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Ist Sterbehilfe eine Todsünde? Ethik in der Schule

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Religious Studies

University, School

Georg-August-Universität Göttingen

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Sommersemester 2014

Georg-August-Universität

Theologische Fakultät

Sterbehilfe“

- Wenn eine Person findet, ihr Leben sei nicht mehr lebenswert, ist das dann eine Todsünde?-


Seminararbeit im Modul B.EvRel.12:

„Ethik in der Schule“

Dozentin: Dr.


vorgelegt am 10.02.2015 von:

13

37073

e-mail: anna.bavendiek@gmx.de

Telefonnummer:


Bachelor Ev. Religion / Sport

4. Semester

Matrikelnummer:


Inhaltsverzeichnis

1. Diagnose: Unheilbar

1

2. Verschiedene Arten von Sterbehilfe

2

2.1 Aktive Sterbehilfe oder Tötung auf Verlangen

2

2.2 Indirekte Sterbehilfe oder leidensmindernde Behandlungen

und Therapien am Lebensende

2

2.3 Passive Sterbehilfe, Behandlungsabbruch oder Verzicht auf

ebenserhaltende Maßnahmen (Behandlungsbegrenzung)

3

2.4 Beihilfe zum Suizid oder Mitwirkung am freiverantwortlichen

Suizid

3

3. “Wenn eine Person findet ihr Leben sei nicht mehr lebenswert .”

3

3.1 Ein Praxisfall

3

3.2 Gesetzliche Gegebenheiten

4

3.2.1 Gesetze in der Schweiz

4

3.2.2 Gesetze in Deutschland

5

3.2.3 Deutsche und Schweizerische Gesetzeslage im Vergleich

6

4. Sterbehilfe im Laufe der westlichen Geschichte

8

4.1 Die europäische Antike

8

4.2 Das europäische Mittelalter

9

4.3 Die Renaissance und frühe Neuzeit

9

4.4 Der Nationalsozialismus

10

4.5 Die Hospizbewegung von 1967

11

4.6 Zusammenfassung

12

5. Theologische Ansichten

12

5.1 Sterbehilfe in der Bibel

13

5.2 Bedeutung für Christen/Christinnen heute

17

6. Philosophische Positionen

17

6.1 Immanuel Kant

17

6.2 Friedriche Nietzsche

20

7. Fachdidaktische Analyse

21

8. Fazit

23

9. Literaturverzeichnis

26

  1. Diagnose: Unheilbar

Gerade in der heutigen Zeit ist Sterbehilfe ein stark diskutiertes Thema. Der Fall von Anne Schneider, der Frau des EKD Ratsvorsitzenden, die unheilbar an Krebs erkrankt ist, zeigt das ganz genau. Ein Zitat aus „Die ZEIT“ zeigt den Zwiespalt, den das Gegenstand offenbart - so sagt Anne Schneider, zu diesem Zeitpunkt bereits sterbenskrank: „Gegen kommerzielle Sterbehilfe bin ich auch, aber organisierte Sterbehilfe sollte nicht verboten werden.“ Daraufhin erwidert ihr Mann Nikolaus: „Das sehe ich ganz anders.“1

An dem Punkt, an dem eine Krankheit so weit fortgeschritten ist, dass die Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind der Arzt/die Ärztin nur noch schätzen kann, wie lange dem Patienten/der Patientin noch bleibt, kommt hier in Deutschland oft die Palliativmedizin zum Einsatz. Palliativmedizin ist die Bezeichnung für den Behandlungsbereich, in dem Schmerzen durch entsprechende Medikamente lediglich noch gelindert werden, da darüber hinaus nichts mehr getan werden kann.

Der andere Weg, den Schmerzen und der Krankheit zu entrinnen, und welche am Ende zum Tode führt, wäre die Sterbehilfe. Diese Möglichkeit gibt es in Deutschland zurzeit noch nicht.

In manchen Ländern wie z.B. der Schweiz gibt es für Menschen in solch einer Situation neben der Palliativmedizin diese Alternative: Verbände wie DIGNITAS leisten Sterbehilfe. Denn viele Menschen, die an diesem finalen Punkt im Leben stehen, sehen ihr Leben nicht mehr als lebenswert an – sie möchten in Würde sterben können und die Schmerzen am Ende der Krankheit nicht ertragen, denn selbst die besten Medikamente können die physischen Schmerzen oft nicht verschwinden lassen, sondern eben nur lindern.

Neben den Schmerzen gibt es aber auch noch häufig andere körperliche Beschwerden, die zur Folge haben, dass die Erkrankten zum Beispiel nicht mehr allein leben oder den einfachen Alltag verrichten können.

Im Folgenden möchte ich die Frage „Wenn eine Person findet, ihr Leben sei nicht mehr lebenswert, ist das dann eine Todsünde?“ diskutieren. Dabei werde ich eine bestimmte Art von Sterbehilfe besonders stark beleuchten, namentlich den sogenannten assistierten Suizid. Ich werde hierzu ein Praxisbeispiel heranziehen und im Anschluss die geltenden gesetzlichen .....[read full text]

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3. „Wenn eine Person findet ihr Leben sei nicht mehr lebenswert .“

3.1 Ein Praxisfall

In der Ausgabe von 2013 der Zeitschrift „Zeitzeichen“ wird eine 86 Jahre alte Frau namens Helga Bartels-Kruse auf ihrem Weg zur Sterbehilfeorganisation DIGNITAS in der Schweiz begleitet. Dabei erzählt sie von ihren persönlichen Eindrücken, Gedanken und dem Wunsch, in Würde sterben zu dürfen.

„Einem Leben in Schmerzen und Siechtum ziehe ich das vor“6, ist die Ansicht, welche Helga Bartels-Kruse vertritt. Sie leidet an Krebs, welcher sich nun in einem unheilbaren Zustand in ihrem Körper ausgebreitet hat. Die Diagnose vom Arzt lautet baldiger Tod und noch viel eher werden die Schmerzen einsetzen, eventuell sogar eine Querschnittslähmung. Sie selbst sagt, sie hätte gern noch zehn Jahre auf dieser Erde gelebt: „Man geht ja nicht mit großer Freude von dannen.“7 Sie wird von ihrer Freundin in die Schweiz begleitet, zuvor hatte sie sich noch mit ihren anderen Freundinnen zum Abschied getroffen - alle wussten über ihren Plan Bescheid, nur nicht, wann es so weit sein würde.

In dem Artikel wird deutlich, wie sehr Helga Bartels-Kruse mit sich und der Welt im Reinen ist. Sie genießt jeden Augenblick in der Natur der ihr noch bleibt. Sie weiß ganz genau, dass sie sich dazu bewusst entschieden hat und geht diesen Weg weiter. Ihr größter Antrieb ist ihr letzter Wunsch, in Würde sterben zu können. Sie ist gläubige Christin, doch zur Meinung der Kirche sagt sie: „Die Kirche kann einem ja bei den Schmerzen auch nicht helfen.

Die wollen die Menschen zwingen, bis zum letzten Moment in Schmerzen auszuharren. Das ist doch unmenschlich.“8


3.2 Gesetzliche Gegebenheiten

3.2.1 Gesetze in der Schweiz

In der Schweiz gibt es eine strafrechtliche Verankerung, welche besagt, dass das Leben unter dem Schutz der Bundesverfassung steht. „Mit dem (ungeschriebenen) Grundrecht der persönlichen Freiheit sollen alle elementaren Erscheinungen der Persönlichkeitsentfaltung des Menschen gewährleistet werden (§67 S. 314).“9

Die Schweizerische Bundesverfassung gewährleistet auch ein Recht in Würde zu sterben, woraus auch das Recht auf passive Sterbehilfe entsteht. Jeder Mensch hat in der Schweiz hiernach also das Recht auf den Verzicht auf operative Eingriffe, ebenso wie auf die Unterlassung und den Abbruch technischer oder medikamentöser Weiterbehandlung.10

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Für Ärzte/Ärztinnen und Pfleger/innen gibt es allerdings Sonderregelungen: Sie nehmen auf Grund ihres Berufes eine so genannte Garantenstellung ein. Der Grundgedanke dabei ist, dass der Patient/die Patientin bedingungslos darauf vertrauen können soll, dass Arzt/Ärztin und Pfleger/in immer nur sein/ihr Bestes anstreben werden, beispielsweise Heilung, Symptomlinderung oder Lebenserhaltung, und nie bewusste Herbeiführung des Todes, auch nicht durch Hilfeleistung.

Die ethische Grundlage dieses Denkens ist immer noch der hippokratische Eid, den die Ärzte/Ärztinnen früher abzulegen hatten:

„Auch werde ich niemandem ein tödliches Mittel geben, auch nicht, wenn ich darum gebeten werde, und werde auch niemanden dabei beraten; auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben.“12

heißt es dort. § 16, Abs.2 der Musterberufsordnung für deutsche Ärztinnen und Ärzte legt denn auch kategorisch fest: „Der Arzt darf das Leben des Sterbenden nicht aktiv verkürzen“. Das zielt aber in erster Linie auf die unumstrittene verbotene aktive Sterbehilfe und nicht auf den Beistand zum selbst durchgeführten Suizid. In den Grundsätzen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung 2004 steht: „Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung widerspricht dem ärztlichen Ethos und kann strafbar sein“.

Allerdings hat es in den letzten Jahren keinen Fall gegeben, in dem ein Arzt/eine Ärztin wegen Beihilfe zum Suizid strafrechtlich belangt oder ihm/ihr die Approbation entzogen wurde.

Interessant ist weiterhin, was der 66. Deutsche Juristentag entschieden hat: „Standesrechtliche Missbilligung des ärztlich assistierten Suizids. Die ausnahmslose standesrechtliche Missbilligung des ärztlich assistierten Suizids sollte einer differenzierten Beurteilung weichen, welche die Mitwirkung des Arztes am Suizid eines Patienten mit unerträglichem, unheilbaren und mit palliativmedizinischen Mitteln nicht ausreichend zu linderndem Leiden als eine nicht nur strafrechtlich zulässige, sondern auch ethisch vertretbare Form der Sterbebegleitung toleriert.“13.


3.2.3 Deutsche und Schweizerische .....

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Ein direktes Gesetz zur Regelung der Teilnahme am Selbstmord gibt es allerdings nicht, denn „[d]er deutsche Gesetzgeber hat […] zu verschiedenen Reformzeitpunkten darauf verzichtet, einen Strafbestand der Teilnahme am Selbstmord zu statuieren.“16

Dass man also bei Mitwirkung an einem Suizid straflos bleibt liegt daran, dass es dafür noch keine gesetzliche Sonderregelung gibt. Allerdings gilt das Ganze nur für den Fall, dass es sich um einen freien, eigenverantwortlichen Suizid handelt. Die gesamte Handhabung des Suizids beruht im Gesetz auf dem Prinzip der Eigenverantwortlichkeit.17 Das bedeutet „im Falle der straflosen Suizidbeteiligung überlässt der Mitwirkende den eigentlichen Freitod-Akt dem verantwortlich handelnden Sterbewilligen selbst“18 Somit muss die Straflosigkeit da enden, wo Eigenhändigkeit und Freiverantwortlichkeit des/der Sterbewilligen fehlt.

Es ist daher nachvollziehbar, dass Organisationen wie die DIGNITAS sich in Ländern ansiedeln, die hierzu eine klare und eindeutige Gesetzeslage habe.


4. Sterbehilfe im Laufe der westlichen Geschichte

Die Menschheit befasst sich schon seit jeher mit dem Tod als ein unausweichlicher Teil des Lebens. Damit kommen auch Gedanken darüber, wie ein „guter“ Tod aussehen könnte. Die unterschiedlichen Positionen und Vorstellungen hängen von der jeweiligen Epoche und dem Land ab.


4.1 Die europäische Antike

In der griechischen Antike wurde „[ .] mit dem Begriff „Euthanasie“ ein Ideal, ein Wunschbild ausgedrückt.“19 Hier wurde dieser Begriff auch zum ersten Mal geprägt: Der Dichter Kratnos war ein Hauptvertreter der alten attischen Komödie und schreibt in seinem Werk von einem guten Tot, vorheriges Leiden.20 Der Dichter Meandros, ein Vertreter der neuen attischen Komödie, spricht von einem frühzeitigen Tod, der auch selbst herbeigeführt werden kann.

Seiner Meinung nach ist nur das junge Leben lebenswert. Bei ihm kommt zum ersten Mal ausdrücklich das Wort Euthanasie als Adverb „ɛuthánatos“ vor.21

Eine besondere Stellung bekam der Begriff Euthanasie im Jahr 14 n. Chr., als Kaiser Augustus einen schnellen Tod ohne Qualen starb. Er vertrat eine besonders stoische Einstellung zum Sterben und betete kurz vorher, dass seinen Verwandten ein genauso „guter Tod“ zukommen würden.22

Einen Tatbestand der „Sterbehilfe“ bzw. „Euthanasie“ gab es im antiken Reich nicht, allerdings war im Römischen Reich der Suizidversuch bei Soldaten strafbar. Besonders interessant ist hier, dass es eine Abstufung der Strafen gab: Wenn ein Soldat einen Suizidversuch unternommen hatte, weil er unter Krankheit, Schmerzen oder Ähnlichem litt, dann wurde er nur unehrenhaft aus .....

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Thomas Morus vertrat die Ansicht, dass im Falle eines unheilbaren oder äußerst quälenden Leidens dem Patienten nahegelegt werden solle, „sich selbst aus diesem schmerzreichen Leben wie aus einem Kerker oder einer Folter [zu] befreien, oder [sich] willig gestalten, dass anderen ihn der Qual [entreißen].“25

Hundert Jahre später forderte Francis Bacon eine Neuordnung der Wissenschaften: er betrachtete den Stand und die Entwicklung der Medizin und stieß dabei auch auf die unheilbaren Krankheiten. Daraufhin prägte er in seinem Werk „De dignitate de augmentis scientiarum“ zwei Bergriffe: euthanasia interior, was eine seeliche Begleitung des/der sterbenden Patienten/in und seiner/ihrer Angehörigen bedeutet, und euthanasie exterior, welches die Pflicht des Arztes bezeichnet, die Schmerzen und Qualen des Patienten/der Patientin zu lindern, auch wenn es keine Heilungschance gibt.26 Dies sind die Anfänge der Palliativmedizin.

Im 19. Jahrhundert wurde die Beschleunigung des Sterbevorgangs wieder strikt abgelehnt, wobei es durchaus Tendenzen gab, die aktive Therapie bei dem/der sterbenden Patienten/Patientin zu begrenzen, um ihm/ihr ein unnötiges Leiden zu ersparen.

Der Wissenschaftler Ernst Haeckel wollte nach eigener Aussage das Leiden Behinderter verkürzen. Er war der Meinung, dass sie sich ohnehin den Tod wünschten. Seinen Ansatz, für diese Ansicht, bekam der Wissenschaftler durch Charles Darwin und seiner Theorie „The surivival of the fittest“.


4.4 Der Nationalsozialismus

Die Theorie von Charles Darwin war auch den Nationalsozialisten sehr willkommen. Durch seine Theorie, dass der Kampf um das Dasein unvermeidlich sei, je mehr Nachkommen einer Art es gibt, bestärkte sie in ihren Ansichten.

In seinem Werk „On the Origins of Species by Means of Natural Selektion“ vertrat er die These, dass nur durch Selektion die Ordnung der Natur aufrecht gehalten werden könne. Diese und andere Aussagen in seinen Werken formten die Nationalsozialisten zu ihren Zwecken um und legten sie in dem von ihnen bestimmten Kontext aus. Die Gewinner dieses Kampfes seien diejenigen, die am besten an die Anforderungen Natur angepasst seien.

Das „Überleben des Stärkeren“ übertrugen sie in den Bereich der Gesellschaft und auch der Medizin. Zusammen mit den Ideen von Haeckel kam es zu der Ansicht, dass die „Ausmerzung behinderter Kinder“ etwas Sinnvolles sei, da man ihnen so nicht die Gelegenheit gebe, sich und ihre „Krankheit“ fortzupflanzen und sie gleichzeitig auch von ihren unterstellten Leiden erlöse.27

Zur selben Zeit gab auch Friedrich Nietzsche unbeabsichtigten Nährboden für die Vorstellungen der Nationalsozialisten durch Aussagen wie „viel zu viele leben und viel zu lange hängen sie an ihren Ästen. Möchte ein Sturm kommen, der all dies Faule und Wurmfessne vom Baum schüttelt!“28 und „[d]er Kranke sei ein Parasit der Gesellschaft. In einem gewissen Zustande ist es unanständig, noch länger zu .....

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Der Betroffene, seine Familie und möglichst auch der zuletzt behandelnde Arzt kennen und billigen das vom Hospiz vertretene Prinzip der lindernden Pflege und Therapie.“31


4.6 Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sterbehilfe eine lang zurückreichende Geschichte hat. Von Epoche zu Epoche gab es viele Positionsverschiebungen, ob der assistierte Suizid zu unterstützen sei oder nicht. Viele Entscheidungen wurden aus heutiger Perspektive aus kritikwürdigen Motiven getroffen und wie im Nationalsozialismus wurde die Sterbehilfe auch als Instrument einer Ideologie missbraucht.

Aus diesen Erfahrungen entspringen viele Sichtweisen und Argumentationen der heute Zeit und ein Ende der sich stetig wandelnden Debatte ist noch lange nicht in Sicht, was zeigt, wie heikel dieses Thema ist und wie gründlich hier differenziert werden muss, um eine fundierte Meinung zu diesem Thema bilden können, die allen Betroffenen gerecht wird.


5. Theologische Ansichten

Wie im oberen Abschnitt 4.2 schon erwähnt, hat das Christentum im Westen gravierenden Einfluss auf die Ansichten zur Sterbehilfe gehabt. Gerade im Mittelalter stellte die Kirche die Normen auf, an denen alle ethischen Diskussionen gemessen wurden.

Jede Religion hat ihre eigenen Ansichten und Begründungen zu dem Thema Sterbehilfe – im Rahmen dieser Arbeit soll allerdings nur auf das Christentum eingegangen werden, mit besonderem Augenmerk auf die Bibel, welche die Basis de.....

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