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German studies

University, School

Kant Gymnasium Weil am Rhein

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2015, Dantons Tod (Hamburger Lesehefte), 10 Pkt.

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Dantons Rede vor dem Revolutionstrib­una­l „Dantons Tod“ ist ein 1835 erschienenes Drama, dass von Georg Büchner verfasst wurde. Es spielt im Jahre 1794 vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und handelt von dem Revolutionär Danton, der gewaltlos eine Republik schaffen will und seine Kontrahenten. Am Ende wird er jedoch selbst zum Opfer. In der vierten Szene des dritten Akts, wird Danton vor dem Tribunal beschuldigt, mit Gegnern der Revolution konspiriert zu haben. Danton weist diese Anschuldigungen zurück und…

14. Oktober 2015

Ein Zimmer [bei Robespierre]


Obwohl es im 1835 erschienenen Drama „Dantons Tod“ von Georg Büchner, welches vor dem Hintergrund der Französischen Revolution spielt, um den Konflikt zwischen Georg Danton und Maximilien de Robespierre geht, der anders als sein Mitstreiter gewaltlos eine Republik schaffen will, treffen sich die beiden Protagonisten nur ein Mal während der kompletten Handlung.

In der sechsten Szene des ersten Aktes wird Robespierre durch Danton in seiner Ideologie der Tugend verunsichert und es findet eine taktische Diskussion seitens Saint-Justs, um intrigierende Pläne zur Vernichtung ihrer politischen Gegner zu schmieden, statt. Diese Szene existiert für die Darstellung des eigentlichen Kopfes der jakobinischen Revolution und um den wahren Robespierre darzustellen.

Danton und seine Freunde Lacroix, Philippeau und Hérault wollen den Terror und die Gewalt, die Robespierre mit seinen Maßnahmen auslöst, nicht weiter tragen. Das Volk ist wütend über die Armut und beklagt sich. Im Konvent der Revolutionäre ergreift Robespierre die Gelegenheit und versucht alle Versammelten zu überzeugen, dass die Jakobiner auf der Seite des Volkes stehen, und dass man jeden Volksfeind ermorden müsse.

Robespierres Intention ist die Vernichtung Dantons, da er sich gegen den Willen des Volkes stelle und den Erfolg der Revolution bedrohe. Er wirft Danton vor, sich ausschließlich für den epikureistischen Lebensstil zu interessieren und beschließt ihn guillotinieren zu lassen. Auf die Bitten seiner Freunde willigt er in ein Treffen mit Robespierre ein, das jedoch ergebnislos verläuft. Danton wirft Robespierre vor sich selber zu belügen wenn er sich so Tugendhaft benimmt.

Robespierre kontert damit dass die Revolution noch nicht zu Ende ist und weitere Opfer nötig sind. Ausserdem meint er das kein Unschuldiger getötet wurde. Nachdem Danton und Paris weg sind redet Robespierre mit sich selber darüber das Danton sterben muss weil er ihm in den Weg kommt. St. Just tritt ein und sagt, dass sie langsam den Vorteil gegenüber Danton verlieren würden, da er dem Volk seinen Weg propagiert.

Sie entscheiden ihn vor allen politischen Instanzen zu stürzen und mit ihm seine Anhänger. Kurz darauf erlässt der Konvent einen Haftbefehl gegen Danton, der rasch durchgesetzt wird. Während dieser im Palais Luxembourg auf seinen Prozess wartet, ist die Stimmung im Konvent geteilt, doch Robespierre und St. Just setzen mit demagogischen Reden ihre Position durch.

Der Präsident des Revolutionstribunals Herman und der Ankläger Fouquier-Tinville manipulieren in der Zwischenzeit die Geschworenenauswahl, damit Dantons Verurteilung besiegelt ist. Zwar fordert Danton Anhörungen vor den Ausschüssen, welche im ersten Moment auch vielversprechend viele Anhänger und Sympathisanten anziehen, jedoch durch eine angehängte Verschwörung scheitern, sodass er und alle seine Anhänger zum Tode verurteilt werden.

Danton wirft Robespierre vor sich selber zu belügen wenn er sich so Tugendhaft benimmt. Robespierre kontert damit dass die Revolution noch nicht zu Ende ist und weitere Opfer nötig sind. Ausserdem meint er das kein Unschuldiger getö.....[read full text]

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Konsequenterweise tritt er, auf diese Weise, im Drama nicht mehr einzeln auf.

Durch Robespierres Zwiespältigsein versucht Saint-Just ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Als Saint-Just in Robespierres Zimmer eintritt, ruft dieser erschrocken zusammenfahrend nach Licht (Vgl. S. 23 Z. 5). Dies hat über den konkreten Bezug hinaus, dass es inzwischen dunkel geworden ist, auch einen symbolischen Unterton: Saint-Just versucht Robespierre das Licht der klaren Prinzipien, nach denen zu handeln ist, zurückzubringen.

Saint-Justs Haltung erweist sich als äußerst inhuman. In der taktischen Diskussion mit Robespierre versteht es Saint-Just durch seine Entschlossenheit dem zögernden Robespierre die Zustimmung zu seinen Plänen abzuringen. Dies kann man besonders gut mit seiner Rede in II,7 erkennen. Er setzt den Menschen schlicht mit der unbelebten Natur gleich und schaltet damit menschliche Kategorien, wie Verantwortung, aus.

Der Mensch als physikalische Größe wird zum verfügbaren Objekt gemacht. Andererseits entzieht er sich dem Menschlichen durch den Sprung ins Überindividuelle: nicht weniger als vier Mal wird in der Rede die „Menschheit“ apostrophiert und die Revolutionäre als Diener oder Mitarbeiter des „Weltgeists“ gesehen (Vgl. S. 37-39). Diese Ausrichtung erlaubt ihm, über das Einzelschicksal hinwegzusehen: „Was liegt daran, ob sie nun an einer Seuche oder an der Revolution sterben?“ (S. 38 Z. 6-8).

Entsprechend erscheint Saint-Justs Handeln in der vorliegenden Szene objektiv, zielstrebig, rasch und gewandt mit sachlich-leidenschaftlichen Engagement, aber ohne persönliches Gefühl oder Menschlichkeit.

Durch diese Ansichten und sein Handeln enttarnt sich Saint-Just als der eigentliche Chefideologe der jakobinischen Revolution. Er ist frei von persönlicher Grausamkeit, aber mörderisch ist der Charakter seiner Logik, die ideologische Gewissheit, berufenes Werkzeug des Weltgeistes zu sein. Diese mörderische Seite der quasi-wissenschaftlichen Objektivität Saint-Justs wird von Barrère in der Wohlfahrtsausschuss-Szene III,6 enttarnt.

Zuerst, als Barrère die Tödlichkeit seiner Satzperioden beschwört, „worin jeder Punkt ein abgeschlagener Kopf ist“ (Vgl. S. 50 Z. 34-36), dann noch einmal, als er seine Äußerung „Es gibt Leute im Konvent, die eben so krank sind, wie Danton und welche die nämliche Kur fürchten“ (S. 51 Z. 3-5) hinterher kommentiert mit: „Hast du das Wort Kur gehört?“ (S. 51 Z. 19).

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Danton und seine Freunde Lacroix, Philippeau und Hérault wollen den Terror und die Gewalt, die Robespierre mit seinen Maßnahmen auslöst, nicht weiter tragen. Das Volk ist wütend über die Armut und beklagt sich. Bei einer Versammlung der Revolutionäre ergreift Robespierre die Gelegenheit und versucht alle Versammelten zu überzeugen, dass die Jakobiner auf der Seite des Volkes stehen, und dass man jeden Volksfeind ermorden müsse.

Robespierres Intention ist die Vernichtung Dantons, da er sich gegen den Willen des Volkes stelle und den Erfolg der Revolution bedrohe. Er wirft Danton vor, sich ausschließlich für den epikureistischen Lebensstil zu interessieren und beschließt ihn guillotinieren zu lassen. Kurz darauf erlässt der Konvent einen Haftbefehl gegen Danton, der rasch durchgesetzt wird.

Während dieser im Palais Luxembourg auf seinen Prozess wartet, schaffen es Robespierre und sein Anhänger St. Just seine Inhaftierung erfolgreich zu verteidigen. Der Präsident des Revolutionstribunals Herman und der Ankläger Fouquier-Tinville manipulieren in der Zwischenzeit die Geschworenenauswahl, damit Dantons Verurteilung besiegelt ist. Zwar fordert Danton Anhörungen vor den Ausschüssen, welche im ersten Moment auch vielversprechend viele Anhänger und Sympathisanten anziehen, jedoch durch eine angehängte Verschwörung scheitern, sodass er und alle seine Anhänger zum Tode verurteilt werden.

Es wird deutlich, dass die Revolution gegen das absolutistische System des Königs und des Adels mit Terror und Gewalt ein anderes System hervorgebracht hat das der Tyrannei. Wer sich gegen Robespierre und die restlichen Jakobiner stellte oder eine andere Vorstellung von einer Republik hatte, wurde zum Volksfeind deklariert und zum Tode verurteilt. Ein Herrschersystem wurde somit von einem zweiten abgelöst.

Mit seiner Tugendideologie und der Art seines Denkens, enttarnt sich Robespierre als Schüler des französischen Philosophen und Schriftstellen Jean-Jacques Rousseau, nach dem der Staat „eine politische Organisation, die auf einem Gesellschaftsvertrag beruht, den seine Bürger eingegangen sind kraft ihrer angeborenen und unveräußerlichen Rechte auf Freiheit und Gleichheit und kraft ihres Vermögens zur Selbstbestimmung“ ist.

Rousseau legt „die Zukunft und die Verantwortung des Menschen. Die Übereinstimmung des individuellen Willens mit dem Allgemeinen Willen ist Tugend“. Das Problem für Rousseau ist, eine Form des Zusammenlebens zu finden, die den Einzelnen, der sich mit allen anderen verbindet, dennoch so frei lässt wie vorher. „Der freie Wille, der sich mit dem Staat selbst bestimmt, ist der Gemeinwille, der als moralisches Prinzip unteilbar, unveräußerlich ist, unzerstörbar und unfehlbar sein muss, auch wenn ihm der Wille aller nicht entspricht.“1

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Man kann Robespierre zugestehen, dass für ihn Laster und Ausbeutung, moralische und soziale Verfehlung dasselbe bedeuten, aber das bleibt bloße Ideologie, das heißt seine persönliche Philosophie, der er mit blutigem Terror zur Allgemeingültigkeit verhelfen will.

Und damit scheint Robespierre erfolgreich zu sein. Der Grund dafür ist, dass Georg Büchner ihn in durchgehender Antithetik zu Danton darstellt. Der Aktivismus Robespierres, der den öffentlichen Auftritt vor großem Publikum sucht, und sein rhetorisch geschicktes Agieren und Eingreifen, sorgt dafür, das er die wichtigsten politischen Gruppen für sich gewinnt: Das Volk, die Jakobiner und der Konvent.

Im Gegensatz dazu zieht sich Danton lieber in private Räume zurück und verhält sich statt aktiv, fast wie „gelähmt“. Volkverhetzendes Engagement statt ironischer Skeptizismus und Tugend statt Epikureismus.

Man könnte behaupten Robespierre würde seine Tugendideologie als Deckmantel für sein persönliches Machtstreben benutzen. Die Ansichten Robespierres werden unglaubwürdig durch das recht extremistische Abgleiten in die Volksverhetzung. Bei den Angriffen auf die Danton-Fraktion etwas ist er weniger wählerisch in seinen Mitteln und schreckt vor Unterstellungen, wie der Vorwurf einer Konspiration mit dem König, nicht zurück.

Nicht weniger befremdend ist die Betonung seiner Führerposition und seiner geradezu übermenschlicher Umsicht und Voraussicht. Er wird nicht nur vom Volk als „Messias“ bezeichnet, sondern stellt sich durchaus auch selbst so dar. Dazu gehört die Mischung von dem Revolutionspathos, wie in seiner Aussage „[d]ies ist der feinste, gefährlichste und abscheulichste Angriff auf die Freiheit“ zu erkennen, und seine prophetischen Ausdrucksweise.

Insgesamt scheint Robespierre in seiner Tugendideologie verrannt. Eine Verranntheit, die zum Realitätsverlust und inhum.....

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