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Religious Studies

University, School

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Grade, Teacher, Year

3,7, Bruns, 2014

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Text by Kennet B. ©
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Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Institut Katholische Theologie

Lehrstuhls für Kirchengeschichte und Patrologie

Prof. Dr. Peter Bruns

Kirchengeschichte: Kaiser, Könige und Konzilien – Die Rolle der weltlich-politischen Mächte auf den Synoden in Antike und Mittelalter


KArl der große

und die Verschränkung weltliche und kirchlicher Macht im 8. Jahrhundert

am Beispiel der

die libri carolini

und

die Frankfurter Synode von 794


vorgelegt von

am 1.5.2014


Luitpoldstraße 25 Lehramt Gymnasium

96052 Bamberg 9. Semester

f.brustkern@gmail.com Matrikelnummer: 1581074

Modulzuordnung:

Kirchengeschichte Vertiefungsmodul LAMOD-23-03-005a

Inhalt




A. Einleitung


Diese Hausarbeit entstand im Rahmen des kirchengeschichtlichen Seminars „Kaiser, Könige und Konzilien – Die Rolle der weltlich-politischen Mächte auf den Synoden in Antike und Mittelalter“. Von diesem Titel lässt sich die grundlegende Stoßrichtung dieser Arbeit ableiten. Synodale Beschlüsse sollen nicht dogmengeschichtlich analysiert, sondern vor dem Hintergrund einer zuvor stattgefunden Verschränkung kirchlicher und weltlicher Macht im 8. Jahrhundert gedeutet werden.

So soll nach einem kurzen Blick auf die Biographie Karls des Großen bis zu seiner Kaiserkrönung im Jahre 800 n. Chr. die Hintergründe der Entstehung der libri carolini und die Frankfurter Synode von 794 näher beleuchtet werden. Von Nöten ist dabei einen kurzen historischen Überblick durch die westliche wie östliche geschichtliche Entwicklung zu geben. Die Vita Karls soll nur an den Stellen beleuchtet werden, die für das spätere kirchenpolitische Handeln von Relevanz sind.

Darüber hinaus wird kurz die Entwicklung des byzantinischen Bilderstreits skizziert, insofern dieser Auswirkungen auf den lateinischen Westen hatte und zum Verständnis beiträgt. Insbesondere kommt hier das 7. Ökumenische Konzil von Nicäa aus dem Jahre 787 n. Chr. zur Sprache, das ohne fränkische Beteiligung stattfand1. Damit einhergehend wird der Blick nach Westen gewandt um die Stellung Karls des Großen zur Bilderfrage auszuleuchten.

Dies muss insbesondere vor dem Hintergrund Karls kirchenpolitischer Ambitionen geschehen und die fränkisch-theologischen Abhandlungen auch machtpolitisch verstanden werden. Denn das Konzil scheint eine merkwürdige Zwischenstellung einzunehmen: „in ihm kommt einerseits die fränkische Reichskirche zu Wort, in der Karl als König von Gottes Gnaden unbestritten dem Episkopat richtungsweisend vorangeht, andererseits greift es in seinen Bestimmungen entschieden über den Bereich der Reichskirche hinaus, indem es, wiederum im Sinne Karls, sowohl gegenüber dem Papst wie gegenüber Byzanz unverkennbar universalistische Tendenzen verficht.“2 In diesen Kontext ist auch das Frankfurter Konzil von 794 n. Chr.

Zu setzen, in dessen Konzilsakten der Bilderstreit ebenfalls seinen Widerhall fand3 und im Zusammenhang steht mit der Expansions- und Legitimationsbemühungen eines neu entstehenden Großreiches. Eine Synode die auch als Gegenentwurf zum 7. Ökumenischen Konzil von Nicäa 787 zu verstehen ist. Die auf dem Konzil in Frankfurt getroffenen Entscheidungen waren maßgeblich für die weitere soziopolitische Entwicklung des fränkischen Reiches4.

Im Bilderstreit vollzog sich eine vehemente Überlagerung theologischer Streitpunkte durch politische Interessen. Weitere Punkte der Tagesordnung waren der spanische Adoptianismus, die freiwillige Abdankung des schon abgesetzten Herzogs Tassilo von Baiern, die Münz- und Maßreform, kanonische Fragen, das Klosterwesen, sowie die religiöse Erziehung des Volkes5.

Schon diese Themenkomplexe lassen die tiefe Verschränkung weltlicher und kirchlich Interessen dieser Zeit erahnen. In dem Versuch sich auch zu theologischen Themen wie des Bilderstreits zu positionieren, wird deutlich, dass Karl seinen Herrschaftsanspruch zu festigen versuchte. Und dies nicht nur tat, indem er an den Sitzungen der Synode über den Bischöfen, Priestern und Diakonen thronte und sich von oben herab beteiligte6.

Dieser Anspruch führte natürlich zu einen (mehr oder weniger) offenen Streit zwischen Rom und Byzanz, wobei dieser Konflikt schon zuvor schwelte und der Papst die erstarkte Macht des Kaisers einerseits zu legitimieren und andererseits dessen Durchsetzungsvermögen zu schwächen versuchte. Das Konzil von Nicäa im Jahre 787 bildet dabei den Auslöser für eine folgenreiche Entwicklung, bei denen machtpolitische Kräfte ihre Arme weit hinein in synodalen Beschlüssen ausstreckten.

Die zunehmende Verschränkung kirchlicher und politischer Macht im 8. Jahrhundert der machtpolitische Einfluss auf das Frankfurter Konzil, sowie die vorrangehende kirchenpolitische-theologische Streitschrift libri carolini aus der Feder des Theodulf von Orlean sollen zum Schwerpunkt dieser Arbeit werden.


B. Hauptteil

1. Karl der .....[read full text]


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Besonders sind hier die Ausschnitte: „Ich, Bonifatius, durch Gottes Gnade Bischof, verspreche euch, dem seligen Apostelfürsten Petrus und deinem Stellvertreter…, stets die Einheit der Kirche zu beachten … und, falls jemand gegen diese Einheit der gemeinsamen und allgemeinen Kirche etwas unternimmt, dies nicht hinzunehmen“19 Damit war die Ausrichtung der fränkischen Kirche an den Vorgaben, Richtlinien und Gesetzen der römischen Kirche zum grundlegenden Auftrag Bonifatius geworden.

Heidnische Bräuche und Gepflogenheiten waren in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts im fränkischen Klerus noch weit verbreitet. Zahlreiche Erlasse und Regelungen wurden den Missständen entgegengestellt, doch eine ungemeine Aufwertung der Verpflichtung zur Einhaltung eben dieser erfuhren sie durch das Germanische Konzil, dessen Beschlüsse als Erlass und Befehl des Hausmeiers Karlmann verkündet wurden20.

Dieses Instrument zur Verklammerung von Herrscher und Kirche, dessen sich auch die Frankfurter Synode von 794 bedienen sollte, begegnet uns im Frankenreich hier zum ersten Mal und erreicht damit eine neue Stufe. Der Wirkung bonifatianischer Reformen konnte sich auch Pippin nicht entziehen und so setzte auch er nach dem Tod Bonifatius dessen Linie fort und nutze römische Normen zur inneren Festigung seines Reiches21.


1.2 Die Erziehung zum Glauben und die Formkräfte seiner Herrschaft


Dass die im 7. und 8. Jahrhundert verkümmerte Bildung neu belebt werden musste erfasste Karl wohl schon frühzeitig und beschrieb diese auch später als die Königaufgabe schlechthin22:

Da uns die göttliche Milde unablässig in Krieg und Frieden schützt, … deshalb wollen wir, da wir Sorge tragen, den Stand unserer Kirchen ständig verbessern, die durch die Nachlässigkeit unserer Vorfahren nahezu vergessene Aufgabe der Wissenschaft (litterarum officina) mit wachem Eifer erneuern (reparare) und – so viele wir können – durch unser Beispiel zu eindringlichen Studien der freien Künste anhalten“23 Sein Bildungsprogramm erwuchs allerdings nicht aus reinem Selbstzweck, sondern entsprang dem Legitimationsbedürfnis seiner Herrschaft.

Die stärkende und legitimierende Macht Sankt Peters erfuhr er schon in jungen Jahren und blieb ihr Zeit seines Lebens verpflichtet24. 753/754 betrat zum ersten Mal in der Geschichte ein römischer Papst den Boden des Frankreichs. Denn als Papst Stephan II. (752-757) sich vom Langobardenkönig bedroht fühlte, sah er sich genötigt, die Reise über die Alpen anzutreten und Pippin um Hilfe zu bitten25.

Doch der eigentlich prägende Moment für den sechs Jahre alten Karl war wohl, als er dem Papst entgegeneilte, bzw. im Gefolge einer Gesandtschaft eben diesem entgegengeschickt wurde, und zur Pfalz geleite. Als dann sein Vater beim Zusammentreffen vom eigenen Pferd stieg und das päpstliche Pferd als vice stratoris am Zügel26 führte. Trotz dieser großen Ehrbezeugung seitens Pippins war der Bittsteller Papst Stephan.

Dieses erste persönliche Zusammentreffen spielte sich direkt vor den Augen des jungen Karls ab und war sicherlich ein eindrücklicher Augenblick im Leben des heranwachsenden Karl. Aus der hervorgehenden Restitution päpstlichen Besitzungen und der neuartigen Kooperation mit dem Papsttum zog gewiss auch Karl - der Herrscher - seine Vorteile. Eine innere Festigung des Reiches durch Erlass eindeutiger (römischer) Riten, Texte und Normen zählte ebenso dazu, wie die erhaltende päpstliche Königsweihe /-salbung aus Dei gratia und Würde eines Patricius Romanorum (ursprünglich der Bevollmächtigte des Kaisers von Konstantinopel und Vertreter der kaiserlichen Gewalt in ganz Italien)27.

Auch ist beachtenswert, dass Karl in der Tradition eines „rex et sacerdos“ stehend verstanden werden kann. Diese besondere Legitimation und Autorität politischer Herrschaft innerhalb eines Sakralkönigtums.28

In der Anrede eines Briefes des Papstes Hadrian I. (772 – 795) wird das Selbstverständnis der römisch-fränkischen Beziehung ebenfalls kurz vor dem 7. ökumenischem Konzil in Nicäa deutlich, als Hadrian I. Karl mit „Sohn und geistlichen Gevatter/Mitvater“29 anspricht30:


So sind seine pietas und sein nie vernachlässigter Gottesdienst auch immer vor dem Hintergrund machtpolitischen Interesses zu sehen. Nach Einhardus hörte Karl gerne auch die Werke des heiligen Augustinus, besonders seine Sch.....

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Abbildung 1 Fränkisches Reich zur Zeit Karls des Großen (um 810) aus: (Weinfurter, 2013), 354f.


1.3 Die Formkräfte des karolingischen Königtums - Karl des Großen


Die schon in 1.2 kurz angeschnittene innere Festigung durch die tiefgreifende Bildungsreform soll nun näher ausgeführt werden, denn sie trägt zum Verständnis späterer theologischer Schriften, wie der libri carolini und der Synode von Frankfurt 794 ungemein bei.

Im Frühjahr des Jahres 787 nutze Karl die Gelegenheit der Bekanntmachung eines neuen Homiliars, „um damit auch eine allgemein Aufforderung zur Beschäftigung mit den Wissenschaften zu verbinden.“35 Mit Gottes Hilfe habe er die Bücher der Alten und Neuen Testaments, die durch das Unwissen der Schreiber ganze verderbt gewesen seien, exakt nach der Richtschnur korrigieren lassen (Z .28-30).

Das Widerherstellen (reparere) einer litterarum officina (Z. 27) innerhalb einer umfassenden Bildungsreform wurde in dem Epistola generalis zum ersten Mal angekündigt36:

Mit einer weiteren Verlautbarung, verfasst von Alkuin von York, einem des bedeutendsten Hofgelehrten Karls, kritisierte er das allgemeine Unwissen. Irrtümer des Wortes seien gefährlich, noch gefährlicher die des Denkens und so müssen Studien der Wissenschaft betrieben werden um die Heilige Schrift in allen Anspielungen und ihren tieferen Sinngehalt erfassen zu können37.

Der wahrliche Auftakt für einen bildungspolitischen Prozess, in dem Lesen und Schreiben, die Grammatik einen in der abendländlichen Geschichte unvergleichbaren Stellenwert einnahm, markierte dann die Admonitio generalis, der allgemeine Mahnerlass von 789. Hier wird erstens die drei grundlegenden Vorstellung deutlich die die Herrschaftsauffassung Karls des Großen bestimmen: 1. Ohne Gottes Segen gedeiht das Reich nicht; 2. Dieser Segen ist nur erlangbar durch eine korrekte Lebensführung aus exakte Ausrührung der Liturgie; 3. Der Maßstab für die Richtigkeit von Glauben und Liturgie liegt alleine in Rom38.

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Doch erst mit Papst Hadrian I (772-795) fand ein entscheidender Schnitt zwischen Rom und Byzanz statt, indem er beispielweise mit der Tradition der Bildeinholung des imago laureata brach und dies ein ehrverletzender Akt für den Kaiser darstellte43. Mit der Prägung eigener päpstlicher Münzen ohne die Darstellung byzantinischer Kaiser, dagegen mit dem eigenen Selbstbildnis Hadrians grenzte sich Rom zusehends schrittweise von Byzanz ab44.

Eine Hinwendung gar zum Frankenreich fand durch die Angleichung des Münzgewichts an den im Langobardenreich von Karl eingeführten Silberdenar statt45. Erwähnenswert ist hierbei auch, dass die Entstehungszeit der bekanntlich gefälschten Schriftstücke zur Constitutum Constantini vermutlich unter Hadrian I. oder gar schon unter Stephan II verfasst wurden46. In diesem Zusammenhang ist verständlicher Weise auch die Pippinische Schenkung als „päpstliche Wunschphantasie“ aus dem Jahre 775 zu deuten.47 Hierbei ist sich die Literatur allerdings nicht einig und es besteht noch kein allgemeiner Konsens bzgl. des exakten Abfassungszeitpunkts48.

Doch eine Datierung in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts ist sehr wahrscheinlich und unterstreicht damit den bewusst initiierten Ablösungsprozess von Byzanz. Besonders bemerkenswert ist, dass eben jenes Denken der Konstantinischen Schenkung in einem Brief Hadrians I an Karl den Großen von 778 deutlich zu finden ist49:


Wie zu Zeiten des heiligen römischen Papstes Silvester vom allerfrömmsten großen Kaiser Konstantin seligen Angedenkens durch seine Großzügigkeit die heilige, katholische und apostolische römische Kirche erhöht und emporgehoben worden ist und er die Gewalt (potestas) in diesen westlichen Gebieten des Abendlandes übertragen hat, so möge auch unseren und euren so glücklichen Zeiten die heilige Kirche Gottes, das heißt, des Apostels Petrus, emporsprießen und jubeln und immer mehr erhöht werden.“50 Dabei zeigt dieser Ausschnitt allerdings nur, dass in der Zeit Hadrians die Behauptung der Existenz einer Konstantinischen Schenkung kursierte51, nicht allerdings, dass schon eine (gefälschte) Urkunde gab.

Hier werden zahlreiche Aspekte deutlich, welche die Beziehung zwischen Karl dem Großen und Hadrian I. prägten. Zum einen entsprachen sich beide Herrschaftsprinzipen, die auf eine Verwirklichung der irdischen Gottes Reiches (De Civitate Die!) ausgerichtet waren. Des Weiteren benötigte Hadrian Karl als Inhaber der Schutzmacht Roms, wobei der Stellvertreter Petri dabei nicht als untergeordneter Part zu verstehen ist sondern52:


Der Fürst der Apostel selbst, euer Gönner, der heilige Petrus, zu dessen Liebe ihr dies alles tut, wird euch schützen und in jeder Hinsicht das Reich zum Erfolg führen.“53 Diese Heilsversicherung Hadrians I. an Karl aus den Jahren (781-783) lässt deutlich werden, dass sich der Papst nicht als untergeordneter „zu-Beschützender“ versteht, sondern als derjenige aus dessen Autorität und Legitimität die Macht und der Erfolg des fränkisch.....

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Doch musste er selbst noch mit ansehen, wie sein Werk durch die arabische Invasion, die Byzanz weite Gebiete entriss, wieder zerstört wurde. Bald war im Osten nur noch, bei wechselnden Grenzlinien, Kleinasien übriggeblieben. Auf dem Balkan waren Slawen, Awaren und Bulgaren eingeströmt, und die bulgarische Herrschaft, die sich hier formierte, wurde zur ärgsten Bedrohung des Reiches.

In Italien fielen von Norden die Langobarden, von Süden die Araber ein. Einfälle in Kleinasien und Flottenunternehmungen brachten die Araber bis vor die Mauern Konstantinopels (674-678, 717-718), von der anderen Seite erschienen die Bulgaren (713, 813). Dem zentralisierten Staatswesen von Byzanz entsprach auch die einheitliche Rechtsprechung. 726, im gleichen Jahr, als der Bildersturm begann, brachte Leo III. die „Ekloge“, eine revidierte Ausgabe der wichtigsten Privat- und Staatsrechtsbestimmungen, heraus.

Im Wechsel der Kaiser wurde eine gewisse Kontinuität durch Dynastienbildung angestrebt, vor allem in Form des Mitkaisertums. Für den Verlauf des Bilderstreits war es nicht ohne Belang, dass jetzt die Kaiserin staatsrechtlich eine Aufwertung erfuhr.56


2.2 Der Ikonoklasmus als politisches Instrument im Osten


Trotz der kurz angedeuteten zahlreichen äußeren Bedrohungen des byzantinischen Reiches war der Ikonoklasmus allerdings „nicht die Krisenerscheinung eines zerrütteten Reiches, sondern bildete einen wesentlichen Orientierungspunkt für seine erfolgreiche Umgestaltung in einer von arabischer und bulgarischer Expansion gekennzeichneten Epoche“57. Kaiser Leon III. (717-741) als glühender Kämpfer und Verteidiger des christlichen Glaubens suchte nach neuen Wegen zur Legitimierung und Zentrierung der Staatsgewalt58.

Er setzte sich an die Spitze der ikonoklastischen Erneuerungsbewegung und versuchte die Kräfte des Reichs unter seiner militärischen und religiösen Führung zu bündeln.59 Die Verschränkung auch im Osten von politischer und kirchlicher Macht verdeutlicht 754 das Konzil von Hiereia. Kaiser Konstantin V. berief ein von den Teilnehmern als ökumenisch bezeichnetes Konzil in den vorstädtischen Palast von Hiereia ein60, zu dem keine päpstlichen Vertreter geladen waren.

Mit ihren gefassten Beschlüsse, auch bezüglich der kaiserlichen ikonoklastischen Theologie, sahen sich nun Kaiser und Reich geeint durch eine Reformtheologie, an deren Umsetzung das weltliche Oberhaupt des Reichs wesentlich mitgewirkt hatte61. Auch Konstantins antimonastische Klosterpolitik, ein rigoroses Vorgehen gegen die Hochburgen der Bilderverehrung, reiht sich nahtlos in das Bild seiner Reformen auf den Gebieten der Verwaltung, des Militärs, der Bevölkerungspolitik, der Finanz- und Wirtschaftspolitik, ein, die allesamt eine Zentrierung der Reichsherrschaft bezweckten62.

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Dabei soll nicht die dogmengeschichtlichen Errungenschaften dieser Zeit im Vordergrund stehen, sondern alleine zur Sprache kommen, wenn sie einem tieferen Verständnis des Bilderstreits als Frage nach der Deutungshoheit im mittelalterlich-west-christlichen Ordnungsgefüge zuträglich sind. Dass dieses Ringen auch immer in Abhängigkeit zu Byzanz gesehen werden muss, ist besonders deutlich an dem „doppelten Spiel“ Hadrian zu erkennen, der versuchte im Vorfeld von Nicäa II. mit einem Brief an Byzanz und die Kaiserin Eirene eine Restauration päpstlicher Macht in Italien herzustellen und drohte dabei mit den militärischen Erfolgen und Stärke seines geistlichen Gevatters Karl66:

Wenn der böse Anstoß dieses Irrtums, der sich in der griechischen Welt eingenistet hat, beseitigt ist und die ehrwürdigen Bilder in ihren früheren Stand gesetzt worden sind, dann wird große Freude sich über den ganzen Erdkreis verbreiten, und Ihr werdet unter des Apostels Petrus Geleit als triumphierende Sieger über alle barbarischen Völker herrschen, wie unser Sohn und geistlicher Verwandter Karl, der König der Franken und Langobarden und Patricius der Römer, unseren Mahnungen gehorchend und unseren Willen in allen Dingen erfüllend, alle barbarischen Völker Hispaniens und der westlichen Welt unter seine Füße getreten hat, indem er ihr Macht bändigte und sie erobernd mit seinen Reich vereinte“67

Der Brief hatte nicht nur das Ziel die römische Auffassung in der Bilderfrage durchzusetzen und den Vorrang Roms möglichst deutlich zum Ausdruck zu bringen, sondern auch eine qualitativ neue Bindung der Byzantiner an Rom anzubahnen68. Auch direkte Kontakte zwischen dem fränkischen Reich und Byzanz gab es (mit Schwankungen) ab 755 n. Chr. wieder. Doch allerdings fand eine Unterbrechung für ein ganzes Jahrzehnt ab 787 statt69.

Damit sollte die Bedeutung des byzantinischen Bilderstreits für die Entwicklung im Abendland nicht unterschätzt werden. So ist er doch unter anderem Ausgangspunkt für eine Polarität zwischen dem neuen Herrscher im Westen und dem Papst, die sich in den nachfolgenden Jahrhunderten immer wieder zeigte und mit der libri carolini und der Frankfurter Synode von 794 erstmals zum Vorschein trat70.


3.1 Die Stellung Karls des Großen zur Bilderfrage - theologische oder politische Reaktionen?


Nach dem Affront gegen die fränkische Theologie und damit auch Karl von 787, beauftragte Karl der Große 791 den Hofgelehrten Theodulf von Orléans das Opus Caroli regis contra synodum (Libri Carolini) zu verfassen71. In diesem Werk fand sich eine ausführliche Widerlegung der nicäaischen Kanones, die später als die libri carolini bekannt wurden. Innerhalb vermutlich ca. drei Jahre schuf Theodulf von 790/91 bis 793 (teils ironische) Worte, die Nicäa II luftige Arroganz und Missachtung wahrer Lehre vorwarfen.72 792 übermittelte man ein eigenständigen „Vorwerk“ Theodulfs: „Capitulare contra synodum“ an Hadrian I73.

Denn obwohl sich die Argumentation der libri carolini formal gegen die byzantinischen Theologen richtete, „bot Karl der Große mit seiner Polemik und der Nichtanerkennung des Konzils von Nicäa auch Rom [einerseits] die Stirn “74, aber suchte auch für sein Vorgehen die Zustimmung des apostolischen Stuhls. Es bestand aus einer Sammlung von 79 capitula, die thesenartig formuliert waren, was dem Einräumen päpstliche Mitwirkung- bzw. entscheidungsmögli.....

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