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Philosophy

University, School

Gymnasium, Stuttgart

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13, Kortüm, 2015

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Schickhardt-Gymnasium Stuttgart

Seminarkurs 2014 / 2015 „Konflikte“

Seminararbeit

Leihmutterschaft in Europa


Inhaltsverzeichnis

Einleitung. - 2 -

1.1.    Definition Leihmutterschaft - 3 -

2.       Medizinische Aspekte. - 4 -

2.1.    Medizinischer Ablauf - 5 -

2.2.    Medizinische Risiken. - 5 -

3.       Juristische Situation. - 6 -

3.1.    Rechtslage in Europa. - 7 -

3.2.    Reproduktionstourismus. - 9 -

4.       Wirtschaftliche Aspekte. - 10 -

5.       Ethisch-moralische Konflikte. - 11 -

5.1.    Fallbeispiel: Zwilling mit Down-Syndrom - 11 -

5.2. Zentrale Konfliktfragen. - 12 -

5.3.    Psychische Folgen. - 14 -

6.       Fazit und Ausblick. - 15 -



Einleitung

Allein in Deutschland sind 6 Millionen Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos. Diese Zahl entspricht in etwa 16 % der Menschen dieser Altersgruppe. Die Ursache der vermehrten Kinderlosigkeit  ist zu gleichen Teilen bei  Frauen und Männern zu finden. Die Gründe für die steigende Zahl der ungewollt kinderlosen Paare sind überwiegend auf gesundheitliche Defizite zurückzuführen.

Zudem führt der moderne Lebensstil dazu, dass sich das Alter der Eltern immer weiter nach hinten verschiebt. So ist also auch die sinkende Gebärfähigkeit der Frauen mit dem Alter ein ausschlaggebender Faktor.[1]

Aufgrund dieser Tatsachen findet die moderne Methode der In-Vitro-Fertilisation (lateinisch für „Befruchtung im Glas“) immer größeren Anklang in der alternden Bevölkerung. Auch die Leihmutterschaft bezieht diese Technik mit ein. Genaue Zahlen zur Leihmutterschaft lassen sich derzeit nicht ermitteln, da die klassische Leihmutterschaft auch ohne offizielle Angaben privat von den beteiligten Personen geregelt werden kann.

Das vermehrte Medieninteresse an diesem Thema und der wachsende Leihmutterschafts-Markt im Ausland spiegelt jedoch ein steigendes Interesse der Bevölkerung wieder.

Inzwischen lassen sich Berühmtheiten wie Nicole Kidman und Elton John ihre Kinder von Leihmüttern austragen und setzen damit einen neuen Trend. Die amerikanische Schauspielerin ließ sich im Alter von 43 Jahren ihre zweite Tochter von einer Leihmutter austragen. Nach offiziellen Angaben sei dies der einzige Weg gewesen, da Nicole aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr schwanger geworden wäre.[2] Durch diese prominenten Beispiele rückt die Leihmutterschaft ins Bewusstsein der Gesellschaft und löst zunehmend Diskussionen aus.

Der Schwerpunkt des Konfliktes um die Leihmutterschaft liegt in ihrer moralischen Vertretbarkeit. In dieser Arbeit soll die Komplexität dieser Problematik von verschiedenen Seiten beleuchtet werden.


 1.1.     Definition Leihmutterschaft

Unter dem Begriff „Leihmutterschaft“ versteht man im Allgemeinen, dass eine Person im Auftrag eines Wunschelternpaares ein fremdes Baby austrägt. Die Leihmutter vermietet ihren fruchtbaren Körper und erhält in der Regel ein Honorar.

Durch moderne Techniken wie der sog. In-Vitro-Fertilisation (IVF) erschließen sich verschiedene Möglichkeiten eine Leihmutterschaft durchzuführen.

Einseitig heterologe IVF

Wunschmutter

Baby

Eizellspenderin

Beidseitig heterologe IVF

Einseitig heterologe IVF

Spermienspender


Abb. 2: Selbst erstellt


I.                Homologe In-Vitro-Fertilisation:

Eizelle und Spermium stammen von den Sorgeeltern. Infolge dessen sind die Sorgeeltern auch die genetischen Eltern des Kindes. Dieser Fallt trifft zu, wenn die Sorgemutter aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht in der Lage ist ein Kind auszutragen.


II.                Einseitig heterologe In-Vitro-Fertilisation:

Die Eizelle oder das Spermium stammen von einer fremden Eizellenspenderin  bzw. von einem fremden Samenspender. Auch die Ersatzmutter kann Eizellspenderin sein. In diesem Fall ist das Kind nur mit einem Elternteil genetisch verwandt. Dieses Modell wird von einseitig unfruchtbaren Sorgeeltern oder heterosexuellen Paaren praktiziert.

III.                Beidseitig heterologe .....[read full text]

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Bereits bei der Entnahme einer Spenderzelle setzt sich die Spenderin einem gewissen Risiko aus. Das empfindliche Gewebe der Gebärmutter kann z.B. bei der Eizellentnahme



beschädigt werden. Werden die hygienischen Bedingungen nicht richtig eingehalten, droht bereits bei einem kleinen Eingriff Infektionsgefahr.

Die körperliche Belastung, der sich die Ersatzmutter bei einer Leihmutterschaft aussetzt, ist sehr hoch. Bereits vor dem Einsetzen des Embryos muss die Gebärmutter durch Hormone auf die Schwangerschaft eingestellt werden. Diese Hormone sorgen zudem dafür, dass die befruchtete Eizelle nicht als Fremdkörper erkannt und von der Gebärmutter abgestoßen wird.

Die Hormonstimulation bringt den natürlichen Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht und kann zu  Übelkeit, Depression und starken Unterleibsschmerzen führen. Nicht selten kommt es zu einer Überfunktion der Eierstöcke. Dies führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Gefäße und kann Wasseransammlungen, Blutgerinseln und eine Nierenunterfunktion nach sich ziehen.

Da jeder Körper anders auf  hormonelle Fremdeinwirkung reagiert, können die Nebenwirkungen nie von vornerein abgeschätzt werden. Zudem steigt mit zunehmendem Alter das Risiko unter den genannten Nebenwirkungen zu leiden, da die Eileiter bereits Schädigungen aufweisen können.[7]

Bei einer In-vitro-Fertilisation setzt der zuständige Arzt meist mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter ein, um die Chance einer Schwangerschaft zu erhöhen. Dies führt in vielen Fällen zu einer Mehrlingsschwangerschaft, welche die gesundheitlichen Risiken für die austragende Ersatzmutter deutlich erhöhen.

Zudem ist das Fehlgeburtenrisiko bei künstlichen Befruchtungen, im Vergleich zur natürlichen Schwangerschaft leicht erhöht.[8]

3.   Juristische Situation

Auf der juristischen Ebene hat sich die moderne Gesellschaft bis heute nicht auf eine eindeutige Linie im Umgang mit der Leihmutterschaft einigen können. Während sie in einigen EU-Ländern strengstens verboten ist, wird die Leihmutterschaft in anderen Staaten nicht nur legal praktiziert, sondern regelrecht zu einem neuen Wirtschaftszweig ausgebaut.

Andere Länder besitzen derzeit keine implizite gesetzliche Regelung zum Thema Leihmutterschaft. Am 7. April 2011 weist die Haager Konferenz für internationales Privatrecht auf die steigende Zahl der Leihmutterschaften hin. Probleme, die bisher nur theoretisch diskutiert wurden, werden nun zunehmend konkret. Die Konferenz warnt u.a. vor Problemen bei der Anerkennung der Elternschaft und den daraus resultierenden


Folgen. Vor allem das Phänomen des Reproduktionstourismus wird in diesem Kontext verstärkt kritisch diskutiert. Diese Vorhersage hat sich in den letzten Jahren bewahrheitet. Vermehrt müssen sich internationale und nationale Gerichte mit dem Thema Leihmutterschaft auseinandersetzten. Die juristische Aktualität dieser Thematik lässt sich nicht anzweifeln.[9]   

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In Deutschland wird Leihmutterschaft durch das Embryonenschutzgesetz (ESchG) geregelt. Das im Januar 1991 in Kraft getretene Gesetz verbietet jegliche ärztliche Hilfeleistung bei der Durchführung einer Leihmutterschaft. „Mit [einer] Freiheitsstrafe [von] bis zu drei Jahren oder mit [einer] Geldstrafe wird bestraft, wer es unternimmt, bei einer Frau, welche bereit ist, ihr Kind nach der Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen (…), eine künstliche Befruchtung durchzuführen oder auf [jene Frau] einen menschlichen Embryo zu übertragen.“ [12]

Beide, das in Auftrag gebende Sorgeelternpaar sowie die Ersatzmutter, werden jedoch in Deutschland nicht juristisch verfolgt.[13] Auch die Vermittlung von Leihmüttern ist in Deutschland durch das Adoptionsvermittlungsgesetz verboten.[14] Wird dennoch eine Leihmutterschaft durchgeführt, wird das Kind juristisch der Ersatzmutter zugesprochen, da die Mutterschaft  durch den Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt ist („Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat“) [15].

Selbst wenn die Sorgemutter genetisch mit dem Kind verwandt ist, hat sie keinen Anspruch auf das Sorgerecht. Die Situation des Vaters stellt sich rechtlich dagegen anders dar. Ist die Ersatzmutter verheiratet, geht das väterliche Sorgerecht automatisch an den Ehemann. Ist dies nicht der Fall, kann der Sorgevater die juristische Vaterschaft erlangen. Hierzu muss die Ersatzmutter offiziell die Vaterschaft des Sorgevaters anerkennen.[16]


In anderen europäischen Ländern sieht die juristische Situation noch einmal anders aus. In 15 der 28 Mitgliedsstaaten ist Leihmutterschaft juristisch streng verboten. Dies gilt z.B. für Bulgarien, Frankreich, Italien und Portugal. In diesen Ländern wird die Leihmutterschaft juristisch verfolgt. Zudem gibt es Staaten, die  bestimmte Bedingungen an die legale Durchführung einer Leihmutterschaft knüpfen, wie beispielsweise in den Niederlanden.

Dort müssen sich die Beteiligten der Leihmutterschaft rechtlich verpflichten, die vertraglich geregelten Bedingungen einzuhalten. Außerdem erhalten die Sorgeeltern die Elternschaft für das Kind nur durch ein reguläres Adoptionsverfahren. In England ist die Leihmutterschaft ähnlich geregelt. Eine Leihmutterschaft darf zwar durchgeführt, jedoch nicht finanziell entlohnt werden.

In einigen anderen Ländern bestehen bisher keine eindeutigen Gesetzregelungen. Als Beispiel kann an dieser Stelle Österreich angeführt


werden. Zwar ist dort die Eizellspende juristisch untersagt, doch es besteht kein spezielles Verbot einer herkömmlichen Leihmutterschaft.[17]            


3.2.     Reproduktionstourismus

Das Phänomen des so genannten „Reproduktionstourismus“  ist Folge zunehmender Globalisierung. Kinderlose Wunscheltern reisen rund um den Globus um sich dort, wo dies erlaubt oder zumindest toleriert wird,  Kinder austragen zu lassen. Der Grund dafür ist, dass die Reproduktionstechniken im eigenen Land oft illegal oder sehr teuer sind.  Vor allem Indien und die USA spielen im Geschäft um sog. „Retortenkinder“ .....

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III.                Das „Schwesternbesuch-Modell“:

Bei diesem Modell wird einer Ersatzmutter im Ausland ein Embryo eingesetzt. Die Wunscheltern beantragen ein Visum für die Ersatzmutter und holen sie zu sich nach Deutschland. Dort wird sie gegenüber den geburtsbegleitenden Ärzten als Schwester der Wunschmutter ausgegeben. Nach der Geburt des Kindes erkennt der Wunschvater die Vaterschaft an. Die Leihmutter lehnt später das Sorgerecht des Kindes offiziell ab und kehrt

nach Ablauf ihres Visums wieder in ihr Heimatsland zurück. Das Baby wird juristisch dem Wunschvater zugesprochen.           


Die Tatsache, dass diese Modelle zur Umgehung des Leihmutterschaftsverbotes in Deutschland bekannt sind legt die Vermutung nahe, dass bereits mehrmals der Versuch einer Leihmutterschaft zu vertuschen gemacht wurde. Der Reproduktionstourismus provoziert juristische Auseinandersetzungen zwischen Staat und Wunscheltern.

Bei dem Versuch sich ihren Kindeswunsch zu erfüllen  zeigen sich Paare bereit auch Gesetzte zu Übertreten. Die juristische Konsequenz einer Leihmutterschaft kann über Geldstrafen bis zum Gefängnisaufenthalt reichen. Vor allem aber wird dem Leihmutterschaftsbaby in den meisten Fällen die Einreise in das Heimatland verweigert.  Ungewollt kinderlose Paare sind durch die deutsche Gesetzgebung gezwungen sich zwischen ihrem Kindeswunsch und der eigenen Heimat zu entscheiden.

4.           Wirtschaftliche Aspekte

Das die Leihmutterschaft ein lukratives Geschäft ist, ist inzwischen in vielen Ländern angekommen. Seit der Jahrtausendwende spezialisieren sich immer mehr Kliniken auf die sog. Reproduktionsmedizin. Vor allem Indien, Thailand und die USA gelten als führende Mächte auf dem Reproduktionsmarkt. Im Vordergrund steht vor allem in den ärmeren Ländern der Profit.

Die breite Schwere zwischen arm und reich wird oft auf moralisch fragwürdige Weise ausgenutzt. Vor allem junge Frauen aus den unteren Bevölkerungsschichten leiden unter dem neuen Wirtschaftszweig. An dieser Stelle verschwimmt die Grenze zwischen wirtschaftlichen und moralisch-ethischem Konflikt. Neben der Ausbeutungsproblematik birgt der Leihmutterschaftsmarkt .....

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Seit 1988 vermittelt die Non-Profit-Organisation Leihmutterschaften. Da die honorierte Leihmutterschaft in Großbritannien verboten ist, steht für die COTS vor allem die Kindeswunscherfüllung im Mittelpunkt. Die Leihmutter erhält lediglich kleine Geschenke zur Entschädigung der körperlichen Anstrengungen. Damit soll verhindert werden, dass Frauen allein aus finanziellen Beweggründen in eine Leihmutterschaft einwilligen.


5.           Ethisch-moralische Konflikte

Die moralische Vertretbarkeit stellt den Schwerpunkt des Leihmutterschaftskonfliktes dar.  Der Mensch ist in der Lage Kinder „herzustellen“  welche nicht aus einer klassischen Vater-Mutter-Kind-Konstellation hervorgehen. Die Menschheit ist in der Lage sich aus einem Reagenzglas selbst zu reproduzieren. Diese Tatsache wird besonders in der Religion als verwerflich angesehen.

Der Mensch hebt sich auf eine göttliche Ebene und entscheidet über Leben und Tod. Im Folgenden soll anhand eines Fallbeispiels die zentralen Konfliktfragen um die Leihmutterschaft erst aufgezeigt und anschließend erörtert werden.


5.1.      Fallbeispiel: Zwilling mit Down-Syndrom

Das australische Ehepaar Farnell tritt Anfang 2013 an eine Agentur zur Vermittlung von Leihmüttern in Thailand heran. Das Ehepaar sieht in einer Leihmutterschaft die einzige Chance, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Die Agentur wendet sich an die 21-jährige Thailänderin Pattharamon Chanubua, welche in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Das Honorar in einer Höhe von umgerechnet ca. 8000 Euro lässt sie in die Leihmutterschaft einwilligen. Infolge dessen wird im März eine befruchtet Eizelle in Pattharamon eingesetzt. Im dritten Schwangerschaftsmonat entdeckten die zuständigen Ärzte ein zweites Kind.  Diese Nachricht wird positiv von den Wunscheltern aufgegriffen. Sie erhöhten das anfängliche Honorar auf 11.500 Euro.

Einen Monat später wird offensichtlich, dass eines der Babys unter dem Down-Syndrom leidet. Die Reaktion der Wunscheltern ist eindeutig: Sie fordern die sofortige Abtreibung mit der Begründung, dass sie lieber gar kein Kind an Stelle eines behinderten Kindes haben wollen. Pattharamon weigert sich aus zwei Gründen, dieser Forderung nachzukommen: Zum einen begründet die Ersatzmutter ihre Entscheidu.....

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In den meisten Fällen landen diese „Wunschkinder“ jedoch in Waisenhäusern, werden viel zu spät abgetrieben oder anderweitig „entsorgt“.[20]


Auch die Problematik der ausbeutung finanziell schlecht gestellter Frauen ist Teil der Leihmutterschaftsproblematik. Der Wirtschaftszweig Leihmutterschaft birgt neben den finanziellen Aspekten vorallem für die Leihmütter negative Konsequenzen. Die durchschnittliche Leihmutter ist zwischen 16 und 34 Jahre alt und befindet sich in einer finanziell sehr schlechten Lage.

Obgleich die Leihmutterschaft in Ländern wie z.B. Thailand deutlich billiger als in Amerika ist, stellt das vergleichsweise niedrige Honorar oft die Rettung aus der finanziellen Notlage für die Leihmütter dar. Beispielsweise stellt diese Vergütung die einzige Chance dar, dem eigenen Kind die schulische Ausbildung zu ermöglichen dar. Nicht selten werden die jungen Frauen auch von der Familie oder dem Ehemann zu einer Leihmutterschaft gedrängt.

In vielen südlichen Ländern spielt die Religion eine entscheidende Rolle in der Gesellschaft. Das die Praxis der Leihmutterschaft meist nicht mit den religiösen Ansichten übereinstimmen wird angesichts der finanziellen Aspekte gerne übersehen. Oftmals verlieren die Leihmütter nach der Leihmutterschaft jedoch ihr gesellschaftliches Ansehen und gelten als unsauber.

Nicht selten wenden sich daraufhin die Familie und der Bekanntenkreis von der Leihmutter ab.

Im Fall Gammy wird jedoch noch ein weiterer Punkt mit hohem Konfliktpotential ersichtlich: Der Schwangerschaftsabbruch. Dieser kann sowohl von der Leihmutter selbst als auch von den Auftraggebern gewünscht sein. Geht der Wunsch von der austragenden Ersatzmutter aus kann sie juristisch innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Empfängnis abtreiben.

Ist der Embryo genetisch mit den Wunscheltern verwandt, ist dieser dem Willen der Ersatzmutter unterworfen. Im Umgekehrten Fall können auch die Wunscheltern eine Abtreibung des Kindes fordern, wie im Fallbeispiel beschrieben. Aus juristischer Sicht hat die Leihmutter die Entscheidungsgewalt über die Abtreibung. Es ist davon auszugehen, dass in manchen Schwellenländern die juristischen Regelungen den Leihmüttern die Entscheidungsgewalt über ihren eigenen Kör.....

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