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Interpretation
Literature

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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

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Die frühen Gräber - Friedrich Gottlieb Klopstock Gedichtanalyse Das Gedicht „Die frühen Gräber“ von Friedrich Gottlieb Klopstock, welches 1764 erschienen ist, handelt von der Erinnerung an die Toten. Das Gedicht ist in drei Strophen mit jeweils vier Versen aufgebaut. Bei den ersten beiden Strophen ist eine Antithetik vorhanden, da die erste Strophe von der Nacht, die zweite Strophe hingegen vom Tag handelt. Die dritte Strophe ist eine Synthese, da die Nacht und der Tag in dieser Strophe zusammengebrach­t werden. So erhält das Gedicht…
„Maria Stuart“ von Friedrich Schiller Interpretations­auf­satz des 3 Auftritts - 4 Szene Inhalt 1. Einleitung: 2 1.1. Noch zur Einleitung: 2 1.2. Einordnung in den Gesamtzusammenh­ang­: 2 1.3. Überleitung zum Hauptteil des dritten Auftritts der vierten Szene: 3 2. Analyse und Interpretation: 3 2.1. Information über die Gesprächspartne­r, Gesprächsabsich­t 3 2.2. Gesprächsgrund, - ziel, -dominanz 4 2.3. Sprechweise. 4 2.4. Sprachliche Analyse. 6 2.5. Erkennbare Veränderungen der Gesprächspartne­r 7 2.6. Bedeutung der…

Kennet euch selbst von Friedrich Gottlieb Klopstock

Gedichtinterpretation


Inhaltsverzeichnis


I.       Einleitung 1

II.      Hauptteil. 3

1.      Einordnung und Aufbau. 3

2.      Formale Aspekte. 3

2.1.      Strophenform 3

2.2.      Metrik. 4

3.      Sprachliche Aspekte. 5

3.1.      Rhetorische Stilmittel 6

3.2.      Syntax und Stil 7

4.      Inhaltliche Aspekte und Deutung. 8

III.     Schluss 12

IV.     Literaturverzeichnis 13


                  I.            Einleitung

Friedrich Gottlieb Klopstock (* 02 .07.1724; † 14. 03.1803) gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter des Sturm und Drang. Als anfänglicher Befürworter der Revolution und späterer Gegner der gewaltsamen Veränderungen in Frankreich thematisierte er die Revolution in einer Vielzahl an Gedichten mit leidenschaftlicher Anteilnahme und schuf so ein Stück deutsche politische Dichtung.

Durch die Französische Revolution erwachte Klopstocks dichterisches Können noch einmal ganz neu. Vor allem in seiner Revolutionsode „Kennet euch selbst“ kommt sein gesellschaftliches Idealbild, die Bewunderung für Frankreich und die gleichzeitige Enttäuschung über die deutsche Feigheit und Unzulänglichkeit zum Ausdruck. Der Dichter begreift „die Vorgänge im Nachbarland als welthistorische Ereignisse und sieht die notwendige Veränderung in seinem Land“[1], so dass die Intention seiner politischen Lyrik darin besteht, sich mit den politischen Ereignissen seiner Gegenwart auseinander zu setzen sowie den Leitgedanken affektvoll zu beschreiben, um bei den Deutschen den Blick für politische Freiheitsbestrebungen zu öffnen.[2] Mittels seiner metaphorischen Beschreibungen, Vorstellungen und Gedanken hat er seine politischen Ideale wiedergegeben, und wurde somit „kritischer Chronist der Revolution“[3].

In dieser Hausarbeit wird das Gedicht ,,Kennet euch selbst" näher beleuchtet, indem die inhaltlichen, sprachlichen sowie formalen Aspekte aufgeführt werden. Dem werden sowohl Form- und Stilanalyse als auch die Interpretation des Gedichts folgen, in dem bedeutende Elemente herausgefiltert werden. Es ist nicht zu vermeiden, dass sich hierbei im Hinblick auf die Interpretation Überschneidungen und Wiederholungen ergeben, doch vermeintlich mehrfach Vorkommendes wird dabei aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, um so das Verständnis für das lyrische Werk zu intensivieren.

Kennet euch selbst

Frankreich schuf sich frey. Des Jahrhunderts edelste That hub
    Da sich zu dem Olympus empor!
Bist du so eng begränzt, dass du sie verkennest, umschwebet
    Diese Dämmerung dir noch den Blick,
Diese Nacht: so durchwandre die Weltannalen, und finde
    Etwas darin, das ihr ferne nur gleicht,
Wenn du kanst.

O Schicksal! das sind sie also, das sind sie
    Unsere Brüder die Franken; und wir?
Ach ich frag' umsonst; ihr verstummet, Deutsche! Was zeiget
    Euer Schweigen? bejahrter Geduld
Müden Kummer? oder verkündet es nahe Verwandlung?
    Wie die schwüle Stille den Sturm,
Der vor sich her sie wirbelt, die Donnerwolken, bis Glut sie
    Werden, und werden Zerschmetterndes Eis!
Nach dem Wetter, athmen sie kaum die Lüfte, die Bäche
    Rieseln, vom Laube träufelt es sanft,
Frische labet, Gerüch' umduften, die bläuliche Heitre
    Lächelt, das Himmelsgemählde mit ihr;
Alles ist reg', und ist Leben, und freut sich! die Nachtigall flötet
    Hochzeit! liebender singet die Braut!
Knaben umtanzen den Mann, den kein Despot mehr verachtet!
    Mädchen da.....[read full text]

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Im ersten Teil feiert Klopstock die Französische Revolution als  „…des Jahrhunderts edelste That …“ [7] und verleiht somit seiner Bewunderung für Frankreich Ausdruck. Das Mittelstück richtet sich bereits kritisierend an sein eigenes deutsches Volk: „Bist du so eng begränzt, …Dämmerung …Nacht…“7, wodurch sein Unmut über die Deutsche Lethargie bekräftigt wird.

Der dritte Teil hebt das Versagen seiner Landsleute hervor, und gleichzeitig den Vergleich mit seinem Nachbarland, die sich im Gegensatz zu den Deutschen für den Fortschritt einsetzen: „…das sind sie also, …unsere Brüder, die Franken; und wir?“7

Im zweiten Abschnitt der Ode richtet sich der Dichter zunächst aufgebracht an sein Volk: „Ach ich frag´ umsonst; ihr verstummet Deutsche! Was zeiget Euer Schweigen? ….nahe Verwandlung?“7, bis das anschließende Gewitter die Notwendigkeit der gesellschaftlichen Umwandlung symbolisiert: „Wie die schwüle Stille den Sturm,…Donnerwolken, … Zerschmetterndes Eis!“7

Der dritte und letzte Abschnitt beschreibt den Zustand nach dem Gewitter und das Ergebnis der reinigenden Wirkung:  „Nach dem Wetter, …die Bäche Rieseln, … Gerüch umduften, […] das Himmelsgemählde mit ihr.“7 In den letzten beiden Versen wird die Harmonie zwischen den Menschen symbolisiert: „Alles ist reg´, […] Nachtigall flötet Hochzeit! liebender singet die Braut! Knaben umtanzen den Mann, […] Mädchen das ruhige, säugende Weib.“7

2.2.      Metrik

Zu den maßgeblichen Erneuerungen der Dichtung im 18. Jahrhundert zählten die durch Klopstock eingeführten freirhythmischen Versmaße. Die Ode „Kennet euch selbst“ ist nach einem klar durchdachten Kompositionsprinzip aufgebaut und weist starke Versanfänge und Kadenzen sowie einen semantisch-rhythmischen Ausdruck auf. Das Metrum folgt der alkmanischen Odenform, die vor allem durch Zäsuren, Synkopen und Kombinationen verschiedener Versfüße entsteht.

Die elf Doppelverse der Ode bestehen jeweils aus einem Hexameter und einem vierhebigen Pentameter. Der Anfangstakt des Hexameters ist zweisilbig und die rhythmische Dynamik der Wörter liegt auf der Stammsilbe wie beispielsweise im ersten Satz:           

                                                                                                                     

                        „Frankreich schuf sich frey.“[8]

                            –′–  x     │   –′– x   │–″–  

Der dynamische Akzent liegt hier ganz deutlich auf „frey“.

Das Gedicht weist auch einige Zäsuren bzw. Inzisionen  auf, die eine kurze Pause beim Lesen markieren. In Vers 8 verlagert sich das rhythmische Gewicht auf das Personalpronomen „wir“, so dass ein katalektischer Verstakt mit vierhebig verkürztem Pentameter entsteht:

             „Unsere Brüder die Franken; und wir?“[9]

                X  xx│   X  xx   │   X   xx   │    –′– –  


Nachfolgend geben die Verse 12 bis 14 durch die zweisilbigen Pentametertakte den „metrisch-rhythmischen“ Bezug zum Inhalt und gehen in einen „dreisilbigen Takt über, der inhaltlich auf den erhofften Sturm bezogen ist.“[10]

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Gleichzeitig stellt er jedoch in Vers 8 die rhetorische Frage „und wir?“12, womit er einen Vergleich zwischen den Franzosen und Deutschen anstellt und gibt in Vers 9 „Ach ich frag´ umsonst; ihr verstummet, Deutsche!“12 zugleich die Antwort darauf. Die Interjektion „Ach“ soll die Verständnislosigkeit über die Lethargie des deutschen Volkes unterstreichen.

Ebenso wird durch die Apostrophierung in Vers 9 und 10 „Was zeiget Euer Schweigen?“12 die Untätigkeit der Deutschen erneut akzentuiert. Der Vergleich in Vers 12 „Wie die schwüle Stille den Sturm“12 symbolisiert die Ruhe vor dem Sturm, die eine Veränderung der Zukunft in Aussicht stellt. Darüber hinaus wird die Aussage rhetorisch durch die Synästhesie „schwüle Stille“12 unterstrichen.

Die Übergänge der Verse 1-2, 3-4, 5-6, 7-8, 9-10, 13-14, 15-16, 17-18 und 19-20 sind durch Enjambements gekennzeichnet und geben dem Gedicht einen sehr dynamischen, vorwärts gerichteten Charakter. Das Satzende fällt hier nicht mit dem Versende zusammen, sondern wird über die Versgrenze weitergeführt. Durch den so genannten Strophensprung wirkt der Tonfall flüssiger, denn der Sinnzusammenhang bewegt sich über das Versende hinaus.

In den Versen 19 und 20 spiegelt die personifizierte „Nachtigall flötet Hochzeit!“12 auch die Freude, die nun zwischen den Menschen herrscht, wieder.

An einigen Stellen des Gedichtes stößt man auf das stilistische Merkmal der Interjektion. Diese emphatischen Ausrufe finden sich in Vers 7 ,,O Schicksal!", Vers 8 „und wir?“ sowie in Vers 9 „Deutsche!“ und Vers 20 „Hochzeit!“.

3.2.      Syntax und Stil

Die vielfache Verwendung an Stilmitteln weist auf einen gehobenen Stil hin. Daher liegt das Wesentliche in Klopstocks rhetorischer Poetik sowohl im Stil als auch im Ton, was durch seine außergewöhnliche Begeisterung zum Ausdruck kommt. Bereits durch den Imperativs im Titel: „Kennet euch selbst“ macht der Dichter seine Forderung nach Selbsterkenntnis klar.

Die Struktur seiner poetischen Sprache, wird in den Versen 12 bis 14 immer wieder mittels allegorischer Darstellung der Naturgewalt veranschaulicht, um die Kampfbereitschaft der Deutschen zu symbolisieren: „Der vor sich her sie wirbelt, die Donnerwolken, bis Glut sie Werden, und werden Zerschmetterndes Eis![13] Die Gewitterdarstellung wird hier als Mittel gesellschaftlicher Perspektivgestaltung eingesetzt.[14]

Bezüglich der syntaktischen Konstruktion besteht die Revolutionsode hauptsächlich aus Aussagesätzen. In der Mitte des Gedichts verwendet der Dichter einige Fragesätze, gefolgt von einem Relativsatz, der wie bereits oben erwähnt die Naturgewalt illustriert: „Wie die schwüle Stille den Sturm, der vor sich her sie wirbelt“13.

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Diese Dämmerung dir noch den Blick,

Diese Nacht: so durchwandre die Weltannalen, und finde

Etwas darin, das ihr ferne nur gleicht,

Wenn Du kannst! O Schicksal! Das sind sie also, das sind sie,

Unsere Brüder, die Franken; und wir? [ .]“[16]


Deutlich zeigt sich hierbei die Freude über den Ausbruch der Revolution in Frankreich, wobei im gleichen Atemzug das eigene Volk wegen seiner mangelnden Revolutionsbereitschaft kritisiert wird. Seine Intention ist es dazu aufzurufen, den gleichen Mut aufzubringen wie sein Nachbarland. Der Appell offenbart sich auch schon deutlich im Titel: „Kennet euch selbst“, womit er seinen Landsleuten klarmachen möchte, dass sie die Fähigkeit haben und darüber nachdenken sollen, sich gleichermaßen für ihre Freiheit einzusetzen.

Die Formulierung soll den Leser spürbar mitreißen und gleichzeitig die politische Befreiung des deutschen Volkes in Gang setzen. Die Forderung des lyrischen Ichs an seine Landsmänner verdeutlicht zugleich den Wunsch zur Selbsterkenntnis als auch den Ruf zur Tat. Bereits im ersten Vers beklagt er, dass nicht Deutschland, sondern Frankreich „sich frey schuf“16 und mit dem darauf folgendem Vers „Des Jahrhunderts edelste That hub Da sich zu dem Olympus empor!“[17] bringt er seine Annerkennung und Bewunderung für Frankreich auch mit Hilfe des rhetorischen Stilmittels der Personifikation zum Ausdruck.

Im zweiten Verspaar „Bist Du so eng begränzt, dass du sie verkennest, umschwebet Diese Dämmerung dir noch den Blick,“17 unterstreicht der Dichter auf überaus emotionale Weise die „Begrenztheit“ der Deutschen, denen die „Dämmerung“ den Blick verbaut hat, indem sich das lyrische Ich „direkt an ein Du“, .....

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Anschließend symbolisiert er die „schwüle Stille“ als Ruhe vor dem Sturm, welche eine „nahe Verwandlung“ ankündigen soll. An dieser Stelle wird deutlich, dass sich das lyrische Ich nicht mit dem seinem Schicksal abfinden will, sondern die Hoffnung für Deutschland hegt, ähnliche Freiheitsbewegungen anzustreben wie Frankreich und sich für den Kampf zugunsten einer besseren Zukunft entscheidet.[20] Die Umwandlung der gesellschaftlichen Verhältnisse wird von Klopstock mit der Gewalt der Natur in Form eines Gewitters wiedergegeben, auf diese Weise wird die gesellschaftliche Kraft zum Ausdruck gebracht.

Die „Donnerwolken“ und das „zerschmetternde Eis“ repräsentieren sowohl die Gewaltbereitschaft als auch den Kampfgeist, um in Deutschland in demselben Maße eine freiheitliche Entwicklung zu erlangen. „Der hier geschilderte Gewittersturm, der über das feudalistische geknechtete Land braust, ist das einen Naturvorgang gekleidete Sinnbild der sozialen Revolution“[21]

Der durch das Gewitter dargestellte Höhepunkt symbolisiert gleichzeitig auch den Wendepunkt des Gedichts, denn ebenso wie in Klopstocks 1759 entstandenen Gedicht die „Frühlingsfeier“ leitet auch hier ein Gewitter den Übergang zum Frieden zwischen Himmel und Erde sowie zwischen Mensch und Natur ein.

„Nach dem Wetter, athmen sie kaum die Lüfte, die Bäche

Rieseln, vom Laube träufelt es sanft,

Frische labet, Gerüch' umduften, die bläuliche Heitre

Lächelt, das Himmelsgemählde mit ihr;

Alles ist reg', und ist Leben, und  freut sich! die Nachtigall flötet

Hochzeit! liebender singet die Braut!

Knaben umtanzen den Mann, den kein Despot mehr verachtet!

Mädchen das ruhige, säugende Weib.“[22]

Mit dem dritten Teil der Ode möchte Klopstock schließlich die reinigende Wirkung dieser meteorologischen Erscheinung aufzeigen, zumal zur damaligen Zeit ein Gewitter noch eine bedrohliche Wirkung darstellte, die er dann mit dem Bild der bürgerlichen Harmonie beschließt. So scheint sich ab Vers 15 „Nach dem Wetter“ alles wieder zum Positiven zu wenden.

Mensch und Natur sind ausgesöhnt miteinander, die Natur zeigt sich wieder von ihrer besten Seite und eine Hochzeit findet statt.

Die sinnbildliche Darstellung vom „ruhig säugenden Weib“, das dem christlichen Bild der Madonna mit ihrem Kind entspricht, bringt die Lebensfreude zum Ausdruck, die unter den Menschen herrschen wird.[23] Die Botschaft seiner Ode beruht hierbei auf dem politischen Denkansatz eines legitimen und wünschenswerten Befreiungskampfes des deutschen Volkes gegen die Obrigkeit.

Sie soll den Deutschen genau wie den Franzosen auch, eine bessere Zukunft in Frieden und Freiheit für das Vaterland vermitteln. Die Intention des lyrischen Ichs besteht also darin zu ermutigen, zu überzeugen und zum Handeln zu animieren. Diese Absicht spiegelt sich charakteristisch sowohl in der Form als auch im Inhalt des gesamten Gedichtes wider. Das lyrische Ich will den Leser folglich zur Selbsterkenntnis auffordern, so dass er zur gleichen Einsicht und anschließender .....

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Folglich hat der Mensch sein Schicksal selbst in der Hand. Darüber hinaus ruht die Hoffnung auf der möglichen Veränderbarkeit und Besserung des Menschen und auf der gleichzeitigen politischen und sozialen Veränderung seiner Verhältnisse. Er wollte nicht, dass sich „Gewalt hinter aller Rhetorik nur noch durch sich selbst legitimierte“, und stellte „seine Gedanken und Ideale der Wirklichkeit gegenüber“, um sie aneinander zu messen.[28] Klopstock fühlte sich in seiner Funktion als Dichter in gewisser Weise als ein Vermittler zwischen den Menschen und Gott.

Somit zählt Klopstock zu den Wegbereitern der Aufklärungsliteratur, die ungeachtet dessen immer von einem christlichen Leitbild geprägt wurde.

Möglicherweise haben seine politischen Denkanstöße nicht zuletzt auch in Deutschland ein paar Jahrzehnte später den Anstoß zur so genannten Märzrevolution  gegeben…

III.      Literaturverzeichnis

  • Grimm, Gunter E./ Max, Frank, Rainer: Deutsche Dichter. Leben und Werk deutschsprachiger Autoren. Aufklärung und Empfindsamkeit. Band 3. Ditzingen 1990.

§  Gysi, Klaus: Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin 1979.

  • Klopstock, Friedrich Gottlieb: Oden, Band 2, Leipzig 1798.
  • Kohl, Katrin: Friedrich Gottlieb Klopstock. Stuttgart, Weimar 2000.
  • Molzan  Alfred: „O komm, du neue, labende, selbst nicht geträumte Sonne!“ Die Natur im Dienste des aktiven Humanismus Klopstocks. In Weimarer Beiträge 14, Literaturwissenschaftliche Zeitschrift. 1968, S. 1013 bis 1036.
  • Richter, Karl: Gedichte und Interpretationen. Aufklärung und Sturm und Drang. Band 2. Ditzingen 2006.
  • Schulz, Gerhard: Das Zeitalter der französischen Revolution 1789 – 1806. Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band VII/1. München 1983.

§  Schleiden, Karl August: Klopstock, Ausgewählte Werke. Darmstadt 1969.

  • Werner, Hans-Georg: Friedrich Gottlieb Klopstock, Werk und Wirken. Berlin 1978.
  • Zimmermann, Harro: Freiheit und Geschichte. F. G. Klopstock als historischer Dichter und Denker. Band IX Heidelberg 1987.





[1] Molzan  Alfred: „O komm, du neue, labende, selbst nicht geträumte Sonne!“ Die Natur im Dienste des aktiven Humanismus Klopstocks. In Weimarer Beiträge 14, Literaturwissenschaftliche Ze.....

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[24] Vgl. ebd., S. 158.

[25] Kohl, Katrin: Friedrich Gottlieb Klopstock. Stuttgart, Weimar 2000, S. 98.

[26] Klopstock zit. nach Kohl, Katrin: Friedrich Gottlieb Klopstock, S. 35.

[27] Schulz, Gerhard: Das Zeitalter der französischen Revolution 1789 – 1806, S. 124.

[28] Ebd., S. .....

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