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Ist Sterbehilfe eine Todsünde? Ethik in der Schule

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Religious Studies

University, School

Georg-August-Universität Göttingen

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Rechtschreibdid­akt­ik des 20. Jahrhunderts Rechtschreibdid­akt­ik im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts Richard Lange: Er ist Praktiker mit dem Anliegen durch geeignete Übungsbücher die Selbsttätigkeit der Schüler zu stärken. Er polemisiert die Wortbildtheorie und setzt auf orthographische Erkenntnisse. Seine Darstellung der Rechtschreibung lässt scharf zwischen regelgeleiteten Schreibungen und Sonderschreibun­gen­, die gelernt werden müssen, unterscheiden. Er lehnt das Buchstabieren ab, da er das Augenmerk der Kinder auf die fraglichen Laute, dessen orthographische Eigentümlichkei­ten­ erfasst werden sollen, richten will. Dies setzt er methodisch durch Lückentexte um, wobei die fehlenden Laute ergänzt und so die betreffenden Regeln geübt werden. Lange plädiert für einen systematischen Unterricht und gegen die Integration in den Grammatik- oder Leseunterricht. Meumann: er wendet sich gegen Lay und Lange. Seiner Ansicht nach geht es bei der Rechtschreibung um ein lautanalytisch-­opt­isches Problem, zu dem die Schreibvorgänge sekundär unterstützend hinzutreten. Ihm geht es nicht um Regelkenntnis, sondern um Kenntnis eines bestimmten orthographische­n Systems aus dem Wesen der Sprache heraus. Außerdem betont er die Assoziation der optischen Zeichen mit den Lautelementen des Wortes. Methodisch hält er nicht eine einzelne Art der Darbietung für die richtige,
Schule ist mehr als Unterricht Schulleben als Qualitätsmerkma­l - Feiern und Feste in der Schule Inhaltsverzeich­nis 1. Orientierungsra­hme­n Schulqualität 3 Architektonisch­e Gestaltung von Schulgebäuden 4 Schulleitung 4 Unterrichtsklim­a 4 Klassenklima 4 Außerschulische­r Kontakt 5 2. Eltern- Partizipation 7 Möglichkeiten der Elternpartizipa­tio­n können sein: 7 3. Feste feiern in der Grundschule 8 Feste ermöglichen: 8 3.1 Die pädagogische Bedeutung von Festen 8 4. Möglichkeiten zur Verbesserung des Wohlbefindens in Schulen 9 4.1 Öffnung der Schule 9 4.2 Möglichkeiten der Lehrer 10 Quellenangaben 14 1. Orientierungsra­hme­n Schulqualität Nach dem Orientierungsra­hme­n Schulqualität bezieht sich der Begriff „Schulleben“ „auf die Gestaltung von Schule als „Lebensraum“ in seiner Verflechtung mit dem schulischen Umfeld. Im Zentrum stehen die Bildungs- und Erziehungsziele der Schule, deren Erreichen ein gemeinsames, abgestimmtes Handeln aller Beteiligten erfordert.“ (S. 18, ORS) Um dies zu ermöglichen wird in diesem Zusammenhang oft der Begriff „Wohlbefinden“ genannt. Frau Dr. Tina Hascher beschreibt „Wohlbefinden in der Schule“ als „einen Gefühlszustand, bei dem positive Emotionen und Kognitionen gegenüber der Schule und dem schulischen Kontext bestehen und gegenüber negativen Kognitionen und Emotionen dominieren.“ [1] Hierbei gehören nach Ritter jeweils drei
Sterbehilfe - Fliehen vor seiner Aufgabe? Die evangelische Kirche in Deutschland vertritt die Ansicht, dass das Leben nicht nur ein Geschenk, sondern auch eine Herausforderung Gottes ist. Im Religionsunterr­ich­t haben wir uns mit dem Thema Schwangerschaft­sko­nflikte und mit der besonderen Sicht der evangelischen Kirche auf dieses Thema beschäftigt. Das für mich entscheidende Leitmotiv der Unterrichtsreih­e ist „vom Umgang mit menschlichem Leben im Leben“. Was ich also schon kannte, war die Position der EKiD zur Behandlung von Leben an seinem Anfang, weswegen ich mich nun mit dem Kontrast, dem Umgang der EKiD mit Menschen am Ende ihrer Lebenszeit beschäftigt habe. Die Bejahung eines assistierten Selbstmordes ist in der deutschen Bevölkerung sehr groß. Allerdings muss man die Vorstellungen eines solchen Suizids genauer unter die Lupe nehmen. Es gibt vier Varianten. Aktive Sterbehilfe: Eine Tötung durch Ersticken oder Vergiften ist auch auf Patientenwunsch hin verboten und kann zu bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe führen. Indirekte Sterbehilfe: Tod als Nebenwirkung von starken Medikamenten, die das Leiden des Betroffenen lindern. Hier muss der Arzt dem Patientenwunsch Folge leisten. Passive Sterbehilfe: Es ist erlaubt, eine Behandlung, die das Sterben nur noch in die Länge ziehen würde, abzulehnen. Unter palliativer Begleitung kann der oder die Betroffene auf Essen

Sommersemester 2014

Georg-August-Universität

Theologische Fakultät

Sterbehilfe“

- Wenn eine Person findet, ihr Leben sei nicht mehr lebenswert, ist das dann eine Todsünde?-


Seminararbeit im Modul B.EvRel.12:

„Ethik in der Schule“

Dozentin: Dr.


vorgelegt am 10.02.2015 von:

13

37073

e-mail: anna.bavendiek@gmx.de

Telefonnummer:


Bachelor Ev.

Religion / Sport

4. Semester

Matrikelnummer:


Inhaltsverzeichnis

1. Diagnose: Unheilbar

1

2. Verschiedene Arten von Sterbehilfe

2

2.1 Aktive Sterbehilfe oder Tötung auf Verlangen

2

2.2 Indirekte Sterbehilfe oder leidensmindernde Behandlungen

und Therapien am Lebensende

2

2.3 Passive Sterbehilfe, Behandlungsabbruch oder Verzicht auf

ebenserhaltende Maßnahmen (Behandlungsbegrenzung)

3

2.4 Beihilfe zum Suizid oder Mitwirkung am freiverantwortlichen

Suizid

3

3. “Wenn eine Person findet ihr Leben sei nicht mehr lebenswert .”

3

3.1 Ein Praxisfall

3

3.2 Gesetzliche Gegebenheiten

4

3.2.1 Gesetze in der Schweiz

4

3.2.2 Gesetze in Deutschland

5

3.2.3 Deutsche und Schweizerische Gesetzeslage im Vergleich

6

4. Sterbehilfe im Laufe der westlichen Geschichte

8

4.1 Die europäische Antike

8

4.2 Das europäische Mittelalter

9

4.3 Die Renaissance und frühe Neuzeit

9

4.4 Der Nationalsozialismus

10

4.5 Die Hospizbewegung von 1967

11

4.6 Zusammenfassung

12

5. Theologische Ansichten

12

5.1 Sterbehilfe in der Bibel

13

5.2 Bedeutung für Christen/Christinnen heute

17

6. Philosophische Positionen

17

6.1 Immanuel Kant

17

6.2 Friedriche Nietzsche

20

7. Fachdidaktische Analyse

21

8. Fazit

23

9. Literaturverzeichnis

26

  1. Diagnose: Unheilbar

Gerade in der heutigen Zeit ist Sterbehilfe ein stark diskutiertes Thema. Der Fall von Anne Schneider, der Frau des EKD Ratsvorsitzenden, die unheilbar an Krebs erkrankt ist, zeigt das ganz genau.

Ein Zitat aus „Die ZEIT“ zeigt den Zwiespalt, den das Gegenstand offenbart - so sagt Anne Schneider, zu diesem Zeitpunkt bereits sterbenskrank: „Gegen kommerzielle Sterbehilfe bin ich auch, aber organisierte Sterbehilfe sollte nicht verboten werden.“ Daraufhin erwidert ihr Mann Nikolaus: „Das sehe ich ganz anders.“1

An dem Punkt, an dem eine Krankheit so weit fortgeschritten ist, dass die Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind der Arzt/die Ärztin nur noch schätzen kann, wie lange dem Patienten/der Patientin noch bleibt, kommt hier in Deutschland oft die Palliativmedizin zum Einsatz.

Palliativmedizin ist die Bezeichnung für den Behandlungsbereich, in dem Schmerzen durch entsprechende Medikamente lediglich noch gelindert werden, da darüber hinaus nichts mehr getan werden kann. Der andere Weg, den Schmerzen und der Krankheit zu entrinnen, und welche am Ende zum Tode führt, wäre die Sterbehilfe. Diese Möglichkeit gibt es in Deutschland zurzeit noch nicht.

In manchen Ländern wie z.B. der Schweiz gibt es für Menschen in solch einer Situation neben der Palliativmedizin diese Alternative: Verbände wie DIGNITAS leisten Sterbehilfe.

Denn viele Menschen, die an diesem finalen Punkt im Leben stehen, sehen ihr Leben nicht mehr als lebenswert an – sie möchten in Würde sterben können und die Schmerzen am Ende der Krankheit nicht ertragen, denn selbst die besten Medikamente können die physischen Schmerzen oft nicht verschwinden lassen, son.....[read full text]

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2.2 Indirekte Sterbehilfe oder leidensmindernde Behandlung und

Therapien am Lebensende

Die indirekte Sterbehilfe, auch leidensmindernde Behandlungen und Therapien am Lebensende, bezeichnet die „[i]m Ausnahmefall unbeabsichtigte, als unvermeidliche Nebenfolge in Kauf genommene Beschleunigung des Todes durch medikamentöse Therapie (meist Schmerz).“3


2.3 Passive Sterbehilfe, Behandlungsabbruch oder Verzicht auf

lebenserhaltende Maßnahmen (Behandlungsbegrenzung)

„Aus ethischer Sichtweise muss man unterscheiden zwischen dem Abbruch einer bereits begonnenen lebenserhaltenden Behandlung im Fall des tödlichen Verlaufs einer unheilbaren Erkrankung (präfinales Stadium) und dem Verzicht auf eine lebensverlängernde Therapie bei chronischen Krankheitszuständen (Beispiel: schwere Demenz, apallisches Syndrom) mit nicht zwingend tödlichem Verlauf.“4


2.4 Beihilfe zum Suizid oder Mitwirkung am freiverantwortlichen Suizid

Der assistierte Suizid ist die „Hilfe zum Suizid z.B. durch Bereitstellung entsprechender Medikamente.

Die eigentliche Tötungshandlung geschieht durch den Suizidenten selbst, bei dem nachweisliche die sog. Tatherrschaft verbleibt. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um Tötung auf Verlangen und ist strafbar (§ 216 StGB).“5


3. „Wenn eine Person findet ihr Leben sei nicht mehr lebenswert .“

3.1 Ein Praxisfall

In der Ausgabe von 2013 der Zeitschrift „Zeitzeichen“ wird eine 86 Jahre alte Frau namens Helga Bartels-Kruse auf ihrem Weg zur Sterbehilfeorganisation DIGNITAS in der Schweiz begleitet.

Dabei erzählt sie von ihren persönlichen Eindrücken, Gedanken und dem Wunsch, in Würde sterben zu dürfen.

„Einem Leben in Schmerzen und Siechtum ziehe ich das vor“6, ist die Ansicht, welche Helga Bartels-Kruse vertritt. Sie leidet an Krebs, welcher sich nun in einem unheilbaren Zustand in ihrem Kö.....

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Die Art. 114 und Art.115 des StGB befassen sich ausdrücklich mit der Sterbehilfe.

Art. 115 des StGB besagt hier, dass der/diejenige bestraft wird, welche/r „aus selbstsüchtigen Beweggründen jemanden zum Selbstmord verleitet oder ihm dazu Hilfe leistet“.11


3.2.2 Gesetze in Deutschland

In Deutschland sind die rechtlichen Grundlagen und einhergehenden Wertungen rund um die Suizidproblematik umstritten.

Im Blick auf den assistierten Suizid gibt es in Deutschland unterschiedliche Regelungen. Allgemein gilt, dass bei Vorliegen der Freiverantwortlichkeit die Beihilfe zum Suizid nicht strafbar sein kann, denn der Suizid selbst ist straflos. Die Ausnahme bilden einige (ältere) Gerichtsurteile, nach denen auch nahe Verwandte auf Grund der ihnen unterstellten Garantenpflicht keine Beihilfe leisten dürfen, bzw. nach denen sie sich der unterlassenen Hilfeleistung gemäß § 323c StGB schuldig machen, wenn sie keine Wiederbelebung einleiten.

Allerdings spricht dieser Paragraph von der Hilfeleistung bei einem Unglücksfall und gemeiner Gefahr, („§ 323c StGB: Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten ist, […] wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“). Bei der Selbsttötung handelt es sich jedoch weder um ein Unglück noch um gemeine Gefahr.

Für Ärzte/Ärztinnen und Pfleger/innen gibt es allerdings Sonderregelungen: Sie nehmen auf Grund ihres Berufes eine so genannte .....

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3.2.3 Deutsche und Schweizerische Gesetzeslage im Vergleich

Wenn man die Regelungen der Schweiz nun mit denen in Deutschland vergleicht, überrascht es etwas, dass diese, was den assistierten Suizid angeht, in der Schweiz strenger sind als die in Deutschland.

In beiden Ländern muss der/die Sterbende die zum Tod führenden Mittel selbst einnehmen, aber in der Schweiz ist zudem auch geregelt, dass die helfende Person keine eigennützigen Zwecke verfolgen darf. Dennoch haben sich speziell in der Schweiz mit DIGNITAS und Exit zwei Organisationen etabliert, welche die „Dienstleistung“ Sterbebeihilfe anbieten. Exit ist hierbei nur in der Schweiz, DIGNITAS auch außerhalb der Landesgrenzen tätig.

Dieser auf den ersten Blick sonderbare Unterschied könnte damit zusammenhängen, dass der assistierte Suizid in der Schweiz erlaubt und damit explizit gesetzlich geregelt ist, während es in Deutschland nur eine Grauzone gibt, in der agiert werden kann, denn der Selbstmord ist nicht explizit verboten.

Allerdings findet man im deutschen Gesetzbuch durchaus Paragraphen, deren Aussage diesbezüglich Auslegungssache sind. Zum Beispiel in § 175 (1): „Wer vorsätzlich und mit Überlegung einen Menschen tötet, begeht einen Mord, [ .]“ - die Formulierung ist nicht einen anderen Menschen, somit ist auch der Selbstmord ein Mord, der durch diese Auslegung strafrechtlich verfolgt werden könnte.14

Wenn man im StGB nach Hinweisen sucht, die wie in der Schweiz die Beihilfe aus selbstsüchtigen Gründen bestraft, dann findet man eine systematische Auslegung, die besagt, dass es widersprüchlich wäre, wenn der/die auf Verlangen Tötende einen Privilegierungstatbestand erfüllen würde (jenen des § 216 StGB), während die Selbsttötung dem strengeren Grundtatbestand des § 212 StGB unterfallen würde, die Teilnahme hieran also als Teilnahme am Totschlag beurteilt werden müsste.15

Ein direktes Gesetz zur Regelung der Teilnahme am Selbstmord gibt es allerdings nicht, denn „[d]er deutsche Gesetzgeber hat […] zu verschiedenen Reformzeitpunkten darauf verzichtet, einen Strafbestand der Teilnahme am Selbstmord zu statuieren.“16

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Eine besondere Stellung bekam der Begriff Euthanasie im Jahr 14 n. Chr., als Kaiser Augustus einen schnellen Tod ohne Qualen starb.

Er vertrat eine besonders stoische Einstellung zum Sterben und betete kurz vorher, dass seinen Verwandten ein genauso „guter Tod“ zukommen würden.22

Einen Tatbestand der „Sterbehilfe“ bzw. „Euthanasie“ gab es im antiken Reich nicht, allerdings war im Römischen Reich der Suizidversuch bei Soldaten strafbar.

Besonders interessant ist hier, dass es eine Abstufung der Strafen gab: Wenn ein Soldat einen Suizidversuch unternommen hatte, weil er unter Krankheit, Schmerzen oder Ähnlichem litt, dann wurde er nur unehrenhaft aus dem Dienst entlassen. Falls der Suizidversuch allerdings darauf gerichtet war, sich vom Dienst zu entziehen, wurde man hingerichtet.23

In medizinischer Hinsicht findet man keine Erwähnungen der Euthanasie, auch nicht von Suizid oder Tötung auf Verlangen.

Was allerdings einen hinreichenden Beweis gibt, dass es schon damals assistierten Suizid und Suizid auf Verlangen gab, ist der oben bereits zitierte sogenannte „Hippokratische Eid“. Dieser ist auch noch heute aktuell, hat aber in der Antike seinen Ursprung.

Wenn es keine Fälle gegeben hätte, in denen Patienten um Beihilfe an ihrem Tod baten, wäre dieser Eid zweckfrei formuliert gewesen.


4.2 Das europäische Mittelalter

Das Mittelalter in Europa wurde sehr vom Christentum geprägt.

Es galt die Überzeugung, dass Leben sei von Gott gegeben und der Mensch habe kein Recht über Geburt und Tod zu bestimmen. Euthanasie und Suizid galten als Sünde. Thomas von Aquin war der Meinung, dass Selbsttötung gegen die Selbstliebe verstoße, sowie gegen die Gesellschaft, und das Gott vorbehaltende Verfügungsrecht über das von ihm gegebene Leben verletze.

Der schnelle unvorhergesehene Tod wurde damals als schlimme.....

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Im 19. Jahrhundert wurde die Beschleunigung des Sterbevorgangs wieder strikt abgelehnt, wobei es durchaus Tendenzen gab, die aktive Therapie bei dem/der sterbenden Patienten/Patientin zu begrenzen, um ihm/ihr ein unnötiges Leiden zu ersparen.

Der Wissenschaftler Ernst Haeckel wollte nach eigener Aussage das Leiden Behinderter verkürzen.

Er war der Meinung, dass sie sich ohnehin den Tod wünschten. Seinen Ansatz, für diese Ansicht, bekam der Wissenschaftler durch Charles Darwin und seiner Theorie „The surivival of the fittest“.


4.4 Der Nationalsozialismus

Die Theorie von Charles Darwin war auch den Nationalsozialisten sehr willkommen.

Durch seine Theorie, dass der Kampf um das Dasein unvermeidlich sei, je mehr Nachkommen einer Art es gibt, bestärkte sie in ihren Ansichten.

In seinem Werk „On the Origins of Species by Means of Natural Selektion“ vertrat er die These, dass nur durch Selektion die Ordnung der Natur aufrecht gehalten werden könne.

Diese und andere Aussagen in seinen Werken formten die Nationalsozialisten zu ihren Zwecken um und legten sie in dem von ihnen bestimmten Kontext aus. Die Gewinner dieses Kampfes seien diejenigen, die am besten an die Anforderungen Natur angepasst seien. Das „Überleben des Stärkeren“ übertrugen sie in den Bereich der Gesellschaft und auch der Medizin. Zusammen mit den Ideen von Haeckel kam es zu der Ansicht, dass die „Ausmerzung behinderter Kinder“ etwas Sinnvolles sei, da man ihnen so nicht die Gelegenheit gebe, sich und ihre „Krankheit“ fortzupflanzen und sie gleichzeitig auch von ihren unterstellten Leiden erlöse.27

Zur selben Zeit gab auch Friedrich Nietzsche unbeabsichtigten Nährboden für die Vorstellungen der Nationalsozialisten durch Aussagen wie „viel zu viele leben und viel zu lange hänge.....

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