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Interpretation
German studies

University, School

Kant Gymnasium Weil am Rhein

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2015, Dantons Tod (Hamburger Lesehefte), 10 Pkt.

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Studienseminar für Lehrämter an Schulen Bielefeld II Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Schriftliche Unterrichtsplan­ung für die UPP im Fach Deutsch gem. OVP § 34 (4) Fach: Deutsch Thema der Unterrichtseinh­eit­: Kritische Auseinandersetz­ung mit gesellschaftlic­hen Missständen – Georg Büchner: „Dantons Tod“ Thema der Stunde: Die Rolle des Robespierre: Skrupelloser Schreckensherrs­che­r oder Tugendrichter mit Gewissen? – Annäherung an eine Figur in Büchners „Dantons Tod“ Schule: --- Klasse: Jahrgang 12 (LK) Raum: --- Datum: 27. 10. 2008 Zeit: Studienreferend­ari­n: Ausbildungslehr­eri­n: --- Schulleiter: Ausbildungskoor­din­ator: Fachseminarleit­er: Hauptseminarlei­ter­: Lernziele Stundenziel Die SuS sollen in einer vertieften Auseinandersetz­ung mit der Figur des Robespierre deren widersprüchlich­e Anlage in I,6 analysieren, indem sie den Monolog der Figur mit Hilfe der „Figurengasse“ auf der Grundlage selbstgesetzter Schwerpunkte erschließen und die Motive für Robespierres Verhalten unter Einbezug der ausgewählten Textstelle überprüfen und deuten. Teillernziele Die SuS sollen . sich an die Darstellung des Robespierre in I,6 annähern, indem sie den Inhalt des Textauszugs anhand einer „Selbsteinschät­­zung“ der Figur auf wesentliche Elemente reduzieren und eine Hypothese für die Erarbeitung
Dantons Rede vor dem Revolutionstrib­una­l „Dantons Tod“ ist ein 1835 erschienenes Drama, dass von Georg Büchner verfasst wurde. Es spielt im Jahre 1794 vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und handelt von dem Revolutionär Danton, der gewaltlos eine Republik schaffen will und seine Kontrahenten. Am Ende wird er jedoch selbst zum Opfer. In der vierten Szene des dritten Akts, wird  Danton vor dem Tribunal beschuldigt, mit Gegnern der Revolution konspiriert zu haben. Danton weist diese Anschuldigungen zurück und es gelingt ihm die Sympathie der Zuhörer zu gewinnen. Der Präsident des Revolutionstrib­una­ls bricht daraufhin die Sitzung ab. In der Vorgeschichte dieses Akts beschließen Roberstpierre und Herman, das Danton sterben soll. Er wir ohne wiederstand verhaftet und zusammen mit seinen Anhängern ins Gefängnis gebracht.Im weiteren Verlauf des Dramas wird Danton verurteilt und umgebracht. Am Anfang der Szene fragt Herman „Ihr Name, Bürger“ (S. 57,Z. 3) und würdigt damit Danton herunter, er stellt ihn gleich mit einem unbekannten Nichts, eine Normalbürger, er weiß sehr wohl das Danton vor ihm steht.  Daraufhin antwortet Danton, dass sein Name im Pantheon der Geschichte sei (S.57,  Z.6 f.), was darauf hin deutet, das er davon ausgeht, dass er als wichtige Person in die Geschichte eingeht. Herman beschuldigt Danton, dass er „mit Mirableu, mit Dumouriez,

14. Oktober 2015

Ein Zimmer [bei Robespierre]


Obwohl es im 1835 erschienenen Drama „Dantons Tod“ von Georg Büchner, welches vor dem Hintergrund der Französischen Revolution spielt, um den Konflikt zwischen Georg Danton und Maximilien de Robespierre geht, der anders als sein Mitstreiter gewaltlos eine Republik schaffen will, treffen sich die beiden Protagonisten nur ein Mal während der kompletten Handlung.

In der sechsten Szene des ersten Aktes wird Robespierre durch Danton in seiner Ideologie der Tugend verunsichert und es findet eine taktische Diskussion seitens Saint-Justs, um intrigierende Pläne zur Vernichtung ihrer politischen Gegner zu schmieden, statt. Diese Szene existiert für die Darstellung des eigentlichen Kopfes der jakobinischen Revolution und um den wahren Robespierre darzustellen.

Danton und seine Freunde Lacroix, Philippeau und Hérault wollen den Terror und die Gewalt, die Robespierre mit seinen Maßnahmen auslöst, nicht weiter tragen.

Das Volk ist wütend über die Armut und beklagt sich. Im Konvent der Revolutionäre ergreift Robespierre die Gelegenheit und versucht alle Versammelten zu überzeugen, dass die Jakobiner auf der Seite des Volkes stehen, und dass man jeden Volksfeind ermorden müsse. Robespierres Intention ist die Vernichtung Dantons, da er sich gegen den Willen des Volkes stelle und den Erfolg der Revolution bedrohe.

Er wirft Danton vor, sich ausschließlich für den epikureistischen Lebensstil zu interessieren und beschließt ihn guillotinieren zu lassen. Auf die Bitten seiner Freunde willigt er in ein Treffen mit Robespierre ein, das jedoch ergebnislos verläuft. Danton wirft Robespierre vor sich selber zu belügen wenn er sich so Tugendhaft benimmt.

Robespierre kontert damit dass die Revolution noch nicht zu Ende ist und weitere Opfer nötig sind. Ausserdem meint er das kein Unschuldiger getötet wurde. Nachdem Danton und Paris weg sind redet Robespierre mit sich selber darüber das Danton sterben muss weil er ihm in den Weg kommt.

St. Just tritt ein und sagt, dass sie langsam den Vorteil gegenüber Danton verlieren würden, da er dem Volk seinen Weg propagiert. Sie entscheiden ihn vor allen politischen Instanzen zu stürzen und mit ihm seine Anhänger. Kurz darauf erlässt der Konvent einen Haftbefehl gegen Danton, der rasch durchgesetzt wird.

Während dieser im Palais Luxembourg auf seinen Prozess wartet, ist die Stimmung im Konvent geteilt, doch Robespierre und St. Just setzen mit demagogischen Reden ihre Position durch. Der Präsident des Revolutionstribunals Herman und der Ankläger Fouquier-Tinville manipulieren in der Zwischenzeit die Geschworenenauswahl, damit Dantons Verur.....[read full text]

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Er wählt hierbei Formulierungen, wie „ich nehme die Sünde auf mich“ und „ich habe die Qual des Henkers“ (Vgl. S 24 Z. 32f.), und empfindet hier offenbar nicht mehr das Selbstbewusstsein wie beispielsweise in II,2 und II,3, obwohl der Anspruch, die Leute mit ihrem Blut erlösen zu können, eine für seine Umwelt tödliche Selbstüberschätzung bleibt.

Er akzeptiert diese Formel, indem er „opfern“ als „erlösen“ deutet: Er erlöse die Menschheit, dadurch dass er sie von ihren aussätzigen Gliedern befreie. Doch froh wird er aus seiner Rolle nicht. Am Schluss der Szene beherrscht ihn das Bewusstsein der Vereinsamung und des Verlassenseins: „[W]ir ringen alle im Gethsemanegarten im blutigen Schweiß, aber es erlöst keiner der andern mit seinen Wunden“, und: „Sie gehen alle von mir - es ist alles wüst und leer - ich bin allein“ (S. 24 Z. 37f. und 40f.).

Von dieser Szene ab kann man nicht mehr ohne Einschränkung von radikaler Aktion sprechen, auch wenn Robespierre sich in der Konventsrede II,7 noch einmal zu energischer Rhetorik aufrafft, wie es ja auch Danton in den Gerichtsreden III,4 und III,9 tut. Auch Robespierre wird offenbar, wie Danton, in seiner Aktionsfähigkeit gelähmt durch die Erkenntnis, dass er der ungeheuren Last nicht gewachsen ist, die ihm die Anforderungen der Situation auferlegt.

So kommt auch Robespierre in seiner Reflexion über die Lage des handelnden Menschen nicht weiter als Danton im Verlauf des Dramas. Die aufgezwungene Rolle eines „Blutmessias“ ist nicht besser und befriedigender für das handelnde Subjekt als die einer Marionette. Konsequenterweise tritt er, auf diese Weise, im Drama nicht mehr einzeln auf.

Durch Robespierres Zwiespältigsein versucht Saint-Just ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen.

Als Saint-Just in Robespierres Zimmer eintritt, ruft dieser erschrocken zusammenfahrend nach Licht (Vgl. S. 23 Z. 5). Dies hat über den konkreten Bezug hinaus, dass es inzwischen dunkel geworden ist, auch einen symbolischen Unterton: Saint-Just versucht Robespierre das Licht der klaren Prinzipien, nach denen zu handeln ist, zurückzubringen.

Saint-Justs Haltung erweist sich .....

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S. 50 Z. 34-36), dann noch einmal, als er seine Äußerung „Es gibt Leute im Konvent, die eben so krank sind, wie Danton und welche die nämliche Kur fürchten“ (S. 51 Z. 3-5) hinterher kommentiert mit: „Hast du das Wort Kur gehört?“ (S. 51 Z. 19).

So fordert er in Szene I,6 ein sofortiges Vorgehen gegen die Dantonisten, ehe man den Vorteil des Angriffs verliere. Er sind entschlossen, notfalls auch ohne Robespierre zu handeln. Der Schluss der Unterredung kontrastiert die Unbedenklichkeit Saint-Justs sehr grell mit der Empfindlichkeit Robespierres.

Zum Schluss lässt sich bestätigen, dass die Szene I,6 wirklich zur Charakterisierung von Saint-Just und Robespierre dient.

Durch Saint-Justs zielstrebiges auftreten wurde für den Leser klar, dass er der eigentliche Kopf der Jakobiner darstellt und auf noch inhumanere Weise als Robespierre vorgehen will, ohne dabei Rücksicht auf die Menschheit zu nehmen. Außerdem zeigt sich hier der andere Pol in Robespierres Wesen. Nach dem öffentlichen Auftreten vor den Massen die Innenansicht. Nach dem Abgleiten in die Volksverhetzung für den skrupellos als richtig angesehenen Standpunkt jetzt die Infragestellung der Sicherheit: Zweifel sogar an der Richtigkeit der eigenen Motive.

Die Szene läuft schließlich darauf hinaus, dass nicht mehr ohne Einschränkungen von radikalen Aktionen sprechen kann.


Rob.....

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Danton und seine Freunde Lacroix, Philippeau und Hérault wollen den Terror und die Gewalt, die Robespierre mit seinen Maßnahmen auslöst, nicht weiter tragen.

Das Volk ist wütend über die Armut und beklagt sich. Bei einer Versammlung der Revolutionäre ergreift Robespierre die Gelegenheit und versucht alle Versammelten zu überzeugen, dass die Jakobiner auf der Seite des Volkes stehen, und dass man jeden Volksfeind ermorden müsse. Robespierres Intention ist die Vernichtung Dantons, da er sich gegen den Willen des Volkes stelle und den Erfolg der Revolution bedrohe.

Er wirft Danton vor, sich ausschließlich für den epikureistischen Lebensstil zu interessieren und beschließt ihn guillotinieren zu lassen. Kurz darauf erlässt der Konvent einen Haftbefehl gegen Danton, der rasch durchgesetzt wird. Während dieser im Palais Luxembourg auf seinen Prozess wartet, schaffen es Robespierre und sein Anhänger St. Just seine Inhaftierung erfolgreich zu verteidigen.

Der Präsident des Revolutionstribunals Herman und der Ankläger Fouquier-Tinville manipulieren in der Zwischenzeit die Geschworenenauswahl, damit Dantons Verurteilung besiegelt ist. Zwar fordert Danton Anhörungen vor den Ausschüssen, welche im ersten Moment auch vielversprechend viele Anhänger und Sympathisanten anziehen, jedoch durch eine angehängte Verschwörung scheitern, sodass er und alle seine Anhänger zum Tode verurteilt werden.

Es wird deutlich, dass die Revolution gegen das absolutistische System des Königs und des Adels mit Terror und Gewalt ein anderes System hervorgebracht hat das der Tyrannei.

Wer sich gegen Robespierre und die restlichen Jakobiner stellte oder eine andere Vorstellung von einer Republik hatte, wurde zum Volksfeind deklariert und zum Tode verurteilt. Ein Herrschersystem wurde somit von einem zweiten abgelöst.

Mit seiner Tugendideologie und der Art seines Denkens, enttarnt sich Robespierre als Schüler des französischen Philosophen und Schriftstellen Jean-Jacques Rousseau, nach dem der Staat „eine politische Organisation, die auf einem Gesellschaftsvertrag beruht, den seine Bürger eingegangen sind kraft ihrer angeborenen und unveräußerlichen Rechte auf Freiheit und Gleichheit und kraft ihres Vermögens zur Se.....

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Alles in allem waren seine Handlungen äußerst naiv und gefährlich.

Nicht die Beseitigung der Armut, sondern die Beseitigung des Lasters ist das, was er im Auge hat.

Robespierre verdreht innerhalb seiner Gesprächsbeitrag, der mit der sozialen Revolution beginnt, den Ansatz so, dass er auf sein eigentliches Thema kommen kann: „Das Laster muss bestraft werden.“ Man kann die Verschiebung des Akzentes auf das Laster, also vom sozialen zum moralischen Engagement durch alle Äußerungen Robespierres verfolgen. Konkreter sozialpolitisch formuliert er nur dann, wenn sich ein daraus ein Angriff auf Danton und seine Anhänger machen lässt. „Keinen Vertrag, keinen Waffenstillstand mit den Menschen, welche nur auf Ausplünderung des Volkes bedacht waren, welche diese Ausplünderung ungestraft vollbringen hofften, für welche die Republik eine Spekulation und die Revolution ein Handwerk war!“ (S. 14, Z. 31 - 35).

Man kann Robespierre zugestehen, dass für ihn Laster und Ausbeutung, moralische und soziale Verfehlung dasselbe bedeuten, aber das bleibt bloße Ideologie, das heißt seine persönliche Philosophie, der er mit blutigem Terror zur Allgemeingültigkeit verhelfen will.

Und damit scheint Robespierre erfolgreich zu sein.

Der Grund dafür ist, dass Georg Büchner ihn in durchgehender Antithetik zu Danton darstellt. Der Aktivismus Robespierres, der den öffentlichen Auftritt vor großem Publikum sucht, und sein rhetorisch geschicktes Agieren und Eingreifen, sorgt dafür, das er die wichtigsten politischen Gruppen für sich gewinnt: Das Volk, die Jakobiner und der Konvent. Im Gegensatz dazu zieht sich Danton lieber in private Räume zurück und verhält sich statt aktiv, fast wie „gelähmt“.

Volkverhetzendes Engagement statt ironischer Skeptizismus und T.....

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Er glaubt an ein erkennbares Ziel der Revolution, dass ihn zum zielstrebigen Handeln, auch mithilfe von terreur-Politik, verleitet. Negativ dabei ist sein starres Selbstbewusstsein, dass ihn zur Volksverhetzung und Inhumanität verleitet. Er realisiert, dass seine Tugendideologie sich nicht gegen den Epikureismus Dantons behaupten kann, weswegen er auf absurde Unterstellungen zurückgreift, damit er seine Anhänger nicht verliert.

So kann man durchaus Abraham Lincolns Aussage vom Anfang aufgreifen, dass der so „lasterfreie" Robespierre, doch sehr wenige Tugenden hat.

1 Meyers Lexikon,21989, S. 160f., Artikel „Rousseau“

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