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Hauptsache weit von Sibylle Berg - Analyse

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German studies

University, School

Gymnasium Schloß Neuhaus Paderborn

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2 2014

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Hauptsache weit von Sibylle Berg

Analyse der Kurzgeschichte


 „Die Kurzgeschichte ist das Chamäleon der literarischen Gattungen.“ Sagt Hans Bender einmal. Die Geschichte „Hauptsache weit“ von Sibylle Berg ist in hervorragendes Beispiel für die Komposition und Wirkungsweise einer Kurzgeschichte. Diese erkennt man meist an ihrer Offenheit. Der Leser wird ohne große Einleitung direkt in die Erzählung gestoßen.

Hier wird außerdem der Name der Hauptperson nicht genannt und man erfährt sehr wenig von seinem früheren Leben. Auch das Ende ist offen. Ein weiteres Merkmal ist der Zeitpunkt, zu dem die Handlung stattfindet. Es ist wahrscheinlich einer der bedeutendsten Punkte im bisherigen Leben der Hauptperson. Es handelt sich wohl um einen Wendepunkt, der sein weiteres Leben erheblich beeinflussen wird.

Trotzdem ist der Protagonist, wie das in vielen Kurzgeschichten der Fall ist, kein Held. Es handelt sich um einen recht normalen Jungen, der gerade erwachsen wird oder geworden ist.

Dies und der fehlende Name tragen dazu bei, dass man die Geschichte universell sehen kann. Sie kann auf andere Menschen übertragen werden, denn dieser Text wurde nicht geschrieben, als wäre sie ein besonderer Einzelfall. Ein weiteres Merkmal der Kurzgeschichte ist die Simultaneität der Handlung. Die Autorin springt in ihrer Erzählung mehr als einmal in die Vergangenheit, indem sich der Junge an die Zeit vor seiner großen Reise erinnert.

So kann sich der Leser besser in seine Gefühlswelt hineinversetzen. Die Geschichte handelt von einem „Jungen“ (Z. 4) oder jungen Mann von 18 Jahren, der ab der ersten Zeile von der Autorin bzw. dem auktorialen Erzähler nur „er“ genannt wird. Er ist mit der Schule fertig und möchte nun sein Leben genießen, indem er seine dreimonatige Reise durch Asien antritt.

Allerdings macht ihm die Fremde zu schaffen: das Essen, die Kultur, der Schmutz. Er vermisst seine Sprache und wünscht sich nichts sehnlicher, als aus seiner Anonymität zu fliehen. Er vermisst Dinge, die ihm früher nicht so wichtig waren: deutsches Fernsehen, „Klatschgeschichten“ (Z. 36) und das Internet. Dann entdeckte er ein Internetcafé und während er am Computer sitzt, fühlt er sich nach langer Zeit wieder geborgen.

Sibylle Berg wurde 1962 geboren, die Geschichte schrieb sie 2001. In dieser Zeitspanne unterlag Deutschland einiger sowohl technischer als auch mentaler Veränderungen. Es entstand ein neuer Zeitgeist, der ständig neue Fortschritt rückte gerade um die Wende zum Jahr 2000 besonders in den Vordergrund. Doch dem Thema werde ich mich später erneut zuwenden. Die Geschichte beginnt mit den Worten „Und weg, hatte er gedacht.“.

Dies ist der tragende Gedanke, der Gedanke, mit dem die Misere des Jungen beginnt. Er fand die Vorstellung verlockend, ein fremdes Land zu entdecken. Er hatte das Gefühl, „sein Leben hatte noch nicht begonnen“ (Z. 2). Er wollte der Enge entfliehen, die in seinen Augen von der Schule ausging und von seiner Heimat. „Das ist so eng, so langweilig.“ (Z. 18). Die Anapher verstärkt den Eindruck, den der Leser vom Lebensgef.....[read full text]

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Es drängt sich ihm der Gedanke auf, dass er in wenigen Tagen in Laos sein wird, die nächste Station seiner Reise. Doch er möchte nicht weiter. Ihm ist nach Weinen zumute, doch nicht mal aufs Bett werfen kann er sich, weil er sich zu sehr vor dem Dreck ekelt. Auch fernsehen kann er nicht, weil er ja nichts versteht und ihm alles fremd ist. Das ist in seinen Augen „das Zeichen, dass man einsam ist“ (Z. 31).

Hier kommt zum Ausdruck, wie sehr alle Menschen heute an das Zeitalter der modernen Technik gewöhnt sind.

Ein junger Mann ist mit dem ständigen Informationsüberfluss aufgewachsen und vollkommen damit vertraut. Er vermisst es sogar, ständig mit unwichtigen Neuigkeiten versorgt zu werden. Er sehnt sich nach „Stefan Raab, nach Harald Schmidt“, die ihm zwar in seiner Situation absolut nicht helfen könnten, aber das Gefühl der Fremdheit nehmen würden, ihm etwas geborgenheit schenken könnten.

Er hat das Gefühl, „dass er gar nicht existiert, wenn es nichts hat, was er kennt“ (Z. 35). Dieses Gefühl entsteht durch die ständige Fremde. Er kann niemanden verstehen und wird von niemandem verstanden und dieser Gedanken bedrängt ihn noch mehr. Die Autorin fügt jedoch oft Sätze an wie: „Denkt er“. Damit will sie dem Leser scheinbar vermitteln, dass dem nicht so ist.

Dass der Junge eigentlich gar nicht so unbedeutend und fremd ist, wie er denkt. Während er seinen Gedanken nachhängt, geht der Junge scheinbar traumwandlerisch auf die Straße und betritt ein Cafe, wo er sich allerdings auch nicht besser oder gebrogener fühlt, sondern trotz Menschen wie der Serviererin weiterhin fremd. Schließlich spricht niemand seine Sprache und es gibt kein ihm vertrautes Essen.

Seine Gefühle, seine Einsamkeit werden dem Leser deutlich durch die Wiederholung des Wortes „fremd“ (Z. 40). Er steigert sich in die Verzweiflung hinein. Würde er sterben, würde es niemanden interessieren „und niemand .....

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Ihnen schreibt er, „dass es ihm gut gehe“ (Z. 56) und seine ganzen bisherigen Probleme werden auf einmal ganz klein. Er ist auch plötzlich völlig unbeeindruckt von den „Insekten so groß wie Meerkatzen“ (Z. 58) auf dem Boden. Diese Hyperbel zeigt, wie schlimm sie noch vor wenigen Augenblicken für ihn waren und dass sie ihm auf einmal egal sind. Er fühlt sich so geborgen in dieser virtuellen Realität, dass „die fremde Welt um ihn verschwimmt“ (Z. 61).

Es ist für ihn eine solche Wohltat aus der echten Welt zu flüchten, dass der Bildschirm sogar mit einem „weichen Bett“ verglichen wird (Z. 62f). Wie er noch vor einigen Wochen dachte, er würde sich lebendig fühlen, wenn er durch Asien reise, so fühlt er sich jetzt lebendig, wenn er Sachen tut, die ihm früher nie so wichtig, sondern nur kleine Details seines Alltags waren.

Das Internet hat für ihn in dem Moment allerdings keine Bedeutung von Spiel und Spaß, wie man das von vielen Jugendlichen kennt. In dieser Nacht ist das World Wide Web tatsächlich so wichtig, weil es weltweit ist. Er nutzt seine Funktion als grenzenübergreifende Einrichtung, durch die der Nutzer, egal in welchem Land er sich befindet, da sein kann, wo er möchte.

Es überbrückt die Distanz zur Heimat und schafft Vertrautheit. In den letzten Jahren sind in unserer Gesellschaft zwei Dinge sehr wichtig geworden, besonders bei Jugendlichen: ständiger Anschluss und telekommunikative Vernetzung und der Anspruch, anders zu sein. Jugendliche träumen davon, etwas Besonderes zu sein, bemerken dabei allerdings oft nicht, dass es zum Gruppenzwang wird, außergewöhnlich zu sein.

So singt auch der Musiker Farin Urlaub schon sehr treffend: „Alles, was wir so anstellen, um anders zu sein als die anderen, ist nichts als Schein.“ Ein ähnlicher Gedanke muss auch den Protagonisten überkommen haben. Aber ich denke, gerade eine solche Erfahrung kann sehr förderlich für die Reife eines Menschen sein. Jeder Mensch braucht schlechte Erfahrungen, um sie später vermeiden zu können.

Dabei meine ich nicht, dass eine Erfahrung wie eine Ländertour schlecht ist. Sie ist zwar in dieser Geschichte ein negatives Erlebnis, doch kann sie mitunter auch eine sehr .....

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