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Spanish

University, School

Hochschule Bielefeld

Grade, Teacher, Year

2,0, 2014

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Geschichte der italienischen Migration nach Argentinien

Und die sprachliche Auswirkung


Seminararbeit


Inhaltsverzeichnis


1.

Einleitung .2 - 3

2. Einwanderung 3 - 10

2.1 Anfänge der vieja inmigración 4 - 6

2.2 Der Erste Weltkrieg 6 - 7

2.3 Zwischen zwei Kriegen… 7 - 8

2.4 Zweiter Weltkrieg bis heute .8 - 10

2.5 Gründe der Emigration 10

3. Caos lingüístico .11 - 17

3.1 Das Cocoliche – Definition und Entstehung .12 - 14

3.2 Theater oder Realität? .14 - 17

3.3 Sprachliche Entwicklungen… .18 - 24

3.3.1 Phonetik .19 - 20

3.3.2 Lexik 20 - 21

3.3.3. Morphologie .21

3.3.4. Syntax .22 - 24

4. Anpassung an die neue Heimat .24 - 29

4.1 Integration und Institutionen .24 - 28

4.2 Italienische Familiennamen 28 - 29

5. Konklusion . 29 - 30

    1. Einleitung


Argentinien ist seit jeher geprägt von der italienischen Sprache – im Sprachgebrauch tauchen ab und zu italienische Wörter auf und auch die Gestik beim Sprechen scheint von den Italienern übernommen worden zu sein.

Ein Großteil der Bevölkerung trägt bis heute italienische Nachnamen – Dolce, Caretta und Marianetti sind unter anderem zwischen den Argentiniern anzutreffen.

Viele ihrer Großeltern kamen nach Argentinien, um ihre Träume zu verwirklichen und sich eine Existenz außerhalb Europas aufzubauen.

Heutzutage wissen nur wenige Argentinier über die Auswanderungen von damals Bescheid, viele vermuten die Weltkriege als größten Auslöser für die früheren Emigrationswellen.

In der folgenden Arbeit werde ich dieses Thema aufgreifen und die Einwanderungssituation von 1860 bis heute nach Argentinien analysieren.

Zunächst gehe ich auf die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg ein, in denen Argentinien seine Grenzen mit der nationalen Konstitution Mitte des 19ten Jahrhunderts für alle Einwanderer öffnete.

Anschließend beschreibe ich die Situation der Italiener im Heimatland ab 1914 und die Frage, ob der Weltkrieg tatsächlich einen so großen Einfluss auf die Auswanderung hatte und ob Flucht einen Ausweg darstellte.

Darauffolgend beziehe ich mich auf die Jahre zwischen den zwei großen Kriegen, mit Blick auf den Faschismus angeführt von Benito Mussolini und ob die Emigration dadurch blockiert wurde oder anstieg. Man geht eher davon aus, dass die Faschisten gegen die Emigration waren, damit die Italiener blieben und sich ihrer Sache annahmen und für den Faschismus kämpften.

Zuletzt gehe ich auf die Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg ein und was für Auswirkungen er hatte.

Im Anschluss werde ich kurz die Gründe der Auswanderung schildern, um danach auf die Eingliederung der Italiener in Argentinien überzugehen.

Konnten sich die Immigranten schnell in die Gemeinschaften der Argentinier integrieren oder spalteten sie sich klar von den Bewohnern ab?

Welche Berufe übten sie aus und wie stand es mit den Nachkommen?

Im letzten Teil der Arbeit werde ich die Sprachsituation der Italiener untersuchen – konnte sie sich trotz ihrer Sprache schnell eingliedern?

Was war das Cocoliche und wie entstand es? Welche Bedeutung hatten die Kultur und das Theater in diesem Zusammenhang?

Ich werde diese Diglossiesituation erläutern und die Eigenartigkeit des Cocoliches in Phonetik, Lexik, Morphologie und Syntax durch Beweise belegen.


  1. Einwanderung


Die Reise nach Argentinien trat kein Auswanderer ohne seine drei Schätze, die er niemals in der Heimat hätte zurücklassen können, an: einen Koffer voller Träume, die eigenen Sachkenntnisse und jene dialektale Art der Kommunikation, die noch nicht von der Einführung des Fernsehens verseucht war.1

Man kann die Immigration nach Argentinien grob in zwei verschiedene Ströme einteilen: Zum einen die vieja inmigración, die sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ausdehnte und zum anderen die nueva inmigración, die von 19.....[read full text]

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Im Jahr 1887 waren nur 47,4% der Gesamtbevölkerung Argentinier (205.334 Bewohner), dicht gefolgt von den Italienern, die mit 139.166 Einwohnern einen Prozentsatz von 32,1 ausmachten. An dritter Stelle standen die Spanier mit 9,1% und 39.562 Einwohnern – zu dieser Zeit belief sich Argentiniens Bevölkerung auf 433.375 Personen.15

Es war unmöglich festzustellen, wie viele Menschen wirklich zu den Argentiniern zählten, weil die Nachkommen der Emigranten Spanisch nicht als Erstsprache lernten, da 1887 der größte Teil der Kinder und Jugendlichen in Buenos Aires europäische Wurzeln hatte.16

In den Jahren von 1876 bis 1899 betraten allein 1.522.234 Immigranten, davon 937.647 Italiener, argentinischen Boden – mehr als zwei Drittel waren Bauern, ein Achtel Feldarbeiter und der Rest Handwerker, Künstler und Kaufleute.17

Mit dem Bevölkerungsanstieg verwandelte sich zudem in wenigen Jahrzehnten das Aussehen der Stadt: es wurde ein neuer Hafen gebaut, die Straßenbahnen wurden elektrisch und deren Netze ausgedehnt, die Vorstadtstrecken der Eisenbahnen wurden weiterentwickelt und es entstanden U-Bahnen und Buslinien.18


    1. Der Erste Weltkrieg


Der Erste Weltkrieg führte zu einem drastischen Rückgang der Einwanderungszahl: während in 1913 215.871 Personen ankamen, sank die Zahl ein Jahr später auf 76.217 ab.19 Der Einfluss des Krieges entmutigte die Menschen vom Auswandern, denn sie wollten keine wichtigen Entscheidungen treffen in diesen ungewissen Zeiten – vor allem, da die Emigration auch mit einer Trennung der Familie einherging.20 Hinzu kamen die unsichere Ozeanüberquerung und die staatliche Aussetzung der Auswandererlaubnis.21

Viele waren nicht bereit das Risiko nicht wieder zurück in die Heimat zu gelangen, beispielsweise durch Verlängerung des Krieges, auf sich zu nehmen; andere wiederum emigrierten, um den Militärdienst zu vermeiden – in Italien waren dies Rechtsbrecher.22

Erstaunlich ist, dass während des Weltkrieges 32.000 Italiener mit Wohnsitz in Argentinien den Aufruf zur Beteiligung am Krieg folgten und in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehrten, um in den Krieg zu ziehen.23

Kurz nach Italiens maßgebendem Sieg wurden die verheerenden Kriegsfolgen in beiden Ländern drastisch spürbar, diese gipfelten im Januar des Jahres 1919 in einer Hyperinflation und fanden ihren Höhepunkt in der von den Argentiniern benannten semana trágica.24

Kurze Zeit später stieg die italienische Emigration wie auch die Wirtschaft Argentiniens langsam aber sicher an. Im Jahr 1922 trug außerdem die neue Gesetzgebung der Vereinigten Staaten von Amerika, die die Einreise der Italiener und andere Gruppen streng unter Strafe stellte und so die Einwanderströme nach Nordamerika drastisch bremste, dazu bei. Argentinien wurde unter anderem zum alternativen Reiseziel auserkoren und 1923 erreichte die Immigrantenzahl mit 91.992 den Höhepunkt der Dekade.25

    1. Zwischen zwei Kriegen


Im Oktober 1922 kamen Benito Mussolini und die Faschisten in Italien an die Macht, was für das Land viele Änderungen bedeutete und auch Auswirkungen auf die italienischen Gemeinschaften in Argentinien, zu denen die Faschisten eine starke Verbindung hatten, zur Folge hatte. Sie wollten die Auswanderung in ein brauchbares Instrument für die Expansions- und Imperialpolitik Italiens verwandeln – einer.....

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Ab diesem Jahr gab es drastische Änderungen, da ein gewaltiger Einwanderungsstrom nach Argentinien Einzug hielt. Wenn er auch nicht von so langer Dauer war wie die vieja inmigración und es nicht die Anzahl war, auf die die Argentinier spekuliert hatten, so half es doch la vida italiana in Argentinien wiederzubeleben.38

In den nachfolgenden fünf Jahren kamen rund 330.000 Italiener nach Argentinien und mit dem neuen Handelsabkommen von 1952 zwischen Italien und Argentinien hoffte man auf weitere 500.000 Immigranten.

Entgegen den Erwartungen fanden sich in diesen Jahren lediglich 118.000 Italiener ein und von 1957-1961 siedelten sich noch weitere 39.000 an.

Auffällig ist, dass die Rückkehrer die Ankömmlinge in immer größeren Maßen überstiegen. Nichtsdestoweniger war das Resultat des Migrationsprozesses in der Nachkriegszeit trotzdem anfänglich erfolgreich, schon dadurch, dass von der Gesamtzahl der emigrierenden Italiener 24% Argentinien als neue Heimat auserkoren. Diese Zahl fiel jedoch von Jahr zu Jahr immer weiter ab, sodass 1960 nur 3% der Auswanderer Italiens ihren Weg nach Argentinien fanden – hingegen bei stetigem Anstieg der Einwandererzahlen: 1.600.000 zwischen 1956 und 1960.39 Die ununterbrochen steigende Anzahl der Immigranten, die während dieser Jahrzehnte im Hafen von Buenos Aires landeten, hatte markante kulturelle und soziale Auswirkungen auf das Leben der Bürger Argentiniens.

1980 jedoch brachte die Volkszählung das Ergebnis, dass etwas weniger als zwei Millionen Italiener in Argentinien lebten, also um die Hälfte weniger als noch 20 Jahre zuvor. Es trafen mehrere Faktoren aufeinander, zum einen gab es keine nachrückenden Migrationswellen, zum anderen wurde die Population immer älter und in 1980 waren schon viele Italiener, die 60 oder 70 Jahre vorher eingewandert waren, verstorben.

Im Jahr 2001 bewohnten nur noch 217.000 Italiener Argentinien, was einen Prozentsatz von 0,6 der Gesamtpopulation ausmacht; von diesen wenigen Italienern waren nur etwa 3% unter 50 Jahre alt.40

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Argentinien war unter anderem ein beliebter Anlaufpunkt durch die Fortschritte in der Meerestechnik. Zwar wurden die Kosten der Reise nicht gesenkt, dafür verringerte sich aber die Zeit der Überfahrt und die Komfortbedingungen auf der langen Reisestrecke verbesserten sich immerzu.46




  1. Caos lingüístico


Schon im Jahre 1880 konnte man die zwei Majoritätssprachen erfassen: das Spanische und das Italienische. Erstere wurde als offizielles Kommunikationsmittel gebraucht, letztere eher zur Verständigung in Immigrantengruppen.47

Die meisten Einwanderer hatten nach kurzer Zeit bereits reichlich spanische Ausdrücke und Lokalsprache erlernt, um die wichtigsten Notwendigkeiten, wie Jobsuche und Wohnungssuche zu erledigen. Dennoch limitierte sich der Kontakt zwischen Argentiniern und Italienern auf die geschäftlichen Interaktionen und auch die Italiener unter sich bevorzugten es, sich mit den Immigranten aus demselben Dorf oder desselben Gebiets Italiens bzw. in demselben Dialekt zu verständigen.48

Da diese beiden Majoritätssprachen sich sehr ähneln, hatte dies große Auswirkungen auf die sprachliche Zukunft des Landes. So mussten die Nachkommen der Italiener als Erstsprache nicht die Landessprache, sondern die Sprache ihrer Eltern erlernen.49

Mit der Zeit entstand in Buenos Aires ein Schmelztiegel der Sprachen bzw. Dialekte: “La variedad, la diversidad de lenguas y dialectos que se hablaba en el Buenos Aires cosmopolita era considerada por muchos un caos lingüístico.”50

Aus diesem sprachlichen Chaos bildeten sich zwei sprachliche Modalitäten, die jedoch von Grund auf verschieden waren: das Lunfardo und das Cocoliche.

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Wenn es sich jedoch um Dialekte handelte, die weit entfernt vom Standarditalienisch und selten in Buenos Aires vertreten waren, erschwerte sich die Verständlichkeit seitens spanischen Muttersprachlern und sogar zwischen Sprechern anderer Cocolichevarietäten gewaltig.

Für die Argentinier rief das Cocoliche eher eine ironische Konnotation hervor und war des Öfteren mit dem Begriff des Spotts verbunden61, da die Argentinier sich über diese amüsante Sprachmischung ausließen.

Obwohl die Bevölkerung vertraut war mit dieser Art hybriden Sprache der Immigranten, erlangte diese letztendlich erst durch das Theater an Popularität und bezog so den Namen Cocoliche.

Das erste einigermaßen offizielle Zeugnis dieser Varietäten geht auf die Figur des Clowns Pepino el 88 zurück, der, von Podestá selbst erfunden, sich vor den Zuschauern über die sozialen und politischen Beunruhigungen dieser Epoche ausließ und gleichzeitig die Verhaltensweisen und Erscheinungsbilder der populären Ethnien aufzeigte. 1881 trat er mit der Imitation der Sprachweise und Affektiertheit der italienischen Einwanderer in Erscheinung, eine Darstellung, die ihm mit großem Erfolg gelang: „Qui compra, qui compra, la rica frotita, moy linda e barata, pé la signorita“.62

Der Neologismus Cocoliche entstammt aus Juan Moreira von Eduardo Gutiérrez, das erstmals im Jahre 1886 im teatro popular unter Leitung der Brüder Podestá in Buenos Aires aufgeführt wurde.63

In diesem Gaucho-Drama wurde als Kontrapunkt zum Protagonisten Juan Moreira, ein vom Gesetz verfolgter Gaucho und Bandit, eine komödiantische Figur hinzugefügt, die eine Mischung aus Spanisch, Kalabrisch, Gauchesco und Italienisch sprach64 - Franchisque Cocoliche.

Der folgende Dialog zwischen Jerónimo Podestá und Celestino Petray exemplifiziert direkt diese Wortherkunft65:

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Der oben genannte Celestino Petray kam eines Tages, in einer extravaganten Art gekleidet, auf einem alten Pferd zu Podestá geritten und ahmte die Redeweise des Arbeiters mit viel Erfolg nach69 - die gesellschaftliche Akzeptanz für die Immigrantensprache Cocoliche war gelegt.


3.2 Theater oder Realität?


Cocoliche war eine sympathische und zugleich komische Figur mit seinen Bemühungen, sich den Kreolen anzupassen. Möglicherweise beförderte er sogar den Fortschritt bei der Akzeptanz der Italiener seitens der Argentinier.

Auf der Bühne wurde er nach und nach ein essentieller Bestandteil, denn seine Funktion bestand darin, das Publikum zum Lachen zu bringen und ihm einen lustigen, nicht moralischen Kontrast zu bieten. 70

Er ahmte die berühmten, typisch argentinischen Persönlichkeiten nach, artikulierte seine Sprache auf groteske Art und Weise und erlangte so zu Ruhm im Sainete71 - mit schwang natürlich der Wunsch auf Assimilation in die argentinische Gesellschaft.72

Bei dem Einstieg in das Sainete, war der Auftritt des Cocoliche durchaus üblich und bei den Zuschauern wohl bekannt – er erschien zwar nicht hoch zu Ross und mit einer Gitarre auf einer Feier, dennoch präsentierte er sich stellvertretend als einfacher und schlichter Einwohner eines Mietshauses der weltbürgerlichen Hafenmetropole: “Dans les saynètes, il apparaissait comme marchand ambulant de fruits ou de poisson, comme joueur d’orgue de Barbarie, comme serveur de bar et de bistrot, comme fleuriste, comme batelier, balayeur, boulanger, tailleur, préposé de la maison de rapport.“73

Das teatro del Río de la Plata war Bühne für die unterschiedlichsten Immigrantenprobleme - die meisten Stücke beschäftigten sich mit Tanos74, Gallizier, Russen und Türken und beschrieben, auf mehr oder weniger explizite Weise, die verschiedenen ideologischen oder formellen Themenbereiche.75

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