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Landschaftsanalyse Insel Rügen

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Geo Sciences

University, School

Universität Potsdam

Grade, Teacher, Year

2012, 1,9

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Die Insel Saaremaa in Estland 1.Geographie Die Insel Saaremaa gehört zur Stadt Estland und ist die größte Estland vorgelagerte Insel. Lage im Gradnetz: ca.22° östliche Länge und 57° nördliche Breite. Sie liegt im Süden des estnischen Staatsgebietes und in der Ostsee. Die Größe der Insel ist ca. 2672 km². Sie ist die viertgrößte Ostseeinsel nach Seeland, Fünen und Gotland und begrenzt den Rigaischen Meerbusen in seinen nördlichen Gewässern. Saaremaa wird im Norden von der Ostsee und der Insel Hiiumaa begrenzt, im Osten von Muhu,…
Inhaltsverzeich­nis­ 1. Fossilien 1.1 Allgemeines 1.2 Entstehung 1.3 Tod 1.4 Zersetzung 1.5 Verwesung 1.6 Fäulnis 1.7 Mumifikation 1.8 Inkohlung 1.9 Einbettung 1.10 Spuren 1.11 Entgasung 1.12 Diagenese und Metamorphose 1.13 Formen 1.14 Bedeutung der Fossilien 2. Kreide 2.1 Entstehung der Kreide einschließlich der chemischen Vorgänge 2.2 Nutzung und Abbau der Kreide 2.2.1 Abbau der Kreide 2.2.2 Nutzung der Kreide 3. Quellenverzeich­nis­ 3.1 Textquellen 3.2 Bildquellen 4. Erklärung 1. Fossilien 1.1 Allgemeines Als…

Universität Potsdam

Institut für Geoökologie

SoSe 2012


Seminar zur Landschaftsökologie

Modul LL

Dozentin: L Schaik


Insel Rügen

Landschaftsanalyse-/Beurteilung-/Prognose

Name:

Studiengang: Mag. Anthropogeographie/ phys. Geographie

Inhaltsverzeichnis


1.   Einleitung

2.   Landschaftsanalyse

2.1  Lage und Einordnung

2.2  Entstehung der Insel

2.3  Geomorphologie und Geologie

2.4  Klimatische Verhältnisse

2.5  Boden und Flora

3.   Landschaftsbeurteilung

4.   Landschaftsprognose

5.   Literatur- und Quellenverzeichnis


1.    Einleitung


Der Untersuchungsgenstand dieser Seminararbeit ist die Insel Rügen. Es handelt sich dabei um eine Ausgleichsküstenlandschaft, gelegen in der Ostsee.

Beginnen werde ich die Bearbeitung mit der Landschaftsanalyse, die in Untergruppen geordnet wird. Angefangen mit Lage und Einordnung der Insel über Klima, Entstehung und Geomorphologie sowie Geologie bis hin zum Boden und Flora Rügens.

Die Auswertung respektive Analyse der zusammengetragenen Daten werden sich jedoch nicht auf eine strikt getrennte Darstellung der einzelnen Komponenten einer Landschaftsanalyse beschränken, sondern bilden eine Symbiose aus allen Faktoren und zeigen die Beziehungen untereinander auf. Die anschliessende Landschaftsbeurteilung soll den Zustand der Insel Rügen aufzeigen und welche Nutzung der Insel für Bewohner und Wirtschaft möglich ist.

Ein großer Aspekt ist die touristische Nutzung der Insel und deren Auswirkung auf die einzelnen Komponenten. Auch die Nutzungsrisiken werden im Zuge der Analyse beleuchtet.

Den Abschluss bildet die Landschaftsvorhersage, die kritische Phasen wie beispielsweise Abbrüche im Bereich der Kreidefelsen (Wissower Klinken) näher beleuchtet und in Folge der Betrachtung die Veränderungen im Bereich der Insel Rügen aufzeigen soll.

Mein Fokus lag in erster Linie auf der Recherche aus einschlägigen Fachbüchern- und Veröffentlichungen sowie Quellen aus dem Internet. Überdies nutzte ich noch eigene Erfahrungen von mehrfachen Besuchen auf der Insel Rügen und lies diese in meine Arbeit einfliessen.


2.           Landschaftsanalyse

2.1       Lage und Einordnung

Anhand der geographischen Lage im Nordosten der Bundesrepublik, lässt sich die Insel Rügen der Großlandschaft „Norddeutsches Tiefland, Küsten und Meere“ zuordnen. Die Insel Rügen ist mit einer Gesamtfläche von 926 km² die größte deutsche Insel und mit Ihrer Fläche gut doppelt so groß wie die zweitplatzierte Insel Usedom.

Rügen weist in seiner maximalen Ausdehnung eine Länge von Nord nach Süd von 51 km und eine Breite von 41 km auf. Diese Zahlen bringen somit eine Gesamtküstenlänge von 574 km und die Insel Rügen hat damit sogar 140 km mehr Küstenlänge als die gesamte Ostseeküste Schleswig-Holsteins.

Die Insel Rügen ist über „Tor zur Insel“ Stralsund im Südwesten erreichbar und nach Eröffnung der neuen Rügen-Damm-Brücke wurde auch der über Jahre als Nadelöhr bekannte Rügendamm entlastet. Im Westen ist die Insel Hiddensee vorgelagert und muss durch stetes ausbaggern von der Insel Rügen getrennt werden, da durch Sandabtragung und Anlagerung binnen weniger Jahre eine ständige Verbindung zwischen den I.....[read full text]

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Dieser Prozess der Küstenveränderung ist noch heute aktiv und

verändert die Küstenformen Rügens ständig.


2.3 Geomorphologie/Geologie

Die Insel Rügen ist ähnlich anderer deutscher Ostsee-Inseln und ähnelt dort sehr stark dem geologischen Großablauf der Insel Usedom. Somit ist Rügen landschaftlich als Endmoränenlandschaft einzuordnen. Die Stärke des Reliefs ist dabei relativ schwach. Das heutige Relief ist im Wesentlichen auf zwei Prozesse zurückzuführen. Zum einen die eiszeitliche Überformung im Pleistozän und die küstendynamischen Prozesse der Ostsee im Holozän.

Wie bereits in 2.2. angedeutet ist die geologische Struktur aus pleistozänen Inselkernen der Weichseleiszeit zusammengesetzt. Das heute auf der Insel vorzufindende Relief ist auf zwei unterschiedliche Prozesse zurück zuführen, die ebenfalls unter 2.2. beschrieben wurden, Es handelt sich um die eiszeitliche Überformung im Pleistozän und die noch heute vorhandenen küstendynamischen Prozesse.

An der heutigen Seeseite findet man hohe, materialliefernde Steilküsten oder lange akkumulierende Flachküsten. Die Boddenseite hingegen ist geprägt durch fossile Kliffstrecken, vermoorte Niederungen und ausgeprägte Röhrichtflächen. Besonders in den Gebieten im Norden und Osten ist der stete Wechsel von Steil- und Flachküste stark ausgeprägt. Im Biosphärenreservat „Südostrügen“ hingegen finden sich auf den Flächen der Jungmoränenlandschaft vor allem Hutungsflächen mit Trockenrasen.

Ebenfalls charakteristisch für Rügen sind die Kreide- und Zechsteinsedimente im Boden. Die daraus resultierenden Bodenspezifika für die Kreide sind 1,8 % Bryozoen (Moostierchen), 1,1 % Foraminiferen und aus 1,2 % nicht karbonatische Bestandteile. Die häufigsten Makrofossilien der Schreibkreide sind Porifera (Alaxinia sulcifera, Ventriculites radiatus, Cliona sp., Porosphera globularis), Anthozoa (Parasmilia excavata), Brachiopoden (Lingula cretacea, Chatwinothyris subcardinalis), Bivalven (Pycnodonte vesicularis, Pectiniden-Arten), Cephalopoden (Belemnella occidentalis) sowie einige Echinodermen (nach Nestler, 1982).

Man findet überdies noch Bodeninhalte wie Tone, Steinsalze u.Ä. Ein weiteres Charakteristikum Rügens sind die Feuersteine, die keine während der Kreidebildung eingelagerten Gesteine sind, sondern im Sediment selbst gebildete Elemente. Zudem noch der häufig an.....

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In beiden Bezirken liegt eine Vorherrschung der maritimen gegenüber der kontinentalen Luftmassen vor. Es fällt relativ wenig Niederschlag, so dass man mit einem Jahresmittel von 530-620mm schon von Trockengebieten sprechen kann. Dies liegt vor, obwohl die Luftfeuchtigkeit in einem hohen Bereich zwischen 70-95% liegt. Somit kann man trotz des maritimen Einflusses auf Rügen nicht von einem rein ozeanischen Klima sprechen.

Durch die Insellage kommt es im Sommer nicht zu einer solch starken Erwärmung wie es auf dem Festland der Fall ist. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen in den Sommermonaten bei ca. 18°C, kann jedoch auch bei guter Wetterlage diesen Wert deutlich überschreiten. Die Temperatur im Winter schwankt zwischen Werten um den Gefrierpunkt, richtige Kälteeinbrüche mit Temperaturen bis tief unter den Gefrierpunkt sind höchst selten, jedoch nicht ausgeschlossen.

Die Ursache für diese klimatischen Verhältnisse liegt am Einfluss der Ostsee. Sie hat einen mildernden Einfluss auf das Klima der Inseln, von dem auch die Insel Rügen betroffen ist, da Sie gespeicherte Wärme über die Herbst-und Wintermonate eher langsam abgibt und somit dafür sorgt, dass die Temperaturen (s. Abb. 2) selten unter den Gefrierpunkt fallen.

Sie verhindert auch, dass der Einfluss durch russische Winterhochdruckgebiete, die große Kälteperioden mit sich bringen, abgeschwächt wird. Desweiteren wird Rügen durch seine relativ flache Südküste von starker Zyklontätigkeit beeinflusst, die bestimmt durch die europäische Großwetterlage, eher unbeständige Witterung bis in den September hervorruft.

Darauffolgend beruhigt sich die Wetterlage bis in den späten Herbst hinein und wird nur durch teilweise rauen Wind geprägt.

2.5. Boden und Flora

Die Insel Rügen hat aufgrund ihrer speziellen Lage und äußeren Einflussfaktoren eine spezielle Flora und Fauna gebildet. Durch die unterschiedliche Ausprägung von verschiedenen Landschaften bietet sich eine große Vielfalt bezogen auf die Pflanzenwelt dar.

Vor der Besiedlung und Kultivierung durch den Menschen war die Insel überwiegend mit Bäumen bewachsen und auch Heute wären Moore, Dünen und Küstenstreifen ohne menschlichen Einfluss noch bewaldet.

Die Gesamtwaldfläche Rügens beläuft sich auf knapp 17.000 ha, was ungefähr 17 % der Gesamtfläche entspricht. Davon sind allein gut 70 % unter Schutz gestellte Waldfläche.

Das älteste Waldgebiet befindet sich in den Gegenden Stubnitz und Granitz, wobei sich der Granitzwald sehr moosreich präsentiert. Im Süden breiten sich dagegen zuneh.....

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3.    Landschaftsbeurteilung


Die Frage, die sich Forscher, Landschaftsplaner und zuständige Personen stellen, ist die nach der Nutzbarkeit verschiedener Gebiete. Solcher Problematiken kann sich auch eine Insel wie Rügen, die vordergründig durch die Schönheit Ihrer Landschaft punkten kann, nicht entziehen.

Im Laufe der Jahre kristallisiert sich heraus in welcher Form der Mensch ein gewinnbringendes Wirken auf der Insel erzielt und wo die unterschiedlichen Arten verortet werden. Betrachtet man diese Aspekte und Variablen aus der Sicht des Geoökologen kommt man zwangsläufig an die Verteilung der einzelnen Böden, die eine Nutzung im großen Maße beeinflussen können.

Wie bereits in der Landschaftsanalyse ersichtlich wurde, sind Gebiete in Küstennähe auf Rügen eher nährstoffarm oder sind bedingt durch die vorliegenden Küstenformen (in diesem Fall Steilküste) für beispielsweise landwirtschaftliche Nutzung nicht geeignet. Der Bereich Wittow wird vordergründig für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, da dort die Böden am ertragreichsten sind und es keinerlei Einflüsse durch das Relief gibt.

Man findet dort vor allem flache Abschnitte und Landwirtschaftsflächen von bis zu 100 ha. Wie bereits in Abschnitt 2 erwähnt, handelt es sich hierbei um die so genannte Kornkammer Rügens. Dies impliziert jedoch nicht, dass die restliche Fläche Rügens von der Nutzung landwirtschaftlicher Art ausgeschlossen sei. Insgesamt spricht man bei landwirtschaftlicher Nutzfläche der Insel Rügen von ca. 60.000 ha.

Rund 2 Drittel der Inselfläche wird dementsprechend landwirtschaftlich genutzt und typische Produkte wie Kartoffeln und Getreide werden angebaut. Auch die Viehzucht spielt eine Rolle auf der Insel, ist jedoch im Vergleich zum Durchschnitt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und dem bundesweiten Durchschnitt verschwindend gering. Der Anteil an Landwirtschaft hatte auch einen enormen Einbruch zu verzeichnen mit Beendigung der Landeseigenen Produktionsgenossenschaften (LPG) nach dem E.....

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Somit hat der erstarkte Tourismus auf der Insel auch einen Teil dazu beigetragen, dass ein gesteigertes Empfinden für den Naturschutz vorzufinden ist und man gewillt ist, die Einzigartigkeit des Landschaftsbildes und deren Heterogenität zu bewahren. Touristische Weiterentwicklungen wie beispielsweise auf dem Gebiet von Prora werden in den kommenden Jahren für steigende Zahlen im Bereich Tourismus sorgen.

Dies hat eine Beeinträchtigung auf das fragile Ökosystem zur Folge und muss dementsprechend auch weiterhin verfolgt werden.

Durch natürliche Prozesse wie Erosion an den Küsten ist auch Rügen einem ständigen Wandel unterworfen und durch den Eingriff des Menschen soll dies verhindert werden. Ökologische Defizite sind nicht erkennbar und durch Naturschutzgebiete sollte dem auch positiv vorgebeugt.


4.   Landschaftsprognose


Wie bereits in der Landschaftsanalyse angedeutet, stellt sich Rügen als eine Insel dar, die im Laufe Ihrer Geschichte schon viele Veränderungen vollzogen und gleichzeitig ständig solchen unterworfen ist.

Demzufolge lässt sich attestieren, dass die Entwicklung von Landschaften meist nicht linear verläuft, sondern speziellen Einfluss-Faktoren unterworfen ist. Die Veränderungen der politischen und ökologischen Rahmenbedingungen können sich auf Landnutzung auswirken. Diesbezüglich sind bestimmte Szenarien zu entwickeln, die bestimmte Einflüsse beleuchten und deren Folgen aufzeigen.

Das einfachste Szenario wäre die politische Änderung der Haltung gegenüber der naturräumlichen Gebiete Rügens. Wie in jeder Lebenslage ist auch die Politik des Öfteren Veränderungen unterworfen und somit könnte bei bestimmten politischen Ränkespielen eine Abkehr der Naturverbundenheit eintreten. Landschaftsschutzgebiete o.Ä. könnten in Ihrer Funktion aufgeweicht werden und für andere Nutzungsarten attraktiver gestaltet werden.

Dies würde das „Gesicht“ der Insel nachhaltig verändern und möglicherweis.....

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Gleichzeitig würde ein erhöhter Meeresspiegel auch die Küsten-Erosion in den Bereichen der Steilküste vorantreiben. Schon heute sind die Gebiete um das Kap Arkona und den Bereich der Wissower Klinken vermehrt durch große Abbrüche der Steilwände zu trauriger Berühmtheit gelangt.

Ein erhöhter Abbruch der Steilküste zieht eine Verringerung der Fläche nach sich, die auch angrenzende Gebiete dahingehend schädigt, dass der Küstenstreifen ins Inselinnere verschoben wird und somit anderweitig genutzte Fläche versiegt.

Es ist somit nicht nur eine Aufgabe der Rüganer mit Bedacht und Nachhaltigkeit, die Ihnen gegebene einzigartige Landschaft zu schützen, sondern liegt auch in globaler Hand.


5. Literatur- und Quellenverzeichnis


Weis, Manuel (2010): Methoden zur Entwicklung von Landschaftsleitbildern mit Hilfe einer dynamischen Landschaftsmodellierung; Freiburger geographische Hefte, Freiburg i. Breisgau


Blumenstein, Steinhardt(2005): Lehrbuch der Landschaftsökologie. Elsevier; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.


Jung, Georg (1998): Das große Rügen Buch; Ehlert/Richter Verlag, Hamburg.


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