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Travelogue
Sociology

University, School

Kantonsschule Sargans

Grade, Teacher, Year

2011, Herr Bugg

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Panna K.O. „Beim Panna K.O. spielen zwei Spieler gegeneinander und das Ziel ist es seinem Gegner eine Panna zu geben. Eine Panna ist, wenn man dem Gegner den Ball zwischen den Beinen durchspielt. In der Umgangssprache wird dies auch „tunneln“ oder „beini“ genannt. Die Panna zählt aber nur, wenn man nach dem Durchspielen wieder im Besitz des Balles ist. Der Gewinner ist, der als Erster dem Gegner eine vollendete Panna gegeben hat. Die Zeit ist unlimitiert. Das Spiel erfordert große technische Grundausbildung und die Fähigkeit von vielfältigen…

Leben in den Slums von Manila

Eine Arbeit von in Betreuung von M. Bugg

Kantonsschule Sargans 2011


Vorwort

Es war eine spontane Idee, die sich da plötzlich in meinem Gedächtnis festsetzte. Ich erinnerte mich an einen Besuch einer Präsentation von Christian Schneider, dem Jugendfreund meines Vaters. Es war eine Präsentation über die Lage in den Armenvierteln Manilas und der Jugendarbeit Onesimo, welche auch in Manila tätig ist. Dies  hatte mich damals  so beeindruckt, dass ich mich im Januar 2010 dafür entscheid, eine Erfahrungsreise – vom Schweizer Hilfswerk Onesimo angeboten – in meine Matura-Arbeit einzubinden.

Nein, nicht nur einzubinden, die Erfahrungsreise sollte das Leitmotiv meiner Arbeit werden. Es klang für mich einfach ungeheuer spannend. Maturaarbeit schreiben war für mich bisher eine Menge Bücher und Studien zusammenzufassen um sie für Jedermann auf eine verständliche Ebene zu bringen. Meine Vorstellung von einer Erfahrungsreise beinhaltete da aber schon mehr: Ein Abenteuer, ein Risiko; ein Selbstversuch.

Versuchen Sie sich selbst in ihre Jugendjahre zurückzuversetzen – hätte es Sie angesprochen? Hätte es Sie gereizt, in die weite Welt zu reisen um ein Abenteuer der besonderen Art zu erleben?

Falls Sie diese Frage mit Ja beantworten haben – Glückwunsch, wir haben etwas gemeinsam und Sie können den nächsten Abschnitt überspringen.

Falls sie diese Frage mit Nein beantwortet haben, sollte dies keine Entmutigung sein, diese Arbeit zu lesen. Sie müssen die Reise ja nicht selbst auf sich nehmen, sondern können diese Reise, quasi als Mitreisender auf meiner Seite, bequem im Gedankengang passieren.

Diese Reise wird Sie lieber Leser an Orte bringen, welche alles andere als schön sind. Sie beschreibt die Zeit, welche ich bei einer Gastfamilie in den  Armenvierteln lebend, verbrachte. Mit mir reisten zehn andere Schweizer, zusammen bildeten wir das Discovery Team. Wir waren alle an einzelnen Orten bei Gastfamilien in Armenvierteln Manilas stationiert.

Mit uns kam Christian Schneider, Mitgründer der Jugendarbeit Onesimo, welcher über 15 Jahre in den Slums von Manila wohnte.

Bevor wir aber überhaupt mit der Reise beginnen können, müssen wir zuerst etwas über das Land, die Leute und Kultur der Philippinen erfahren. Danach folgt die eigentliche Reise, welches ich in einem Tagebuch niedergeschrieben habe. Dabei habe ich auch viele interessante Leute kennengelernt, Menschen mit einer interessanten Lebensgeschichte, welche nicht abgeneigt waren, mir einen Einblick in ihr Leben zu geben. Dieses Tagebuch beantwortet gleichzeitig die eigentliche Leitfrage, wie sich ein Leben in Armut äussert.

Darauf folgend wenden wir uns einem sehr bedeutenden Thema zu; Einem Thema, welches wir als Bewohner dieser Erde nicht einfach negieren können. Es ist so real, wie Sie diese Blätter in ihrer Hand halten: Es ist das Problem der Armut. Einer akuten Armut, von deren beinahe eine Milliarde Menschen betroffen sind. Um die Situation besser einzuschätzen zu können werden wir uns  zuletzt zwei Hilfswerken zu, welche aktiv etwas gegen die Armut unternehmen.

Passend auf meine Arbeit zugeschnitten solche Hilfswerke, die auf den Philippinen tätig sind.


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Vorkoloniale Zeit. 3

Entdeckung und Herrschaft  der Spanier. 3

Revolution und amerikanische Besatzung. 4

Japanische Eroberung während des zweiten Weltkriegs. 4

Tag 1 im Slum – CCT & Skepsis. 5

Tag 2 im Slum – So much happened today. 7

Tag 3 im Slum – Bei Tag sieht alles anders aus. 9

Tage 5 und 6 im provisorischen Spital– If had payed more attention… 11

Wie bist du in Manila Strassen aufgewachsen; wie kennzeichnete sich dein Leben als du ein Kind warst?  12

Wie äussert sich die Jugendarbeit von Onesimo?. 17

Wie äussert sich die Arbeit von CCT?. 17

Was ist Microcredit?. 17

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Nach dem Gespräch mit Chris und dem beendeten Morgenessen, wollen wir,  das Discovery-Team und ein paar Filipinos, welche Mitarbeitende der Onesimo-Arbeit sind, ein Hilfswerk namens CCT besuchen. CCT ist ein Partner von Onesimo und steht für Center for Community Transformation.  CCT ist eine Art faire Kreditgeber mit sozialer Komponente. Als Kreditgeber sind sie somit sofort Konkurrenten der Bombays.

So nennen die Filipinos die reichen, meist indischen Typen, die den Slumbewohnern Mikrokredite zu äusserst  unfairen Konditionen vergeben, sodass die Leute ihr Vermögen kaum vermehren können.

 Genau diese Problematik versuchen die Leute von CCT zu verhindern. Durch Beratung und Betreuung und der Miktrokreditvergabe wird versucht, den Leuten eine Möglichkeit zu geben, ein eigenes Unternehmen (Bsp. Sari-Sari Store) zu starten.  Was vor ca. 20 Jahren begann, ist heute ein Werk mit über 100‘000 Kreditnehmern.  Das Spezielle: Es ist eine Win-Win-Situation für beide Parteien, da CCT ja auch einen Zins erhält und sich somit finanzieren kann.  Das CCT-Büro erreichen wir in Kombination verschiedener Verkehrsmittel:

1.      Das Trycicle: Ein Töff mit Anhänger welcher bis bis zu fünf Personen befördert. Das Trycicle ist ganz schön praktisch, jedoch mangelt es etwas an Komfort.

2.      Der Jeepney ist etwas wie ein verlängerter Jeep, welcher, des Gestanks nach zu beurteilen nicht allzu gut für die Umwelt ist, jedoch als Kleinbus fungiert und daher bis zu 14 Passagiere transportieren kann . Sie gelten als Besonderheit, da sie praktisch nur auf den Philippinen vorkommen.

3.      Wohl weniger umweltschädlich ist die MRT, Mass Rapid Transit of Manila, eine neue Hochbahn, die leider etwas überfüllt ist. Und auch die Aircondition hat bei diesem warm-humiden Temperaturen etwas zu kämpfen.

Am Ziel angekommen, möchten wir zuerst ein paar Kunden von CCT besuchen. Dazu geht es durch einen Slum. Bei jedem Schritt den ich durch diese äusserst engen Strassen mache, gelangt ein neuer Duft in meine Nase. Manchmal riecht es ganz gut, bei anderen Düften bin ich froh, weitergehen zu können, so penetrant und widerlich riechen sie. Die Strasse besteht eigentlich nur aus Erde und oftmals liegt Abfall auf ihren Böden.

Auch magere Hunde und Hühner sind nicht selten anzutreffen. Die Häuser stehen so eng aneinander und sind so hoch, dass die Passage ziemlich dunkel ist. Die meisten Häuser haben drei Stöcke, und so wohnen auch drei Familien in ihnen. In viele Häuser kann man direkt hinein sehen, wenig  Privatsphäre haben die Leute hier. Dieser Slum ist etwas speziell, denn er ist vor 6 Monaten abgebrannt und wurde in kürzester Zeit wieder aufgebaut.

Ca. jedes fünfte Haus ist ein Sari-Sari-Store, was so viel wie „kleiner Krämerladen“ bedeutet. 

Ich bin froh, dass wir irgendwann den Slum auch wieder verlassen und das CCT-Center ansteuern. Hier erfahren wir noch mehr über die Organisation, schauen einen Film über die Gründerjahre, und über zufriedenen Kunden. Die Leute von CCT sind alle sehr freundlich. Und nach einer Fragenrunde und einer Besichtigung der Büros verlassen wir die Räumlichkeit wieder und fahren zurück zum Servants-Center.

Dort angekommen, erwarten uns zwei Filipino-Freunde von Chris. Sie lernen uns wichtige Dinge für eine Interkulturelle Kompetenz. Diese Dinge sollten uns in den nächsten Tagen helfen, die Menschen besser zu Verstehen. Wir erfahren beispielsweise, wie viele Filipinos von einem Studium in Amerika träumen.

Zurück im Center: Unser Center befindet sich in seiner Semi-Gated Community¹  in den schöneren Teilen Manilas. Rahel wohnt schon seit einiger Zeit hier. Wir tauschen gemeinsam mit ihr Erlebnisse, F.....

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So als würden sie schon bald in sich zusammen brechen. „Werden wir hier leben?“, fragt Simon Chris. Ich hoffe, wir werden nicht hier leben. „Nein, euer Slum wird noch etwas schlimmer sein.“ Na dann. Wir fahren weiter,  es ist warm. Die Gegend wird noch schlimmer. Die Häuser sehen hier noch unstabiler aus und der Geruch, welcher in der trüben Luft liegt, lässt deinen Magen beinahe hochkommen. „Aber diese Leute wohnen hier schon ihr ganzes Leben, es geht“, sage ich mir.

 „Hier sind wir“, meint Chris, „hundert Meter weiter wird Simon wohnen“. Meine Gastfamilie strahlt mich durch die Fenster des Autos an. Das gibt mir Mut. Das gibt mir Kraft. Sie begrüssen mich freundlich. Ich lerne meinen Tatai (Vater) namens Jerry und Nanai (Mutter)  Namens Nonita kennen. Ihre Familie ist ziemlich gross: 9 Kinder.

Nicht schlecht.  Das Haus ist nämlich klein, aber immerhin zweistöckig. Aris, der Älteste der Kinder, schätze ich auf 18 Jahre. Er ist 23. Ohnehin sind Filipinos sind eher klein und sehen jung aus.

 Zusammen mit Aris gehe schaue ich mir das Viertel an. Viele Leute wohnen hier. Vielleicht Zehn-, Fünfzehntausend. Ein paar Leute rufen: „Hey Joe!“, die typische Begrüssungsformel  zu einem Fremden auf den Philippinen. Ich lerne auch den Bruder meines Tatais kennen. Seine Frau starb vor zwei Tagen.

Man erkennt deutlich Trauer in seinen Augen. Er spricht mit mir und stellt Fragen. Leider kann er, wie die meisten hier, nur schlecht Englisch. Ein Gespräch kommt deshalb nur ansatzweise zustande. Ein Junge wird hergerufen. Er stellt sich als Noriel vor und spricht praktisch perfekt Englisch. Zu meinem Glück. Er verrät mir, dass er 18 ist und Englisch studieren möchte.

 So übersetzt er mir, dass Tatais Bruder mir sagen will, das er seine Hand verletzt hat, weil er in die Wand des Spitals schlug, weil er nicht verstehen konnte, warum ihn seine Frau ihn schon so früh verlies. Es kränkt mich, als plötzlich Teile eines Knochens unter dem schlechten Verband hervor blitzen. Ohnehin ist der Verband mehr rot vom Blut und schwarzbräunlich vom Dreck, als seine ursprüngliche Farbe Weiss.

 Ich fühle mit ihm und Noriel, der Übersetzer, den ich als sehr sympathisch empfinde, hilft mir ihm ein paar kräftigende Worte zu übermitteln.  Wir sitzen hier zusammen mit ein paar anderen Filipinos, die sich in einem Kreis versammelt haben, vor einem Hüttchen und der Sarg der Verstorbenen Frau steht .....

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denke ich mir. Nanai und Tatai (philipp. Bez. für Vater, Mutter) warten schon auf mich. Sie legen meine Matratze auf den Boden. Matratze, genug zu Essen und Trinken und eine Duschmöglichkeit, das sind die Mindestanforderungen, die Onesimo an die Gastfamilien stellt. Und ehrlich gesagt, ich bin froh darum.

Denn ich habe ca. jede 5 Minute das Bedürfnis meine Hände zu waschen, halbstündlich das Bedürfnis  zu Duschen.  Nanai und Tatai sind glücklich, denn sie hatten zwei Tage lang keinen Strom und jetzt haben sie wieder welchen. Scheint wohl zur Tagesordnung zu gehören, dass hier ab  und zu mal der Strom ausfällt. Ohnehin stehen die Stromkabel frei und gehen den Häusern entlang und sehen so aus, als würden sie irgendwo illegal Strom abzapfen.

Während ich meine eigene Worte nochmals durchlese wird mir bewusst: Ich schreibe vom hundertsten ins tausendste, von einem Thema zum Nächsten. Da dies möglicherweise nicht gerade den Lesefluss begünstigt, möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen.

 Aber heute ist vieles passiert. Was mir besonders Gedanken macht, ist diese bedrückende Armut, die diese Leute betrifft. Und was mir  (noch) nicht klar ist, wie die Leute, obwohl sie in diesen menschenunwürdigen Lebensumständen leben, einen Weg gefunden haben, friedlich als eine Art Einheit zu leben.

Insgesamt sind die meisten Leute sehr freundlich, lachen gerne und machen oftmals Witze.  Ich frage meinen Tatai in einem für ihn verständlichen Englisch ob es möglich wäre, das Licht zu löschen. Irritiert löscht er das Licht aber ruft seine Kinder zusammen, die sich um mich auf dem Boden schlafen gelegt haben, und geht zusammen in den unteren Stock. Mehrfach habe ich versucht, ihm klar zu machen, dass die Kids problemlos auch hier oben schlafen können.

Ohne Erfolg.

Habe ich etwas falsch gemacht? Oder habe ich es gar schon mit meinem Gastfamilienvater verspielt? Es waren die letzen Gedanken bei denen ich verblieb und trotz notorischem Hundegebell und lauten Radios aus den Nachbarshäusern schliesslich einschlief. Summa summarum war eben doch sehr viel los heute, so viel Neues, so viel eindrückliches, sodass ich irgendwann in den Schlaf finden musste.

Tag 3 im Slum – Bei Tag sieht alles anders aus

Tatsache ist, dass ich gestern ca. um 6 Uhr abends im Slum angekommen bin. Also bereits Abendstimmung. Das laute Krähen des Hahns hat mich eben aufgeweckt. Keine Ahnung wie spät es ist, vielleicht, sechs, sieben Uhr. Als ich in den unteren Stock runter komme, späht Nanai bereits die Treppe hoch, und fragt schmunzelnd „Coffee?“  „Yes“, beantworte ich ihr und folge ihr durch die feuchten, schlammigen Strassen, oder .....

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Für die Leute hier im Slum sei oft wenig los, verrät mir Noriel. Für mich würde eher das pure Gegenteil zutreffen; auch die Tatsache, dass ich überall hin begleitet werde ist nicht immer angenehm. Aber natürlich, als ihr Gast wollen sie natürlich nur das Beste für dich. Als wir zurück zu Simons-Hostfamilie kommen, wartet bereits Chris auf uns.  Mit ihm gehen wir durch die schlimmsten Gebiete von Tondo.

Das Ganze geht mir sehr, sehr nahe. Fünf Worte: Das darf nicht wahr sein! Diese Leute wohnen einfach unter aller Menschenwürde. Es ist ein Moment, bei dem ich denke, dass man auch als Mann eine oder zwei Tränen vergiessen darf.  Zudem bin ich froh, dass wir nicht hier stationiert wurden. Aufnehmen von Fotos ist hier verboten.  Selten habe ich mich in meinem Leben so schlecht gefühlt.

Leute die verzweifelt nach Plastik suchen, welchen sie dann für ein paar Peso verkaufen können. Leute auf unstabilen Häusern wohnend, zum Meer hin gelegen. Das Meer nicht Blau oder grün, sondern schwarz, teilweise hat sich sonderbarer Schaum gebildet. Eine tote Ratte treibt an uns vorbei. Es ist nicht wie Fotos angucken. Es ist auch nicht, wie im TV eine Reportage schauen.

Es ist real, ich rieche, fühle es. Am Boden erblicke ich einen abgetrenten Kopf einer verbrennten Plastikpuppe. Es scheint so als  sie mir tief in die Augen schauen würde und sagen würde:  „Unternimm etwas dagegen!“

Ich trenne mich wieder von Chris und kehre zu meiner Hostfamilie zurück.  Wir essen Reis an einer leckeren Sauce. Die Frau von Tatais Bruder, wird heute beerdigt. Wir schliessen uns der Trauergemeinde an. Dorthin reisen wir mit einem Jeepney. Das ist ein langer, flacher Bus, welcher bis zu 20 Personen befördern kann. Bei der Schweizer VKU würde dieser Bus aber kläglich scheitern.

Ich und Simon teilen uns den Bus mit den Kids. Sie sind etwas überstellig. Aber besser  überstellig als weinend.  Die anschliessende Beerdigungszeremonie ist sehr im  bescheidenen Rahmen gehalten. Es ist auch kein Pfarrer dabei, sehr wahrscheinlich wurde dieser auch nicht vermocht. Auch die Friedhöfe sehen hier ganz anders aus. Es sind quaderförmige Betonbauten, mit Vorrichtungen, wo anschliessend die Särge reingelegt werden und mit einer Betonplatte verschlossen werden.  Tatais Bruder bricht mehrere Male in Tränen aus.

Die Rückfahrt ist noch lebendiger. Die Kids haben Gebäck erhalten. So etwas wie ein Trauermal, schätze ich. Aber Essen im Jeepney und eine Meute K.....

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Er ist somit der Hoffnungsträger der Familie.

Nachwort

Interview mit Dr. Jennifer Aguilar, ehemaliges Strassenkind

Wie bist du in Manila Strassen aufgewachsen; wie kennzeichnete sich dein Leben als du ein Kind warst?

Als ich etwa 5 Jahre alt war, verkaufte ich auf den Strassen Blumen oder Zigaretten. Ich schlief oft alleine auf den Strassen, weil es zu Hause Probleme gab. Meine Familie war arm und mein Vater verliess die Familie als ich 3 Jahre alt war.  Manchmal stiel ich vor Hunger Gemüse vor vorbeifahrenden Lastwagen um mich ernähren zu können.  Später ging ich auf die High School, da meine Mutter einen besseren Job finden konnte.  Denn die meisten Schulen hier sind Privatschulen und somit kostenpflichtig.

Als ich etwa 16 Jahre alt war, faltete ich nachts Zeitungen und schlief oft nur 4 Stunden, um mir ein College finanzieren zu können. Nach meiner Grundausbildung  war ich zuerst Grundschullehrer in ärmeren Umgebungen als ich 21 war. Später machte ich das Doktorstudium in Pädagogik. Heute bin ich Teil des Onesimo-Hilfswerks und unterrichte ehemalige Strassenkinder und bereite sie aufs College vor.


Was machte es für dich schwierig, aus dem Slum zu kommen?

In erster Linie war es meine Peer-Group. Nicht, dass sie die Bösewichte waren, aber wer hier eine Ausbildung macht, verliert seinen Kontakt zu seinen Freunden. Sie erkennen dich nicht mehr wieder, weil du eben einen anderen Weg als sie gegangen bist. Du bist dann nicht mehr einen von ihnen. Das ma.....

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