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Franz Kafka: Der Prozess

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Franz Kafka: Der Prozess - Übungsklausur Interpretation der Hinrichtung: Das Ende Die vorliegende Textstelle entstammt Franz Kafkas modernem Roman „Der Proceß“, aus dem Jahr 1935. In dieser Stelle, S.209, Z.7-S.211, Z.8, ist der Wandel K.s vom ignoranten und arroganten, in einer vorgetäuschten „Normalität“ lebenden Bürger, zu einem erstmals selbstreflektie­ren­den Menschen vollzogen, jedoch auf Kosten seines Lebens. Bis dieser Punkt erreicht war, musste allerdings einiges geschehen. „Der Proceß“ beginnt mit der Verhaftung…
Franz Kafka: Der Prozess

In der zu analysierenden Textstelle versuch der Protagonist des Romans Josef K. die anwesenden Leute im Publikum während der 1. Unersuchung, inklusive des Untersuchungsrichters von der Unzulänglichkeit des gegen ihn geführten Verfahrens und der damit verbundenen Inkompetenz des Gerichts.

Bereits durch die Lage des Gerichts in einer kleinen Wohnung eines Angestellten in einer heruntergekommenen Mietskaserne wird die Unzulänglichkeit des Gerichts dargestellt, und das wird für K im folgenden dadurch bestätigt, dass der Untersuchungsrichter Josef K. zu erst als Zimmermaler verwechselt (Z. 1) Diese Vorlage nutzt K. aus um das Gericht und sein damit verbundenes Verfahren zu erniedrigen.

Allerdings zeigt sich durch Parenthesen in seiner Rede (Z. 1 u. 3), was auf Redepausen K. hindeute, zeigt vielleicht seine noch beständige Unsicherheit. Durch eine Adversativkonjunktion (Z. 6) betont K. dagegen die lüderliche Vorgehensweise des Gerichts, betont allerdings, dass er den Prozess nur aus Mitleid als solchen anerkennt (Z. 7), und legt dem Gericht gleichzeitig die Selbsterkentniss nahe, wie offensichtlich doch die Unzulänglichkeit wäre (Z. 12).

Während K. zur ersten Pause in seinem Vortrag ansetzt, beobachtet er sorgfältig das Publikum auf ihre Reaktionen. K. der von seiner Rede und seiner Meinung sehr überzeugt ist, fast schon auf überhebliche Weise, wird durch die Stille im Saal verunsichert. (Z. 15f) Allerdings versichert er sich selbst sofort, dass dies nur daherrührt, da man schon auf seine nächste Rede warten würde.

K. der immer noch glaubt, dass er den ganzen Prozess ganz einfach dadurch beenden könnte, indem er alle von seiner Meinung überzeugt, gesteht sich ein, dass sein Seitenhieb, auf das Gericht zwar scharf war, was er gleich darauf durch den Komparativ des Wortes, also „schärfer“ (Z. 14) also eine Gemination verdeutlicht. Allerdings lässt er diese Selbstkritik nicht an sich zu, K. der von sich selbst überzeugt und eingenommen ist, beteuert sich selbst, dass sein Handeln in jedem Falle richtig war (Z. 15).

Allerdings zeigt er sich gestört, als die Wäscherin, den Saal betritt und somit die Aufmerksamkeit von K. auf sich selbst ablenkt (Z. 19-22). K. betrachtet die Wäscherin damit als Störfaktor und damit als Unordnung verbunden, die ihn in seinem Vorgehen stört. Trotzdem zeigt sich Josef K. von der Handlung des Untersuchungsrichters sehr angetan. So hatte dieser anfangs noch stehend zugehört, wenn auch auf die Außenwirkung zur Gallerie bedacht und nicht zu K. selbst (Z. 26), und sich dann im Laufe von K.s Vorrag gesetzt (Z. 24f).

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K selbst deutet dies sofort zu seinen Gunsten als Zeichen der Unsicherheit des Untersuchungsrichters, da er von „überrascht“ (Z. 25) sei. Auch das Heft, welches K. als „Heftchen“ durch einen Diminutiv als unbedeutend und klein darstellt, welches sich der Untersuchungsrichter vors Gericht hält (Z. 28f) deutet K. aus seiner Sicht als Beunruhigung und Verunsicherung.

K. der sich bisher nur verbal geäußert hatte, tritt nun immer mehr aktiver ein. Siegeswiss wagt K. es sogar, dem Untersuchungsrichter sein kleines, unbedeutendes Heftchen (Z. 30) zu entwenden, da es sogar K.s Worte besätigen würde (Z. 31). Dadurch, dass K. das Heft nur bedacht mit Fingerspitzen anfasst und nur an einem mittleren Blatte hochzuheben wagt, verdeutlicht K. seinen Ekel vor dem Gericht und seine Geringschätzung gegenüber dem Prozess, den er nicht an sich heranlässt.

Zusätzlich wird dies durch die Beschreibung des Hefts mit „engbeschrieben, fleckigen, gelbrandigen Blätter“ (Z. 37) verdeutlicht, was das Gericht wieder als schmutzig und dreckig und damit als unordentlich darstellt. Der Untersuchungsrichter zeig sich währenddessen sehr passiv, lässt alles über sich ergehen und ordnet sich Josef K. damit unter. K. degradiert, herabwürdigt und bagatellisiert damit allgemein das Gericht, uns zeigt sich überlegener und herablassend, was allerdings ein Gegensatz zu der Tatsache ist, dass K. bei der Untersuchung erschienen ist.

Dies wirf wieder einen logischen Widerspruch auf, und betont K.s Unsicherheit, da er zwar bezeugt er fürchte sich nicht vor dem Heft, aber „es sei ihm trotzdem unzugänglich“ (Z. 41) Sobald K. das Heft wieder fallen lässt „verwandelt“ dieses such zurück in das unbedeutende „Heftchen“ (Z. 46), auf das sich der Untersuchungsrichter sofort wieder stürzt und vergeblich versucht in Ordnung zu bringen (Z. 45 ff).

K. deutet damit erneut wieder die Handlungen des Untersuchungsrichters zu seinen Gunsten um seine Überlegenheit zu unterstreichen.

K. zeigt sich jetzt in seiner nächsten Pause auf die Zuschauer fixiert. Erneut deutet K. die Handlungen der Leute um ihn herum vorteilhaft für sich, und damit die Regungslosigkeit der Zuschauer als Spannung (Z. 49). So bemüht sich K. schließlich auch zu ihnen herabzusehen (Z. 49f), stellt sich damit also wieder überlegen hin, und schaut verachtungsvoll herunter.

Weiterhin zeig er sich sehr auf die Obrigkeiten und Autoritäten fixiert, indem er of deren Gesichter absucht (Z.57) Dadurch, und durch sein leiseres Sprechen (Z.56), zeigt sich, dass Josef K. Bestätigung sucht, da er sich unsicher ist. Allerdings versucht K. mit einer anderen Strategie, dass Interesse an seiner Anklage und seinem Prozess dadurch abzulenken, dass er sein Anliegen auf eine allgemeinere Ebene überträgt.

Er relativiert seinen eigenen Fall als „nicht sehr wichtig“ (Z. 60) und damit unbedeutend, und beteuert, dass sein Anliegen selbstloser und im Sinne der Allgemeinheit wäre (Z. 61f). Er versuch damit das Publikum für sich zu einnehmen.

Durch den plötzlichen Ausruf „Bravo“ (Z. 63ff) und sein Sprechen mit lauterer Stimme (Z. 63) zeigt sich K. wieder sicherer und überlegener. Allerdings imitiert er wie die von ihm fixierten Obrigkeiten die unbedeutende Reaktion auf den Ausruf (Z. 66f).

Gegen Ende hin, verdeutlicht K. erneut seine noblen Absichten. Er selbst würde nicht nach Rednererfolg verlangen, was er mit einem Kompliment an den Untersuchungsrichter, hinsichtlich seiner Redekunst verbindet (Z. 75). Seine wohltätigen Absichten, von denen er das Publikum zu überzeugen versucht, schließt er damit ab, dass es sich seiner Meinung nach um keinen persönlichen sondern einen öffentlichen Vorfall handelt (Z. 76f).

Josef K. versucht also das Augenmerk auf die Öffentlichkeit hinzulenken, da er ja nur im Sinne der Allgemeinheit handeln würde.


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