angegeben. das verleiht ihm Glaubwürdigkeit, es kann jedoch dennoch nicht nachgebaut werden. Es ist Etwa 120 Meter hoch (nach Veldekes) und hat die Form eines Kelches oder Baumes.

Es liegt in der Nähe ihres Tempels, sie selbst hat bereits vorher dafür gesorgt, dass sie dieses Grab bekommt. Es ist ein Hochgrab (Hoch über der Erde) die es wirklich gab (in der römischen Antike), sie wurden auf Säulen oder Bäumen errichtet(dadurch konnten sie schwerer ausgeraubt werden, aber es könnte auch metaphorisch „den Göttern nahe sein“ bedeuten).Die Eigenleistung des Literaten wird betont, was sehr besonders ist zu Zeiten des Mittelalters.

Der Architekt wird extra erwähnt (Geometras) als Meister, es ist also sein Meisterwerk und Camilla belohnte ihn. Es lag ihm viel daran, dieses Werk zu vollenden, da er sich gut auf die Kunst der Geometrie verstand. Dafür wurde er gelobt und ausgezeichnet. Die Geometrie ist eine freie Kunst, doch die Architektur ist ein Handwerk. Er ist also ein Handwerker, der eine der 7 freien Künste beherrscht (Trivium Sprachen: Grammatik, Rhetorik, Dialektik (damit fängt man an) Quadrivium (schwerere Wissenschaften der Mathematik) Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie und Astrologie) er ist ein akademischer Baumeister.

Auf diesem wurden Steine gebaut, die sich stufenweise vergrößerten, jede Stufe ragt über die vorhergehende heraus, am Ende war es 40 Fuß hoch und 20 Fuß im Durchmesser. Erst darauf bildet sich die Grabkammer, die mit einer Taube und einem Schützen geschmückt war

Während dieser Beschreibung wird immer wieder die Schwere des Projekts und die gute Ausführung durch den Baumeister erwähnt. Das gilt auch als Eigenlob des Schreibers selbst, da er dieses Bauwerk mit Worten errichtet. Dies passt wiederum zu den Allmachtsphantasien der antiken Herrscher über Gott/Götter. Je phantastischer ein Bildwerk ist, desto weniger kann man denken, dass es mit rechten Dingen zu geht, mit der Bewunderung für den Architekten geht immer ein Argwohn einher, dass er mit dem Teufel im Bunde stände oder aber ein Zauberer wäre.

Veldeke macht den Baumeister jedoch nicht zum Zauberer, sondern zum Akademiker, er distanzierte sich von den Vermutungen, dass es mit dem Teufel im Bunde stehen könnte. Der Sarg war aus Chalcedon und sehr stattlich, ein Sardonix war die Deckplatte, ganz genau eingefügt. Sie liegt in ihrer Grabkammer wie eine lebende Königin. Ihre Grabkammer beschwört das vergangene Leben.

Es gibt Fenster wie in einem Haus für Lebende. Es gibt auch eine Beschreibung (descriptio(lat.)/ekphrasis(griech.)) ihrer Rüstung: Ihr Panzer war weiß durchscheinend wie Eis, der Helm war außerordentlich schön aus durchsichtigem Braun wie Glas, er schillert regelrecht, das Schild aus Elfenbein, gut geschnitzt und gekrümmt, nicht mit Leder/Fell überzogen, von reinem Weiß, der Buckel war golden und mit vielen Edelsteinen besetzt, durch die die Sonne hindurchleuchtet.

6. Sitzung 30.11.2010

Camillas Mumie wurde mumifiziert, sodass sie weder faulen noch stinken würde. Auf ihrem Sarg steht eine Inschrift, die sie als große Königin und Heerführerin beschreibt, ohne ihre weibliche Schwäche. Eine Lampe brennt in ihrem Gemach, deren Feuer nie erlischt, die nach dem Verlassen des Baumeisters aufgehängt wurde. Ein Grieche hat es erfunden, und Geometras hatte sie nach seinen eigenen Wünschen gebaut.

Sie war aufgehängt an einer Kette aus Gold. Diese Kette wurde vom Schnabel einer Taube gehalten. Die Taube saß auf einem Stein (gemeißelt) und leuchtete der Königin. Die Lampe war rot wie Blut und durchscheinend. An einer Wand stand ein geschnitzter Mann, der einen gespannten Bogen hielt, der auf die Taube gerichtet war. Wenn der Schütze schießt, wird die Lampe kaputt gehen.

Dies erinnert an den Tod von Camilla, da sie selbst (die Taube/jungfräulich) aus der Ferne erschossen wurde. Wenn sie wirklich abgeschossen werden würde, würde die Erinnerung an Camilla für immer fortbestehen. Die Frage dahinter war: Was müsste passieren, damit das ewige Licht verlischt? Auf dem Turm selbst war noch ein Spiegel angebracht, in dem man Herannahende auf eine Meile Entfernung sehen konnte.

Antikgeschichtliche Adaptionen: Benoit nennt sein 3000 Verse langes Werk „Roman“ was so viel heißt, wie „in romanischer Sprache geschrieben“, also eben keine lateinische Texte, sondern romanische Volkssprachen. Es behandelt Troja und den trojanischen Krieg. Um 1200 wurden Antike Stoffe ins romanische übertragen, bearbeitet und „aktualisiert“, also in mittelalterliche Umstände und Schreibweisen versetzt.

Seine Vorlage sei nicht Homer, da dieser „ein Lügner“ sei. Die Quelle für den Roman waren Pseudohistorische Stoffe aus dem 4. Jahrhundert, die aufgezogen waren aus der Sicht zweier Soldaten, einem Griechen und einem Trojaner. Diese waren angeblich glaubwürdiger als die Schilderung Homers, da sie ja dabei gewesen sein sollten.

Mittelhochdeutsche Adaptionen:

Herbort von Fritzlar (1200) bearbeitete den Troja Stoff sehr kurz. Konrad von Würzburg (1300) gestaltete seine Version des Trojakriegs.

7. Sitzung 7.12.10

Wie tritt der Raum der Schönheiten in Erscheinung? Es ist Ein Alabastersaal, der mit 12 verschiedenen Edelsteinen besetzt war. Er wird markiert von vier Ecken, in denen Statuen stehen. Es werden Flächen und Wände hervorgehoben, der Raum wird jedoch nicht sehr beachtet. Die drei Baumeister werden Dichter genannt, dies spiegelt die Auffassung, das zwischen Baukunst und Poesie ein Zusammenhang, eine Nähe besteht, da sie beide etwas erschaffen.

Die zweite Dame war für die Augenlust zuständig, sie tanzte, sprang und drehte sich, jongliert den ganzen Tag, mehrmals. Sie kann auf einem goldenen Tisch bewegte Bilder hervorbringen, mit Dingen, die die Menschen gerne sehen (Wettkämpfe, Tiere, Liebes-und Kriegsszenen) Man weiß nicht, wie ein Statue das machen kann, aber es sieht wirklich so aus.

Eine Statue ist für die Ohrenlust und die Wellness zuständig, er verabreicht Schönheitskuren, wer auf seinen Stein schaut, bekommt einen schöneren Teint und wer ihn an dem Tag ansieht, verspürt keinen Zorn. Er hielt große und kleine Instrumente, aus denen wundervolle Töne kamen, sorgt dafür, dass immer wieder Blumen auf den Boden liegen, sodass dieser ganz bedeckt ist.

Dies kann er jeden Tag, ohne dass jemand weiß woher sie kommen und wohin die anderen gehen. Über ihm ist ein Adler, der sich mit einem Satyr bekämpft. Der Satyr hält einen Ball, wenn er ihn loslässt, fliegt der Ball weg und kommt aber wieder zurück. Während des Wurfs fliegt der Adler los und sobald er über den Blumen ist, verwelken sie auf der Stelle, verschwinden und an deren Stelle erscheinen neue, frische Blumen in anderen Farben.

Die letzte Statue kümmert sich um das Aussehen der Besucher. Sie prüfte die Insassen des Saales und zeigte ihnen heimlich was sie zu tun hatten, ohne dass es ein anderer wusste. Sie zeigte an, wann es Zeit war zu gehen, bewahrte alle davor, sich daneben zu benehmen oder unaufmerksam oder unhöflich zu sein.

Der Saal der Schönheiten bei Herbert von Fritzlar

In seinem Liet von Troie beschreibt auch Herbert von Fritzlar die schönen Statuen im Raum der Schönheiten, jedoch wird er immer weniger ausführlich.

Thema 2 Kunst und Täuschung

Das Ideale Bild in der Antike war, dass ein Kunstwerk erst dann besonders war, wenn es genau der Natur glich und besonders lebendig aussah. Diese Lebendigkeit wurde häufig auch zu Täuschungszwecken eingesetzt, zum Beispiel als Waffe im Krieg. Durch eine Täuschung wurden auch die Minotauren ( Halb Mensch, Halb Stier) gezeugt, indem ein Stier durch eine Täuschung eine Frau anstelle einer Kuh begattete,

9. Sitzung 21.12.10

Kaiserchronik: Die Liebe zur Venusstatue

In der Kaiserchronik werden die Lebensgeschichten verschiedener römischer Kaiser (54) gesammelt und werden so zu einer Quelle für spätere Aufzeichnungen. In der Chronik geht es unter anderem um einen Jungen, der sich unsterblich in eine Statue verliebt und dadurch vom Teufel besessen wurde. Dadurch ging es ihm immer schlechter und er stand kurz davor, zu Grunde zu gehen, da er weder Essen noch Trinken noch Schlafen konnte.

10. Sitzung 11.1.11

Pygmalion in Jean de Meuns Rosenroman.

In den Metamorphosen von Ovid wird zum ersten Mal der Mythos des Bildhauers Pygmalion beschrieben, der sich in sein eigenes Kunstwerk verliebt. Dieser Stoff wurde von Guillaume de Lorris im Jahr 1235 begonnen und später von Jean de Meuns fertig gestellt.

Im Roman verliebt sich der brillante Bildhauer Pygmalion in seine Statue, die als noch schöner als Helena und Aphrodite bezeichnet wird. Durch seine Liebe verliert er langsam den Verstand und beginnt sich zu fragen, ob er es besser oder schlechter hat als die Männer, die entweder gar nicht lieben oder die, die nicht zurückgeliebt werden.

Er erkennt zwar, dass er niemals auf Erwiderung hoffen kann, er begnügt sich jedoch mit ihrer Statue, die er immerhin liebkosen und umarmen kann. Durch ein Wunder wird die Statue jedoch in eine lebendige Frau verwandelt, mit dem Pygmalion dann einen Sohn zeugt. Durch Inzest wird jedoch ein weiteres Kind gezeugt, Adonis, welcher Verderben über die Menschen bringt, da sich alle in seine Schönheit verlieben.

11. Sitzung 18.1.11

Thomas, „Tristan“: Der Statuensaal nach der nordischen Version der Tritansage: Tristan als Künstler.

Der Tristan Roman ist nur bruchstückhaft überliefert und in Prosa geschrieben. Tristan ist in Isolde verliebt, kann jedoch nicht mit ihr zusammen sein. Er heiratet eine andere Isolde, kann jedoch die Hochzeit nicht vollziehen, da er immer wieder an die erste Isolde denken muss. Der Liebende soll sich voll und ganz mit der Liebe beschäftigen, Liebesgedichte lesen, Liebesbriefe schreiben… -> vergebene Liebesmühe.

Tristan ist nicht nur als Held beschäftigt, sondern auch ein Denker, Erfinder und Künstler, er ist der einzige, der in den Mythen eine künstlerische Tätigkeit ausführt (außer Lancelot). Er malt sein Gemach an mit der Geschichte seiner Liebe. In der Erzählung nach Beroue ist Tristan nicht nur ein Künstler, sondern auch ein Kulturheros -> der zum ersten Mal etwas erfindet.

Kuturheroen sind Menschen, die durch neue Kulturtechniken die Menschheit weiter gebracht hat. In der Literatur handelt es sich jedoch meistens um Wunschträume der Erfindungen. Nach Gottfried ist Tristan ein umfassender Spieler von Instrumenten, der so gut spielen kann, dass ihn alle bewundern und alle so sein wollen wie er.

In der Mitte des Gewölbes stand eine wunder wunderschöne Figur, die sehr feine Züge sowie einen feinen Gliederbau hatte und sogar lieblich aus dem Mund roch. Unter ihrer Brust, an Stelle des Herzen, war eine goldene Büchse, gefüllt mit hochwertigen Kräutern und Gewürzen. Ihre erogenen Zonen wurden nachgestellt, indem man ihre Düfte nachstellte (am Nacken und aus dem Mund… an den Brüsten usw.). Die Puppe erzeugte also den Eindruck, eine echte Person zu sein.

In der Dichtkunst werden oft Liebe und auch Sexualität dargestellt, jedoch nicht so intim wie in dieser Darstellung. Es ist also erlaubt, solch erotische Details an einer Figur darzustellen, allerdings nicht, wenn wirklich zwei Personen beteiligt wären.

12. Sitzung 25.1.11

Bekleidet war die Figur in einem Mittelalterlichen Königinnengewand. Sie trug eine Krone aus reinem Gold, die mit Edelsteinen besetzt war. In der rechten Hand trug sie ein reich geschmücktes Zepter. An ihm war ein Falke, der mit den Flügeln schlug, als ob er lebendig wäre. Isolde war wie die Königin der Jagd, da sie einen Falken als Symbol hatte.

Alles an ihr erzählt ein Stück ihrer gemeinsamen Geschichte. Tristan hat ein Hündchen geschenkt bekommen, das eine schöne Schelle am Halsband hat, dessen Musik alle Leid vertreibt und schenk diesen Isolde. Doch sie schneidet die Schelle ab, da sie nicht von ihrem Leid erlöst werden will. Unten an ihrer Statue war eine Figur eines Zwerges, der sich den beiden Liebenden einst in den Weg stellte.

Neben diesem Zwerg, war die Zofe der Isolde, Brinvet, abgebildet in ihrer ganzen Schönheit. In ihrer Hand hielt sie einen Krug mit einem Deckel, um den geschrieben stand, was sie einst zu Isolde gesagt hat: Nimm diesen Trank, der einst für König Markis in Irland bereitet wurde. Auf der anderen Seite des Gemachs war die Nachbildung eines Riesens, der einem Angst machte.

Auf der anderen Seite der Tür stand ein Löwe aus Kupfer, der so geschickt gefertigt war, dass jeder dachte, er wäre echt. Als Tristan seine Arbeit getan hatte und seine 2. Isolde verlassen hatte, ritt er im Verborgenen zu dem Gewölbe, und sooft er zu der Figur kam, küsste und drückte er sie und sprach mit ihr, als sei sie lebendig. Er erzählte von ihrer Liebe, von dem schönen und dem traurigen.


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