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Literaturanalysen zur Epoche Expressionismus: Die Abitur & Hausaufgabenhilfe: Interpretationen zu Alfred Lichtenstein, Franz Kafka, Jakob van Hoddis, Georg Trakl, Georg Heym (Textanalysen, Band 4)
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Interpretation
German studies

University, School

Gymnasium Mainz

Grade, Teacher, Year

12, 2013

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Tabellarischer Gedichtvergleic­h Georg Heym -Die Stadt (1911) & Alfred Wolfenstein -Städter (1914): Die Stadt (1911) Georg Heym Städter (1914) Alfred Wolfenstein Form Strophen: 4, Verse: 14, Sonett Metrum: fünfhebiger Jambus Reimschema: abba, cddc, eee, fff Reimart: Umarmender Reim, Endreim Kadenz: männlich Stilmittel: Enjambement (V.1-2,3-4,7-8,­13-­14), Hyperbel (V.3), Personifikation (V.3,4), Vergleich (V.5), Entpersonifikat­ion (V.6), Paralellismus (V.7) Zeilensprünge (V. 1-2; 3-4; 7-8; 13-14) Strophen:…
Deutsch/ Textinterpretat­ion Thema 1: Stadtleben – Ausarbeitung der Operatoren Elemente der Stadt Text 1: Eng aneinander gedrängte Häuser, Fenster, Straßen Überfüllt, viele Leute auf den Straßen und in den Straßenbahnen Smoke, Verschmutzung Text 2: Nachtleben, Stadtverkehr, viele Menschen auf den Straßen Menschen haben keine Chance dem Stadtleben zu entkommen Weitverzweigte Straßensysteme Es ist laut auf den Straßen Stadt wirkt bedrohlich Analyse von Sprache, Form und Inhalt Text 1: Form: Sonett: 4 Verse zu 2 Strophen (2…

Gedichtvergleich


„Städter“ von Alfred Wolfenstein (1914) und

„Der Gott der Stadt“ von Georg Heym (1910)


Im Folgenden werden die Gedichte „Städter“ von Alfred Wolfenstein aus dem Jahr 1914 und „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym aus dem Jahr 1910 miteinander verglichen.


Das Gedicht „Städter“ von Alfred Wolfenstein aus dem Jahr 1914 thematisiert die Einsamkeit des Menschen in der Großstadt. Es handelt sich hierbei um ein Sonett, welches aus zwei Quartetten und zwei Terzetten besteht. Die beiden Quartette sind in einem umarmenden Reim verfasst, die Terzette in einem Schweifreim. Innerhalb des Sonetts lässt sich kein regelmäßiges Metrum feststellen, jedoch gibt es sehr viele Enjambements, weshalb man sagen kann, dass das Gedicht im Hakenstil verfasst ist.


Im ersten Quartett wird die Stadt beschrieben, besonders im Hinblick auf Häuser und Straßen, im zweiten Quartett geht es um die Menschen bzw. den Städter innerhalb der Stadt, im ersten Terzett wird die fehlende Privatsphäre thematisiert und im letzten Terzett geht es um die Einsamkeit des Menschen in der Masse.


Bereits zu Beginn des ersten Quartetts wird ein Gefühl der Enge erzeugt, indem das Wort „dicht“ (V. 1) an den Anfang gesetzt und somit akzentuiert wird. Auch durch einen Vergleich („Dicht wie Löcher eines Siebes [ .]“ V. 1) wird verdeutlicht, wie eng und nah aneinandergereiht die Fenster und somit auch die Häuser sind, in denen die Menschen Leben.

Eine Personifikation („[ .] drängend fassen Häuser sich so dicht an […] V. 2f.) der Häuser unterstreicht dieses Gefühl der Beengtheit erneut und erzeugt eine eher negative Stimmung, was durch die Alliteration der Wörter „drängend“ (V. 2) und „dicht“ (V. 3) ebenfalls zum Ausdruck gebracht wird. Im Folgenden finden sich noch eine weitere Alliteration und ein Vergleich („[ .]Grau geschwollen wie Gewürgte sehn“ V. 4), welche sich auf die Straße beziehen.

Diese ist wie ein „Gewürgter“ (V.4), der von den vielen Häusern beinahe erwürgt und erdrückt wird. Unterstützt wird dies alles durch die vielen Enjambements, die dafür stehen, dass es keinen Platz mehr gibt, weswegen der Satz im nächsten Vers weitergehen muss. So ist es auch in der Stadt: Durch die vielen Häuser und Menschen gibt es keinen Platz mehr und man fühlt sich überall bedrängt und eingeengt.

Auch die feste Form des Sonetts drückt dieses Aneinandergedrängtsein aus.


Im zweiten Terzett geht es nicht mehr um die Häuser und Straßen, sondern um den Menschen, den „Städter“, wie es bereits im Titel heißt. Dieser Städter, der in der Tram sitzt und sich auch dort eingeengt fühlt, wird im Folgenden eher versachlicht. Die Menschen sitzen „ineinander dicht hineingehakt“ (V. 5), was eher an einen Gegenstand oder ein Möbelstück erinnert und sie werden als „Fassaden“ (V.6), also etwas nicht Lebendiges, bezeichnet.

Das Wort „Fassaden“ (V. 6) beschreibt die Oberflächlichkeit und Äußerlichkeit der Menschen, da sie mit vollkommen Fremden in der Tram sitzen, welche sie nicht an sich heranlassen möchten. Die „Fassade“ könnte somit auch als Schutzschild dienen. Auch das Wortfeld der Dichte spielt im zweiten Terzett wieder eine wichtige Rolle. Das Wort „ineinander“ (V. 5 und V. 8) wird zwei Mal wiederholt und auch das Wort „dicht“ tau.....[read full text]

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Obwohl durch die vielen Menschen und Häuser ein Gefühl der Enge entsteht, fühlt man sich alleine, da einen trotzdem niemand wirklich wahrnimmt. Man sieht nur den äußeren Schein der einzelnen Personen und kann nicht hinter ihre „Fassade“ blicken. Man ist sich also gleichzeitig nah und fern.


Insgesamt kann man also sagen, dass das Gedicht die Einsamkeit des Menschen innerhalb der Großstadt zum Ausdruck bringt. Man geht als Individuum in der Masse unter und wird gar nicht wirklich wahrgenommen. Zwar ist man von unheimlich vielen Menschen umgeben und fühlt sich von ihnen bedrängt, angestarrt und der Privatsphäre beraubt, jedoch interessiert man sich nicht für die inneren Werte des jeweils anderen.

Im Endeffekt fühlt man sich trotz der großen Menschenmasse, von der man umgeben ist, alleine und einsam, obwohl man Haus an Haus lebt und teilweise auch die Angelegenheiten der Nachbarn mitbekommt. Dies wird allein schon durch die Form des Gedichts und den Hakenstil zum Ausdruck gebracht, der das Gefühl der Enge und des Aneinandergedrängtseins verstärkt. Es ist kein Ausbruch aus dieser Situation möglich.

Auch viele weitere Stilmittel, wie beispielsweise Alliterationen, Personifikationen und Vergleiche verdeutlichen das Gefühl der Enge und Bedrängung durch andere Menschen. Der Aufbau des Gedichts spiegelt also gleichzeitig auch den Inhalt wider. 

Das Gedicht ist typisch für den Expressionismus, da es die Vermassung der Menschen und die Urbanisierung, also die Folgen der Industrialisierung kritisiert. Die Menschen rücken in dieser Zeit in den Hintergrund und empfinden oft Ängste oder, wie in diesem Fall, Enge, Bedrängung und Einsamkeit.


Das Gedicht „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym aus dem Jahr 1910 handelt von einem Gott, der über die Städte herrscht und diese und auch die Menschen, die in ihr Leben, am Ende aus der Wut heraus zerstört. Dieser Gott repräsentiert die Folgen der Industrialisierung, wie beispielsweise die Vermassung oder Versachlichung der Menschen, weswegen das Gedicht von Heym eine Kritik an der Industrialisierung darstellt.


Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit jeweils vier Versen und ist in Kreuzreimen verfasst. Das Metrum ist ein fünfhebiger Jambus. Im Gegensatz zu vielen anderen Gedichten des Expressionismus hat dieses Gedicht ein durchgehendes Reimschema und Metrum, hat somit also eine klare Struktur. Diese wird oftmals durch Enjambements unterbrochen, um einzelne Aspekte zu akzentuieren.


In der ersten Strophe wird eine unbekannte Person beschrieben, die „breit“ (V. 1) auf einem Häuserblock sitzt, sich also in der Stadt befindet. Durch den Titel des Gedichts könnte man vermuten, dass es sich um den „Gott der Stadt“ handelt, er hat also die Macht über diese. Im zweiten Vers ist von „Winden“ die Rede, welche als „schwarz“ (V. 2) beschrieben werden und um den Un.....

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Man erfährt, dass es bereits Abend ist („Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal“ V. 5). Außerdem scheint es, als hätte Baal die Macht über mehrere Städte. Dies wird durch eine Personifikation zum Ausdruck gebracht („Die großen Städte knien um ihn her“ V. 6). Es geht hier also um eine Art Unterwerfung, Verehrung oder Anbetung des Gottes, um ihn zu beschwichtigen.

Der „rote Bauch“ in Vers fünf könnte dafür stehen, dass Baal von den Menschen aus den Städten, die nicht namentlich erwähnt werden, Opfer erwartet, um ihn gnädig zu stimmen, da er, wie in der ersten Strophe bereits zu sehen war, wütend ist. Somit entsteht eher wieder eine negative, unheilvolle Stimmung. Auch Läuten die Kirchenglocken ist vermutlich Teil der Verehrung (Der Kirchenglocken ungeheure Zahl wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer“ (V. 7f.). Auch wird die Vielzahl der Gebäude und Fabriken innerhalb der Stadt mit dem Wort „Meer“ beschrieben. („[ . ] aus schwarzer Türme Meer“ V. 8).

Durch die Farbe Schwarz wirken die Gebäude eher bedrohlich.

Die ungeheure Größe des Gottes wird durch das Wort „auf“ (V. 8) erneut zum Ausdruck gebracht. Auch die Farbmetaphorik spielt hier wieder eine wichtige Rolle. Die Farbe Schwarz erzeugt eine eher dunkle und bedrohliche Umgebung. Das Rot könnte beispielsweise für den Sonnenuntergang stehen, welcher das Ende des Tages ankündigt oder im Zusammenhang mit dem Bauch von Baal auch für die Opfer, die ihm dargebracht werden sollen.

Wie in der vorherigen Strophe gibt es auch hier ein Enjambement, wodurch die „ungeheure Zahl“ der Kirchenglocke am Versende alleine steht, was eher bedrohlich und unheimlich wirkt.


Die dritte Strophe ist eine Art Fortsetzung von der zweiten, da es immer noch um die Verehrung von Baal geht. Es tönt „die Musik der Millionen durch die Straßen“ (V. 9), wodurch deutlich wird, dass es sich hierbei um eine Großstadt handelt. Diese Musik wird verglichen mit dem „Korybanten-Tanz“ (V. 8), welcher ein Ritualtanz zur Huldigung der Götter ist, also geht es auch hier, wie bereits gesagt, wieder um die Anbetung von Baal.

Durch das Adjektiv „laut“ (V. 10) wirkt die Musik eher wie Lärm, welcher auch für die vielen Menschen innerhalb der Großstädte und damit für die Vermassung während der Industrialisierung stehen könnte. Da die Menschen auch nicht namentlich genannt werden sondern immer nur indirekt, wird deutlich, dass sie während der Industrialisierung in den Hint.....

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Es scheint, als würden die Stürme nur darauf warten, ihre „Opfer“ wie Geier anzugreifen, also die Stadt oder die Menschen, die in ihr Leben, zu zerstören und zu vernichten, da Geier auch oft als Symbol des Todes stehen.

Da Baal die Gewalt über das Wetter und die Naturgewalten hat, scheint dies alles von ihm auszugehen. Er scheint so wütend zu sein, dass sich vor Zorn seine Haare sträuben („[ .] Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt“ V. 15f.). Es wirkt also, als stünde der Gott kurz vor einem Wutausbruch, der vermutlich alles um ihn herum zerstören könnte, da er die Gewalt und Macht über die Natur hat.


Dieser Wutausbruch des Gottes, welcher in einer Katastrophe endet, findet in der darauffolgenden Strophe statt. Er streckt seine „Fleischerfaust“ (V. 17) aus, welche Baal erneut als sehr bedrohlich und beinahe schon wie einen Henker wirken lässt, und „schüttelt sie“ (V. 18). Kurz darauf beginnt die Zerstörung der Stadt und somit auch der Menschen, die in ihr leben.

Es ist die Rede von einem „Meer von Feuer“ (V. 18). Das Wort „Meer“ beschreibt auch hier wieder die Größe und Ausdehnung, es scheint sich also um ein riesiges, alles vernichtendes Feuer zu handeln, welches durch die Straßen wütet („[ .] Ein Meer von Feuer jagt durch eine Straße“ V. 18f.). Das Feuer und sein „Glutqualm“ (V. 19) zerstört die Stadt und die Menschen („[ .] frisst sie auf“ (V. 20).

Das alles dauert, bis der nächste Morgen kommt („[ .] bis spät der Morgen tagt“ V. 20). Das Gedicht endet an dieser Stelle, aber man kann vermuten, dass das mächtige Feuer alles zerstört hat.

Insgesamt kann man also sagen, dass in diesem Gedicht indirekt die Industrialisierung und insbesondere die Großstädte kritisiert werden, aber auch das Verhalten der Menschen. Sie verehren einen Gott, der sie am Ende des Tages dafür umbringt und alles um sie herum zerstört. Baal, der hier als Gott der Stadt fungiert, könnte also die Großstädte, die Urbanisierung und Vermassung während der Industrialisierung verkörpern.

Die Menschen werden nicht mehr als Individuum betrachtet, was auch hier der Fall ist, da die Menschen nicht direkt erwähnt werden, sondern nur mit Pronomen wie „sie“ oder dem Wort „Millionen“, wodurch sie nur noch wie eine große Masse wirken, die willenlos einem bösen, machthungrigen Gott huldigen, der sie vernichtet. Es wird eine düstere und bedrohliche Stimmung während des Gedichts erzeugt, vor allem durch die Wortwahl und die übermä.....

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Ein weiterer Unterschied ist, dass es bei Heyn kein lyrisches Ich gibt, was die Vermassung und Versachlichung der Menschen gut zum Ausdruck bringt, was bei Wolfenstein eher durch seine Wortwahl („Ineinander dicht hineingehakt“ V. 5, „Fassaden“ V. 6) geschieht.

Beide Autoren verwenden viele Stilmittel, wie beispielsweise Vergleiche und Personifikationen und somit eine sehr bildhafte Sprache, die den Inhalt der Gedichte widerspiegeln.

Insgesamt kann man also sagen, dass die beiden Gedichte sehr viele Ähnlichkeiten aufweisen, aber auch Unterschiede, beispielsweise im Aufbau der Gedichte und auch teilweise in der Umsetzung. Trotzdem haben beide Gedichte eine ähnliche Aussage und Intention, da sie beide Kritik an der Industrialisierung und .....

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