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Gedichtanalyse: An Sich von Paul Fleming

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Literaturanalysen zur Epoche Barock: Die Abitur & Hausaufgabenhilfe: Interpretationen zu Martin Opitz, Andreas Gryphius, Christian Hofmann von von Grimmelshausen (Textanalysen, Band 6)
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German studies

University, School

Universität Hildesheim

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unbenotet, Anja Binanzer, 2015

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Gedichtanalyse  „An sich“ von Paul Flemming Bei dem Gedicht von Paul Fleming mit dem Titel An sich handelt es sich um ein Sonett.  Die beiden Quartette haben einen identischen umarmenden Reim, das Reimschema in den Terzetten ist dann cdd, cdd. Die erste Strophe beginnt mit einer Fülle von Appellen, die alle in die Richtung gehen, dass man in schwierigen Situationen nicht aufgeben, sondern dem Schicksal gewissermaßen die Stirn bieten soll. In der zweiten Zeile könnte man „Glück“ hier mit Schicksal gleichsetzen und die doppelte Verneinung als Bekräftigung verstehen, also  Stelle dich dem Schicksal. Das wäre dann eine erneute Wiederholung des Ausgangsgedanke­ns. Zeile 2 und 3 gehören zusammen. Das heißt, es geht in Zeile 2 wirklich um etwas Positives. Stell dich jedem Glück, dann passt nämlich auch die zweite Hälfte der Zeile: Wenn man Glück hat, soll man sich über Neid nicht groß aufregen, sich darüberstellen. Wie schon angedeutet, passt die dritte Zeile dann sehr gu..
Analyse: An sich - Paul Fleming Das Sonett „An sich“ von Paul Fleming aus dem Jahre 1641, stammt aus dem Barock und ist daher im Alexandriner verfasst. Entsprechend eines Sonetts ist es in zwei Quartetten und zwei Terzetten aufgeteilt, demnach vier Strophen mit jeweils vier oder drei Versen. Das Reimschema des Gedichts ist ein umarmender Reim, welche in den Quartetten vorzuweisen ist, bei den Terzetten sind es verschiedene Reime. Als Metrik ist ein sechshebiger Jambus vorzufinden, eine andere Eigenschaft des Gedichts, ist der Beginn mit weiblichen Versschluss und alternierend sind in folgenden Versen ein männlichen Versschluss. Der Inhalt handelt sich thematisch um die Lebensweise „Carpe diem“. Die erste Strophe fordert auf zur Veränderung der Lebenseinstellu­ng, dass das Leben mit Eigenvergnügung beglückt werden solle, welches im ersten Vers „Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!“, eine Alliteration und Parallelismus beinhaltet, welche die Aussage nicht aufzugeben verdeutlicht und einen ermutigenden Klang nachlässt. Als nächstes folgen eine Personifikation und ein Vergleich: „Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,“ es verdeutlicht wie das Lyrische-Ich jemanden sagt mehr als nur neidisch zu sein, sondern es selbst zu können und das Glück nicht zu ignorieren. Eine Akkumulation ist im letzten Vers der ersten Strophe aufzufinden:

Paul Fleming - Deutsche Gedichte

in: 3. Lyrische Texte Deutschsprachige Literatur 1600 - 1700


formale und inhaltliche Analyse des Gedichts "An Sich"

mit Blick auf die epochentypische Motivik des Barock "Vanitas", "Memento
mori" und "Carpe diem"


Das Gedicht "An Sich" von Paul Fleming, welches um 1641 veröffentlicht wurde, umfasst vierzehn Verse, die sich in vier Strophen aufteilen.

Die ersten beiden Strophen bestehen jeweils aus vier Versen, Strophe drei und vier aus drei Versen. Die Gedichtform ist dementsprechend ein aus zwei Quartetten und zwei nachgestellten Terzetten bestehendes Sonett, welches als Epochenmerkmal des Barock verstanden werden kann.

Hierfür spricht auch der verwendete Alexandrinervers.

Das Versmaß ist durchgängig sechshebig alternierend mit Auftakt und einer Zäsur nach der dritten Hebung, das heißt in der Versmitte. Strophe eins und zwei beginnen und enden mit einer weiblichen Kadenz. Die beiden weiblichen schließen jeweils zwei männliche Kadenzen ein. Die beiden Terzette beginnen jeweils mit einer weiblichen Kadenz und enden mit zwei männlichen Kadenzen.

Teilweise sind schwebende Betonungen vorhanden, mit denen bestimmte Schlüsselwörter metrisch hervorgehoben werden wie z.B. "Glück" in Strophe eins, Vers vier.

In den beiden Quartetten wird der Blockreim verwendet (abba), wobei sich zusätzlich erster und letzter Vers der ersten Strophe mit erstem und letztem Vers der zweiten Strophe (unverlohren - Neid - Leid - verschworen) und zweiter und dritter Vers der ersten Strophe mit zweitem und drittem Vers der zweiten Strophe reimen (erkohren - unbereut - gebeut - gebohren).

Werden die beiden Terzette isoliert betrachtet, bestehen sie jeweils aus einer Waise und einem Paarreim.

Gemeinsam analysiert ist jeweils der erste Vers ein Korn. Das heißt, der erste Vers der dritten Strophe reimt sich auf den ersten Vers der vierten Strophe. Zusätzlich reimen sich die beiden Paarreime miteinander. Dadurch ergibt sich ein strophenübergreifender Schweifreim und für die Terzette das Reimschema cdd cdd.

Das Reimschema des gesamten Sonetts ist dementsprechend wie folgt aufgebaut:

abba abb.....[read full text]

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Innerhalb der Strophen sind nur glatte Enjambements vorhanden, da sich die Sätze zwar über mehrere Verse verteilen, die einzelnen Syntagmen aber nicht zertrennt werden. Zwischen den beiden Terzetten findet ein Enjambement bzw. ein Strophensprung statt, da der letzte Vers der dritten Strophe und der erste Vers der vierten Strophe einen Satz bilden, was die Terzette miteinander verbindet.

Allerdings werden auch hier die einzelnen Syntagmen nicht zertrennt.

Außerdem trägt das Sonett eine Sonderform des thematischen Titels. Er besteht aus der Präposition "An", der die fehlende Gattungsbezeichnung vorangestellt werden könnte, und spricht den primären Adressaten "Sich" an.

Dementsprechend tritt das lyrische Ich sowohl als Sprecher als auch als Adressat auf. Die Adressatengerichtetheit des Sonetts zeigt sich auch in den vielen im Sonett enthaltenen Imperativen wie zum Beispiel "halt", "Nim", "Laß'" und "Thu" in Strophe zwei und rückt damit den Appellcharakter in den Vordergrund.

Des Weiteren sind viele Stilfiguren in F.....

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Mehrere im Sonett vorhandene Personifikationen erhöhen die Anschaulichkeit der Sprache. In Strophe eins, Vers vier wird so im Satz "[…] wieder dich Glück, Ort und Zeit verschworen" das Schicksal als handelnde Person eingeführt.

Im dritten Vers der vierten Strophe wird mit dem Satz "dem ist die weite Welt […] unterthan" die Welt als sich unterwerfungsfähige Person abgebildet.

Die Litotes "Weich keinem Glücke nicht." im zweiten Vers der ersten Strophe betont durch die doppelte Verneinung stark den enthaltenen Appell, sich dem Schicksal zu stellen, da "Glück" hier als "Schicksal" zu verstehen ist.

Sowohl "betrübt und labt" im ersten Vers der zweiten Strophe als auch "Sein Unglück und sein Glücke" in Strophe drei, Vers eins genauso wie "beherrschen […] unterthan" in den Versen zwei und drei der vierten Strophe sind Antithesen.

Diese erfüllen hier die Funktion, die Gegensätzlichkeit deutlich zu machen und die Vielschichtigkeit des Themas zu beleuchten, da beide Extremwerte genannt werden. Außerdem wird deutlich, dass nicht nur negative Dinge, sondern auch positive die Souveränität des Ichs gefährden und diese standhaft .....

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Ebenfalls im Sonett zu finden ist das epochentypische "Memento mori"-Motiv, welches dazu auffordert, zu bedenken, dass man sterblich ist und sich auf das Wesentliche konzentrieren soll.

So kann der Teilsatz "eh du förder gehst" im ersten Vers der vierten Strophe nicht nur als "bevor du vorangehst" zu verstehen sein, sondern auch als "bevor du stirbst" und enthält im zweiten Teil des Satzes die Aufforderung, in sich zu gehen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Außerdem ruft das Ich dazu auf, die Zeit zu nutzen, was dem Gedanken des "Carpe diem" entspricht.

Man selbst habe Einfluss auf sein Glück und Unglück bzw. darauf, was man als Glück und Unglück ansieht (Strophe drei, Vers eins/zwei) und solle das Vergangene unbereut lassen (Strophe zwei, Vers zwei). Außerdem solle man seine Welt aktiv gestalten (Strophe zwei, Vers drei; Strophe drei, Vers eins/zwei) und positiv sehen, da man auch schlechte Dinge als gegeben annehmen muss (Strophe eins, Vers drei/vier; Strophe zwei, Vers eins).

subjektive Leseei.....

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