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German studies

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Universität Erfurt

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Nathan der Weise - Lessing Zusammenfassung Das Drama „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing erzählt die Geschichte des Juden Nathans in Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge und die damaligen Konflikte zwischen der drei großen Religionen in diesem Bezirk. Es beginnt damit, dass Nathan von einer Geschäftsreise zurückkommt und seine Gesellschafteri­n Daja ihm erzählt, dass sein Haus beinahe vollkommen abgebrannt wäre und ein Tempelherr seine Tochter Recha gerettet hatte. Daraufhin will Nathan sich bei dem Tempelherrn für die Rettung seiner Tochter bedanken, dieser jedoch verhält sich abweisend. Der Tempelherr war einer der wenigen, der vom Sultan begnadigt wurde, als er sich in seiner Gefangenschaft befand. Daraufhin folgt das Geschehen im Palast des Sultans Saladin. Dieser berichtet seinem Schatzmeister, dem Derwisch, von seinen Geldsorgen. Der Derwisch erzählt von seinem reichen Freund Nathan, woraufhin die Schwester des Sultans, Sittah, Pläne schmiedet, an dessen Geld heranzukommen. Nathan trifft währenddessen auf den Tempelherrn und sie reden über Religionen und stellen fest, dass sie viele Gemeinsamkeiten teilen und schließen daraufhin Freundschaft. Dann stößt Daja hinzu und teilt Nathan mit, dass der Sultan ihn sprechen möchte, woraufhin er sich auf den Weg zu diesem macht. In dieser Zeit begibt sich der Tempelherr nach Nathans Überzeugung auf den Weg
Szenenanalyse: Nathan der Weise. Szene 4.7. Gotthold Ephraim Lessing Szenenanalyse 4.7 Das Drama „Nathan der Weise“ wurde von Gotthold Ephraim Lessing im Jahr 1779 geschrieben und ist historisch in die Epoche der Aufklärung einzuordnen. Das Thema der Szene 4.7 ist, dass der Klosterbruder und Nathan über Rechas Herkunft sprechen und der Klosterbruder Nathan warnen will, dass der Patriarch von Rechas Herkunft weiß. Das Drama spielt in Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge. Es geht um die Aufklärung und Toleranz zwischen den drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam. Die Hauptfigur Nathan spielt die Rolle des Aufklärers. Die vorliegende Szene 4.7 liegt im vierten Akt und befindet sich somit in der fallenden Handlung, wo sich der abzeichnende Ausgang in Frage gestellt wird und passt somit in das fünf Akte Schema nach Gustav Freytag. Vor der zu analysierenden Szene werden die einzelnen Personen zunächst vorgestellt. Im späteren Verlauf vollzieht Nathan weitere Aufklärungsproz­ess­e zum Beispiel beim Tempelherrn und beim Sultan Saladin(Ringpar­abe­l). Nachher werden die Familienverhält­nis­se aufgedeckt und es kommt zu einer Vereinigung der drei Weltreligionen, symbolisch dargestellt durch Recha. Der Klosterbruder vom Patriarchen geschickt, um herauszufinden welcher Jude eine Christin im jüdischen Glauben erzieht. Der Klosterbruder möchte Nathan warnen und darüber

Interpretation Dramenszene Gotthold Ephraim Lessing „Nathan der Weise“, 2. Aufzug, 5. Auftritt


Das dramatische Gedicht „Nathan der Weise“ ist von Gotthold Ephraim Lessing im Jahre 1779 veröffentlicht worden und stellt die gleichnamige Hauptfigur in den Mittelpunkt der Handlung.

Der historische Hintergrund der dramatischen Handlung ist der dritte Kreuzzug, zu dem 1187 Papst Gregor VIII. aufgerufen hatte. Der Kreuzzug endete 1192 mit einem Friedensvertrag, ohne dass die Stadt Jerusalem von den Kreuzfahrern erobert worden wäre. In diesem Jahr des Waffenstillstands setzt die Handlung um Nathan ein.

Lessing wählte mit Bedacht diesen bedeutenden Schauplatz Jerusalem für die Handlung des Dramas. Die Stadt war ein seit vielen Jahrhunderten hart umkämpfter und historisch bedeutsamer Ort für die drei großen Weltreligionen: Christentum,  Judentum und Islam.

Im Zeitalter der Aufklärung rückte die Stadt nochmals in den Vordergrund, weil das Problem der Rechtsgläubigkeit und das der Gültigkeit der Religionen diskutiert wurde. Der historische Hintergrund dient Lessing als Folie für das sich abspielende symbolische Geschehen.

Dieses klassische Drama der geschlossenen Form wird auch als Ideen- oder Erziehungsdrama bezeichnet, weil Nathan als das Sprachrohr Lessings fungiert.

Er wird in der Exposition anfangs als reicher Kaufmann aus Jerusalem vorgestellt. Er  steht anderen Religionen tolerant gegenüber: „Jud’ und Christ und Muselmann […] alles ist Ihm eins“ (V 1069 f). Bereits am Beginn der Handlung betont er mehrfach die Wichtigkeit des „Mensch(en)“ (V 163f / V 203/ V 228/ V 317/ V 343/ V 350/ V 361), indem er den Begriff beständig wiederholt u. er meint damit, dass der Mensch vernunftorientiert handeln u.

Nächstenliebe leben soll, um sich als solcher zu erweisen. Nathan lebt vorbildhaft eine humane Weltanschauung, die er auch zur Grundlage von Rechas Erziehung macht.

Die zu interpretierende Szene, zweiter Aufzug, fünfter Auftritt, wird als „ansteigende Handlung“ bezeichnet. Nathan hat erfahren, dass ein Tempelherr, der von Saladin als einziger begnadigt worden ist, seine Tochter Recha aus dessen brennenden Haus gerettet hat.

Voller Dankbarkeit möchte er sich diesem nun nähern, obwohl er weiß, dass der Christ das Gespräch mit einem Juden strikt ablehnt, denn der Tempelherr ist von Vorurteilen behaftet. Der wiederum gibt preis, dass ihm seine Tat der Rettung selbst ein Rätsel sei. Nathan tritt dem Ritter nun mit dem Ziel entgegen, dessen Vorurteile aufzubrechen, sein Vertrauen zu gewinnen und in einen Freundschaftsbund mit ihm zu treten, in dem sein Kommunikationspartner  Nathan als gleichberechtigt verstehen soll, indem er die Unterschiede ihrer beider Konfessionen nicht als Hinderungsgrund begreift, in dem Gegenüber einen guten Menschen zu erkennen.


Nathan tritt dem Tempelherrn in einer freien Gegend, also einem neutralen Terrain, auf dem beide gleichberechtigt sind, mit Ehrfurcht entgegen, was an der Apostrophe oder auch an der Exclamatio: „Bei Gott!“ (V 1194) zu erkennen ist.

Seine positive Grundhaltung wird in dem kurzen, monologartigen Redeteil deutlich, in welchem er über den Tempelherrn reflektiert: „Ich mag ihn wohl […] und diese zeigt sich auch in der Metapher: „Die Schale kann nur bitter sein: der Kern ist`s sicher nicht.“ (V 1197) Hier vermutet Nathan bereits, dass der junge Mann über gute Charakterzüge verfügen muss, denn sonst hätte er auch eine solche Rettungs.....[read full text]

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Und das bekam er, als ich Eure Tochter Durchs Feuer trug.“ (V 1244 ff)  Nathan ist tief ergriffen u. greift nach dem Zipfel des Mantels des Tempelherrn: „Es ist doch sonderbar, Dass so ein böser Fleck, dass so ein Brandmal Dem Mann ein bess`res Zeugnis redet als Sein eigner Mund. Ich möchte` ihn küssen gleich – den Flecken!“ (V 1246-49) Er will sich nicht von den abwertenden Worten des Tempelherren beirren lassen u. zeigt durch diese Geste seinen tiefen menschlichen Dank, wodurch das  Gewand von einer Träne benetzt wird.

Seine demütige, inbrünstige Haltung vor der aufopferungsvollen Tat der Rettung kommt in dieser Handlung zum Ausdruck. Daraufhin gibt sich der Tempelherr weiterhin äußerlich ungerührt u. reserviert, was die Ellipse: „Tut nichts!“ (V1251) offenlegt, aber das Beiseite-Sprechen: „Bald aber fängt Mich dieser Jud an zu verwirren.“ (V 1252 f) zeigt an, dass eine Wandlung in ihm vorgeht.

Die menschliche Geste Nathans erweckt Menschlichkeit u. Interesse bei dem Tempelherrn.

Nathan bittet ihn darum, dass der Ritter seinen Mantel an Recha schicken könnte, damit sie diesen ebenso in Dankbarkeit küssen könne, weil es ihr wohl verwehrt bleibe, „Eure Kniee [die des Tempelherrn] selber zu umfassen […] (V 1257) Jetzt wird dem Zuschauer/Leser ganz deutlich gemacht, dass Nathan eine Annäherung  zu dem jungen  Mann erreicht hat, denn dieser versichert sich plötzlich dessen Namens, indem er sich korrigiert: „Aber, Jude,- Ihr heißet Nathan? – Aber, Nathan […]“ (V .....

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In der längeren Redepassage des Tempelritters kommt dieser in den Vorwürfen, die er Nathan bildreich in Metaphern u. Personifizieren zuspricht, letztlich zu einer wichtigen Selbsterkenntnis: „Nur sein Gott sei der rechte Gott! […] Wenn hat und wo die fromme Raserei, Den bessern Gott zu haben, diesen bessern Der ganzen Welt als besten aufzudringen, In ihrer schwärzesten Gestalt sich mehr Gezeigt, als hier, als itzt? Wem hier, wem itzt Die Schuppen nicht vom Auge fallen…“ (V 1295-1302) Dem Ritter wird durch seine eigene Rede- und Argumentationskette deutlich, dass er als Franke u.

Christ derjenige ist, der fern der Heimat in ein Land eingefallen ist, um den christlichen Glauben zu verbreiten, den er als Doktrin mit Krieg und Blut durchsetzen wollte, dass er selbst es gewesen ist, der sich der „fromme(n) Raserei“ (V 1297) hingegeben hat und seinen christlichen Gott „Der ganzen Welt als besten aufzudringen“ (V 1299) suchte.

Er versteht plötzlich, in welch` fataler Situation sich die drei Weltreligionen befinden u. er erkennt seine Mitschuld, die aus Fanatismus entsteht. Er bricht unwillkürlich seinen Redestrom ab und erwartet überhaupt keine Antwort von Nathan, weil ihm klar wird, dass die Religionen benutzt  werden, um entgegen ihrer Botschaft zu handeln u. mit dem Antrieb den eigenen Glauben als alleinig wahren zu proklamieren, Menschen vernichtet und Elend u.

Leid über ganze Völker gebracht werden. An dieser Stelle will er sich abwenden u. das Gespräch beenden: „Vergesst, was ich gesagt; Und lasst mich!“ Die Regieanweisung zeigt, dass er den Ort sofort verlassen möchte: (Wi.....

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Er hat eine oft subjektiv begrenzte Perspektive, die psychologisch plausibel gemacht wird. Der Ritter zeigt widersprüchliche Charaktermerkmale : Er hat einerseits edelmütig Recha gerettet u. auch den Mordplan des Patriarchen stolz zurückgewiesen, sich aber andererseits schroff,  abweisend, respektlos u. intolerant dem Juden gegenüber verhalten u. schlimme Vorurteile an den Tag gelegt.

Im Weiteren lässt er sich allerdings von der Kraft aufklärerischer Weisheit im Gespräch überzeugen, weist Einsicht u. Menschlichkeit auf u. wenn er alle angelernten Rollenattribute ablegt, dann offenbart sich der wahre Mensch, kommt dessen wahre Menschlichkeit zum Vorschein.

In der Austragung des Konflikts sind in der symmetrischen Kommunikation, in der die Gesprächspartner gleichberechtigt sind, die unterschiedlichen Kontexte aufgehoben worden.

So ist die thematische Funktion dieser Szene die der praktizierten Versöhnung zwischen Nathan und dem Tempelherrn, also eine Aussöhnung zweier monotheistischer Weltreligionen, also die Vermittlung zwischen Judentum und Christentum. Die Szene ist auch deswegen von Relevanz, weil sie eine erste Andeutung der in der Ringparabel vermittelten Tol.....

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