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Interpretation: Faust: Szene „Wald und Höhle“ von Johann Wolfgang von Goethe

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Preparation A-Level
German studies

Faust Wald Und Höhle Interpretation

University, School

Christoph-Probst-Gymnasium, Gilching

Grade, Teacher, Year

15, Kaube, 2012

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Text by Sigrid S. ©
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Hat mir echt bei der Vorberei­tung auf die Klausur geholfen­, Danke!

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Johann Wolfgang von Goethe Faust 1 Interpretation der Szene Wald und Höhle Faust, das Lebenswerk von Johann Wolfgang von Goethe, besteht aus zwei Teilen. Es beinhaltet eine Rahmenhandlung, in welcher ein Herr mit Mephistopheles eine Wette vereinbart, ob der Teufel Faust dazu bringen kann vom rechten Weg des Lebens abzuweichen. Denn der Herr beschreibt Faust als einen guten Menschen, der sein Wissen hinterfragt und niemals den Glauben verliert. Des Weiteren verlaufen innerhalb des Werkes zwei verschiedene Tragödien: Zum einen…
Deutschaufsatz :­ „Wald und Höhle“ (V. 3344-3365) - Faust I - Goethe Zu Goethes Zeit war die Exekution von Müttern, welche ihr Kind umgebracht haben, noch Gang und Gäbe, denn wer ein ungetauftes Kind tötete, brachte es, so die kirchliche Lehre, nicht nur um das irdische, sondern auch um das ewige Leben. So erschien es geradezu als ethische Verpflichtung, Mütter von einer solchen Tat abzuschrecken. Beim Phänomen Kindesmord galt die soziale Ächtung ausschließlich der Frau und nicht etwa dem Mann, der wie in Wagners Kindermörderin…

Faust: Szene „Wald und Höhle“
von Johann Wolfgang von Goethe

Interpretation


„Irren ist menschlich“ lautet ein weises Sprichwort. Jeder Mensch begeht Fehler aus Unsicherheit, Ignoranz oder aus Versehen; Wichtig jedoch ist sich seiner Schuld bewusst zu werden und folglich seiner Verantwortung zu stellen. Angenommen jemand „geht fremd“ und lässt seinen Partner darüber in Unwissenheit, so verschließt er die Augen vor der Wahrheit, und sei er noch so verliebt, nimmt er in Kauf andere Personen seelisch zu verletzen.

Man hadert mit dem Schicksal und versucht sich der unangenehmen Realität zu entziehen, sich buchstäblich zurückzuziehen und vor der Realität „zu verstecken“. Doch dieser Vorgang wird von der sich langsam einstimmenden Erkenntnis und dem Schuldbewusstsein über das, was man getan hat, begleitet und man vor der Entscheidung  sein Gewissen zu bereinigen oder stumm zu verweilen und die latenten Gewissensbisse mit Nonegalität zu überdecken.

An genau diesem Wendepunkt, zwischen Rückzug und Gewissensbereinigung zum Schutz anderer, befindet sich auch Goethes Protagonist „Faust“. In der 1806 erschienenen Tragödie „Faust 1“ zieht sich Faust, in der Szene „Wald und Höhle“ in die Einsamkeit seiner Seele zurück, um sein Handeln im Bezug auf die für damalige Verhältnisse nicht standesgemäße Beziehung zur naiven Bürgertochter Margarete zu reflektieren.

Ihm wird die Schuld, die er durch diese auf sich genommen hat, und Gefahr, die diese für Gretchen bedeutet, bewusst und steht vor dem Zwiespalt sich von ihr zu entfernen und ihre Sicherheit zu garantieren oder aber ob er seinem geweckten Verlangen nachgeht und Gretchen damit erheblich gefährdet. Seine Reflexionen werden jedoch durch Mephisto negativ beeinflusst.

Zu Beginn gilt die Szene in den Dramenkontext einzubetten. Die vorhergehende Szene besteht in den Versen 3203-3216 namens „Ein Gartenhäuschen“. In dieser sehr kurzen Szene wird flüchtig ein Kuss, der erste Kuss, ausgetauscht und kurz darauf fordert Mephisto den bewegten Faust zum gehen auf. Diese Szene wird im folgenden Teil der Interpretation zur Kontrastierung Fausts von Bedeutung sein.

Die darauffolgende Szene formt sich aus „Gretchens Stube“, in der Gretchen am Spinnrad ein Lied singt, in dem sowohl ihr Schicksal und bevorstehender Tod als auch ihre lipidinösen Verlangen gegenüber Faust antizipiert werden. Zur späteren Kontrastierung muss jedoch auch noch „Marthens Garten“ in Betracht genommen werden. In dieser Szene erfolgt die Frage nach Fausts Religion und ein gegenseitiges Aussprechen ihrer Sehnsucht nacheinender.

Dazwischen liegt die im Folgenden zu analysierende Szene „Wald und Höhle“, in der Faust sich zwischen Verlangen und Schuldbewusstsein gefangen sieht. Die Szene lässt sich in 4 bis 5 Sinnabschnitte untergliedern, wobei der Erste aus den Versen 3217-3250 besteht. Faust drückt seinen Dank für die Liebe, die er empfangen durfte, in Naturmetaphoriken aus und seine innere Zerrissenheit, Glücksgefühle und amourösen Erfahrungen werden deutlich.

Er richtet seinen Dank hierbei an einen „Nährgeist“ (=Erdgeist). Der zweite Sinnabschnitt gliedert sch in die Verse 3251-3291. Mephisto tritt auf und amüsiert sich über die feine, verunsicherte, verliebte Art Fausts und offenbart ihm die extreme Gegenseite der Liebe, wie Faust sie versteht, durch obszöne, bildhafte Darstellung, diese könnte man auch nochmals in die Antizipation Mephistos Metap.....[read full text]

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Bald darauf erkennt man die Sinneswandlung Fausts und die Abwendung seines Strebens nach Allwissenheit und sein Verlangen den ganzen Makrokosmos zu ergründen, hin zu der, durch die Exklammation „O dass dem Menschen nichts Vollkommenes wird“ (V.3239) dargestellten Feststellung, dass der Mensch womöglich gar nicht dazu Verlangt ist aller zu wissen.

In diesem melancholisch schmachtenden Ausruf schwebt auch die kantsche Frage „was kann ich wissen“, nach Erkenntnis mit schwingt, derer sich Faust gewidmet sieht und mit allen Mitteln versucht diese zu lösen, wobei er sogar, wie in den vorherigen Szenen deutlich wird, in kauf nimmt seine Seele dem Teufel zu opfern, wodurch deutlich wird, dass er sich ganz in Auftrag der Wissenschaft und Erkenntnis stellt, jedoch diese auch zu seiner eigenen Erfüllung gebrauchen will. dieser passive Charakterzug Fausts wird auch in Bezug auf Gretchen deutlich.

Seine innere Zerrissenheit begründet sich also dadurch, dass rechte zu wissen und zu wollen, jedoch kann er nicht loslassen, zufrieden sein und geben. Sogar Mephisto kann er nicht mehr entbehren, obwohl er in dieser Szene deutliche Antipathie gegenüber diesem entwickelt: „schon nicht mehr Entbehren kann, wenn er gleich, kalt und frech mich vor mir selbst erniedrigt“ (V.3244f.). Faust scheint zu Ende des Monologs zu erkennen, dass ihn seine Passivität und ewiger Verlangen in Unzufriedenheit gefangen hält, wie in einem Chiasmus zum Ausdruck kommt und er sich zwischen Systole und Diastole seines zögernden, dialektischen Denkens verharren sieht, dennoch besitzt er nicht die Kraft sich davon zu lösen und erweist sich trotz seiner hohen Bildung als schwacher Charakter: „So tauml‘ ich von Begierde zu Genuss, und im Genuss verschmacht ich nach Begierde“ (V. 3299f.). Darauf tritt dramaturgisch interessant eingefädelt Mephisto dazu.

Somit könnte man Mephisto als symmetrischen, parallel laufenden Teil Fausts verstehen, der verhindert, dass sich Faust dem rein Guten positiven zuwendet. Mephisto übertüncht Fausts hadern und zögern, indem er ihm zu verstehen gibt, dass er nur einen Kuss der „Erden Welt“ entlocken konnte, also erst am „Moos und triefenden Gestein“ (V.3274) geschlürft habe, er habe sich also noch nicht wirklich in die sinnliche Welt begeben und immer noch falsche Relationen davon, was tatsächlich aufsaugen der Natur bedeute: „Dir steck der Doktor noch im Leib“ (V.3277).

Für Faust bedeutet es hingegen schon „Glück“ (V.3281) genug die Liebkosungen und Zärtlichkeit eines Kusses erfahren zu haben. Mephisto steigert sich jedoch in eine Naturmetapher, in der er den sexuellen Akt des Mannes antizipiert und somit Fausts anfängliche Unschuldige  Naturmetaphorik in obzöne Bildhaftigkeit wendet: „Und Erd und Himmel wonniglich umfassen, zu einer Gottheit sich aufschwellen lassen [ .]“ (V.3284).

Faust stößt ein brüskiertes „Pfui“ (V.3293) aus und distanziert sich deutlich von der Liebesauffassung Mephistos. Dies steht im Kontrast zu Fausts anfänglichem impulsiven Ausruf in der Szene „Straße 1“, in der er Grete zum Ersten mal begegnet und Mephisto aufträgt, „die Dirne musst du mir schaffen.“ Psychologisch betrachtet könne man „Wald und Höhle“ als das Unterbewusstsein und die Triebe und Lüste Fausts sehen, der sich vom intellektuellen, kontrollierenden Über-Ich, nach dem freudschen Instanzenmodell, entfernt und sich auf seine Gefühlswelt und das „Es“ konzentriert und Mephisto nun seine sexuellen Verl.....

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Dieser flüchtet sich in die „Verteuflung“ Mephistos und die Antipathie, zu diesem erlangt ihren Höhepunkt: „Schlange, Schlange“ (V.3324). Faust bringt darauf zum Ausdruck wie Stark seine Liebe zu ihr ist und sein Charakter erhebt hier eine Entwicklung vom rationalistischen und doch stets, fleißig strebsamen Professor hin zum emotional geladenen Jüngling.

Unter literarischen Aspekten könnte man sagen, Aufklärung wandert über den stürmisch, drängerischen Charakterzug als Bindeglied hin zu romantischen, gefühlsgeladenen Welt. Faust ist also formbar und beeinflussbar, deshalb hat Mephisto auch so starken Einfluss auf ihn: „Ich bin ihn nah, und wär ich noch so fern, Ich kann sie nie vergessen [ .] Leib des Herren [ .] ihre Lippen [ .] indes berühren“ (V.3333f.). Diese auch religiöse Anspielung auf die Hostienvergabe nimmt Mephisto erneut zur Vorlage um mit sexuellen Anspielungen Faust in rage zu versetzen.

An dieser Stele spielt Mephisto nämlich mit dem Substantiv „Zwillingspaar“ (V.3336) Bezug au das „hohe Lied Salomons“ in dem diese Metapher als Umschlag für „Busen“ verwendet wird. An dieser Stelle bleibt fast zu vermuten, dass er sich gar um eine Erweiterung des Dialogs hin zu einem Machtkonflikt und einer Machtdemonstration zwischen Mephisto und Gott kommt.

Faust befielt Mephisto zu „entfliehen[n]“ (V.3338) und zieht sich erneut in rhetorische Frage wie „was ist die Himmelsfreund in ihren Armen?“ (V.3345) zurück und drückt sein Glück und die Zufriedenheit auf rein emotionaler und nicht zweckmäßig, geschlechtlicher Basis aus, wobei dies auch in Ausfluchtsversuch sein könnte nicht sehen zu wollen, dass die als körperlich in der Gesellschaft wahrgenommene Beziehung Margarete zu einer Verurteilung führen könnte.

Im letzen Teil seiner fast schon rechtfertigen der Darlegung scheint er sich der Schuld nun wahrhaftig bewusst zu werden und verwendet Formulierungen wie „Unmensch“ (V.3349) und „Wassersturz“ (V.3350). Der destruktive Charakter des Wassers zeigt somit, dass das lebensspendende Element von ihm negativ gebraucht wird, er also die zerstörerische Seite des Wassers heraufbeschwört und das Wasser wird negativ konotoiert.

Im folgenden Verlauf des Dramas wird die verzweifelte Margarete auch mit genau diesem Element ihr Kind töten. Mit der Exklamation „Sie, ihren Frieden musst ich untergraben! Du, Hölle musstest dieser Opfer Haben!“ (V.3360f.). Erkennt Faust zwar seine Schuld, er zieht jedoch nicht positive Schlüsse daraus und versucht seine Fehler zu korrigieren sondern schiebt die Schuld Mephisto zu und wird somit als feige, schwach, verantwortungslos und sozial uns.....

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Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Gelehrtentragödie in Faust nicht ohne Grund komplementär zu der Gretchentragödie verläuft. Faust ist auf seinem Weg nach Erkenntnis bereit alles rücksichtslos zu opfern, doch als er erkennt, welche Macht er dem Bösen dabei zu kommen lässt, ist es bereits zu spät. Die Welle von Schuld und Verantwortung überrollt ihn und es bleibt nur die feige Beschönigungen und somit die Zuwendung zu Mephisto.

Im übertragenen sinne zeigt die Tragödie in dieser Szene also die distinktive Kraft von Verantwortungslosigkeit und mahnt für umsichtiges und Pflichtbewusstes Umgehen mit der Umwelt und seinen Mitmenschen. Nichts ist vernichtender als ein rückhaltloser und egomaner Mensch, wie Faust ihn zunehmend verkörpert. Wie Kant im kategorischen Imperativ äußerte, sollte des eigene Handeln stets als moralische und sogar gesetzliche Maxime gelten, weshalb man Handlungen zuvor reflektieren sollte, um nicht andere durch egoistische „Selbsterfüllung“ zu verletzten und auszunutzen.

Wie gesagt „Irren ist menschlich“, doch human ist sich seiner Verantwortung zu stellen und nicht wegzusehen und sich in die Abgründe ziehen zu lassen, wie es Faust vorlebt.    .....

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