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Franz Kafka: Der Prozess - Analyse einer Textstelle

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Der Prozess – Franz Kafka An einem Sonntagvormitta­g Gestaltende Interpretation Das Gedicht „An einem Sonntagvormitta­g“ basiert auf dem Kapitel „Erste Untersuchung“ des Romans „Der Prozess“ von Franz Kafka. Grundlage des lyrischen Werkes bilden 3 Zitate aus dem vorgegebenen Kapitel, die integriert wurden. Der Inhalt des Kapitels ist der Sonntag nach Joseph K.‘s Verhaftung, an dem er telefonisch zu einer Untersuchung vorgeladen wird, ohne dass ihm ein Zeitpunkt genannt wird. Wer sich genau an ihn wendet, fragt K. nicht nach.…
Franz Kafka: Der Prozess - Analyse einer Textstelle

In der zu analysierenden Textstelle versuch der Protagonist des Romans Josef K. die anwesenden Leute im Publikum während der 1. Unersuchung, inklusive des Untersuchungsrichters von der Unzulänglichkeit des gegen ihn geführten Verfahrens und der damit verbundenen Inkompetenz des Gerichts.

Bereits durch die Lage des Gerichts in einer kleinen Wohnung eines Angestellten in einer heruntergekommenen Mietskaserne wird die Unzulänglichkeit des Gerichts dargestellt, und das wird für K im folgenden dadurch bestätigt, dass der Untersuchungsrichter Josef K. zu erst als Zimmermaler verwechselt (Z. 1) Diese Vorlage nutzt K. aus um das Gericht und sein damit verbundenes Verfahren zu erniedrigen.

Allerdings zeigt sich durch Parenthesen in seiner Rede (Z. 1 u. 3), was auf Redepausen K. hindeute, zeigt vielleicht seine noch beständige Unsicherheit. Durch eine Adversativkonjunktion (Z. 6) betont K. dagegen die lüderliche Vorgehensweise des Gerichts, betont allerdings, dass er den Prozess nur aus Mitleid als solchen anerkennt (Z. 7), und legt dem Gericht gleichzeitig die Selbsterkentniss nahe, wie offensichtlich doch die Unzulänglichkeit wäre (Z. 12).

Während K. zur ersten Pause in seinem Vortrag ansetzt, beobachtet er sorgfältig das Publikum auf ihre Reaktionen. K. der von seiner Rede und seiner Meinung sehr überzeugt ist, fast schon auf überhebliche Weise, wird durch die Stille im Saal verunsichert. (Z. 15f) Allerdings versichert er sich selbst sofort, dass dies nur daherrührt, da man schon auf seine nächste Rede warten würde.

K. der immer noch glaubt, dass er den ganzen Prozess ganz einfach dadurch beenden könnte, indem er alle von seiner Meinung überzeugt, gesteht sich ein, dass sein Seitenhieb, auf das Gericht zwar scharf war, was er gleich darauf durch den Komparativ des Wortes, also „schärfer“ (Z. 14) also eine Gemination verdeutlicht.

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Allerdings lässt er diese Selbstkritik nicht an sich zu, K. der von sich selbst überzeugt und eingenommen ist, beteuert sich selbst, dass sein Handeln in jedem Falle richtig war (Z. 15). Allerdings zeigt er sich gestört, als die Wäscherin, den Saal betritt und somit die Aufmerksamkeit von K. auf sich selbst ablenkt (Z. 19-22).

K. betrachtet die Wäscherin damit als Störfaktor und damit als Unordnung verbunden, die ihn in seinem Vorgehen stört. Trotzdem zeigt sich Josef K. von der Handlung des Untersuchungsrichters sehr angetan. So hatte dieser anfangs noch stehend zugehört, wenn auch auf die Außenwirkung zur Gallerie bedacht und nicht zu K. selbst (Z. 26), und sich dann im Laufe von K.s Vorrag gesetzt (Z. 24f).

K selbst deutet dies sofort zu seinen Gunsten als Zeichen der Unsicherheit des Untersuchungsrichters, da er von „überrascht“ (Z. 25) sei. Auch das Heft, welches K. als „Heftchen“ durch einen Diminutiv als unbedeutend und klein darstellt, welches sich der Untersuchungsrichter vors Gericht hält (Z. 28f) deutet K. aus seiner Sicht als Beunruhigung und Verunsicherung.

Dadurch, dass K. das Heft nur bedacht mit Fingerspitzen anfasst und nur an einem mittleren Blatte hochzuheben wagt, verdeutlicht K. seinen Ekel vor dem Gericht und seine Geringschätzung gegenüber dem Prozess, den er nicht an sich heranlässt. Zusätzlich wird dies durch die Beschreibung des Hefts mit „engbeschrieben, fleckigen, gelbrandigen Blätter“ (Z. 37) verdeutlicht, was das Gericht wieder als schmutzig und dreckig und damit als unordentlich darstellt.

Der Untersuchungsrichter zeig sich währenddessen sehr passiv, lässt alles über sich ergehen und ordnet sich Josef K. damit unter. K. degradiert, herabwürdigt und bagatellisiert damit allgemein das Gericht, uns zeigt sich überlegener und herablassend, was allerdings ein Gegensatz zu der Tatsache ist, dass K. bei der Untersuchung erschienen ist.

Dies wirf wieder einen logischen Widerspruch auf, und betont K.s Unsicherheit, da er zwar bezeugt er fürchte sich nicht vor dem Heft, aber „es sei ihm trotzdem unzugänglich“ (Z. 41) Sobald K. das Heft wieder fallen lässt „verwandelt“ dieses such zurück in das unbedeutende „Heftchen“ (Z. 46), auf das sich der Untersuchungsrichter sofort wieder stürzt und vergeblich versucht in Ordnung zu bringen (Z. 45 ff).

K. deutet damit erneut wieder die Handlungen des Untersuchungsrichters zu seinen Gunsten um seine Überlegenheit zu unterstreichen.

K. zeigt sich jetzt in seiner nächsten Pause auf die Zuschauer fixiert. Erneut deutet K. die Handlungen der Leute um ihn herum vorteilhaft für sich, und damit die Regungslosigkeit der Zuschauer als Spannung (Z. 49). So bemüht sich K. schließlich auch zu ihnen herabzusehen (Z. 49f), stellt sich damit also wieder überlegen hin, und schaut verachtungsvoll herunter.

K. der die Aufmerksamkeit des Publikums genießt, überlegt während der Pause ob es sich um die Leute in der 1. Reihe um die Entscheidenden handeln tut (Z. 50f.).

Weiterhin zeig er sich sehr auf die Obrigkeiten und Autoritäten fixiert, indem er of deren Gesichter absucht (Z.57) Dadurch, und durch sein leiseres Sprechen (Z.56), zeigt sich, dass Josef K. Bestätigung sucht, da er sich unsicher ist.

Allerdings versucht K. mit einer anderen Strategie, dass Interesse an seiner Anklage und seinem Prozess dadurch abzulenken, dass er sein Anliegen auf eine allgemeinere Ebene überträgt. Er relativiert seinen eigenen Fall als „nicht sehr wichtig“ (Z. 60) und damit unbedeutend, und beteuert, dass sein Anliegen selbstloser und im Sinne der Allgemeinheit wäre (Z. 61f).

Durch den plötzlichen Ausruf „Bravo“ (Z. 63ff) und sein Sprechen mit lauterer Stimme (Z. 63) zeigt sich K. wieder sicherer und überlegener. Allerdings imitiert er wie die von ihm fixierten Obrigkeiten die unbedeutende Reaktion auf den Ausruf (Z. 66f).

K.s anfängliche Intentionen, alle von der Unzulänglichkeit des Gerichts und der seines Prozesses zu überzeugen, haben sich geändert. Jetzt versucht er die Allgemeinheit zum Nachdenken anzuregen, und gibt sich schon mit wenigeren zufrieden (Z. 70ff).

Gegen Ende hin, verdeutlicht K. erneut seine noblen Absichten. Er selbst würde nicht nach Rednererfolg verlangen, was er mit einem Kompliment an den Untersuchungsrichter, hinsichtlich seiner Redekunst verbindet (Z. 75). Seine wohltätigen Absichten, von denen er das Publikum zu überzeugen versucht, schließt er damit ab, dass es sich seiner Meinung nach um keinen persönlichen sondern einen öffentlichen Vorfall handelt (Z. 76f).


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