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German studies

University, School

Clavius Gymnasium Bamberg

Grade, Teacher, Year

14 Punkte, 2011

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Literarische Texte in unterschiedlich­en Fassungen Vergleich der ersten und letzten Fassung von Berlin I von Georg Heym Aufgabe Begeben Sie sich auf die Suche nach einem literarischen Werk (Epik, Lyrik, Dramatik), das in verschiedenen Fassungen vorliegt. Vergleichen sie dann die unterschiedlich­en Versionen anhand einer markanten Textstelle und erläutern Sie mögliche Ursachen einer Veränderung des Ausgangstextes auf 1-2 Seiten! Vergleich der literarischen Texte: „Sonntag-Abend“ (Berlin I / erste Fassung) und „Berlin…
Berlin – Georg Heym Gedichtinterpre­tat­ion Das Gedicht Berlin von Georg Heym 1911 zur Zeit des Expressionismus veröffentlicht, handelt von einer leeren und tristen Vorstadt. Nach meinem ersten Eindruck will Georg Heym mit seinem Gedicht aufzeigen, wie die reelle Wirklichkeit, in der von Industrie beherrschten Vorstadt, aussieht. Das Sonett gliedert sich in vier Strophen und insgesamt 14 Versen. Die ersten beiden Strophen sind Quartette und die letzten beiden Terzette. Außerdem gehören in den ersten beiden Strophen jeweils…
Georg Heym: Berlingedichte - Eine Analyse der Gedichte Berlin I, Berlin II und Berlin III im Kontext des Expressionismus

Vorwort

In der folgenden Seminararbeit wird auf eine wichtige Thematik des Expressionismus, der Großstadtliteratur, eingegangen. Um die Sichtweisen eines bekannten Expressionis­ten darzustellen, dienen die drei Gedichte „Berlin I“, „Berlin II“ und „Berlin III“.

Seine Gedichte spielen noch heute, 100 Jahre später, eine wichtige Rolle in der deutsch­sprachigen Literatur und sind eines der besten Beispiele in welcher Art und Weise viele der damaligen Schriftsteller der Entwicklung der Großstädte gegenüberstanden.

Dabei sind mir hauptsächlich zwei grundlegende Themen wichtig.

Worin liegt der Schwerpunkt der Epoche des Expressionismus, welche Ziele oder Hal­tungen vertreten die Literaten und wer steckt eigentlich hinter dem Künstler Georg Heym.

Die zweite Frage bezieht sich auf seine drei Gedichte über Berlin. Mein Ziel ist es die Gedichte nach Aufbau, Inhalt und Sprache zu analysieren, um daraus eine Interpretation zu ziehen.

Zum Schluss wird auf den historischen Kontext, in welchem die Gedichte entstanden sind, eingegangen und wie Heym diesen Hintergrund in seine Lyrik einbezieht.

Insgesamt hoffe ich eine Antwort auf diese Fragen zu finden um dem Grundgedanken Georg Heyms zu folgen.


1. Die Epoche des Expressionismus

Der Expressionismus lässt sich als eine Stilrichtung beschreiben, welche „vom Willen [getrieben] zu einer Erneuerung der Dichtung und des Lebens von Grund auf“1 aufruft. Der aus dem Latein stammende Begriff heißt übersetzt soviel wie „Ausdruck“ und wur­de erstmals im Sommer 1911 von Kurt Hiller auf die Literatur übertragen2, da das Wort „Expressionismus“ zuvor nur im künstlerischem Sinne benutzt wurde, um die Bilder Pi­cassos und Braques zu beschreiben.

Hillers Anliegen war es, die damalige Epoche von etwa 1905 bis 1925 zu beschreiben. Laut einiger Historiker ist heutzutage davon auszugehen, dass sich wichtige Werke der Expressionisten selbst nach dem zweiten Weltkrieg finden lassen.

Die Schriften, zum Beispiel von Else Lasker-Schüler, Ernst Stadler und Georg Heym, sind durch antibürgerliches und antinationalistisches Denken geprägt. In ihren Texten beschäftigen sie sich mit zeitlichen Phänomenen, wie zum Beispiel der „rasanten Indus­trialisierung und ihren Konsquenzen“3, aber auch mit dem Wachstum der Städte, welche für sie als gänzlich negativ, mit Weltuntergangsvisionen, angesehen wird.4 Ihr

Ziel ist es mit ihren Texten die erstarrte und gesinnungslose Gesellschaft aufzu­wecken und auf ihre fast schon aussichtslose Lage aufmerksam zu machen. Weitere Kritikpunk­te stellen die Technisierung und die Etablierung der Medien dar. Aus diesen Gründen wird vor allem das Bürgertum zum „Angriffsziel“5 der oftmals aggressiven Li­teratur. Nach Meinung der Schriftsteller verliert der Mensch innerhalb der technischen Entwick­lung sich selbst und es kommt zu einer „Dissoziation des Ichs“.6

Dies bedeutet, dass der Mensch in seiner normalen Funktion des Bewusstseins, des Ge­dächtnises, aber auch seiner Identität unterbrochen wird. Ihr momentanes Befinden be­schrieben die Literaten nicht nur in ihren Themen, sondern auch in typischen Gestal­tungsformen, welche sich in vielen verschiedenen Werken wieder finden lassen. Dazu gehört zu aller erst der sogenannte Reihungsstil oder auch Parataxe.

Bei diesem Kenn­zeichen werden kurze Hauptsätze aneinander gereiht, obwohl sie weder logisch, noch syntaktisch miteinander verbunden sind. Andere Anhaltspunkte können auch Neologis­men oder die Verwandlung des Mensche.....[read full text]

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Georg Heym wird am 30.Oktober 1887 unter dem vollständigen Namen: Georg Theo­dor Franz Arthur Heym in Hirschberg, Schlesien, geboren.

Seine Eltern erziehen den Jungen mit „Altpreußische[n] Beamtenstolz und evan­gelisch-strenge[r] Religiosität“14 Dieses Erziehungsbild entstammt den Vorfahren Heyms El­tern, einer Beamtenfamilie.

Sein Vater Hermann Heym war von Beruf Staatsanwalt, schaffte es jedoch nicht, seinem Sohn einen Ort zu bieten, an dem er „wurzeln konnte“.15 Heym wechselt innerhalb sei­ner Schullaufbahn sechs mal die Schule, da sein Vater versetzt wurde oder Heym selbst die Schule, auf Grund seiner schlechten Leistungen und einem Schülerstreich, verlassen musste. Das Abitur erreicht er im März 1907 am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Neu-Ruppin.

Das einzige Wort das er dazu in seinem Tagebuch, welches er seit einigen Monaten führt, notiert, ist „Frei“16

Auf Wunsch seines Vaters beginnt er in Würzburg zum Sommersemester ein Jurastudi­um, welches er 1908 in Berlin weiterführt.

Georg Heym tritt in den „philosphisch-literarische[n] Kreis junger Schriftsteller“17, „Der neue Club“, ein. Dort trifft der Dichter auf viele Gleichgesinnte und berühmte Autoren, unter anderem Kurt Hiller oder Ernst Blass. Diese Vereinigung von Expressionisten gibt Heym die Kraft, aber auch die Voraussetzung, seine Texte in der Öffentlichkeit zu prä­sentieren und somit Verlage auf sich aufmerksam zu machen.

Nach dem Abschluss seines 1. Staatsexamens im Jahre 1911 bekommt er die Stelle ei­nes Kammergerichtsreferendars am Amtsgericht Berlin-Lichterfelde. Er übte diesen Be­ruf nur wenige Monate aus, da er eine Grundbuchakte vernichtet und darauf­hin gekün­digt wird. Auch seine Dissertation wird noch im selben Jahr von der Universi­tät in Würzburg abgewiesen.

Heym entscheidet sich daraufhin der Tätigkeit als Jurist nicht weiter nach zu gehen. Sei­ne Hoffnung besteht nun darin, eine militärische Laufbahn als Offizier einzuschlagen.

Jegliche Anläufe scheitern jedoch.

Seine Tagebucheinträge sind zu diesem Zeitpunkt von Depression, Traurigkeit, aber auch Einsamkeit und Verzweiflung geprägt. So schreibt er beispielsweise am 09. Okto­ber 1911:

Ich weiß nicht mehr, wo mein Weg hingeht. Früher war alles klar, einfach. Jetzt ist alles dun­kel, ausein­ander zerstreut.“18

Letztendlich genehmigt der Truppenverbund in Metz den Beitritt Heyms, allerdings kommt diese Nachricht zu spät, denn Georg Heym ertrinkt am 16. Januar 1912 mit sei­nem Freund Ernst Balcke in der Havel. Balcke stellte für Heym nicht nur einen seiner engsten Vertrauten dar, sondern „wurde Heyms Vermittler englischer und franzö­sischer Dichtung“19 Heym und Balcke verabredeten sich an diesem Nachmittag, um eine Schlittschuhpartie auf der Havel zu unternehmen.

Sie bra­chen an einer „vorher offenen, nur mit dünner Eisschicht bedeckten Stelle“ ein.20 Am 24. Januar 1912 wurde Georg Heym im Alter von 25 Jahren auf dem Friedhof der Lui­senkirchengemeinde in Berlin-C.....

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Georg Heym beschreibt in seinem Gedicht eine moderne Großstadt, jedoch beschreibt er diese als „voll“(V.7), unübersichtlich und eng.

Das Gedicht beginnt mit einer knappen Beschreibung der Situation, in der sich das „völ­lig unbestimmte [W]ir“24 außerhalb der Stadt befindet. „Der hohe Straßenrand“ (V.1) darf hier nicht fälschlicher Weise als Bordstein angesehen werden, sondern kennzeich­net das Ende der Verkehrswege, also eine Art Bankett.25 Die hier ge­nannte „Weltstadt“ (V.4) wird durch den Titel „Berlin I“ als die damalige Reichshauptstadt identifiziert und in der zweiten Strophe differenzierter beschrieben.

Heyms Großstadtbeschreibung, welche vor allem enorme Bewegung widerspiegelt, wird durch die „Omnibusse“(V.7), die „Automobile“(V.8) und den Kremsern26, welche durch die Menge fahren (vgl. V.5) charakterisiert. Allerdings sieht Heym dieser Ent­wicklung keineswegs positiv entgegen. Die Stadtbewohner werden lediglich als „Men­ge“ (V.5) dargestellt, es wirkt laut und durcheinander durch den „Rauch und [die] Hup­penklänge“ (V.8)

Der Blick des Betrachters wendet sich in der dritten Strophe vom „Riesensteinmeer“(V.9) zu den Bäumen. Hier trennt die „lange[ .] Straße“ (V.10) das Großstadtleben von der Natur ab. Man erkennt, dass die Entwicklung der Stadt „nicht bloß ihre Einwohner [entmenscht]“27, sondern auch die Umwelt zerstört. Heym be­schreibt die Kronen der Bäume blätterlos und filigran.

In der letzten Strophe löst sich das lyrische Ich vollständig vom Stadtgeschehen und sei­ner Umgebung ab. Es blickt zur Sonne und dem Himmel und verbindet diesen Moment mit dem Aufkommen von Gedanken und Wünschen.


4.1.2 Sprache

Heyms Werk „Berlin I“ lässt sich als ein Gedicht des Sehens und Betrachtens beschrei­ben. Dies wird durch die dreifache Wiederholung des Wortes „sahn“ (V.2,4,9) deutlich. Die Gegenstände, beziehungsweise Objekte, welche das lyrische Ich betrachtet, be­schäftigen sich vorrangig mit der Modernisierung und Urbanisierung, folg­lich auch mit Bewegung.

Dieses Geschehen schildert Heym durch die übergroße Anzahl an Subjektiven, welche primär mit Fortbewegung und Dynamik in Verbindung stehen. Die Menschen in der Stadt treten in „Menschenströmen“ (V.3) oder „Gedränge[n]“(V.3) auf. Auch die „Omnibusse“(V.7), „Automobile“(V.8) und „Wagen“(V.7) fahren durch die Stadt und erzeugen Unruhe. Doch nicht nur Heyms bildhafte Sprache vermittelt diesen Eindruck, auch der Mangel an Artikeln trägt dazu bei.

Wie schon zu Be­ginn bemerkt wurde, steht der Inhalt im Gegensatz zum klar gegliederten Aufbau des Gedichtes. Der reine Lesefluss wird zusätzlich von vielen Enjambements unterbro­chen. (v.....

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4.2 Berlin II

Beteerte Fässer rollten von den Schwellen
Der dunklen Speicher auf die hohen Kähne.
Die Schlepper zogen an. Des Rauches Mähne
Hing rußig nieder auf die öligen Wellen.
Zwei Dampfer kamen mit Musikkapellen.
Den Schornstein kappten sie am Brückenbogen.
Rauch, Ruß, Gestank lag auf den schmutzigen Wogen
Der Gerbereien mit den braunen Fellen.
In allen Brücken, drunter uns die Zille
Hindurchgebracht, ertönten die Signale
Gleich wie in Trommeln wachsend in der Stille.
Wir ließen los und trieben im Kanale
An Gärten langsam hin.

In dem Idylle
Sahn wir der Riesenschlote Nachtfanale.


Dieses Gedicht entsteht nur wenige Monate nach „Berlin I“ und erscheint am 23.11.1910 im damaligen Wochenblatt „Der Demokrat“. Durch diese Publikation wer­den viele Verlage aufmerksam auf Georg Heym.


4.2.1 Aufbau und Inhalt

Heym behält auch in „Berlin II“ die Form des klassischen Sonetts bei. Die zwei Quar­tetten weisen einen umarmenden Reim der Form ABBA und ACCA auf, die zwei Ter­zette einen Kreuzreim der Form DED und EDE. Genauso typisch ist der Versrythmus des fünfhebigen Jambus, welcher in den meisten Werken Heyms zu finden ist. Der Unter­schied zu „Berlin I“ besteht einzig und allein in der Kadenz, da jeder Vers des obigen Gedichtes mit einer männlichen endet.

Heym beschreibt in „Berlin II“ eine Kahnfahrt durch den Hafen Berlins, diese Szene wird erst zu Ende des Gedichts deutlich, da sich in den ersten Strophen nicht feststellen lässt, wo genau sich das lyrische Ich befindet. Zuallererst werden die Arbei­ten am Hafen beschrieben, die Situation wirkt durch Worte wie „beteerte“(V.1), „dun­kel“(V.2), „rußig“(V.4) verdreckt und riskant.

Das Wort „Wellen“(V.4) wirkt antithetisch zum Rest der Situation, denn die Wellen vermitteln eine ruhige Stimmung im Gegensatz zu den hektischen Arbeiten. Die Arbeiter im Hafen werden dabei .....

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4.2.2 Sprache

Heym benutzt auch in diesem Gedicht viele Enjambements, wie zum Beispiel Vers 3 bis Vers 4.

Gleichzeitig findet man dort eine Personifikation, denn der Rauch wirkt durch sei­ne Mähne menschlich.31 Dies ist nicht die einzige „Vermenschlichung“, auch in Vers 11 wachsen die Trommeln, was eigentlich nur Lebewesen können.32

Dass Heym die posaunenden Schiffshörner als Musikkapellen beschreibt liegt nahe, denn dies ist nicht der einzige Vergleich zum Bildfeld Musik.33 Auch in Vers 10 und Vers 11 setzt Heym die Geräusche am Hafen mit Musik in Verbindung, was die Abläufe in gewisser Art und Weise als abgestimmt und geregelt erscheinen lässt.

Wie schon genannt findet man zwischen der zweiten und der dritten Strophe eine Zäsur, was typisch für ein Sonett ist. In den ersten beiden Strophen wird nur die Situation beschrieben, erst ab den Terzetten tritt das lyrische Ich in Erscheinung.

Heym benutzt auch in „Berlin II“ viele Metaphern um dem Leser ein imaginäres Bild der Situation zu verschaffen. Metaphern wie: „ Hing rußig nieder auf die öligen Wellen“(V.4) oder „Gleich wie in Trommeln wachsend in der Stille.“(V.11), sind nur zwei Beispiele für sei­ne überaus bekannte bildhafte Sprache.

Heym beschreibt die Arbeit in einer Gerberei mit dem Klimax „Rauch, Ruß, Gestank“(V.7), was die Situation als dreckig und gefährlich darstellt. Außerdem findet man im gleichen Atemzug ein für Heym weiteres bekanntes Stilmittel, nämlich die Farbsymbolik. Der gesamte Eindruck des Hafens erscheint dunkel und verschmutzt, die Gerberei wird eindeutig mit dem Wort „braun“(V.8) beschrieben.

Zuletzt sind noch die Antithesen in „Berlin II“ zu nennen. Wie schon genannt entsteht ein Kontrast zur auf brausenden und ruhelosen Lage am Hafen und den Worten „Wel­len“(V.4) und „Wogen“(V.7). Auch die „Signale“(V.10) von Hafenarbeitern und Ma­schinen durchbrechen die „Stille“(V.11) der Menschen auf dem Schiff. Die letzte wich­tige Antithese wird durch die Gärten, welche als Idyll dargestellt werden und den Rie­senschloten der Industrie gekennzeichnet.34

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4.3 Berlin III


Schornsteine stehn in großem Zwischenraum
im Wintertag, und tragen seine Last,
des schwarzen Himmels dunkelnden Palast
Wie goldne Stufe brennt sein niedrer Saum.
Fern zwischen kahlen Bäumen, manchem Haus,
Zäunen und Schuppen, wo die Weltstadt ebbt,
und auf vereisten Schienen mühsam schleppt
Ein langer Güterzug sich schwer hinaus.
Ein Armenkirchhof ragt, schwarz, Stein an Stein,
die Toten schaun den roten Untergang

aus ihrem Loch. Er schmeckt wie starker Wein.
Sie sitzen strickend an der Wand entlang,
Mützen aus Ruß dem nackten Schläfenbein,
zur Marseillaise, dem alten Sturmgesang.


„Berlin III“, welches oft auch als „Berlin IV“ bezeichnet wird, ist das letzte Gedicht aus Heyms Berlin-Zyklus und wurde im Dezember 1910 verfasst.


4.3.1 Aufbau und Inhalt

Wie schon bei „Berlin I“ und „Berlin II“ hält Heym sich an die klassische Form eines Sonetts, bestehend aus vier Strophen mit jeweils zwei Quartetten und zwei Terzetten.

Die zwei Quartette werden von einem umarmendem Reim der Form ABBA und CDDC umschlossen. Das Reimschema EFE und FEF in den zwei Terzetten lässt auf einen Kreuzreim schließen.

Auch beim Versfuß, einem fünfhebigen Jambus, bleibt Heym seinem Schreibstil voll­kommen treu, wie auch bei der durchgängigen männlichen Kadenz.

Die Beschreibung der Großstadt mit ihren „Schornsteine[n]“(V.1) findet aus einiger Entfernung statt. Das lyrische Ich berichtet nur kurz von dem Bild, welches sich vor ihm bietet, dennoch entsteht eine relativ genaue Vorstellung der Lage, wenn auch eine sehr düstere. Schon in der ersten Strophe lässt sich eine klare apokalyptische Stimmung erkennen, welche in späteren Gedichten Heyms zum Mittelpunkt wird.

Die Großstadt verschmilzt mit der Abenddämmerung, weshalb keine Übergän.....

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