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Frauen im Rolandslied

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Die Ursache der globalen Erwärmung und ihre Folgen Hamburg, Oktober 2011 Inhaltsverzeich­nis 1 Einleitung 3 2 Treibhauseffekt 4 3 Klimazonen 6 3.1 Die Tropen 6 3.2 Die Subtropen 6 3.3 Gemäßigte Klimazone 7 3.4 Die subpolare Zone 7 3.5 Polare Klimazone 7 3.6 Die Folgen des Treibhauseffekt­es 8 4.1 Politische Maßnahmen 9 5 Fazit 11 6 Quellenverzeich­nis 12 7 Literaturverzei­chn­is 12 8 Abbildungsverze­ich­nis 12 1 Einleitung Für mein Referat, habe ich mir das Thema „die Ursache der globalen Erwärmung und ihre Folgen“ ausgewählt.…

Essay: Frauen im Rolandslied

Bei Betrachtung der im Rolandlied dargestellten Personen kann man feststellen, dass die Protagonisten dieses Werkes alle männlich sind. Es sind „adlige Männer, männliche Adlige, adlige männliche Priester“.[1]

Um mit Gaunt zu sprechen ist das Rolandslied ein monologisches Werk, denn es gibt lediglich männliche Hauptrollen, sodass man von der Negierung des anderen, des weiblichen Geschlechts sprechen kann.[2] Und diese Geschlechterdarstellungsweise ist typisch für die chansons de geste zu denen das Rolandslied zählt und spiegelt auch das Geschlechterbild im Mittelalter wider: die Unterordnung der Frau unter den Mann und auch ihre Sensibilität und Labilität.[3]

Obwohl der Rolle der Frau also kaum Bedeutung zukommt, sind es zwei Frauen, die dennoch im Rolandslied auftreten, nämlich Alda und Brechmunda, und eine, die namentlich Erwähnung findet, die Gottesmutter und Jungfrau Maria.

Zunächst zu Alda. Sie ist Oliviers Schwester und Rolands Braut, wodurch ihr die Funktion zukommt, „die Bindung zwischen Roland und Olivier zu rechtfertigen, ansonsten ist sie (wie Frauen überhaupt), für das System des Textes nicht notwendig“[4], sie wird also funktionalisiert.

Alda selbst tritt im Rolandslied nur ein einziges Mal auf, findet aber vorher mehrfach Erwähnung. Das erste Mal fällt ihr Name in Vers 3868: „nu tuoz durch mîner swester Alden willen“.[5] Olivier fordert hier Roland auf, das Horn Olifant zu blasen um unterstützende christliche Truppen herbeizurufen.

Hierbei führt er an, er solle dies wenigstens um seiner Schwester, also Rolands Braut Alda willen machen, womit er sie quasi als Vorwand benutzt.

Ein weiteres Mal fällt der Name Alda in V. 8685 und zwar wird sie hier als „diu scoene Aldâ“[6] bezeichnet, sie wird zwar durch ein positiv konnotiertes Adjektiv näher bestimmt, aber es wird lediglich etwas über ihr Äußeres gesagt und sie somit auf ihr Äußeres reduziert.

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Mit dieses Erwähnung Aldas folgt auch die Szene, in der selbst nur ein einziges Mal im Rolandslied auftritt, nämlich ihre Todesszene: „die Frau tritt auf, um kurz zu sterben, eine Bedeutung hat sie nicht.“[7] Es wird hier beschrieben, wie Alda nach Rolands Tod um diesen trauert und sie wirkt hier psychisch labil: „scol ich Ruolantes nicht hân, sô wil ich ersterben gerne“ und „si viel grimme an die erde“.[8] Nach dieses Klage und nachdem „si begunde harte blaichen“[9] stirbt sie so schnell, „dass der ihr Schwanken bemerkende Kaiser nur noch die Leiche auf fangen kann“.[10]

Alda wird darauf auf einem Nonnenfriedhof begraben, also „aus der männlichen Welt möglichst weit entfernt, möglichst in der einschließenden Umgebung des Klosters“.[11]

Eine weitere Frau, die im Rolandslied Erwähnung findet und auch selbst auftritt, ist Brechmunda, die Frau des Heidenkönigs Marsilie. Ihre Darstellung ist durch eine „ausführlicher gestaltete Beziehung zu ihrem Ehemann gekennzeichnet“.

In V. 7134 ist das erste Mal die Rede von Brechmunda. Es heißt hier über sie: „harte wainote daz Brechmunda“[12]. Sie wird hier weinend und trauernd über die Verluste der Truppen ihres Mannes dargestellt, was ein Zeichen der Sensibilität ist und ein Ausdruck des schwachen, des weiblichen Geschlechts.

Auch sensibel und mit einem Emotionsausbruch wird sie in den Versen 7378-7402 dargestellt und Paligan, ein Mann, tröstet sie hier.

Ihren bedeutsamsten Auftritt hat Brechmunda in den Versen 8617 ff. Hier wird ihre Bekehrung zum Christentum dargestellt. Hier heißt es: „dem kaiser viel si ze füezen“[13], sie fällt also vor dem Kaiser nieder, welches eine ehrerbietende Haltung ist, die sie hier vor einem männlichen Menschen zeigt, und gesteht ihm: „ich erkenne wol dîne wârheit“[14].

Des weiteren erfährt die Jungfrau und Gottesmutter Maria im Rolandslied Erwähnung. Sie ist nicht von der „Monologiesungstendenz“[16] betroffen, denn sie wird ausschließlich positiv dargestellt. Sie ist es, die in schlechten Tagen um Hilfe angefleht wird, und ja sogar der mächtige und unantastbare Kaiser Karl tut dies: „nu hilf mîner frouwen sente Marie“.[17]

Auch trägt das Schwert Rolands, Durndart, „des gewaetes miner frouwen sent Marien“[18], wodurch Roland sich im Kampfe ganz unter den Schutz Mariens stellt. In Maria wird also „die beeindruckende maskulin-heroische Monologizität der positiven gender-Konstruktionen durchbrochen.“[19] Bei Maria muss man jedoch beachten, dass sie in dem Aspekt der Weiblichkeit nicht mit Alda oder Brechmunda gleichzusetzen ist, denn durch ihre Gottesmutterschaft, welche zudem eine jungfräuliche ist, trägt sie einen göttlichen Charakter, und wird so einem „entweiblichten gender zugeordnet“.[20]

Es treten zwar Frauen auf, jedoch ist deren Bedeutung für das Gesamtgeschehen innerhalb des Rolandsliedes nur sehr gering, ja ihr Auftreten führt nahezu zu einen positiven Darstellung der männlichen Protagonisten. Nur durch Maria wird diese Monologizität durchbrochen, aber Maria hebt sich zudem auch von den im Rolandslied vorkommenden weiblichen Personen ab.

Diese Marginalisierung der Frau im Rolandslied ist jedoch nicht eine einmalige, sondern sie spiegelt das Gesamtbild der Geschlechterkonstellation des Mittelalters wider.



[1] Meyer, Mathias: Monologische und dialogische Männlichkeit in Rolandsliedversionen. In: Martin Baisch (Hg.): Aventiuren des Geschlechts. Göttingen 2003. S. 29.

[2] Ebd., S. 30.

[3] Vgl.: elalter.htm (Stand: 12.6.2008).

[4] Meyer 2003, S. 39.

Dieter Kartschoke. Stuttgart 1993 (RUB 2745). V. 6868.

[6] RL, V. 8685.

[7] Meyer 2003, S. 39.

[8] RL, V. 8710-8712.

[9] Ebd., V. 8723.

[10] Meyer 2003, S. 39.

[11] Ebd., S 40.

[12] RL, V. 7134.

[13] RL, V. 8621.

[14] RL, V. 9627.

[15] Meyer 2003, S. 33.

[16] Meyer 2003, S. 41.

[17] RL, V. 6161.

[18] Rl, V. 6877.

[19] Ebd, S.41.

[20] Ebd.


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