<
>
swopdoc logo
Download
a) trade for free
b) buy for 2.23 $
Document category

Homework
Applied Linguistics

University, School

Georg-August-Universität Göttingen

Grade, Teacher, Year

2003, Joachim Grage

Author / Copyright
Text by Annika G. ©
Format: PDF
Size: 0.12 Mb
Without copy protection
Rating [details]

Rating 4.2 of 5.0 (6)
Live Chat
Chat Room
Networking:
0/0|0[-3.0]|1/3







More documents
Gedichtanalyse „Tränen des Vaterlandes“ von Einleitung Das Gedicht „Tränen des Vaterlandes“ von Andreas Gryphius ist ein Sonett aus dem Jahre 1636 und demnach aus der Barockzeit. Es beschreibt Deutschland zur Zeit des dreißigjährigen Krieges der während der Entstehung des Gedichts im Land tobte. Das Gedicht ist ein Antikriegsgedic­ht und wirkt auf mich auch depressiv und traurig. Gleichermaßen scheint es anklagend und warnend zu sein. In dem Gedicht erkannt man zwei stark einfließende Motive der Barockzeit wieder. Zum einen…
Unterrichtsentw­urf Name: A. S. Ausbildungsschu­le: Friedrich-Abel-­Gym­nasium Vaihingen/Enz Fach: Deutsch erster Unterrichtsbesu­ch Fachleiter: Stufe JI Datum: Stunde: Mentorin: Betreuende Lehrerin: Thema der Unterrichtsstun­de: Die Geschichte in der Geschichte Thema der Unterrichtseinh­eit­: „Agnes“ 1. Unterrichtsvora­uss­etzungen Organisatorisch­e Rahmenbedingung­en: Die Kursstufe JI hat insgesamt zwei Doppelstunden Deutsch in der Woche. Diese finden mittwochs in der 3. und 4. Stunde sowie freitags…

In Anlehnung an Descartes „Ich denke, also bin ich.“ gelangt Gustafsson selbst zu der Erkenntnis: „Im Zusammenhang unseres Märchenkreises muss das Paradies vor allem ein Gebiet sein, in dem Wahrheit herrscht, und die einzige Wahrheit, die man mit Gewissheit über das menschliche Leben aussagen kann, ist natürlich der Schmerz. Ich fühle Schmerz.

Also bin ich.“[37] Und obwohl Westin zu Beginn all die Menschen im Wartesaal des Krankenhauses dafür verachtet hat, dass die Krankheit praktisch das einzige ist, was ihnen eine Identität gibt, so erlangt der Schmerz auch für ihn eine zentrale Bedeutung und er findet durch ihn wieder zu sich selbst. Er kehrt in seine eigene Vergangenheit zurück und analysiert, er setzt sich mit seiner eigenen Biographie auseinander und beginnt, sich selbst Fragen zu stellen.

Außerdem kann Schmerz und Tod als natürliche philosophische Fragen bezeichnen, ohne die wir nicht der Philosophie bedürften.[38]

Für Westin ist der Schmerz der Ausgangspunkt einer langen Reise in die eigene Vergangenheit. Ohne ihn hätte er sich vielleicht nie so intensiv mit seinem eigenen Leben auseinandergesetzt – er hätte vielleicht nicht genügend Zeit dazu gehabt. Der extreme Schmerz ist unzweifelhaft ein Vorbote für den Tod und so weiß auch Westin, dass sein eigenes Ende nah ist.

Free of charge
Download
Lars Gustafssons Roman En biodlares död
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Gleichzeitig versetzt er sich in diese Zeit zurück und durchlebt Teile seiner Kindheit nochmals.

Er macht abermals einen Selbstfindungsprozess durch – ist auf der Suche nach der eigenen Individualität, nach dem eigenen Ich. Durch seinen Schmerz ahnt er den nahen Tod und hofft gleichzeitig noch immer auf das Leben. Auch der immer wiederkehrende Bienenschwarm verdeutlicht dies, indem er das Ich verkörpert. Lars versucht versucht, sich gegen die Verzweiflung zu rüsten und bis zuletzt um seine Identität zu kämpfen. „Das Symbol des Schwarmbewusstseins enthält dabei eine neue düstere Komponente, denn das Ich ist Gefahr, sich aufzulösen – wie Maränenschwarm, über den der Schatten des Reihers fällt, ’zersplittert in einer Explosion blitzschneller Reflexe. ( .) Nichts spricht mehr dafür, dass er je existiert hat.

Wenn alle fort sind, würde niemand glauben, dass es sie eben noch gab.’“[41]

Somit spiegelt dieser Bienenschwarm die Auflösung des sterbenden Ich-Erzählers wieder, worauf schließlich auch der Titel des Buches „En biodlares död“ bereits zu Beginn verweist.

Die Frage, ob es Gustafsson gelungen ist, Schmerz darzustellen, lässt sich nur mit ja beantworten. Eindringlich und anschaulich vermag er es, trotz sprachlicher Grenzen den Schmerz für seine Leser greifbar zu machen.

„Die Beschreibung der zunehmenden und nachlassenden Schmerzen ist überzeugend und zeigt noch, wo sie sich bis ins Unerträgliche steigern, einen Willen zu Proportion und Analyse.“[42] schreibt John Updike in seinem Aufsatz über Lars Gustafssons Roman „Der Tod eines Bienenzüchters“. Dem kann man nur zustimmen, denn der Text selbst liefert hier zahlreiche Beweise der Differenzierung und Charakterisierung der Schmerzen Westins.

Die Bedeutung der Schmerzen scheint allerdings auf den ersten Blick im Verborgenen zu liegen, sie ist nicht so offensichtlich und klar wie das Schmerzempfinden selbst. Denn genau wie die Hauptfigur, die ihren Schmerz zu Beginn als sinnlos empfindet und sich fragt, warum gerade sie davon betroffen ist, so gelangt man bei näherer Betrachtung doch zu einer Vielzahl von Ansätzen.

Auch Ulrike Nolte vertritt die These, dass der Autor hier nicht länger versucht, das Mysterium des Daseins zu durchdringen, sondern dass er vielmehr in der Rätselhaftigkeit unserer Existenz bereits eine gewissen Schönheit sieht.[44]

In diesem fünften und letzten Roman der Pentalogie „Sprickorna i muren“ beschreibt Gustafsson den Kampf eines Menschen mit seiner Krankheit. Er lässt den Leser miterleben, wie Lars Lennart Westin beginnt, sich mit sich selbst auseinander zusetzen und Bilanz zu ziehen. Doch scheint es fast tragisch, dass Westin erst jetzt, nach dem Ausbruch seiner tödlichen Krankheit, beginnt zu begreifen, was das Leben für ihn heißen könnte. „Er entdeckt, wie die anderen Figuren Gustafssons, nach einem langen Dämmerzustand, was ihm gefehlt hat, die Berührung mit der Wirklichkeit.

Aber es ist kein Naturerlebnis, was ihn aufweckt, kein Liebeserlebnis, das ihn umwirft, sondern der körperliche Schmerz, der sein näherrückendes, wenn auch immer wieder verleugnetes Ende ankündigt.“[45]

Dennoch bleibt das Gesamtwerk in einigen Teilen dem Leser auf eine nahezu mystische Weise verschlossen, denn bei dem Versuch bestimmte Szenen einzuordnen, gerät man immer wieder an Grenzen: „Gustafsson själv medger således att hans texter är lika gåtfulla för honom själv som för vilken annan kritisk läsare som helst!“[46]



[1] Grahn, BLM 1978, Förord

[2] Gustafsson, En biodlares död, S. 9

[3] Vgl. Sander, Ichverlust und fiktionaler Selbstentwurf, S. 249 f

[4] Vgl. Gustafsson, En biodlares död, S. 11

[5] Baier, in: Gustafsson lesen, S.156 f

[6] Sander, Ichverlust und fiktionaler Selbstentwurf, S. 249

[7] Gustafsson, En biodlares död, S. 11

[8] Gustafsson, En biodlares död, S. 27

[9] Gustafsson, En biodlares död, S. 23

[10] Gustafsson, En biodlares död, S. 42

[11] Vgl. Gustafsson, En biodlares död, S. 42

[12] Gustafsson, En biodlares död, S. 108

[13] Gustafsson, En biodlares död, S. 109

[14] Gustafsson, En biodlares död, S. 127

[15] Gustafsson, En biodlares död, S. 161

[16] Vgl. Gustafsson, En biodlares död, S. 161

[18] Gustafsson, En biodlares död, S. 30

[19] Gustafsson, En biodlares död, S. 40

[20] Gustafsson, En biodlares död, S. 163 f

[21] Gustafsson, En biodlares död, S. 164

[22] Baier, in: Gustafsson lesen, S. 148

[23] Vgl. Baier, in: Gustafsson lesen, S. 149

[24] Vgl. Wiemann, in: Arbeitsbuch: Literaturwissenschaft

[25] Vgl. Das Bertelsmannlexikon, Band 19, S. 8697

[26] Krüger-Fürhoff, Der versehrte Körper, S. 7

[27] Gustafsson, En biodlares död, S. 30

[28] Vgl. Qvale, in: BLM 1978, S. 70

[29] Vgl. Gustafsson, En biodlares död, S. 167

[30] Reitz, in: Gustafsson lesen, S. 168

[31] Vgl. Gustafsson, En biodlares död, S. 118 f

[32] Vgl. Gustafsson, En biodlares död, S. 199

[33] Schönström, in: BLM 1986, S. 340

[34] Guastafsson, En biodlares död, S. 55

[35] Sander, Ichverlust und fiktionaler Selbstentwurf, S. 261 f

[36] Gustafsson, in: Gustafsson lesen, S. 192

[37] Gustafsson, in Gustafsson lesen, S. 199 f

[38] Vgl. Updike, in Gustafsson lesen, S. 188

[39] Vgl. Reitz, in Gustafsson lesen, S. 168

[40] Gustafsson, En biodlares död, S. 100

[42] Updike, in: Gustafsson lesen, S. 187

[43] Gustafsson, En biodlares död, S. 124

[44] Vgl. Nolte, Schwedische ’Social Fiction’. Die Zukunftsfantasien ., S. 207

[45] Baier, in: Gustafsson lesen, S. 157

[46] Schönström, in: BLM 1986, S. 342


Legal info - Data privacy - Contact - Terms-Authors - Terms-Customers -
Swap+your+documents