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Term paper
German studies

University, School

Karl-Franzens-Universität Graz - KFU

Grade, Teacher, Year

SS 2009, Dr. Spreitzer

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Text by Heinrich P. ©
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510.233: Literarische Kultur des Mittelalters Walther von der Vogelweide: >Nement, frowe, disen cranz 1. EINLEITUNG 3 2. ÜBERLIEFERUNG UND EDITION 4 2.1. Handschriften A und C 4 2.2. Handschrift E. 4 2.3. Allfällige Leithandschrift­en. 5 2.3. Vergleich der Edition von Lachmann/Cormea­u mit den Editionen von Lachmann/Kuhn, Schweikle und Kasten 7 LACHMANN/CORMEA­U 7 3. METRIK 9 3.1. Metrische Transkription. 9 3.2. Das Strophenschema mit Angabe der Reime. 10 3.3. Abweichungen in den anderen Strophen. 10 4. INHALT UND AUFBAU 12 4.1.…
510.241: PS Literarische Kultur des Mittelalters Literarische Kultur des Mittelalters _______ Walther von der Vogelweide: Nemet, frowe, disen kranz (L 74,20) Proseminararbei­t Inhaltsverzeich­nis 1 Einleitung­ 2 Äußere Umstände 2.1 Zeitgeschichte&­shy 2.1 Autor 3 Überlieferungss­itu­ation 3.1 Handschriften A und C 3.2 Handschrift E 3.3 Vergleich der Edition von Bein, Schweikle und Kasten 4 Innere Analyse 4.1 Übersetzung und Paraphrase 4.2 Metrische Transkription der ersten Strophe 4.3 Strophenschema&­shy 5 Aufbau…

[510.232:] Literarische Kultur des Mittelalters - Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr.phil. Spreitzer

Kritische Textanalyse des Liedes
„Nement, frowe, disen cranz“
 von Walther von der Vogelweide


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thematik

3. Rhetorische und stilistische Analyse

3.1 Topoi und Motive

3.2 Tropen und Figuren

3.3 Gattungszuordnung

4. Metrik

4.1 Metrische Transkription

4.2. Anmerkungen

5. Überlieferung und Edition

5.1 Handschrift A,C,E im Vergleich

5.2 Leithandschriften

5.3 Vergleich der Edition von Lachmann/Cormeau mit Kasten/Kuhn und Schweikle

6. Interpretation

7. Literaturverzeichnis


1. Einleitung

Die vorliegende Proseminararbeit setzt sich mit Walthers Lied „Nemt, frowe, disen cranz“[1] auseinander. Mithilfe des Leitfadens Fragenkatalog zur Gedichtanalyse von Frank und in der Lehrveranstaltung „Literarische Kultur des Mittelalters“ erlangtes Wissen, soll das Werk nach bestimmten Kriterien untersucht und analysiert werden.

Der Text wird dabei hinsichtlich formaler als auch inhaltlicher Aspekte behandelt.  Als Basis für die Analyse dient der Text in der Edition von Cormeau. Neben der Textanalyse werden gattungsspezifische Merkmale des Textes angeführt und zudem auf die Problematik der Zuordnung des Werkes in eine bestimmte Gattung eingegangen. Hierbei ist es unerlässlich auch die Einordnung des Textes in das Werk Walthers mit einzubeziehen und einen kurzen Überblick über das Schaffen Walthers zu geben.

Weiters wird eine metrische Analyse der ersten Strophe durchgeführt und das Reimschema in Worten erklärt. Neben der Sicherung des Textverstehens wird die Überlieferungssituation betrachtet. So werden die überlieferten Texte aus den Handschriften C, A und E und auch die Editionen von Cormeau, Schweikle und Kasten/Kuhn gegenübergestellt und auf Unterschiede untersucht.

In der abschließenden Interpretation soll das Ergebnis zusammengefasst, präsentiert und die Vorgehensweise kurz reflektiert werden. Eine persönliche Stellungnahme zu den aufgetretenen Schwierigkeiten und hypothetische Lösungsansätze sind als weiterführende Gedanken zu sehen.


2. Thematik

Im Lied Nemt, frowe, disen cranz (L 74,20, I, 1) von Walther von der Vogelweide geht es um den Traum eines Mannes. Er träumt von der erfüllten Liebe zu einer Frau. Hauptgegenstand des Liedes ist das Thema Werbung während eines Tanzes. Der Sinn des Textes ist von der jeweiligen Überlieferung abhängig, da die Strophenanzahl und damit auch die Auslegung variiert. Der Inhalt bleibt jedoch in allen Überlieferungen zumindest ähnlich.


.....[read full text]

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Eine weitere Annahme ist, dass es sich bei den Strophen IV und V um Variationen für die Aufführung handelt.[3]

Für die Anordnung der Strophen wie sie überliefert sind, spricht die Idee der Ringkomposition mit Anfang-Schluss-Bindung. Dementsprechend gibt es außer einer angenommen richtigen, keine allgemein richtige Einteilung des Aufbaus. Es sind also mehre Möglichkeiten gegeben.


Grundsätzlich besteht das Lied aus fünf Strophen die sich in zwei Teile zerlegen lassen.

Die Strophen I, II und III enthalten die Werbung, die Strophen IV und V beschreiben den Ausgang der vorhergehenden Handlung.

 

Strophe I behandelt ausführlich das Kranzangebot des Mannes. Beim Tanz wird zunächst unverbindlich um die Frau geworben.

In Strophe II wiederholt sich das Kranzangebot, außerdem folgt das konkrete Angebot sich mit ihm einzulassen. Mit der Aufforderung zum Blumenbrechen, was auf metaphorischer Ebene die sexuellen Absichten des Mannes widerspiegelt, wird seine Grundintention deutlich:

wîzer unde rôter bluomen . suln wir si brechen beide (L 74,20, II, 4)

Strophe III beschreibt die Annahme des Kranzes durch die Frau.

Bei den Strophen IV und V über deren Anordnung man sich wie vorhin schon erwähnt uneinig ist, handelt es sich um die Traumstrophe (Strophe V) und um die Wunschstrophe (Strophe IV).

In Strophe V werden das Glückserlebnis und das Traumgebilde offenbart.

Strophe IV beschreibt die Absicht des Träumers, nun auch im realen Leben eine (diese) Frau zu finden.


Ein anderes Modell zur Darstellung gliedert das Lied in drei Teile:

I.                 Kranzangebot des Mannes

II.               Annahme des Kranzes durch das Mädchen

III.             Kranzangebot des Mädchens [4]

Wobei die Vorstellung eines Kranzangebots, das in der erotischen Bedeutung als Aufforderung zu sehen ist, von Seiten der Frau als eher ungewöhnlich aufzufassen gilt und daher diese Auffassung wohl eher unwahrscheinlich sein dürfte. Außerdem setzt diese Vermutung voraus, dass Strophe II eine Frauenstrophe ist. Der Eingang frowe (L 74,20, II, 1) ist hierbei nicht als Anrede, sondern als Sprecherhinweis aufzufassen. [5]


.....

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kinde .daz êre hât (74,20, III, 2). Ein weiterer Raum macht sich im Lied in Strophe II auf, mit der Einladung des Mannes zum „bluomen brechen“ an einen entfernten locus amoenus zu gehen. Es wird eine Heide mit Vöglein und blühenden Blumen beschrieben.



3. Rhetorische und stilistische Analyse      


Bei der rhetorischen und stilistischen Analyse ist im Lied besonders die ausgeprägte Vielfalt  von Topoi und Tropen von Bedeutung. Durch die Diversität stellt sich die Einordnung in eine bestimmte Gattung als schwieriges Unterfangen dar.


3.1 Topoi und Motive

Als vorherrschendes spezifisches Minneverhältnis steht im Lied das gegenseitige Einverständnis der Liebenden. Sie ist als Variante der „tougen“ (heimlichen) Minne zu sehen die gegen die gesellschaftlichen Konventionen gerichtet ist.[6]  Im Traum geht das Mädchen dem Wunsch des Mannes nach und folgt der Aufforderung zum Tanz sowie zum bluomen brechen: si nam, daz ich ir bôt (L 74,20, III, 1).


Ein weiterer Topos im Lied ist der mit dem Natureingang verbundene locus amoenus.

In Strophe IV wird ein lieblich beschriebener Ort Schauplatz des Geschehens. Die dortige praktische Ausübung der Liebe ist zudem stark gekoppelt mit den Naturelementen die den Ort umgeben. Sie werden als Stimmungssignale eingesetzt und spiegeln Empfindungen des Liebenden wider.

Sommer, singende Vögeln, Heide mit beieinander stehenden Blumen (Rosen und Lilien), Bäume und Gras bekunden den .....

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3.2 Tropen und Figuren

Die im Lied vorkommenden rhetorischen Mittel können je nach Funktion den Tropen oder Figuren zugeteilt werden. Rhetorische Schmuckmittel, die eine semantische Einheit durch eine andere ersetzen, nennt man Tropen. Figuren behalten den eigentlichen Sinn bei.


Einer der Tropen die im Lied aufscheinen, ist der in Strophe II vorkommende Ausdruck „bluomen brechen“. Er steht im Lied als Metapher für die Vereinigung der Liebenden auf sexueller Ebene. 

Ein Epitheton findet sich in Strophe I. Die vorherrschende Eigenschaft des Mädchens wird im Satz wol getanen maget (L 74,20, I, 2) hervorgehoben und hebt die besondere Wohlgestalt hervor.


Als Allegorie können mehrere Passagen gelesen werden.

Ein Ausdruck für die Jungfernschaft des Mädchens ist der Blumenkranz. Die Bedeutung des Kranzes wird in Strophe I ersichtlich. Es wird gesagt, die Blumen dafür seien noch auf der Heide zu pflücken. Somit wird der Wunsch nach Liebeserfüllung geäußert.[7]

Der große Wert des Mädchens für den Mann wird in Strophe I zum Ausdruck gebracht.

Wäre er wohlhabend, würde er ihr Edelsteine anstatt des Kranzes schenken.

Nicht ohne weitere Bedeutung sind die Farben der Blumen auf der Wiese. Weiß und rot sind in der Zeit mehrdeutig: „Schönheitsmerkmal, Liebessymptom, auch Reinheit und Eros.“ [8]

Die das Mädchen überkommende Scham ist zudem Ausdruck für dessen Reinheit. Reinheit setzt das Erlangen .....

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So ist also eine eindeutige Zuweisung nicht möglich und auch in der Forschung umstritten.[9]


Die Auffassung des Liedes als Mädchenlied birgt ebenso Probleme. Und zwar aufgrund der fehlenden eindeutigen Kennzeichnung der Frauengestalt als Mädchen. [10] 


Um das Lied im Kontext des Gesamtwerks Walthers zu sehen, wird ein kurzer Überblick über die Schaffenszeit gegeben. Diese lässt sich in fünf Abschnitte unterteilen:

1.     Die Frühphase, in der Walther konventionellere Lieder schafft. Schon in dieser Aneignungsphase ist die große Typenvielfalt neben dem hohen Minnelied bemerkbar.

2.     Es folgt die Phase der Breite und Vielfalt in der Gestaltung. Grundmotive werden variiert, Abweichungen und Neuerungen wie Selbstbenennung eingeführt.

3.     Walther-Reinmar-Fehde. Walther rügt hierbei unter anderem das Überlob und die übliche Zurückweisung des Sängers.

4.     Phase der Akzentuierung in Minne und Minnesang. Die wichtigsten Punkte hierbei sind die kritische Auseinandersetzung mit der konventionellen Minne, die Ausübung der niederen Minne in Form von Mädchenliedern und die Schaffung von Liedern einer neuen hohen Minne.

5.     Spätphase Walthers, in der er andere Lieder verfasst. [11]


Das hier behandelte Lied lässt sich in der Schaffenszeit in Phase vier einteilen und vertritt sowohl die niedere Minne als auch in Teilen die neue hohe Minne.

Im Vordergrund stehen dabei die Erfüllungsbereitschaft und die .....

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Die Reime sind im Aufgesang als Kreuzreim dargestellt und im Schema a b a b angeordnet. Der Abgesang ist ein umschließender Reim und besteht aus der Reimreihenfolge  c  d  d  c.

Betrachtet man die Reimstruktur als Ganzes, erkennt man die Folge  a b a b c d d c  und kann somit auf einen Schweifreim schließen.



5.     Überlieferung und Edition

Nement, frowe, disen cranz ist in den Handschriften C, A und E überliefert.

Die Überlieferungen aus der großen Heidelberger Liederhandschrift C, der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift A und der Würzburger Liederhandschrift E sind nicht ident. Sie weisen Unterschiede in Form und Inhalt auf.


5.1  Handschrift A,C,E im Vergleich


In Handschrift A und C sind jeweils fünf Strophen in der gleichen Reihenfolge überliefert. Bei beiden umfasst jede Strophe acht Verszeilen. Sie ähneln sich zwar, weißen aber Unterschiede auf.

Während in Handschrift A die Strophen von I bis V mit der Nummerierung 134-138 fortlaufend eingetragen sind, stehen in Handschrift C die Strophen IV und V auf einer anderen Seite. Ein Verweiszeichen G führt den Leser von Blatt 136  zu den weiteren Zeilen auf Blatt 142. Die Strophennummerierung geht aus diesem Grund von 280 bis 282, wird dann unterbrochen und setzt bei 388 fort, ehe sie bei 389 endet.


Der Text in Handschrift E hebt sich gänzlich ab. Er besteht aus den ersten vier Strophen von A. Eine Gliederung in Verszeilen ist nicht gegeben.

Durch das Fehlen der Traumstrophe ist der Sinn des Liedes im Vergleich zu den anderen Überlieferungen ein anderer, so entfällt die Szene in der jener Mann das Liebesglück erlebt und spät.....

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