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 Hochwasserrisikomanagement und

EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Hochwasserrisikomanagement  4

3. EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie  6

4. Diskussion 8

5. Literaturverzeichnis 10


1. Einleitung

Hochwasser ist ein Teil des natürlichen Wasserkreislaufs, das immer auftreten wird und nicht verhindert werden kann (GRETZSCHEL 2008). Regen, Schneeschmelze, Eisgang sowie Regen auf Schnee sind nach BAUER (1952) die Hochwasser auslösenden Witterungslagen in Europa und bewirken steigende Wasserspiegel in Fließgewässern und an Meeresküsten. Bei Hochwasser handelt es sich um ein schon immer da gewesenes Naturereignis.


Mit der Ansiedlung des Menschen an europäischen Flussläufen vor etwa 6000 Jahren ergaben sich einerseits Vorteile für diesen, da so der lokale Bedarf an Trink- und Brauchwasser gedeckt werden konnte (MÜLLER 2010). Andererseits erwies sich die Nähe zum Gewässer als erheblicher Nachteil, wenn ein Flusslauf über seine Ufer trat und die anliegenden Siedlungen überflutet wurden.

Somit wurde Hochwasser zu einer Katastrophe, die allein der Mensch kennt, da er in den gefährdeten Gebieten siedelt, arbeitet und Werte anhäuft (GRETZSCHEL 2008).


Demnach mussten sich die Anlieger von Flussläufen durch entsprechende Maßnahmen vor den Folgen extremer Hochwasser schützen. Die Rheinbegradigung zwischen 1817 und 1876 durch den Ingenieur Johann Gottfried Tulla (1770–1828) ist als eine der größten Hochwasserschutzmaßnahmen in Europa zu nennen, die bisher durchgeführt wurden (BERNHARDT 2000).

Neben dem Hochwasserschutz erwirkte die Rheinbegradigung zudem Niedrigwasserregulierung und Landgewinnung, welche der Schifffahrt und der stetig wachsenden Bevölkerung dienten (BERNHARDT 2000). Doch die Veränderung der Landschaft, der Gewässerausbau und die Versiegelung (LAWA 2004) führten dazu, dass die natürlichen Hochwassereignisse einen zunehmenden anthropogenen Charakter bekamen.

Die fehlenden Retentionsflächen der Flüsse und die Verminderung der Infiltrationskapaziät der Böden verstärkten die Hochwasserschäden im letzten Jahrhundert (STURM et al. 2001).

Aber auch der Klimawandel trägt seinen Teil zur Verschärfung der Hochwasserrisiken bei. In einer Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesamtes (JONAS et al. 2005) wird darauf hingewiesen, dass es neben dem weltweiten Temperaturanstieg auch zu einer Zunahme der Starkniederschläge im Winter und im Frühjahr in Deutschland kommen wird und somit die Hochwasserereignisse länger, häufiger und intensiver auftreten werden (MÜLLER 2010).


Die extremen Hochwasserereignisse der letzten 20 Jahren an den großen Flüssen Mitteleuropas (Rhein 1993 und 1995, Oder 1997, Elbe 2002 und 2006) forderten zahlreiche Menschenleben und verursachten hohe volkswirtschaftliche Kosten (GRETZSCHEL 2008). Besonders das Augusthochwasser 2002 mit einem Schaden von 18,5 Milliarden Euro (BERZ et al. 2003) machte deutlich, dass das bis dato vorherrschende Sicherheitsdenken bezüglich des Schutzes vor Hochwasser nicht mehr ausreichte.

In Deutschland beruhte der Hochwasserschutz schon vor Tulla bis in die 1990er Jahre vorwiegend auf bautechnischen Hochwasserschutzanlagen wie Deichen und Hochwasserrückhaltebecken und kann somit als veraltet eingestuft w.....[read full text]

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Desweiteren werden die Schadensebene, die rechtliche Ebene und die gesellschaftliche Ebene aufgeführt. Diese Fachdisziplinen beeinflussen sich untereinander unterschiedlich stark und müssen daher genau erfasst und die beteiligten Akteure aktiv miteinbezogen werden. So können sich beispielsweise "nicht nachhaltig aufgeführte Hochwasserschutzmaßnahmen (Maßnahmenebene) nachteilig auf eine Verschärfung des Abflussverhaltens (Prozessebene)" (MÜLLER 2010) auswirken.

Durch diese Wechselbeziehungen und die zeitliche Variabilität des Hochwasserrisikos ergibt sich die Erforderniss bei der Erarbeitung des integrierten HWRM unterschiedliche Risikosteuerungsstrategien aufzustellen. Ziel des integrierten HWRM ist es "neben der Risikoakzeptanz die größtmögliche Vermeidung, Verminderung oder Begrenzung des Hochwasserrisikos unter Beteiligung aller Betroffenen und Akteuren aller Ebenen, mit allen verfügbaren Mittlen, in allen Phasen des Risiko-kreislaufs zu erreichen" (MÜLLER 2010).


Doch bevor Risikosteuerungsstrategien entwickelt werden können, müssen die Risiken die vom Hochwasser ausgehen zunächst identifiziert und analysiert werden. Die primäre Frage richtet sich nach dem Ausmaß der Wirkung eines Hochwassers und wird unter Risikoanalyse zusammengefasst (MÜLLER 2010).

Hierbei gilt es besonders extreme Hochwasserereignisse der Vergangenheit zu untersuchen, dessen Auswirkungen zu registrieren sowie Worst-Case-Szenarien aufzustellen um die potentiellen Konsequenzen eines zukünftigen Hochwasserereignisses auf die Schutzgüter Gesellschaft, Güter und Umwelt zu prognostizieren (GRETZSCHEL 2008).


Daraus abzuleiten ist die Bewertung der erfassten Risiken, welche einerseits die Akzeptanz der sich aus dem Hochwasserereignis ergebenden Folgen beinhaltet (Risikoakzeptanz) und andererseits festlegt, welche Effekte auf die Schutzgüter nicht zu tolerieren sind. Zudem wird geprüft, welche Sicherheit zu welchem Preis gewährleistet werden kann und eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt (MÜLLER 2010).

Der Nutzen von Maßnahmen der Gefahrenreduzierung ist mit den entstehenden Kosten zu vergleichen und innerhalb verschiedener Entscheidungsalternativen abzuwägen (GRETZSCHEL 2008).


Nach dieser Vorbereitung beginnt das eigentliche Risikomanagement, das die unterschiedlichsten Risiken bewusst steuern soll. In diesem Zusammenhang lautet die zentrale Frage "Was passiert, wenn es passiert?" (DKKV 2003) um das Restrisiko abzuwägen, falls die Maßnahmen der Gefahrenreduzierung nicht greifen.

Daher muss vorausschauend gehandelt werden um das bestehende Risiko optimal zu verringern und um das Restrisiko weitgehend zu beherrschen. Auf Grund der Komplexität und der Interdisziplinarität des integrierten HWRM werden entsprechend verschiedene Risikosteuerungsstrategien angewendet wie beispielsweise die Risikovermeidung, -verminderung, -begrenzung, -übertragung und -akzeptanz um das Hochwasserrisiko zu verringern.

Diese Teilaspkete finden sich in unterschiedlicher Ausprägung in den Phasen Bewältigung, Regeneration und Vorsorge des HWRM-Kreislaufes, der in Abbildung 1 dargestellt wird und nochmals den iterativen Proze.....

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Risikobewertung statt sowie die vorbereitenden Schritte für die oben genannten Risikosteuerungsstrategien.


Die Hochwasservorsorge beziehungsweise -vorbeugung dient der Begrenzung der Empfindlichkeit gegenüber Hochwasserereignissen. Da in dieser Ausführung bei dem Hochwasserereigniss begonnen wurde, gilt es nun bei der Vorsorge aus den gemachten Erfahrungen zu lernen und entsprechende Präventionen für das nächste Hochwasserereigniss zu erarbeiten und das Hochwasserrisiko weiter zu vermindern.

In Folge der Komplexität der HWRM werden nun Handlungen auf den verschiedenen Ebenen erforderlich, wie beispielsweise der natürlicher Hochwasserschutz auf der Prozessebene, durch die Schaffung von Auenbereichen für den natürlichen Wasserrückhalt oder die Vorbereitung der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes auf der Maßnahmenebene für eine verbesserte Hochwasserbewältigung (MÜLLER 2010).

Als Konsequenz der Vorsorge sollte nun beim nächsten Hochwasserereignis eine entsprechende Reduktion des Hochwasserrisikos stattgefunden haben. Es wird deutlich, dass das HWRM als Querschnittsaufgabe betrachtet werden muss und nicht sektoral bewältigt werden kann (GRÜNEWALD 2009).


3. EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie

Der gesellschaftliche Wandel von einer Sicherheitsgesellschaft hin zu einer Risikogesellschaft im Bereich der Wasserpolitik wurde im Jahr 2007 mit der EG-Richtlinie 2007/60/EG über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken, im allgemeinen Sprachgebrauch auch Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) genannt, politisch umgesetzt (GRETZSCHEL 2008) und somit die Grundlage für ein integriertes Hochwasserrisikomanagement auf europäischer Ebene geschaffen (MÜLLER 2010).

Man erkannte, dass Hochwasser die wirtschaftliche Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft ernsthaft gefährden und existenzbedrohend sein können (MÜLLER 2010). Da in der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL 2000) aus dem Jahr 2000 die Verringerung des Hochwasserrisikos kein Hauptziel darstellt, erwies es sich als erforderlich eine eigenstände Richtlinie (RL) zu erar.....

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Damit wird die Grundlage für das weitere, regional angepasste Vorgehen zur Risikoverminderung geschaffen sowie die Voraussetzung zur Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen, die die HWRM-RL fordert. HWRM-Pläne enthalten jene Maßnahmen, die primär der Verringerung potenzieller hochwasserbedingter nachteiliger Folgen für die Schutzgüter zugutekommen.

Sie dienen als Konglomerat von Informationen, die wichtig für die Zielerreichung sind. Dazu gehören unter anderem die Gefahren- und Risikokarten, die Festlegung und Beschreibung von regional-spezifischen Zielen unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels sowie die Bewertung von Maßnahmen zur Risikoverminderung hinsichtlich ihrer Kosten-Nutzen-Wirksamkeit.

Bei der Erarbeitung von HWRM-Plänen sollen alle Aspekte des HWRM berücksichtigt werden, wobei Vermeidung, Schutz und Vorsorge im Vordergrund stehen (HWRM-RL 2007). In Anlehnung an den kohärenten Ansatz der WRRL und im Interesse der Solidarität sollen die Maßnahmen flusseinzugsgebietsweise, über administrative Grenzen hinweg, gemeinschaftlich beschlossen werden, um somit dem Oberlieger-Unterliegerprinzip Rechnung zu tragen (HWRM-RL 2007).

Die HWRM-Pläne sollen von allen Mitgliedsstaaten bis zum 22. Dezember 2015 erstellt werden und anschließend alle sechs Jahre geprüft und überarbeitet werden. Dabei gilt es die zuvor erlassenen Maßnahmen in ihrer Wirksamkeit zu überprüfen, zu bewerten und gegebenenfalls zu überarbeiten sowie eventuell erforderliche zusätzliche Maßnahmen aufzustellen (HWRM-RL 2007).

Dieser Planungszyklus von sechs Jahren gewährleistet allen Mitgliedsstaaten eine gewisse Planungssicherheit und ermöglicht ein flexibles Reagieren auf neue Situationen, wie es analog in der WRRL angewendet wird (KLAUER et al. 2008). Zudem erfordert die HWRM-RL durch ihre "periodisch anstehenden Überprüfungen, Neubewertungen und Aktualisierungen eine ständige Auseinandersetzung mit dem Hochwasserrisikomanagement, was zum Erhalt eines angemessenen Hochwasser-risikobewusstseins beiträgt" (MÜLLER 2010).

Dieses Bewusstsein soll unter anderem auch durch die Beteiligung der Öffentlichkeit in der Bevölkerung lanciert werden. Die Akzeptanz und Transparenz von Planungsprozessen sind seit Jahren ein Anliegen des europäischen Rechts (JEKEL 2003) und entsprechend findet man die Beteiligung der Öffentlichkeit als Bestandteil aller jüngeren EG-Richtlinien.

Auch in der HWRM-RL wird explizit darauf hingewiesen, dass die Öffentlichkeit aktiv zu beteiligen ist und Zugang zu der ersten Bewertung des Hochwasserrisikos, zu den Hochwasser-gefahrenkarten, den Hochwasserrisikokarten und den Hochwasserrisikomanagementplänen zu erhalten hat (HWRM-RL 2007). So dienen beispielsweise die Gefahren- und Risikokarten nicht nur als Grundlage für die HWRM-Pläne, sondern auch zur Stärkung des Risikobewusstseins der gefährdeten Bevölkerung (HAGEMEIER-.....

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Doch liegt es im Ermessen der Mitgliedsstaaten die Phasen Bewältigung und Regeneration bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht einzugliedern, da die HWRM-RL darauf verweist, dass die "Hochwasserrisikomanagementpläne [ .] alle Aspekte des Hochwasserrisikomanagement [erfassen]" (HWRM-RL 2007) sollen. Somit kann durch die konsequente Anwendung des integrierten HWRM eine vollständige fachliche Umsetzung der HWRM-RL erfolgen (MÜLLER 2010) und eine Synthese beider Konzepte ist möglich.


Die HWRM-RL ist somit die"rechtsverbindliche Vorgabe, die den fortlaufenden und iterativen

Prozess des integrierten Hochwasserrisikomanagements in Europa initiieren, befördern und

am Laufen halten will" (MÜLLER 2010). Auch wenn es sich bei der Richtlinie um eine formal recht schlanke Richtlinie handelt, ergibt sich ein breites Handlungsfeld um die Erfordernisse des Hochwasserrisikomanagements zu erfüllen, wie es durch die Darstellung des integrierten HWRM und der HWRM-RL deutlich geworden sein sollte.

Da der Paradigmenwechsel von Sicherheitsdenken zur Risikokultur erst kürzlich stattgefunden hat, werden noch viele Detailfragen rechtlicher, naturwissenschaftlicher und sozial-wissenschaftlicher Art zu lösen sein (MÜLLER 2010). Die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser versucht in dieser Hinsicht Empfehlungen zur Umsetzung des HWRM in Deutschland zu geben wie beispielsweise zur Erstellung von Hochwassergefahrenkarten und -risikokarten (LAWA 2010b) sowie zur Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen (LAWA 2010a).


Nach HAGEMEIER-KLOSE & WAGNER (2009) ist die Risikokultur, als Fundament der Idee Hochwasserrisikomanagement, jedoch noch nicht vollkommen in der deutschen Wasserwirtschaft angekommen. So wird die Auswahl von Überschwemmungsgebieten vorwiegend auf das gewünschte Sicherheitsniveau gestützt, indem man die sogenannte Jährlichkeit des Ereignisses zur Bemessung heranzieht, während das Schadenspotential nicht systematisch berücksichtig wird.

Dagegen sollte bei der konsequenten Umsetzung des Risikoansatzes das einheitliche Schutzniveau aufgegeben werden, was bedeutet, dass Räume mit hohem Schadenspotential wie Städte, deutlich besser geschützt werden sollten, als solche mit niedrigerem Schadenspotential wie Gemeinden (HAGERMEIER-KLOSE & WAGNER 2009). Gemäß eines rationalen HWRM müssten so im Katastrophenfall bewusst Deiche in gering besiedelten Gegenden zerstört werden um erheblich größere Schäden in flussabwärts gelegene.....

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Neben den Auswirkungen des Klimawandels auf Wetterlagen und Niederschläge gilt es ferner weitere globale Fragen des HWRM zu klären. So nennt MÜLLER (2010) unter anderem die Auswirkung der demographischen Entwicklung auf die Siedlungsdichte, Bevölkerungsdichte und das Schadenspotential sowie die Auswirkungen von Langzeitprozessen wie dem Hochwasserrisikobewusstsein.


Die bis vor 2002 überwiegende Betrachtung von Einzelprozessen oder ausgewählten Kombinationen von Prozessen für den Hochwasserschutz in den einzelnen Fachdisziplinen erwiesen sich in der Erfahrung als unbrauchbar (MÜLLER 2010). Daher lässt sich letztlich festhalten, dass nur eine "ganzheitliche Betrachtung des gesamten Hochwasserrisiko-kreislaufes und das ressort- und grenzübergreifende Handeln aller vom Hochwasser Betroffenen zu einer möglichst großen Hochwasserisikoverminderung, -begrenzung, [ .] -vermeidung [und -akzeptanz] und damit zur Minimierung der Hochwasserschäden führen kann" (MÜLLER 2010).

Der Erfolg des HWRM hängt eindeutig vom integriertem Ansatz, einem besseren Verständnis von den Flusssystemen, einer besseren Verwaltung sowie einem umfassendenden Hochwasserkatastrophenmanagement ab (GRETZSCHEL 2008).


5. Literaturverzeichnis


BAUER, L. (1952): Hydrologie des Flußgebietes von Unstrut und Gera unter besonderer Berücksichtigung der Hochwassererscheinungen und des Einflusses von Kahlschlagflächen auf die Wasserführung. Inaugural-Dissertation. Jena.


BERNHARDT, C. (2000): Die Rheinkorrektion. In: Der Rhein. Bürger im Staat. Jg. 50. S. 76-81.


BERZ, G.; LOSTER, T.; WIRTZ, A. (2003): „topics – Jahresrückblick Naturkatastrophen 2002“. 10. Jahrgang. Münchener Rückversicherungsgesellschaft. GeoRisikoForschung. München.


DKKV, DEUTSCHES KOMITEE FÜR KATASTROPHENVORSORGE E.V. (2003): Hochwasservorsorge in Deutschland: Lernen aus der Katastrophe 2002 im Elbegebiet. Bonn.


GRETZSCHEL, M. (2008): Kommunale Hochwassermanagementsysteme als Baustein zur Umsetzung der Europäischen Hochwasserrichtlinie. Bericht 18. Reihe der Berichte des Fachgebiets Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Kaiserslautern. (SHAKER Verlag). Kaiserslautern.


GRÜNEWALD, U. (2009): Hochwasser-Risiko-Management – aktueller Forschungsbedarf. In: Tagungsband zur 1. Veranstaltung des Forums der EU-HWRM-RL am 26. Juni 2009 in Dresden. Berichtsreihe des Forums zur Europäischen Hochwassermanagementrichtline. Band 1. S. 93-101. .....

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KLAUER, B.; RODE, M.; PETRY D. (2008): Flussgebietsmanagement nach EG-Wasserrahmenrichtlinie. (Metropolis). Marburg.


LAWA (2004): Instrumente und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der Leitlinien für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz. Länderarbeitsgemeinschaft Wasser. Düsseldorf.


LAWA (2010a): Empfehlungen zur Aufstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen. Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser. Dresden.


LAWA (2010b): Empfehlungen zur Aufstellung von Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten. Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser. Dresden.


MÜLLER, U. (2010): Hochwasserrisikomanagement. (Vieweg+Teubner Verlag). 1. Auflage. Wiesbaden.


STURM, K.; GLASER, R.; JACOBEIT, J.; DEUTSCH, M.; BRAZDIL, R; PFISTER, C.; LUTERBACHER, J.; WANNER, H. (2001): Hochwasser in Mitteleuropa seit 1500 und ihre Beziehung zur atmosphärischen Zirkulation. In: Petermanns Geographische Mitteilungen. Jg. 145. 2001/6.


WRRL (2000): Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich .....

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