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Kafkas Frauendarstellung im Roman "Der Proceß"

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German studies

University, School

RWTH Aachen Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule

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Interpretation S.170, Z. 10 – S.172, Z. 17 In Franz Kafkas Roman „Der Proceß“ (20. Jhdt.), geht es um einen verhafteten Mann – Josef K. – der versucht von seinem Prozess freigesprochen zu werden, dies jedoch nicht schafft und letztendlich getötet wird. Eines Morgens wird der Bankangestellte Josef K. verhaftet, wobei der Leser jedoch nicht erfährt weshalb. Darüber ist K. zwar selbst völlig erstaunt, er unternimmt jedoch anfänglich nichts dagegen, er lebt sozusagen mit seinem Prozess, wobei er sich…
LK Deutsch - Franz Kafkas “Der Prozess” Textauszug aus dem 5. Kapitel “Der Prügler” Der Fragmente-Roman “Der Prozess” von Franz Kafka handelt von Josef K., einem Prokuristen in einer Bank, welcher am Morgen seines 30. Geburtstages ohne einen Grund genannt zu bekommen verhaftet wird. Trotz der Verhaftung ist es K. erlaubt, seinen Alltag beizubehalten, seinen Beruf auszuüben und seine Freizeit wie gehabt zu erleben. Im Laufe eines Jahres versucht der Protagonist stetig, sich auf unterschiedlich­e Weise gegen das Gericht zu wehren,…

Kafkas Frauendarstellung im Roman

“Der Proceß“


Inhaltsverzeichnis

1.    Einleitung: 3

2.    Frauen im Roman“ Der Proceß“. 5

3.    Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Hauptfiguren. 12

3.1 Einseitige oder zweiseitige Beziehungen. 13

3.2 Blicke und Hände. 15

3.3 Körperliche Fehler/ Mißgestaltung. 18

4.    Die Festnahme als Symbol für die Ehe. 19

Bibliographie: 23

Primärliteratur: 23

Sekundärliteratur: 23

1.      Einleitung:


Kafkas Roman “Der Proceß“ kann, basierend auf einer autobiographisch ausgerichteten Interpretationsweise, als Abriß von Kafkas Lebensprozeß gedeutet werden.

„Auch, wenn eine Reduktion des Werks auf eine Art chiffrierten lebensgeschichtlichen Zeugnis (den Wert) dessen mißachtet, so ist doch die Kenntnis bestimmter Ereignisse im Leben Kafkas von großer Bedeutung für das Verständnis des Textes.“[1]

Kafka verarbeitet in der literarischen Figur des Josef K. eigene seelische Probleme und Ängste.[2] Der Prozeß ist somit in  gewisser Weise synonym mit Entwicklungsprozeß; die dargestellten Verhaltensweisen der Hauptfigur Josef K. sowie dessen Beziehungen zu anderen Figuren und vor allem die Einstellungen des Josef K. können auch als Verweise auf Kafkas Leben herangezogen werden.

Die Theorie der Intertextualität besagt, daß der Text kein in sich ruhendes Ganzes ist, sondern, daß der Verfasser Umwelteinflüsse, die von zeitlichen, örtlichen, religiösen und kulturellen Umständen determiniert werden, auf seinen Roman einwirken läßt.

Bei Kafka wären dieses also die Jahre 1883-1914, die Stadt Prag, das Judentum und seine Affinität für Kunst und Theater. Es ist  auch kein Zufall, daß die Hauptfigur Josef K. heißt und somit auf Kafka verweist; auch nicht, daß dieser ähnlich wie Kafka einer relativ langweiligen, bürokratischen Arbeit nachgeht. Das Kürzel F.B. für die Figur Fräulein Bürstner steht unverkennbar für Felice Bauer, Kafkas ehemaliger Verlobten.

Text und reale Welt stehen in einer unmittelbaren Beziehung zueinander, was unter der Bezugnahme auf die Motivwahl im Prozeß bewiesen werden kann. Der Schwerpunkt dieser Hausarbeit soll in der Untersuchung der Darstellungsweise des im Prozeß verwendeten Frauenfiguren liegen.

Zum einem soll der Roman selbst als Grundlage dienen, zum anderen Kafkas Briefe an Felice Bauer und Grete Bloch. Es sollen Parallelen zwischen  Josefs K`s Beziehungen zu den Frauen in der Prozeßwelt und Kafkas realen Beziehungen aufgedeckt werden. Hierbei soll die These, inwieweit Fräulein Bürstner Kafkas Verlobte Felice Bauer verkörpert, kritisch untersucht werden.

Kafkas Briefe ermöglichen einen tiefen Einblick in seine Seelenwelt und geben Hinweise, wie psychologisierend seine Romane konzipiert sind.

In der Entstehungszeit des Romans (1914/1915) ist Kafkas Leben stark beeinflußt durch Felice Bauer. Kennzeichnend für diese Beziehung sind die Unmengen an (Liebes-) Briefen, die Kafka Felice schreibt. Diese Briefe, können sowohl als Liebesbriefe gelesen werden, aber auch in einer eher pragmatischen Sichtweite Kafka die Möglichkeit zu schreiben eröffneten. Kurz: Felice ist nur ein weiterer Schreibanlaß.

Elizabeth Boa bezeichnet diesen pragmatisches Verhalten Kafkas “Textverkehr statt Geschlechtsverkehr“[3], Detlef Kremer nennt Kafka einen “lüsternen Briefeschreiber“[4].

„Kafka will eine Frau textlich und nicht sexuell besitzen.“[5]

Der Schreibzwang Kafkas gibt den Briefen einen Zweckcharakter, Felice steht nicht im Mittelpunkt, sondern das Schreiben des Briefes an sich. „Kafka hat für seine Briefe an Felice das Bild der Fledermäuse geprägt, die er nächtens ausschickt und Felice umflattern lässt, um selbst Briefe zu bekommen, aus denen, wie er sagt, das Leben trinkt.“[6] Felice übernimmt somit nur eine Funktion, kann beliebig durch andere Adressaten ausgetauscht werden, z. B.

Milena Jesenská.[7].Detlef Kremer stellt in seinen Untersuchungen heraus, daß Kafka sich an  dem brief- und tagebuchschreibenden Kierkegaard orientiert, der seine Verlobte Regine Olsen mehrfach vor sich und einer Verlobung warnt.[8]

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Mit Unwissenheit  ist an dieser Stelle gemeint, daß sie von sich selber sagt, daß sie eine einfache Frau ist und wahrscheinlich nicht soviel versteht.[10] Sie fügt sich ihrer Rolle als dumme, unterwürfige Hausfrau, die der Männerwelt unterstellt ist. Sie gehorcht den Wächtern und tritt nicht in K`s Zimmer ein, obwohl sie als Eigentümerin ein Recht hätte, über die Geschehnisse informiert zu werden.[11]

Ihre konservative Haltung zeigt sie dadurch, wie sie Fräulein Bürstners Lebenswandel kritisiert und Anspielungen in bezug auf ihre Männerbekanntschaften bei K macht. Sie rechtfertigt ihr Spionieren und Tratschen durch ihre angebliche Besorgnis über mögliche Auswirkungen auf den Ruf ihres Hauses.[12] Ihr Haus sei kein Bordell, sondern ein anständiges Haus mit anständigen Mietern.

Die Tatsache, daß K Aufsehen erregt und beschuldigt wird, übergeht sie, indem sie sagt, daß sie ihn für unschuldig hält. Sein Verhalten schadet somit nicht der Reputation des Hauses.

Ihr freundliches, höfliches Verhalten gegenüber Josef K ist neben „mütterlicher“ Sympathie auch in ihrer  finanziellen Abhängigkeit von K begründet.[13] Fräulein Grubach relativiert ihre Aussagen über Fräulein Bürstner als sie Josef K`s Aufregung bemerkt; sie will jeder vermeintlich neuen Konfliktsituation aus dem Wege gehen.


Erna:

Erna ist die siebzehnjährige Cousine. Sie lebt in der Stadt, nimmt Klavierstunden und ist bislang von Josef K vernachlässigt worden. Sie sorgt sich um Josef K, sucht diesen in der Bank auf und wendet sich an ihren Vater. Josef Ks Onkel reist mit den Informationen seiner Tochter in die Stadt und bietet K seine Hilfe an.[14]

Er stellt den Kontakt zum Advokaten her, der eine bedeutende Rolle einnehmen wird. Wichtig erscheint mir die Tatsache, daß Erna lügt, um K in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. So behauptet sie, daß Josef ihr Schokolade zugeschickt habe. Trotz der vernachlässigten Beziehung scheint Erna Josef zu mögen, daher auch ihre große Besorgnis.

Anzumerken ist, daß Erna der Vorname der Schwester Felices ist. Schreibt Erna in Kafkas “Proceß“ Josef K in Sorge um die Familie, so läßt sich hier auf Ernas Briefe an Kafka verweisen, in welchen sie diesem heftige Vorwürfe wegen seines Verhaltens gegenüber Felice und der Familie macht.[15]


2.2.2 Die weiblichen Hauptrollen


Waschfrau/Frau des Gerichtsdieners:

Die Charakterisierung der Waschfrau oder auch Frau des Gerichtsdieners erfolgt ausschließlich über Josef K`s subjektive Wahrnehmung ihres Handelns.

Die erste Begegnung mit dieser Frau folgt dem bei Kafka häufig anzutreffenden Motiv der Zufallsbekanntschaft. Die Frau wird ausschließlich über ihr Handeln charakterisiert, da sie in ihrer ersten Begegnung mit K wäscht, wird sie im weiteren Verlauf Waschfrau genannt. Später stellt sich heraus, daß sie die Frau des Gerichtsdieners ist.

Josef K behandelt diese Frau als reines Geschlechtswesen. Er fragt nicht nach ihrem Namen, reduziert sie dadurch auf ihre rein sexuelle Wirkung bei Männern.

Das erste, was K bei ihrer Begegnung wahrnimmt sind ihre dunklen Augen.[16] Das Motiv der dunklen Augen wird bei Kafka bewußt eingesetzt, es dient als erotisches Signal.[17]

Die Waschfrau weist durch eine Handbewegung Josef K den Weg zum Gericht. Dadurch stellt sie den Kontakt zwischen Josef K und dem Gericht her, ermöglicht ein Zusamment.....

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Sie stellt sich als Opfer dar und bittet K ihr zu helfen, aus dieser Welt auszubrechen. Die Taktik der Frau, sich als Opfer zu präsentieren, schlägt fehl. Hatte sie doch gehofft, daß K als Opfer des Gerichts eine gewisse Sympathie und Empathie für sie und ihre Situation entwickelt.

K bezichtigt die Frau, daß sie Mitschuld trage, ihr die Nötigungen des Studenten nicht in der Weise mißfallen, sie dem Studenten gern zur Verfügung stehe und ihrem Mann vorziehe. Josef K läßt sie nicht als passives Opfer erscheinen, als genötigte Frau, sondern sie wird bei ihm zur dirnenhaften Geliebten, nicht zuletzt dadurch bestärkt, daß sie Josef K Komplimente macht, sich diesem nähert und die Initiative ergreift.

Die übliche Werbung des Mannes um die Frau wird umgekehrt, die Frau verstößt gegen das traditionelle Rollenverständnis. Sie bittet ihn sich zu setzen, sie ergreift seine Hand. Scheinbar kennt die Frau des Gerichtsdieners ihre Wirkung und nutzt diese, um Josef K doch noch für sich zu gewinnen. K nimmt ihr zwar nicht ab eine genötigte, ausgebeutete Frau zu sein, ein Opfer der Machtstrukturen der Gerichtswelt, jedoch möchte er sich eventuelle Vorteile nicht entgehen lassen.[20] Er sieht in der Frau ein Mittel zum Zweck, sie kann ihm helfen, wenn sie ihre Beziehung zum Untersuchungsrichter ausspielt.[21] Auffallend ist jedoch, daß K hier passiv bleibt, er überläßt der Frau den größten Redeanteil, läßt sie agieren und fügt sich den Geschehnissen um ihm herum.

Sie kokettiert und setzt sich in Szene und wirbt aktiv um K.

Ihre Bitte, er möge sie mitnehmen, nimmt Josef K alle Chancen, um diese Frau mit dem üblichen Rollenverhalten zu werben. Josef K findet die Frau durchaus verführerisch und will nach kurzem Abwägen auch auf ihre Offerten eingehen. Jedoch ist ihm diese Frau nicht wichtig genug, um sie zu kämpfen, als sie vom Studenten Berthold geholt wird.

K ist zwar enttäuscht, aber dieses währt nur kurze Zeit. Was K vielmehr verärgert, ist, daß der Student Berthold, sein Rivale, ein Vertreter des Gerichts, ihm die Frau im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der Nase wegschnappt. Er interpretiert dieses als ersten Sieg des Gerichts.


Leni:

Die großen schwarzen Augen sind auch bei Leni die ersten Merkmale, die Josef K registriert. Genauso wie bei der Gerichtsdienerfrau sind sie als erotischer Reiz zu interpretieren und haben eine fesselnde Wirkung auf K.[22] Auch ihre Erscheinung wird als attraktiv beschrieben: sie hat ein „puppenförmiges, gerundetes Gesicht“ und schwarze Haare.[23] Leni übernimmt wie die Frau des Gerichtsdieners die Initiative, sie lockt K aus dem Zimmer des Advokaten, separiert ihn gewissermaßen.

Im folgenden Gespräch versucht sie, ihm das Gefühl zu geben, daß sie ihm in seinem Prozeß helfen könne. In gewisser Weise ermahnt sie K seinen Prozeß anders anzugehen: „Seien sie nicht mehr so unnachgiebig .“.[24]  Nach Fräulein Bürstner und der Frau des Gerichtsdieners ist sie die dritte mögliche Helferin, die zwischen ihm und Geri.....

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Frau Grubach beschreibt sie als gut, lieb, freundlich und arbeitsam, aber ihr mißfällt ihr fehlender Stolz bzw. die fehlende Zurückhaltung in bezug auf Männer. Josef K kennt Frau Bürstner kaum, erinnert sich nur schwach an ihr Aussehen[29], doch er ergreift trotzdem Partei für Fräulein Bürstner, verteidigt sie vor Frau Grubach. Josef K läßt seinen gewohnten Besuch bei Elsa ausfallen, um auf Fräulein Bürstner zu warten.

Obwohl es sein Wunsch ist, denkt er bei sich, daß sie seinen Rhythmus stört. Er gibt ihr die Schuld  an seinem verpatzten Abend. Als K Fräulein Bürstner zum ersten Mal sieht, nimmt er nicht wie bei Leni und der Frau der Gerichtsdiener die Augen wahr. Später erst ergreift ihn jedoch ein sexuelles Verlangen, als er ihr zum ersten Mal in die Augen blickt. Er ist ganz von ihrem Anblick ergriffen.[30] Er schildert detailgenau, wie sich Fräulein B. bewegt und auf die Ottomane setzt.[31]

Fräulein Bürstner wird von Frau Grubach als Dirne dargestellt, Josef  K behandelt  sie als solche, als er über sie herfällt und gegen ihren Willen küßt. Zwar wehrt sich Fräulein Bürstner nicht extrem, was sowohl auf ihre Müdigkeit  als auch auf ihre Angst vor möglichem Lärm hindeutet.[32] Sie will nicht die Hausruhe stören und Frau Grubach neuen Gesprächsstoff liefern.

Obwohl Fräulein Bürstner nur noch einen kurzen Auftritt am Romanende hat, beschäftigt sie Josef K über den ganzen Prozeß hinweg. K glaubt im Kapital “Ende“ Fräulein Bürstner zu sehen. Fraglich ist, ob sie es wirklich oder nur eine Vision ist, hervorgerufen durch K`s Todesangst. Fräulein Bürstner geht den gleichen Weg wie K und seine Abholer, dabei hat sie sogar den gleichen Rhythmus ( Gleichschritt ), was ein harmonisches Bild erzeugt.

Sie begleitet ihn ein Stück dieses letzten Weges und somit auch seines Lebensweges. Sie gehört zu K´s Prozeß dazu.

K`s Äußerung, er könne Fräulein Bürstner entbehren, zeigt, dass K an seine Rettung nicht mehr glaubt. Er gibt die Hoffnung auf, dass Fräulein Bürstner als potentielle Helferin in Erscheinung treten könnte.

3.      Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Hauptfiguren


Die Figuren Leni, Waschfrau und Fräulein Bürstneu sind vollkommen unterschiedlichen Lebensbereichen Kafkas zuzurechnen. Sie kennen sich nicht, haben aber trotzdem viele Dinge gemein. So sind Leni und die Waschfrau unmittelbar der Gerichtswelt zuzuordnen in die K. verstrickt ist. Leni als Pflegerin des Advokaten, die Waschfrau als Frau des Gerichtsdieners.

Diese beiden sind mit den Prozeßabläufen vertraut, kennen das Ge.....

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Seiner Vermutung nach ist das eingeleitete Verfahren, das nur den Angeklagten anhaftet, Grund für diese faszinierende Wirkung auf Leni.




3.1 Einseitige oder zweiseitige Beziehungen


Lenis Zuneigung zu Josef K wird von diesem auch erwidert, was durch K`s Gedanken: „nun ja ich habe sie lieb .“ belegt werden kann! Damit kann die Beziehung zu Leni als zweiseitig beschrieben werden. Beide finden sich anziehend, da der eine den anderen sexuell reizt. Auslöser für K`s Verlangen sind Lenis Augen und ihr körperlicher Defekt.

Auf Leni wirkt K anziehend, weil er angeklagt ist. Zwar geht die Initiative von Leni aus, doch scheint K in keinster Weise abgeneigt zu sein. Im Vergleich dazu reagiert K. nicht auf den Anbandelungsversuch der Frau des Gerichtsdieners. Es handelt sich hier also ausschließlich um eine einseitige Annäherung.

Auch K`s Beziehung zu Fräulein Bürstner ist nur einseitiger Natur. Josef K hat durch sein Verhalten, das fast einer Vergewaltigung gleichkommt, Fräulein Bürstners anfängliche Sympathie zerstört. Diese läßt sich durch ihre Freundin, Fräulein Montag, sogar vertreten, um K ausrichten zu lassen, daß ein weiteres Gespräch zwischen ihnen sinnlos wäre.

Scheinbar hat Fräulein Bürstner Angst vor K, vielleicht ekelt sie sich auch vor ihm, was nach seinen Benehmen nicht verwunderlich wäre. K hatte sie in der Nacht bedrängt, festgehalten und sich vampirähnlich auf sie gestürzt. Peter Beickens Formulierung: „Er küßte sie wie ein durstiges Tier“, betont die sexuelle , triebhafte Komp.....

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“Er wollte nicht verraten, daß er enttäuscht war, noch auch, daß er die Enttäuschung leicht überwinden konnte“.[34]

Für die Frau des Gerichtsdieners wahrt K. für kurze Zeit die Hoffnung aus ihrem Leben auszubrechen. Ihr Interesse an Männern scheint genereller Natur zu sein. Die Art und Weise, wie sie sich gibt, Geschenke von Männern annimmt und stolz präsentiert, weckt Assoziationen mit dem Verhalten einer Dirne.

Somit tritt eine weitere Gemeinsamkeit der Frauen zu Vorschein, alle drei leben nicht monogam, so wie es der gesellschaftlichen Vorstellung entspricht. Leni und Fräulein Bürstner sind in keiner festen Beziehung, die Frau des Gerichtsdieners ist verheiratet. Die Ehe wird von Kafka somit kritisch betrachtet. Das dem Leser präsentierte Eheleben entspricht nicht dem Ideal.

Im gesamten Roman treten nur zwei Ehepaare auf, der Gerichtsdiener mit Ehefrau, sowie Josef K`s Onkel mit seiner Ehefrau, über die aber nur gesprochen wird. Es werden nur alleinstehende und lebende Figuren gezeigt, der Mensch ist bei Kafka einsam.

Die drei Frauen sind alle in Außenseiterpositionen gedrängt, leben in einer von Männern dominierten Welt. Beziehungen, die die drei eingehen, scheinen auf Sexualität zu basieren. Die Frauen sind sich ihrer Wirkung auf Männer auch durchaus bewußt, setzen diese auch gezielt ein. Allen drei ist weiterhin gemein, daß Josef K sie nicht als Mann interessiert, sondern in erster Linie als Angeklagter.

Die drei bieten ihr Hilfe an. „Ich werbe Helferinnen, zuerst Fräulein Bürstner, dann die Frau des Gerichtsdieners und endlich diese kleine Pflegerin, die ein unbegreifliches Bedürfnis nach mir zu haben scheint“[35] Sie alle haben gemeinsam, daß sie direkten Kontakt zur Gerichtswelt haben. Inwieweit sie jedoch Einfluß nehmen können, ist fraglich. Nicht zuletzt dadurch, daß die Hintergründe des Prozesses geheim sind, kann Josef K rational betrachtet keine Hilfe erwarten; er weiß ja selbst nicht welchen Verbrechens er sich schuldig gemacht hat.

Fräulein Bürstner nimmt die Sonderrolle innerhalb des Frauentrios ein, sie weist Josef K. ganz eindeutig zurück. Er kann sie weder beeindrucken, noch für sich gewinnen. Genau aus diesem Grunde wird Fräulein Bürstner auch gerade erst für K. interessant. In dem Fragment “B´s Freundin“ wird Josef K`s maßlose Selbstüberschätzung in bezug auf Frauen offensichtlich: „Er wußte, daß Fräulein Bürstner nur ein kleines Schreibmaschinenfräulein war, das ihm nicht lange Widerstand leisten sollte.“[36]

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