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Kommunikation am Lebensende

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Psychology

University, School

Ruhr-Universität Bochum - RUB

Grade, Teacher, Year

2010 Breitsameter

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Fallaufgabe: „Kommunikation“  P-KOMMS01-XX3-­K06 Inhaltsverzeich­nis Einleitung: 2 1. Kommunikationss­til­e. 2 2. Zwischenmenschl­ich­e Kommunikationen­. 3 2.1 Verbale, nonverbale und paraverbale Kommunikationen­. 3 2.2 Kommunikationss­yst­eme und Kommunikationsk­anä­le. 3 2.3 Das Nachrichtenquad­rat nach Schulz von Thun. 3 2.4 Die vier Botschaften. 5 3. Innere Konflikte. 5 3.1 Die Transaktionsana­lys­e. 5 3.2 Die Konfliktanalyse­. 8 3.3 Strategien zur Konfliktlösung. 9 4. Neurolinguistis­che­s Programmieren‭¦
Der Tod – medizinisch gesehen“ Die Palliativmedizi­n im Blickpunkt Proseminararbei­t Inhaltsverzeich­nis 1.        Einleitung. 3 2.        Palliativmedizi­n. 3 2.1.    Lebensqualität 4 2.2.    Begleitung. 5 2.3.    Das Sterben. 7 2.4.    Nach dem Tod.. 8 2.5.    „Hitparade der letzten Reue“ 8 3.        Schlusswort 10 4.        Literatur 11   1. Einleitung Aufgrund meines Besuchs der Lehrveranstaltu­ng „Systemisches Proseminar“ kam ich mit der medizinischen Seite des Todes in Berührung. Im Zuge meines Referates empfahl…

Muss ich bald sterben?“-

„Das müssen wir alle mal.“
Kommunikation am Lebensende


Ein Essay von


Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief
von Ilja Repin (1880)


„Muss ich bald sterben?“ – „Das müssen wir alle mal.“

Ein Essay über die Kommunikation am Lebensende


Einleitung

Kommunikation am Sterbebett birgt eine große Schwierigkeit. Sowohl die betroffenen Schwerkranken oder Sterbenden, ihre Angehörigen, als auch die Ärzte, Pfleger oder Sterbebegleiter berichten von scheinbar unüberwindbaren Kommunikationsbarrieren, Konflikten und Missverständnissen, welche die Situation zusätzlich erschweren.

Der deutsche Philosoph Karl Jaspers (1883-1969) sagte einmal sehr treffend: „Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.“. Kommunikation, sich mitteilen können, von Ängsten und Befürchtungen, Hoffnungen und Träumen zu berichten, hat also nicht nur einen emotional-erleichternden oder befreienden Aspekt, sondern stellt die Basis für zwischenmenschliche Beziehungen und das Menschsein dar.

Im Folgenden sollen die möglichen Ursachen der Kommunikationsschwierigkeiten am Lebensende vorgestellt und erstrebenswerte Kommunikationsstrategien besprochen werden.

Roger Kusch ist Gründungsmitglied des Vereins Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e. V. Anlässlich der Diskussion der deutschen Gesetzgebung zur Sterbehilfe im Sinne eines assistierten Suizids präsentierte Roger Kusch 2008 eine handelsübliche Perfusor-Pumpe als einen Selbsttötungs-Automaten.

Nach einem Knopfdruck, der den elektrischen Strom für die Pumpe freigibt, presst der Injektionsautomat aus zwei Spritzen parallel jeweils 20 Milliliter Narkotikum und Kaliumchlorid in die Vene. Nach nur vier Minuten trete dann der Tod der Sterbewilligen ein.

Im selben Jahr veranstaltete die Ärztekammer Hamburg eine Podiumsdiskussion zum Thema Kommunikation am Lebensende, in der sowohl Kuschs „Tötungsmaschine“ als auch Alternativen zu Sterbehilfe besprochen wurden.

„Wir brauchen keine Tötungsmaschine, sondern eine Sterbebegleitung und palliativmedizinische Betreuung, die den Menschen am Ende ihres Lebens Schmerzen und Ängste nimmt.“, so der Ärztekammerpräsident Dr. Frank Ulrich Montgomery. Auch Kirchen und Hospizorganisationen stimmten in die Kritik ein. Im Rahmen von Palliative Care kümmern sich Angehörige, Pfleger, Ärzte und auch Ehrenamtliche gemeinsam um den sterbenskranken Patienten.

Ihm soll nicht nur der Schmerz, sondern auch die Furcht, so weit wie möglich, genommen werden. Doch hier liegt die Schwierigkeit. Das Reden, Zuhören und Aushalten der Situation am Sterbebett wird von den meisten als große Herausforderung gesehen. Es gibt Kommunikationsmängel zwischen Ärzten und Pflegekräften, Patienten und Ärzten, Pflegenden und Patienten und auch Angehörigen und Patienten.


Ängste und Bedürfnisse der Sterbenden

Um die Schwierigkeit und das zu bewältigende Problem der Kommunikation zu beschreiben, muss zunächst die Ursache dafür gefunden werden. Die wichtigste Ursache für die Kommunikationsschwierigkeiten sind die vorherrschenden Empfindungen, die Emotionen der kummervollen Angehörigen, der überforderten Ärzte und Pfleger und vor allem die der hoffnungslosen Sterbenden.

Oftmals wissen die Sterbenden sehr genau, wie es um sie steht, dass ihre Zeit zu gehen gekommen ist, dass der Tod nahe steht. Manche können und wollen darüber sprechen, andere nicht. Hierin besteht eine deutliche Schwierigkeit, da besonders Angehörige dies n.....[read full text]

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        die Gewährleistung der Pflege und Versorgung,

        die Nähe und Treue der Begleitenden,

        die Möglichkeit, die Gefühle mit anderen zu teilen,

        die Akzeptanz der vielleicht widersprüchlichen und wechselnden Empfindungen,

        die Möglichkeit Zuneigung und Liebe zu erfahren und auch zu verschenken.

Sie haben Wünsche nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit, d.h. Sterbende wünschen, dass man ihnen die Wahrheit sagt, wenn sie selbst es annehmen können. Sie merken, ob die sie begleitenden Menschen ihre Betroffenheit und Unsicherheit zeigen können, oder aber meinen, auf jede Frage eine Antwort zu wissen und somit nicht bereit sind, unbeantwortbare Fragen mit ihnen auszuhalten.

Sterbende haben weiterhin den Wunsch und das Recht, selbst (mit)entscheiden zu können über ihren Aufenthaltsort, die Therapie und deren Fortführung, den Besuch, den sie wünschen oder ablehnen.

Mit der Einsicht der eigenen Endlichkeit gehen auch starke Emotionen einher. Nach der Diagnosestellung einer tödlich verlaufenden Krankheit, bricht die Welt zusammen. Man hat nicht mehr viel Zeit, vielleicht auch nicht mehr die Möglichkeit etwas zu verändern, in der letzten verbleibenden Zeit vor sich her geschobene Träume zu verwirklichen.

Oftmals wird hier Verdrängung geübt. Man kann nicht wahrhaben, man will nicht wahrhaben, was mit einem ist und geschehen wird. Den Ärzten muss ein Fehler unterlaufen sein. Man war doch immer so aktiv, hat sich gesund ernährt, nicht geraucht, man ist doch noch viel zu jung. Aus diesem Grund ist es auch nicht wunderlich, wenn Ärzte immer wieder davon berichten, dass Patienten „die Wahrheit“ einfach nicht verstehen wollen.

Bei Manchen folgt erst sehr langsam die Gewissheit und das Bewusstsein über den eigenen nahenden Tod. Diese Gewissheit, begleitet durch starke und unwillkürlich auf- und hereinbrechende Emotionen, kann ein starkes aggressives Verhalten, nach außen oder nach innen gerichtet, mit sich tragen. Es ist möglicherweise die Wut darüber, dass man nunmehr aus dem Klub der Lebenden ausgeschlossen ist: Ihr dürft leben und ich nicht! Es ist die Wut über die Ohnmacht, nicht intervenieren können, nichts dagegen tun, nicht gefragt worden zu sein oder darauf vorbereitet.

Oder aber es ist ein Zeichen dafür, dass sich das Ego verabschiede und ein neues Ich hervortrete, das, wie die Wissenschaftlerin und Leiterin der Psychoonkologie am Kantonsspital St. Gallen Monika Renz erklärt, „Schattenseiten der Seele“ hervorbringe. Häufig wird der Tod als Feind betrachtet und der Prozess des Sterbens al.....

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Kommunikation als Sozialhandlung ist situationsbezogen und dient der Problemlösung: Durch Kommunikation werden, durch das Entstehen von neuen Gedanken, Ideen und Emotionen, Hindernisse überwunden, die sich allein nicht bewältigen lassen. Häufig spricht man von „Übertragung“ und „Austausch“ von Informationen, während ersteres impliziert, dass Distanzen überwunden werden und mit „Austausch“ ein gegenseitiges Geben und Nehmen gemeint ist.

Da Kommunikation täglich stattfinden, verläuft sie scheinbar automatisch und selbstverständlich. Erst in schwierigen Situationen, in denen die Kommunikationsteilnehmer beispielsweise sehr unterschiedliche Haltungen, Erwartungen, Ziele und Erregungszustände haben und somit leicht Missverständnisse und Misserfolge auftreten können, wird die Kommunikation problematisiert.

Da also Sterbebegleitung und Kommunikation am Sterbebett das Erleichtern des letzten Lebensweges zur Aufgabe hat, empfinden es Angehörige und Helfer - wie auch der Kranke selbst - häufig als sehr belastend, wenn der gegenseitige Austausch und das Gespräch zum Problem bzw. fast unmöglich werden.

Dies kann im Fortschreiten der Krankheit und insbesondere in der Endphase des Lebens geschehen. Die Betroffenen haben dann das Gefühl sich nicht mehr erreichen zu können und immer wieder neu nach Formen der Kommunikation zu suchen. Nicht nur die Möglichkeiten eines Gesprächs im Sinne des gegenseitigen Austauschs werden geringer; das Verständigungsproblem reicht viel tiefer.

Der Sterbende selbst kann das, was ihn bewegt und ihm in der konkreten Situation wichtig ist, nicht mehr zum Ausdruck bringen wie in gesunden Tagen oder im bisherigen Krankheitsverlauf.

Besonders schwierig wird die Situation, wenn im Prozess des Alterns, des Sterbens, der Erkrankung ein Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit des Patienten auftritt. Aufgrund von Störungen der Denkfähigkeit, der Erinnerungs- und der Orientierungsfähigkeit können verschiedene Formen von Verwirrtheit auftreten (zeitliche, räumliche, personen- oder situationsbezogene).

Was geht in solchen Momenten im Kopf des Betroffenen vor sich? Wieso erinnert er sich nicht? Viele reagieren auf dieses Erleben mit Angst und Aggression, mit Beschämung oder Niedergeschlagenheit.

Doch wie reagiert man dann? Welche Kommunikationsformen sind angemessen, vor allem in schwierigen Situat.....

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Im letzteren Fall muss eine Möglichkeit gefunden werden, das Schweigen langfristig zu brechen und einen Weg zu finden zu kommunizieren.

3.      Berührungen können ambivalente Effekte haben. Sie können ein Zeichen dafür sein, dass man die Distanz auflöst und ganz privat ist, also Geborgenheit auslösen, oder aber der Sterbende fühlt sich möglicherweise „ausgeliefert“. Es ist also wichtig zu erkunden, ob Berührungen erwünscht sind oder nicht, um den Respekt des Sterbenden zu wahren.

Anhören, Zuhören und Hinhören stellen die grundlegenden Voraussetzungen für gelingende verbale Kommunikation dar, welche impliziert aufmerksam Anteil zu nehmen, und in einer empathischen Grundhaltung erfahren zu wollen, was der Kranke oder Sterbende zu sagen hat.

Die verbale Kommunikation spielt sich in den meisten Fällen als direktes Gespräch ab, bei dem Informationen, Stimmungen, Wünsche etc. artikuliert werden. Die angemessene Begegnung mit Schwerstkranken zeigt sich darin, dass die Kommunikation aufmerksam, ehrlich, offen und geduldig ist.

Vor einigen Jahren lernten Krankenschwestern in ihrer Ausbildung auf die Frage „Muss ich bald sterben?“ folgendermaßen zu antworten „Das müssen wir alle mal.“. Hierin wird deutlich, dass Nähe und Verständnis, Bewusstsein für den Tod und der Umgang mit dem Tod fehlen.

Doch eben diese Elemente sind Voraussetzung für gelingende Kommunikation mit Sterbenden. Es brauche in diesem Prozess mehr als ein >>Ich verstehe dich<<, es brauche echte Empathie und Verständnis der Vorgänge, die ein Sterbender in seinem letzten Lebensabschnitt durchlebt, so Monika Renz. Wichtig dazu sind Zeit und völlige Umorientierung, denn wir sind es gewohnt das Tempo vorzugeben und haben oftmals zu hohe Erwartungen in ein Gespräch oder in den Gesprächspartner.

In der individuellen Begleitung ist es auch besonders wichtig, dass es Raum für Fragen gib, selbst wenn .....

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Aktive Annahme des eigenen bevorstehenden Todes sichert das Wohlbefinden des Sterbenden und erleichtert ihm seinen letzten Lebensweg zu beschreiten. Auch für Angehörigen ist es sehr erleichternd, wenn die geliebte Person den letzten Lebensweg mit einem guten Gefühl beschritten hat.

Stellen wir uns nur vor wir müssten unseren Partner beerdigen und uns von ihm verabschieden, während die letzten Erinnerungen an ihn oder sie voller Resignation, Frust, Depression und Ablehnung waren. Welch zusätzlichen Schmerz zu dem eigentlichen Trauerfall würde das bedeuten.


„Sterbende nehmen ihre Umwelt wahr, auch wenn es nicht immer den Eindruck macht. “, so Monika Renz. Personen, Angehörige oder Sterbebegleiter, Pfleger oder Ärzte etc. trauen den Sterbenden oftmals nicht mehr zu, dass sie im komatösen Zustand noch irgendetwas registrieren.

Doch „das Hören bleibt am längsten, auch wenn die Ratio längst gegangen ist“, so Monika Renz. Empirische Studien haben bestätigt, dass Pflegekräfte dazu neigen, langsamer auf die Klingel von todkranken Patienten zu reagieren als von leichter Erkrankten. Doch auch wenn die Kommunikation nicht mehr über die Sprache verläuft, bleibt die körperliche Kommunikation zur Verfügung, sei es nur ein Lidschlag.

In diesem Zusammenhang erscheint mir folgender Spruch sehr passend:

Das Sterben der Seele beginnt nicht mit dem Verlust

des Lebens, sondern mit dem Fehlen der Liebe.


Wenn also zu früh aufgegeben wird, der Sterbende schon als fast Tod empfunden und keine Kosten mehr in ihn investiert werden, auf ihn nicht reagiert, nicht mehr mit ihm kommuniziert wird, dann (um es in den zitierten Worten zu sagen) stirbt seine Seele, dann wird ihm der letzte Weg erschwert, er wird allein gelassen und entmenschlicht, da er nur noch als leere Hülle wahrgenommen wird.

Doch Tod und Leben gehören zusammen. Sie sind untrennbar und diese Tatsache teilt jedes Lebewesen. Sehr treffend wurden die Teilnehmer dieser Veranstaltung zu Beginn einer Vorlesung mit den Worten: „Herzlich Willkommen, liebe Sterbenden!“ begrüßt. Diese zwei Bestandteile des Lebens sind unumstr.....

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Wichtige Kommunikationsmittel sind hinhören, zuhören und anhören, Pausen zulassen, authentisch und wahrhaftig sein und eine empathische Grundhaltung einnehmen, sowie Trauer zulassen und aushalten. Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation/Gesprächsführung und der Wahrnehmung eigener und fremder Gefühle gilt es für alle zu erwerben, von dem Sterbenden, seiner Angehörigen bis hin zu den Ärzten, Pflegern und Begleitern.

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