<
>
swopdoc logo
Download
a) trade for free
b) buy for 6.55 $
Document category

Term paper
History

University, School

Universität Konstanz

Grade, Teacher, Year

2,5. Prof. Reichhardt, 2. Semster, 2014

Author / Copyright
Text by Doreen E. ©
Format: PDF
Size: 0.16 Mb
Without copy protection
Rating [details]

Rating 4.5 of 5.0 (2)
Live Chat
Chat Room
Networking:
0/0|0[-0.5]|2/3







More documents
Eberhard-Karls-­Uni­versität Tübingen Die Darstellung von männlicher und weiblicher Ehre in Clemens Brentanos „Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl“ INHALTSVERZEICH­NIS 1. Die Frage nach der Ehre. 2 2. Ehrbegriff der Großmutter und des Schreibers. 3 2.1 Darstellung der weiblichen Ehre. 5 2.2 Die Darstellung der männlichen Ehre. 6 3. Die weibliche und männliche Ehre als bürgerliche Ehre. 8   1. Die Frage nach der Ehre Wesentlich in Clemens Brentanos Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl ist die Darstellung der Ehre. Die Ehre ist eine „Sache auf Leben und Tod“ Der Ehre werden alle Bereiche des Lebens untergeordnet. Die verschiedenarti­gst­en Vorstellungen des Lesers, aber auch die der Figuren müssen sich einem antiquierten Ehrbegriff, dem Ehrbegriff der Zeit um 1800, fügen. Dieser Ehrbegriff wird festgemacht an Arbeit und Fleiß, Jungfräulichkei­t (bei Frauen), schicker Kleidung, Dienstgrad und Standesehre, Wohlhabenheit, Art der Verwandtschaft, Behandlung eines Pferdes, Begleitumstände­n eines Begräbnisses („ins Grab schießen“), Schätzung, Wert und Ansehen der Personen in den Augen der Mitmenschen, Manierlichkeit (beim Tanz),etc. Die Ehre ist in der Novelle das höchste Ideal und der Antrieb zu menschlichen Handlungen. Die Frage, die sich hierbei stellt, ist, wer entscheidet, was ehrenhaft ist. Um überhaupt auf die
Andeutung und Interpretation von Homosexualität in Fontanes „Die Poggenpuhls“ Das Thema „Homosexualität­“ ist zu Fontanes Zeiten gesellschaftlic­h sehr umstritten und sich zu diesem Thema schriftlich in irgendeiner Weise zu äußern für einen Autor  sicherlich risikoreich. Diese Annahme hat zur Folge, dass homosexuelle Merkmale in Werken wahrscheinlich hauptsächlich indirekt, wenn nicht sogar versteckt bzw. getarnt verwendet werden. Die Interpretation bleibt natürlich ähnlich umstritten, lässt sich aber an in Fontanes „Die Poggenpuhls“ meiner Auffassung nach an einigen Textstellen rechtfertigen. Im Verlauf dieses Essays werde ich die Frage um Leo Poggenpuhls denkbare Homosexualität an ausgewählten Textpassagen behandeln. Zunächst lernt der Leser den „Liebling aller“ als gewöhnlichen jungen Mann kennen, dem die Familie wichtig zu sein scheint. In Bezug zur Mutter und zu den Schwestern wirkt Leo sehr kommunikativ; man könnte ihn fast als „Quasselstrippe­“ bezeichnen: „[.] so ging wenigstens sein Plan, mit der Mutter und Therese weidlich plaudern und über seine Berliner Eindrücke berichten wollte, [.]“ (4, 26). Ob die Eigenschaft im Überfluss zu plaudern hier bereits als Hinweis auf Leos sexuelle Orientierung zu sehen ist, mag fraglich sein, kann aber richtungsweisen­d zu deuten sein. In der zweiten Hälfte des Romans bekommt man jedoch vermehrt den Eindruck, dass Fontane der Figur des

Abgabetermin: 29.September 2014


Proseminar: Gesellschaft und Kulturen im Kaiserreich

Dozent: Dr. Martin Rempe

SS 2014


Homosexualität im deutschen Kaiserreich

Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität


22

88709 Meersburg am Bodensee

MrNr. : 01/87 .

Deutsche Literatur (HF), Geschichte (NF)

Inhaltsverzeichnis


  1. Einleitung … 2

  2. Geschichtlicher Überblick, Erklärung für getrennte Analyse

    zwischen männl. und weibl.

    Homosexualität 3

  3. Analyse männliche Homosexualität …

    3.1 Kollektives Identitätsgefühl bei homosexuellen

    Männern im Kaiserreich …

  4. Analyse weibliche Homosexualität … .

    4.1 Kollektives Identitätsgefühl bei homosexuellen

    Frauen im Kaiserreich … .

  5. Homosexuelle Organisationen und Bewegungen …

  6. Fazit … .


Literatur

Quellen

Biografien

Anhang

Erklärung zur Hausarbeit


1. Einleitung


Die Gesetzeslücken, die uns aus dem Kaiserreich geblieben sind, schließen sich stetig mehr hin zur Gleichberechtigung.

Erst nach Wiedervereinigung Deutschlands wurde der §175 im Jahre 1994 auch für das Gebiet der alten Bundesrepublik aufgehoben. Doch auch zwanzig Jahre später bleibt Homosexualität weiterhin gewöhnungsbedürftig. Als sich vor einem Jahrhundert die Schwulenbewegung herausbildet, waren sechs Modelle der Homosexualität verfügbar: 1. die veredelte Form der griechischen Knabenliebe, 2. die griechische „Freundschaft“ als Grundlage der politeia, 3. die verachteten Sodomiten im christlichen Mittelalter, 4. die kriminalmedizinischen Modelle des Konträrsexuellen, 5. Ulrich´s Urning mit der weiblichen Seele, 6. Hirschfelds Zwischenstufen.

Wo verorten sich bei der Vielzahl dieser Modelle die Betroffenen selbst und wie stehen sie dazu?


Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach Selbstwahrnehmung Homosexueller zwischen 1871 und 1918. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird das Thema der Homosexualität und ihre Herkunft populär.

Die Gesellschaft bietet eine Vielzahl an Antworten: eine Krankheit, eine Geistesstörung, falsche Erziehung etc. .

Selbstzeugnisse geben Aufschluss darüber, wie sich Homosexuelle im deutschen Kaiserreich selbst wahrnehmen und wie sich ein kollektives Identitätsgefühl herausbildet. Dabei soll deutlich werden, wo der Ursprung homosexueller Bewegungen liegt, wie sie organisiert sind und was ihre Ziele sind.


Für diese Analyse werde ich zunächst männliche und weibliche Homosexualität voneinander getrennt anhand von Selbstzeu.....[read full text]


Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Dover, welcher eines der Standartwerke zur

-3-

Auseinandersetzung mit diesem Thema geschrieben hat, daran, dass zum einen die Frau dem Mann gesellschaftlich immer noch untergeordnet wurde, sich demnach nicht auf der gleichen intellektuellen Ebene befand und zum anderen die Knabenliebe zur Erziehung beitragen sollte.6

Das Fazit lautet, dass Beziehungen zwischen erwachsenen Männern und Knaben nicht als widernatürlich galt, was auch die Terminologie der Quellen zeigt, die keinen Unterschied zwischen hetero- und homoerotische Liebesbeziehungen macht.7 Dabei ist zu beachten, dass ausschließlich die klassisch-hellenistische Päderastie zwischen dem eromenos und erastes toleriert wurde.

Elke Hartmann schreibt hierzu in der Enzyklopädie der Antike, Der Neue Pauly: „Wer Männer begehrte, die dem Alter eines eromenos entwachsen waren, wurde als weibisch verspottet.“8

Als berühmteste lesbische Frau der Öffentlichkeit im 7. bis zum Anfang des 6. Jahrhunderts vor Christus galt die Dichterin Sappho.

Obwohl ihre Liebesgedichte an Frauen sich auch noch heute großer Bekanntheit erfreuen, gibt es hingegen kaum weitere schriftliche oder bildliche Quellen über weibliche Homosexualität in der Antike. Eine Ähnlichkeit mit der Agoge der männlichen Jugend hat das Erziehungssystem der jungen Frauen in Sparta, zu dem sich Ernst Baltrusch folgerndermaßen äußert: „Auch für die jungen Mädchen sind besonders enge Beziehungen zu ihren ‚Lehrerinnen‘ überliefert.“9 Der römische Dichter Ovid hingegen war der Meinung, dass gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Frauen überhaupt nicht existiere.10


Das Verständnis im Mittelalter war von dem Glaube geprägt, dass alle Menschen „gleich geschaffen und mit denselben Neigungen und Bedürfnissen ausgestattet“11

Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Schon in der griechischen Antike wurde fast ausschließlich männlicher Homosexualität Aufmerksamkeit geschenkt.

Zeugnisse von weiblichen Betroffenen sind nur in spärlichen Maßen überliefert oder überhaupt vorhanden gewesen. Dazu zeichnet sie sich klar damit aus, dass ihr ein anderer Grad an Toleranz zugesprochen wurde.

Dass im Mittelalter entstandene Bild, dass gleichgeschlechtliche Liebe sündhaft und „unnormal“ sei und gegen den Willen Gottes verstoßen würde, setzt sich bis ins späte 19. Jahrhundert fort.


3. Analyse männlicher Homosexualität im deutschen Kaiserreich


Im beginnenden 20. Jahrhundert wird Homosexualität weniger als Problem einer Minderheit oder als Privatsache gesehen, sondern man betrachtet es als Phänomen, „ das in das Zentrum gesellschaftspolitischer Probleme führt.“17 Es wird die Auffassung vertreten, dass die Verfassung von Volk und Staat unter der sich ausbreitenden Homosexualität zu leiden habe werde.

Ein Beispiel dafür ist die Harden-Eulenburg-Affäre. Man glaubte, „des Fürsten Homosexualität veranlasste diesen, schwache, pazifistische Politik zu verfechten, die den energischen, kriegerischen, Deutschlands Weltmachtstellung besser anstehenden Kurs untergraben habe.“18

Im ausgehenden 19. Jahrhundert tritt sie als Problem in das Blickfeld der Psychiatrie und Sexualwissenschaft, die sich zu dem Zeitpunk etabliert. „Neben die ältere moralisch-religiöse Verdammung, juristische Verfolgung und gesellschaftliche Ausgrenzung traten seit Mitte des 19. Jahrhunderts Erklärungen, die gleichgeschlechtliche Beziehungen auch als medizinisches, biologisches oder psychologisches Problem zu begreifen suchten.

Aus dem Mittelalter geht erfolgreich die Unkenntnis über Homosexualität hervor. „Kaum jemand konnte mit dem Wort (…) etwas anfangen,“19 das erst 1869 von Karl Maria Kertbeny in der Debatte um den Strafgesetzentwurf des Norddeutschen .....

Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Ein Beweggrund, der ihn dazu anleitet ist jener, dass er sich darüber im Klaren ist, dass es andere und weit mehr als anfangs angenommen gibt, die diese mit ihm teilen. In einem Brief an seinen Onkel, der ihm von einer Veröffentlichung abriet, antwortet er mit den Worten: „Ich glaube nämlich die Veröffentlichung meinen armen, nach meinem Standpunkt schuldlos verfolgten Schicksalsgenossen schuldig zu sein.

Mehrere derselben, denen ich meine Idee mitgeteilt, halten die Veröffentlichung für aufs allerdringendste notwendig. Auch drängt es mich meinerseits, endlich einmal offen mit einer Rechtfertigung meiner selbst hervorzutreten gegenüber all' den Demütigungen, die man mir bisher auferlegt hat und denen ich irgend etwas anderes nicht entgegenzusetzen weiß.“24

Ulrichs kommentiert Äußerungen, in denen Männer sich offen über ihre Männerliebe äußern, mit Sympathie.

Seine Theorien wurden weitestgehend hingenommen, doch mit der Figur des Homosexuellen „vollzog sich eine paradoxe Wendung gegenüber der Sexualität: die Dezentrierung des Subjekts gegenüber einer als übermächtig oder bedrohlich erfahrenen Sexualität wurde in den Aufbau von missglückten Identitäten verkehrt.“25 Dem Homosexuellen wurden dabei drei sehr unterschiedliche Charakteristika zugeschrieben: 1. die sexuelle Neigung zum eigenen Geschlecht, 2. die Verweiblichung bzw.

Inversion der Geschlechterrollen und 3. eine degenerative Belastung.

Geprägt sind viele Autobiographien von der Distanzierung von Päderastie (=Analverkehr) und Onanie. Ebenso versuchen sie sich über eine urnische Klasse, die sich quer durch alle Stände, Altersklassen und Bevölkerungen zieht, zu behaupten. Einige von ihnen versuchen einen Bezug auf die Antike zu nehmen und sich damit zu erklären.

Die meisten jedoch schwanken jedoch zwischen unermesslichen Schuldgefühlen und Suizidgedanken und „päderastischem Selbstbewusstsein.“

Ein anonymer Schreiber „formuliert durch die Kenntnis .....

Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

„Wie Ulrichs (…) benutzten sie die Oppositionen angeboren/erworben und natürlich/abnorm als Formeln der Selbstbeschreibung, begriffen diese jedoch in erster Instanz als moralische Wertung und weniger als Versatzstücke einer biologischen Erklärung.“ 29

Einige Textstellen aus autobiographischen Selbstbekenntnissen aus der Psychopathia sexualis zeigen dies besonders:

„Ich war mir bewusst, dass mir dieses angeboren sei, aber im Widersprucg mit der ganzen Welt mich fühlend ( .)“

„Ich kann nicht im Geringsten finden, dass mir mein Zustand als ein unnatürlicher vorkomme( .)“

„Da die meisten Tanten, auch ich, ihre Abnormität keineswegs als Unglück empfinden( .)“

Auch Karl Müller arbeitet in seiner Monographie durch die Analyse solcher Quellen heraus, dass es entscheidende Erfahrungen die Entwicklung einer solchen Selbstinterpretation gab.

Dazu gehörten der Glaube, schon so geboren worden zu sein und niemals anders empfunden zu haben, der Kontakt zu Gleichgesinnten und die Lektüre einschlägiger Werke. 30


3. 1 Kollektives Identitätsgefühl bei homosexuellen Männern im Kaiserreich


Wie schon im vorherigen Kapitel deutlich geworden sein soll, hatten homosexuelle Männer nicht nur die Kenntnis darüber, dass es sie nicht alleine waren, sonder hatten auch Kontakt zueinander.

Durch die andersartig Erziehung der Jungen, die aus ihnen weniger isolierte Bürger als Frauen machte, zeigt, dass sie schon im Kindes- und Jugendalter zu Gleichgesinnten Kontakt herstellen konnte. Viele der Selbstbekenntnisse in der Psychophatia sexualis zeigen, dass Jungen von gleichaltrigen oder älteren Mitschülern oder Freunden

„Ich erschrak darüber heftig, dünkte mich wie ein Verbrecher, entdeckte mich einem 16.....

Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis
This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Für ebenso bedeutsam halte ich die „Selbstbiographie einer Konträrsexuellen: Die Wahrheit über mich“ von E.

Krause, welche 1901 im Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen herausgegeben wurde.34 Rüling und Krause, die sich beide offen zu ihrer Homosexualität stehen Selbstbekenntnissen von Frauen gegenüber, die alle ähnliche sind wie folgende:

„M.F. wurde mit 17 Jahren verheiratet und ist Mutter. Nach inneren Kämpfen bleibt sie in der Ehe; ihr Ehemann bringt Sympathie entgegen, und ihre Freunde brauchen sie ein Beispiel für Resignation und Sublimierung.“35

Diese Quelle ist ein gutes Beispiel zu zeigen, dass in bürgerlichen Familien keine Aufklärung stattfand und vor allem Mädchen „zu asexuelle Wesen erzogen wurden, mit dem Ergebnis, dass sie in geschlechtlichen Dingen in dieser Hinsicht völlig unvorbereitet in die Ehe stolperten.“36 Sie erhielten nur rudimentäre Kenntnisse über die Themen der körperlichen Liebe, Schwangerschaft und Verhütung und darauf, dass junge Bürgerinnen keine vorehelichen Erfahrungen sammelten, achteten die Eltern. 37

Zu erkennen ist, dass sowohl Krause als auch Rüling von einer privilegierten Warte aus berichten und wohl eine gänzlich andere Erziehung genossen.

Rüling, so weit bekannt, genoss ein weitgehend bürgerliche Erziehung, weist aber den Wunsch ihrer Eltern zu heiraten schon früh ab und beginnt schon mit siebzehn Jahren ihre Karriere als Journalistin.

Einmal zufällig sei in ihrer Familie die Rede auf Homosexualität gekommen, wozu sich ihr Vater mit den Worten ,,in meiner Familie kann so etwas nicht vorkommen“, äußerte. Dies macht deutlich, dass in Rülings Familie Homosexualität zwar abgetan wurde, aber dennoch zur Sprache kam.

Krause schreibt in ihrer Selbstbiographie , dass sie die Tochter eines Privatgelehrten ist38, der sie darin unterstützt, die Universität zu besuchen u.....

This page(s) are not visible in the preview.
Please click on download.
Download Homosexualität im deutschen Kaiserreich: Analyse von männlicher und weiblicher Homosexualität und der Entwicklung einer kollektiven Identität
Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
Upload a document and get this one for free
• No registration necessary, gratis

Legal info - Data privacy - Contact - Terms-Authors - Terms-Customers -
Swap+your+documents