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Theology

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Technische Universität Dortmund

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Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde PS Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Magie und Zauberei WS 2010/2011 Univ.-Prof. Dr.phil. Aigner Der Sündenbock Inhaltsverzeich­nis­ 1. Einleitung 2. Begriffsherkunf­t 2.1. Der Sündenbock 2.2. Jom Kippur 2.3. Asasel 3. Der Asasel-Ritus 3.1. Eliminationsrit­us 3.2. Losritual 3.3. Reinigungsritua­l 4. Asaselbock und JHWH-Bock 5. Weitere Darstellungen des Ziegenbocks – Die Schöllenenschlu­cht­ 6. Soziologische Relevanz des Begriffes in der Neuzeit…
Nationalsoziali­smu­s der Weg der Juden zum Sündenbock In der Zwischenkriegsz­eit gab es das Phänomen der Massengesellsch­aft­. Jeder konnte ins Kino gehen, jeder hörte Radio, jeder kannte den neuesten Schlager[1], Kaufhäuser waren für jeden zugänglich, Frauen entfalten sich selbst und fahren plötzlich Motorrad. Bei all diesen Dingen kam es nicht mehr darauf an, wer man war. Sowohl der hochrangige Beamte als auch die Hausfrau, alle waren sie gleich vor den Kaufhäusern und Fortbewegungsmi­tte­ln. Da die Massengesellsch­aft…

Seminar: Schöpfung & Wirklichkeit (SS 2012)


Das Sündenverständnis bei Girard/Schwager  und Anselm im Vergleich: Jesus, der Sündenbock?


Das Sündenverständnis bei Anselm, dem Erzbischof von Canterbury, und bei Girard und Schwager weisen einige wichtige Gemeinsamkeiten in den Grundlagen, unterscheiden sich aber . Während Anselm Im Folgenden soll das Sündenverständnis bei Anselm und Girard und Schwager beleuchtet werden in Bezug auf ihre allgemeine Definition von Sünde und welche Rolle die Erbsünde bei den beiden Konzepten spielt.

Obwohl es grundlegende Punkte im Verständnis von Sünde übereinstimmen, das in ihrem Sündenverständnis ausgedrückte/vermittelte Menschen- und Gottesbild sich aber signifikant voneinander unterscheidet.

           

            Der Anselm von Canterbury definiert, sündigen' gleich zu Beginn seines Textes, der als Gespräch zwischen ihm und seinem Schüler konzipiert ist, als “Gott das Geschuldete nicht leisten” (S. 41), d.h. Gott nicht loben und nicht gemäß seiner Schöpfung leben.

Würden “Engel und Mensch Gott immer leisten […], was sie schuldig sind”,  würden sie laut Anselm niemals sündigen (S. 39). Laut Anselm hat jeder Mensch, der sündigt, die Ehre Gottes missachtet und hat die Pflicht, eine „Genugtuung“ gegenüber Gott zu leisten, um die durch den Menschen gestörte Ordnung des Kosmos wiederherzustellen (vgl. Anselm 41).

Er betont mehrfach die Wichtigkeit dieser Ordnung, denn „nichts ist in der Welt weniger zu ertragen, als dass Geschöpf dem Schöpfer die schuldige Ehre nimmt und abzahlt, was es nimmt“ (ebd: 45). Diese Wiederherstellung der Ordnung kann einerseits durch Genugtuung, könnte aber theoretisch auch durch Bestrafung des Sünders geschehen.

Da Gott aber das ewige Heil des Menschen als Ziel hat, stellt die Bestrafung keine Option für ihn dar. Die Schuld, die der Mensch durch die Beleidigung Gottes auf sich geladen hat, ist nun aber nach Anselm so groß, dass der Mensch sie aus eigener Kraft nicht sühnen kann.

Der Mensch wird durch Anselm hier als schwach und klein charakterisiert: Unfähig, selbst Genugtuung zu leisten,  ist er unbedingt auf Gottes Hilfe angewiesen (vgl. ibid. 97). Dies wiederum kann allerdings nur durch die Menschwerdung Gottes geschehen, denn nur durch die Menschwerdung kann Gott sich seinen Menschen nähern und die ursprüngliche Ordnung und somit auch seine Ehre rekonstruieren.

Diesem Thema widmet sich Anselm in seinem sechsten Kapitel, dessen Überschrift prägnanter weise den Titel „Daß die Genugtuung, durch die der Mensch gerettet wird, nur ein Gott-Mensch leisten kann“ (ebd. 97) trägt. Anselm erklärt, dass die Genugtuung nur Gott leisten könne, aber niemand diese Genugtuung leisten dürfe außer den Sündern selbst, denn „sonst leistete der Mensch nicht Genugtuung“ (ibid. 97).

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            Dieser Punkt, die Erlösung der Menschen durch Jesus Christus, also die Menschwerdung Gottes, stellt die größte und wichtigste Übereinstimmung mit Girard und Schwager dar.

Girard und Schwager vertreten beide in ihren Texten die These vom Prinzip der mimetischen Gewalt. Girards Prinzip der „nachahmenden“ Gewalt beschreibt einen gruppendynamischen Prozess um einen Konflikt, der sich stetig ausweitet und sich  immer weiter vom Objekt ablöst.

Dies geht so weit, dass der eigentliche Gegenstand des Konfliktes  allmählich in Vergessenheit gerät. Oft formatieren sich ganze Gruppe und schließen sich gegen einen “Sündenbock” zusammen. Der Konflikt wird  an einer bestimmten Person festgemacht, die ausgeschlossen wird, so dass der Konflikt auf den ersten Blick ausgeschaltet werden kann.

Der Dogmatiker Schwager theologisiert und überträgt nun in seinem Text „Der Tod Christi und die Opferkritik“ Girards sozialpsychologische Konzept der mimetischen Gewalt auf Jesus Christus: Auch hier schließen sich Gruppen zusammen und „versöhnen“ sich durch Ausschluss eines Sündenbocks, nämlich Jesus Christus.

Während also bei Anselm die Sünde darin besteht, Gott nicht zu loben und ehren, wird die Sünde nach Schwager in der Anwendung des Konzeptes der mimetischen Gewalt deutlich. Allerdings wird das Ganze dadurch problematisiert, dass…

Jesus lässt sich deshalb auch nicht mehr ins Lügensystem seiner Gegner integrieren und innerlich von ihnen besiegen. (Schwager 18)


Schwager zeigt, dass das Konzept der mimetischen Gewalt nicht so einfach auf Jesus angewandt werden kann, denn in seinem Falle versündigen sich Menschen an einem Menschen ohne Sünde. Der Zyklus der nachahmenden Gewalt vollzieht sich zwar an Jesus Christi, aber die Auferstehung zeigt, dass es eben nicht zu einer Versöhnung kommt.

Jesus zeigt den Menschen somit, dass es sich bei diesem Prozess lediglich um einen Sündenbockmechanismus handelt, der niemals zu einer wahren Versöhnung und Problemlösung führen kann. Konflikte werden dadurch nicht aus der Welt geschaffen, sondern nur an der Oberfläche „gelöst“.

Diese Bewusstmachung sehen Schwager und Girard als die eigentliche Erlösung an. Die Menschen sollen „durch ihre Gewaltfreiheit und Feindesliebe vollkommen werden wie Gott und damit zeigen, daß dieser selber ein Gott der Gewaltfreiheit und Feindesliebe ist“ (Schwager 13).


            Während Girard/Schwager und Anselm sich darüber einig sind, dass die Erlösung der Menschen nur durch Jesus Christus geschehen kann, …Unterschiede. Während Anselm davon ausgeht, Gott selbst habe seinen Sohn geopfert, vertritt Schwager die These, dass… Unbestritten bleibt für beide, dass Jesus sich selbst bewusst für die Menschen geopfert hat, nur bezieht sich Sünde bei Anselm immer auf Gott, bei Schwager richtet sich die Sünde eindeutig gegen die Menschen.

1) Jesus beweist seinen göttlichen Ursprung, indem er sich nicht durch das unfaire Verhalten und die Gewalt seiner Feinde anstecken lässt (vgl. 19)

2) die Identifikation Jesu mit seinen Feinden

3) Jesus nimmt die Sünde der Menschen mit in den Tod und trägt sie zu Gott, damit Gott auf die Sünde einwirken kann; Jesus ist sozusagen das Bindeglied zwischen den Sündern und Gott. So können die Sünder wieder lebensfähig werden, geheiligt und gereinigt (vgl. 19)

4) “Die universale Sendung des Geistes an Pfingsten  führt zur Bekehrung der Sünder” (Schwager 19).

Ein weiterer wichtiger Unterschied zeigt sich bei den Positionen Anselms und Schwagers in Bezug auf ihr Verständnis von der Erbsünde. Während Anselm die Auffassung vertritt, die Menschen hätten nur durch die Erbsünde Sünde, sieht Schwager die Verhaftung der mimetischen Gewalt als Erbsünde an und nicht die Übertragung der Sünde Adams auf die Menschen.

            Das Gottesbild bei beiden differiert ebenfalls sehr stark. Anselm geht von einem weniger mächtigen Gott aus, der den Menschen nicht einfach von sich aus vergeben kann. Er ist – wie die Menschen – auf Jesus Christus angewiesen und kann die Ordnung des Kosmos ohne seine Menschwerdung nicht herstellen.

Seine Macht ist also eingeschränkt. Zudem stellt Anselm heraus, dass –obwohl sich Jesus Christus unbestritten freiwillig selbst opfert – dieses Opfer auch von Gott gefordert ist, eine These, die Schwager klar bestreitet. Ein Gott, der weiter weg ist von den Menschen??


            Das Menschenbild bei Anselm und Girard/Schwager ist durchgehend negativ. Beide stellen den Menschen als ultimativ schwach, unfähig, hilflos und schutzbedürftig darf. In Schwagers Menschenbild kommt sogar noch eine bösartige Komponente hinzu: ZITAT.

Er geht davon aus, dass die Menschen selbst aktiv werden müssen, um erlöst zu werden, natürlich mit der Hilfe Jesu. Bei Anselm sind die Menschen hingegen nur bedingt aktiv und tragen nicht selbst zu ihrer Erlösung bei.

 „Diese haben sich durch ihre Zusammenrottung und durch das Abschieben ihrer bösen Wünsche nicht von ihren Sünden befreit, wohl aber den Sündenlosen, der auf dieser Ebene keinen Widerstand leistete, in ihre eigene finstere Weit hineingezogen.

Jener, den sie verstoßen wollten. ist damit ganz in ihre eigene Welt eingekehrt, und er hat durch seinen Gehorsam und seine fürbittende Liebe in der Finsternis, am Ort der Gottferne und im Bereich des verhärteten Herzens, von neuern den gehorchenden Willen…“ (Schwager 19)


            Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Girard und Schwager eine Gegenposition zum Anselm von Canterbury bilden. Sie stellen u.a. den Opfergedanken von Anselm in Frage und kritisieren Anselms These, dass Gott seinen Sohn opferte, um die Menschen zu retten.

Girard und Schwager stimmen zwar zu, das sich Jesus Christus bewusst geopfert hat, jedoch besagen sie, dass Gott seinen Sohn nicht geopfert hat, sondern die Menschen selbst. Demnach ginge also das Opfer von den Menschen aus und war von Gott nie gefordert. Anselm: laut Anselm bedeutet ist sündigen definiert als Gott nicht loben und nicht gemäß seiner Schöpfung leben; Sünde bei Schwager (und auch Girard)  ist der oben erläuterte Prozess der mimetischen Gewalt; Während Sünde sich bei Anselm immer auf Gott bezieht, geht Sünde bei Schwager stets von den Menschen aus.



1)Mensch sündigt und Gott will, dass er seine Sünden begleicht, der Mensch kann dies aber nicht: Gott kann andererseits aber auch die Sünden nicht einfach so erlassen (S. 41); daher gibt Jesus sein Guthaben den Menschen; laut Schwager werden dem Menschen die Sünden nur verziehen beim Sühnetod am Kreuz (S. 12)

2)das Sündenverständnis bei Anselm ist sehr abstrakt, bei Girard und Schwager ist es viel konkreter;

3)wichtige Gemeinsamkeit: Erlösung ist bei Anselm und auch Girard/Schwager nur durch Jesus Christus möglich

4)Rolle der Erbsünde: Während Anselm die These vertritt, die Menschen hätten nur durch die Erbsünde Sünde, sehen Girard und Schwager die Verhaftung der mimetischen Gewalt als Erbsünde an und NICHT die Übertragung der Sünde Adams auf die Menschen





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