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Individualisierung in China und Mitteleuropa

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Sociology

University, School

Universität Basel

Grade, Teacher, Year

pass, HS 2016

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Essay

Individualisierung in China und in Mitteleuropa


Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis 2

Materialienverzeichnis 2

1.    Einleitung. 1

2.    Individualisierungsgedanke in Mitteleuropa. 2

3.    Individualisierungsgedanke in China. 5

4.    Vergleiche zwischen dem  Individualisierungsgedanken in China und in  Mitteleuropa  6

5.Schlussfolgerungen. 7

1.    Einleitung

Im folgenden Essay wird über den Individualisierungsgedanken geschrieben. Im Proseminar Organizations and Society präsentierte Lena Berger 2016 Vergleiche zwischen verschiedenen Kulturen. Sie wies daraufhin, dass in China nicht die gleichen Werte herrschen, wie in Mitteleuropa.

Dies belegt Geert Hofstede auf seiner Website mit folgender Grafik[1]:

Ulrich Beck schreibt in seinem Werk Risikogesellschaft: Auf dem Weg in eine andere Moderne im dritten Kapitel Jenseits von Klasse und Schicht über die Individualisierung in Europa (Beck, 1986: 121 ff.). Geert Hofstede fand heraus, dass Menschen aus verschiedenen Staaten, die alle im gleichen multinationalen Konzern arbeiten sich in verschiedenen Bereichen stark unterscheiden.

Ein wichtiger Unterscheidungspunkt ist die Beziehung zwischen dem Individuum und der Gruppe, zwischen Individualismus und Kollektivismus (Hofstede, 1993: 28 f.). In diesem Essay werden nun Parallelen und Unterschiede zwischen dem Individualisierungsgedanken in Mitteleuropa und in China aufgezeigt.

Vor allem die Unterschiede und ihre Ursachen interessieren. Das Ziel des Essays ist es, die Frage „Wieso ist der Individualisierungsgedanke in Mitteleuropa grösser als in China?“ zu beantworten.


2.    Individualisierungsgedanke in Mitteleuropa

Die Individualisierung wird durch den Vorgang, „der die Menschen aus traditionalen Klassenbindungen herauslöst und sie – um ihres materiellen Überlebens willen – zum Akteur ihres eigenen arbeitsmarktvermittelten Lebenslaufes macht“ (Beck, 1986: 123 f.) definiert.

Wenn Klassen an Bedeutung verlieren, wird die Bevölkerung nur noch in Klassifikationen eingeteilt. Diese Zuordnung ist weder wahr noch falsch und der letzte Schritt bevor von individualisierter Gesellschaft gesprochen werden kann (Beck, 1986: 141).


Beck schreibt, dass sich die Ungleichheitsrelationen nach 1960 in Mitteleuropa nicht verändert haben (Beck, 1986: 121). In jeder Klasse und Schicht gibt es aber ein Mehr von lebensbestimmenden Faktoren wie beispielsweise Einkommen und Bildung (Beck, 1986: 122).

Die Abstände treten dann auf einem höheren Niveau wieder konstant ein (Beck, 1986: 142).  Dadurch wird der Lebensstil angepasst und der Klassenbegriff in Frage gestellt (Beck, 1986: 122). Es wird weniger Geld gebraucht um zu überleben, auch Leute aus ärmeren Schichten können sich Luxusgüter leisten (Beck, 1986: 123).

Daneben verringert sich die Erwerbarbeitszeit auf das ganze Leben ausgerechnet (Beck, 1986: 124). Alle Klassen geniessen den Massenkonsum. Das Geld durchmischt die sozialen Kreise (Beck, 1986: 124 f.). Ungleichheiten sind nun nicht mehr Klassen zugeteilt, sondern man spricht von ungleichen Konsumstilen (Beck, 1986: 125).

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Ursachen für diese Neudurchmischung können in der Nachkriegsperiode gefunden werden. Klassen werden durch Solidarisierungen gebildet, die meist bei einer gemeinsamen Verelendung geschehen (Beck, 1986: 132). Nach der Kriegsperiode wird aber der Dienstleistungssektor ausgebaut, was die sozialen Aufstiegschancen der untersten Schichten erheblich stärkt (Beck, 1986: 125).

Die Entwicklung der Mobilität hilft bei der Entwicklung eines persönlichen Schicksals, da sie Bindungen löst (Beck, 1986: 125 f.). Die Frauen treten aus der Rolle der Hausfrau hinaus und begeben sich auch auf den Arbeitsmarkt (Beck, 1986: 126). Durch ihr eigen verdientes Geld, ändern sich Machtbeziehungen und auch sie können sich aus Bindungen herauslösen und stehen als alleiniges Individuum da (Beck, 1986: 126).

Durch die Bildungsexpansion in den sechziger Jahren verschwindet der Analphabetismus beinahe komplett (Beck, 1986: 127). Man kann sich von der eigenen Klasse lösen. Nicht nur Leute mit einer guten Herkunft haben nun die Möglichkeit Karriere zu machen (Beck, 1986: 128).

Menschen werden unabhängiger (Beck, 1986: 129). Durch Grossstadt- oder Kleinstadtsiedlungen werden soziale Schichten gemischt. Aufgrund von lockeren Nachbarschaftsverhältnissen entstehen neue Beziehungen und neue Kontaktnetze, die individuell aufgebaut werden (Beck, 1986: 138).

Individualisierung ist also nicht zwingend gleichbedeutend mit Einsamkeit (Beck, 1986: 138).


Die Ungleichheit wird bewusst gemacht und so politisch. Die Feminisierung wird zum Dauerthema (Beck, 1986: 130). Dies wiederspiegelt sich auch bezüglich der Skalierung Power Distance in der Grafik, welche in der Einleitung präsentiert wurde. In Mitteleuropa nimmt man grundsätzlich Machtunterschiede nicht einfach hin ( 25.11.2016).

In der individualisierten Gesellschaft gibt es sehr viele Abhängigkeiten, was die Risiken erhöht und viele Leute mindestens einmal hart trifft, beispielsweise durch Arbeitslosigkeit (Beck, 1986: 154 f.). So kann auch die relativ hohe Zahl unter dem Aspekt Uncertainty Avoidance verstanden werden in Mitteleuropa.

Man versucht diese Risiken durch vorausschauendes planen wieder zu minimieren und hat Angst davor. Die Leistungsgesellschaft legitimiert soziale Ungleichheiten (Beck, 1986: 159).

3.    Individualisierungsgedanke in China

In fruchtbaren Gebieten wurden vor mehreren Tausend Jahren Reiche geschaffen. China ist das älteste heute noch existierende Reich. Etwa viertausend Jahre kontinuierliche Geschichte liegt dahinter und es überlebte im Gegensatz zu den meisten anderen Reichen (Hofstede, 1993: 26).



In China getraut man sich nicht in allen Bereichen offen die eigene Meinung zu sagen. Vor allem wenn es um die Regierung geht ist es gefährlich und kann es Strafen nach sich ziehen sich kritisch zu äussern. Auch die Pressefreiheit ist eingeschränkt (Hofstede, 1993: 85).

Dass man die Meinung nicht offen ausdrückt ist ein kollektivistischer Faktor. Das „Gesicht“ zu wahren wird in China durch einen eigenen Begriff beschrieben. Es hat einen enormen Stellenwert. So Konfrontationen und Auseinandersetzungen sollten vermieden werden (Hofstede, 1993: 79).

Die Schule lehrt, wie man sich als Mensch anpassen muss, um ins Schema der grossen Gruppe zu passen (Hofstede, 1993: 79 f.). Ein gutes Zeugnis gilt als Ehre und ermöglicht es einem mit Angehörigen von Gruppen mit höherem Status zu verkehren. Dabei ist die soziale Akzeptanz das wichtigste Merkmal und nicht die Selbstachtung (Hofstede, 1993: 80).


Die Leistung ist dabei in China keine geringere als in Mitteleuropa. Sie ist nur anders organisiert, nämlich kollektivistisch als Gruppe (Hofstede, 1993: 81).


China ist ein Land, welches sich am Kommunismus orientiert. Das politische System des Kommunismus fördert den Kollektivierungsgedanken (Hofstede, 1993: 85). Der ehemalige chinesische Staatsvorsitzende Mao Tsetung sagte sogar, dass er im Individualismus ein Übel sehe.

Individualismus sowie Liberalismus seien verantwortlich für Egoismus und verleiten den Menschen dazu persönliche Interessen vor Interessen der Gruppe zu stellen (Hofstede, 1993: 88). Der Einfluss der Konfuziuslehren, welche auch heute noch präsent sind in China, sollte nicht unterschätzt werden als Erhaltungsstütze für den Kollektivismus (Hofstede, 1993: 94).


4.    Vergleiche zwischen dem         Individualisierungsgedanken in China und in         Mitteleuropa


Seit mindestens 10‘000 Jahren gibt es menschliche Gesellschaften. Bauerngemeinschaften entwickelten sich fortschreitend zu Siedlungen, Städten, Grossstädten und teilweise sogar zu modernen Ballungszentren (Hofstede, 1993: 25). Logischerweise gibt es in diesen Entwicklungen Unterschiede (Hofstede, 1993: 25).


Tendenziell sind individualistische Länder reich und kollektivistische arm (Hofstede, 1993: 68). Dass China arm ist, kann hingegen nicht gesagt werden. Der wirtschaftliche Aufschwung Chinas war nicht wie in Mitteleuropa bereits in den 1960-Jahren, sondern begann erst vor kurzem.

Dies ist in Bezug auf China sehr wichtig zu nehmen.


China ist grösstenteils ländlich und traditionell geprägt. Dies ist ein Merkmal des Kollektivismus. Die Grossstädte, welche durch die Industrialisierung eigentlich zu Individualismus neigen sollten bilden in Asien oftmals eine Ausnahme (Hofstede, 1993: 92).

So auch in China. Ebenfalls nimmt das hohe Bevölkerungswachstum eine wichtige Komponente in kollektivierten Gesellschaften, wie China ein (Hofstede, 1993: 94). Dies ist logisch, da in einer Familie mit mehreren Kindern, automatisch ein gewisser Kollektivgedanke vorhanden sein muss unter den Kindern (Hofstede, 1993: 94).


5.Schlussfolgerungen

Es werden allgemeine wirtschaftliche Prosperität und damit verbundene Vollbeschäftigung, Ausbau des Sozialstaates, Institutionalisierung gewerkschaftlicher Interessenvertretung, Bildungsexpansion, Erweiterung Dienstleistungssektors und so eröffnete Mobilitätschancen, Reduzierung der Arbeitszeit vorausgesetzt (Beck, 1986: 133).

Für Hofstede werden die sozialen Klassen vorhanden bleiben, auch wenn sie möglicherweise weniger sichtbar sind (Hofstede, 1993: 32). Da es sich bei Klassen um Kategorien und nicht um Gruppen handelt, kann man sie nicht vollständig durch nationale Kulturen differenzieren.

Sie bilden jedoch eine starke Komponente (Hofstede, 1993: 32).


Dass China sicher stärker individualisieren wird ist anzunehmen. Hingegen ist es unwahrscheinlich, dass es die grundsätzlichen Kollektivierungsmerkmale in naher Zukunft verlieren wird.


Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit ohne fremde Hilfe und nur unter Verwendung der zulässigen Mittel sowie der angegebenen Literatur angefertigt habe.

Basel, 09.02.2017


Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Essay neue As


kte bekannt machen und du hast etwas gelernt. Die Rechte davon gebe ich nicht ab. Du sollst mich, wenn du davon Gebrauch machst in korrekter Weise zitieren und meine Zitate so übernehmen. Viel Spass damit,



[1]              Begriffserklärungen ( 25.11.2016)

         Individualism: Je höher die Zahl, desto unabhängiger und individualisierter sind Gesellschaftsmitglieder.

         Masculinity: Je höher die Zahl, desto starker, desto stärker sind Gesellschaften durch Konkurrenzkampf um der Beste zu sein geprägt. Im Gegensatz sind tiefe Zahlen feminine und damit an der Qualität des Lebens, und sich um andere zu kümmern, orientiert.

         Uncertainty Avoidance: Je höher die Zahl, desto starker fühlen sich die Menschen dieser Gesellschaft bedroht vor unerwarteten Situationen und versuchen diesen vorzubeugen und aus dem Weg zu gehen.

         Long Term Orientation: Je höher die Zahl, desto starker hat die Gesellschaft noch mit Vergangenem zu tun, orientiert sich aber schon an der Zukunft.



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